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Unterbringung ohne Verlangen in einer psychatrischen Einrichtung

Eva321

Mitglied
Hallo liebe Mitglieder,

in meinem Thema geht es um eine schwer depressive Frau (Gabi), welche schon seit 15 Jahren Depressionen hat.
Sie hat eigentlich schon von Beginn an bei den (Gesprächs-)Therapien keine Compliance gezeigt, deshalb hat jeder Therapeut eine Zusammenarbeit mit ihr beendet.
Heute geht sie zwei mal im Monat zu einem Psychiater, der ihr starke Medikamente verschreibt (Ziprasidon, Pregamid usw.).
Mal wird die Dosierung erhöht und dann wieder mal vermindert.

Sie zeigt oftmals Anzeichen eines Serotonin-Syndroms. Dann hat sie einen Tremor (Hände und Unterkiefer), erhöhte Muskelanspannung, Aufmerksamkeitsstörung (kann keiner Unterhaltung folgen) und die Haut fühlt sich kühl an. Ein Serotonin-Syndrom kann auch lebensgefährlich werden.
Der Psychiater hat ihr empfohlen, sich in einer psychiatrischen Einrichtung einweisen zu lassen, um dort die Medikamente neu einstellen zu lassen.
Sie weigert sich.

Da ihr das Haushalten zu anstrengend wurde, hat ihr Lebensgefährte eine Reinigungskraft beschäftigt um sie zu entlasten.
Gabi´s Tagesablauf ist seither immer gleich. Sie verbringt den ganzen Tag im Bett und kommt nur raus um zu essen oder zu rauchen. Die Arbeiten am Haus, kochen, Wäsche machen etc. übernimmt die Tochter, welche noch zu Hause wohnt. Auch dann wenn es dem Vater gesundheitlich nicht gut geht, kümmert sich die Tochter um ihn.
Selten, aber doch, verlässt sie das Haus um für ihre Mutter etwas zu erledigen. Für etwas anderes lässt sie sich nicht motivieren.

Sie verlässt so ungern das Schlafzimmer, sodass sie dort Lebensmittel deponiert. Sie fing dann auch schon an, ihre Damenbinden im Nachtkästchen zu entsorgen/horten...
Ihre Körperhygiene lässt zu wünschen übrig. Sie duscht sich (auch bei den heißen Temperaturen) 2x die Woche und putzt sich 3x wöchentlich die Zähne.
Sie hat seit Jahren einen Nagelpilz. Als der Arzt ihr sagte das man ein Jahr lang täglich die Zehennägel lackieren muss, hat sie sofort die Behandlung verneint.
Die Angehörigen haben ihr erklärt das ein Nagelpilz kein kosmetisches Problem sei, sondern eine hochansteckende Infektionskrankheit. Ohne Behandlung könnte sie die anderen anstecken. Das Gesagte hat sie ignoriert.
Jetzt hat ihr Lebensfährte auch ein Nagelpilz.

JEDER hat ihr gesagt, dass sie nicht mehr mit dem Auto fahren darf. Kinder können die Gefahren schlecht im Straßenverkehr überblicken, aber es gibt auch andere Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die Verkehrsordnung halten. Da muss man als Autofahrer schnell und adäquat reagieren können.
Das kann sie aber nicht mehr. Es scheint ihr gleichgültig zu sein, denn sie fährt weiterhin mit dem Auto.

Ich habe heute die Putzfrau getroffen, welche in dem Haushalt beschäftigt ist. Sie hatte tränen in den Augen und ihre Hände haben gezittert. Sie hat mir erzählt, dass Gabi ihr wie ein Schatten bei ihrer Tätigkeit folgt. Sie überwacht ihre Arbeit, nörgelt und greift sie manchmal verbal an.
Wenn sie das Geld nicht dringend brauchen würde, hätte sie schon längst gekündigt.
Gabi beschwert sich über jeden, der am Haus arbeitet. Alle anderen machen ihre Arbeit falsch oder unzureichend.

Sie konnte nie die Kinder von ihrem Lebensgefährten annehmen. Sie meint, seine Kinder seien zugleich die Kinder von seiner Ex(!), aber diesen Satz hat sie nur zu mir gesagt. Der Lebensgefährte weiß nichts davon.
Die Tochter bekommt das allerdings zu spüren. Sie leidet mittlerweile sehr an ihrem Umgang.

Die Tochter hat vor einem halben Jahr ihren Psychiater kontaktiert. Sie wollte eine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung ohne Verlangen erwirken. Gebracht hat das Gespräch wenig, da der Psychiater am meisten Wert auf die Selbstbestimmung seiner Klienten achtet.
Obwohl alle in ihrem Umfeld unter ihrem Umgang leiden, ihr es egal ist, ob sie ein Kind überfährt, scheint es nicht Grund genug sein, eine Zwangseinweisung bewirken zu können.

Ist es nicht so, das unser Wohlbefinden, unsere (psychische) Gesundheit, gleich viel Wert ist als ihre?
Kann man einem Menschen soviel Selbstbestimmung geben, der aufgrund seiner Erkrankung eine gestörte Selbstwahrnehmung hat?
Wie könnte man eine Einweisung doch noch bewirken?


Ich würde mich über ein paar Ratschläge von euch freuen.


Lieber Gruß
Eva
 
Hallo Eva,
das klingt in der Tat sehr schlimm. Den Psychiater verstehe ich nicht.
Wegen der Medikamente empfiehlt er eine Einweisung...
Was wäre, wenn ihr niemand mehr aus ihrem Umfeld helfen könnte?

Gibt es einen sozialpsychiatrischen Dienst bei Euch in der Nähe?
Es gibt auch die Möglichkeit einer Einzelfallbetreuung... Ob das bei ihr allerdings
noch ausreicht...
Wegen einer Unterbringung gegen ihren Willen weiß ich nur, dass dies möglich ist,
wenn sie eigen- oder fremdgefährdend ist, aber dies sehe ich bei ihr ganz eindeutig.
In größeren Städten gibt es auch psychiatrische Institusambulanzen, dort kann man sich auch als Angehöriger einen Termin geben lassen. Ich würde den Text, den du hier schriebst ausdrucken und mitnehmen!

Alles Gute!
 
Hallo Mondsonne,

danke für deine Antwort.
Sie hatte schon mal einen Sozialpsychiatrischen Dienst in Anspruch genommen (Er heißt Pro mente).
Anfangs ging sie dort vormittags hin.
Dort machte sie eine Beschäftigungstherapie mit dem Ziel, in einen gesunden Tagesrhythmus zu kommen und täglich pünktlich aufzustehen.

Auch das will sie nicht mehr.


Ich frage mich, ob ich sie zu Hause heimlich filmen soll.
Ich glaube nämlich, dass ihr Psychiater nicht versteht wie sie sich zu Hause gegenüber den anderen verhält, wenn sie in Rage ist. Auswärts sitzt sie still, introvertiert da, als ob sie kein Wässerchen trüben könnte.

Bin mir nur nicht sicher, ob diese Aktion zu weit geht.


Lieber Gruß
Eva
 
Bzgl. des Führerscheins kann man auch mal die zuständigen Stellen darüber in Kenntnis setzen, dass Antidepressiva genommen werden. Nur einmal so als Beispiel.

Zu der Tochter. Die sollte aufhören für diese Frau etwas zu machen, denn Sie ist kein Dienstmädchen und schon lange keine Leibeigene. Sollte die Tochter sich nicht trauen den Mund aufzumachen, einfach mal das Jugendamt über die zustände informieren.

Kurzum gesagt: Mach einen Rundumschlag. Erst wenn der Mann und auch die Kinder und auch sie selbst komplett unten sind, werden wohl alle kapieren, dass es so nicht weitergeht.
 
Solange alle Menschen um sie herum arbeiten und ihr dieses Leben ermöglichen, so wie es ist, solange wird sie sich auch so verhalten. Die Angehörigen sitzen sicher in einer Co-Abhängigkeit und sollten sich psychologischen Beistand suchen.

Diese Frau wird sich vermutlich nicht mehr großartig ändern. Es liegt an ihrer Umgebung, das beste daraus zu machen. Ich empfehle, sich selbst zu retten.
 

Hallo Eva321;


Sie hatte schon mal einen Sozialpsychiatrischen Dienst in Anspruch genommen (Er heißt Pro mente).
Anfangs ging sie dort vormittags hin.

Für solche Fälle ist der ambulante sozialmedizinischer Dienst das Richtige.

Schau danach in deiner Region und holt erstmal ein Beratungstermin.

Einmal kommen Sie zu ihr nach Hause,Sie wird Zuhause betreut und damit, sehen Sie auch wie Sie lebt.. und ihre Familie.
Ich denke, damit kommt der schwere Stein ins Rollen .
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Unterbringung ohne Verlangen in einer psychiatrischen Einrichtung

Hallo Schokoschnute,

danke für deinen Beitrag.
in unserer Region gibt es drei verschiedene Sozialpsychiatrische Dienste. In den 15 Jahren haben wir
die Dienste kennengelernt. Ihre Dienstleistungen sind sehr umfangreich.
Da mangelt es dann nur noch an ihrer Bereitschaft.
Wenn sie keinen Willen dazu hat, nützt leider der beste sozial Dienst nichts.


Indem sie den ganzen Tag im Bett liegt, wird es sogar noch schlimmer.
Im Schlafzimmer hat sie nur eine weiße Wand und keine Geräusche.
Durch die Isolation und vor allem der "sensorischen Deprivation" wird nicht nur die Depression verstärkt, sondern
auch die Suggestibilität.
Ich konnte feststellen, dass ihr Psychiater zusätzlich zu Antidepressiva vermehrt Medikamente gegen Schizophrenie verordnet hat.
Tja, was soll man machen? Die Lebensführung, für die sie sich entschieden hat, ist für ihre Psyche eine Abwärtsspirale.

Deshalb dachte ich mir, dass eine Unterbringung ohne Verlangen ihre Rettung sei, aber wir wissen nicht, wie wir das umsetzen können.

Lieber Gruß
Eva
 
Hallo liebe Mitglieder,

in meinem Thema geht es um eine schwer depressive Frau (Gabi), welche schon seit 15 Jahren Depressionen hat.
[...]
Wie könnte man eine Einweisung doch noch bewirken?


Ich würde mich über ein paar Ratschläge von euch freuen.


Lieber Gruß
Eva

Und wo ist hier irgendwer in akuter Lebensgefahr? Das mit dem Auto ist ja nur reine Spekulation, da scheint ja noch überhaupt nichts passiert zu sein. Sorry, aber absolut nichts, was du schreibst, rechtfertigt auch nur ansatzweise eine Unterbringung...
 
Das sehe ich auch so.

Mir ist nicht ganz klar, in welchem Verhältnis du zu der Frau stehst, um die es geht.

Bist du eine Angehörige?
 

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