Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Familie treibt mich in den Selbstmord.

Fantamanta

Neues Mitglied
Hallo Leute,

Ich bin noch relativ neu hier und schreibe auch gerade meinen ersten Beitrag auf dieser Seite. Habe mich eigentlich hier nur angemeldet, weil ich niemanden zum reden habe und hoffe, dass mir jemand hier vielleicht weiterhelfen kann.

Ich bin 22 Jahre alt, im 2. Ausbildungsjahr und wohne noch Zuhause.
Mein Vater ist vor über 10 Jahren verstorben und ich lebe mit meinen 3 Brüdern und meiner Mutzer zusammen. Meine restliche Familie lebt im Ausland, Kontakt mit denen oder überhaupt eine Bindung zu denen existiert nicht. Eigentlich habe ich die vielleicht 2-3 mal im Leben gesehen und wirklich kennen tue ich die auch nicht.

Mein Problem ist kurz und knapp gesagt, dass ich von meiner Familie verstoßen wurde.

Ich möchte jetzt nicht zu tief ins Detail gehen, darum gebe ich euch nur die wichtigsten Information bezgl. meiner Situation.

Wie schon erwähnt lebe ich mit meiner Mutter und meinen Brüdern in einer Wohnung. Zu meinem ein Jahr jüngeren Bruder habe ich seit dem wir Kinder sind ein sehr schlechtes Verhältnis. Ich hasse ihn aus tiefsten Herzen und wünsche ihm nur das schlimmste, weil er im Grunde genommen Schuld daran ist, das die Familie heute so ist wie sie ist. Ich spreche mit ihm seit ich 12. bin kein Wort. Wir hatten beide damals aufgehört mit einander zu reden, meine Mutter hatte es mitbekommen, aber gestört hatte es sie gar nicht. Einige Jahre später wurde das Verhältnis zu meinen anderen Brüdern auch schlechter und die einzige Bezugsperson in meinem Leben die mir noch blieb war meine Mutter.

Sie hatte mich eigentlich immer sehr gemocht als ich jünger war.
Ich war immer relativ gut in der Schule, habe nie für Probleme gesorgt und mich immer um mich selbst gekümmert.
Habe die Schule mit dem Abitur abgeschlossen und mir selbst einen Ausbildungplatz bei einem guten Unternehmen besorgt.

Mein ein Jahr jüngere Bruder hat keinen Abschluss, die Schule nach der 8. Klasse abgebrochen und nur für Problme gesorgt. Er hat noch nie gearbeitet und möchte das auch nicht. Er möchte viel Geld haben, ohne dafür etwas zu tun.
Meine Familie hatte nie viel Geld und deshalb mussten wir immer sehr sparsam leben und auf vieles verzichten.
Er hatte durch diverse Kriminelle Sachen eigentlich immer Geld und während ich und meine Brüder mit 100 Euro Taschengeld auskommen mussten, hatte er immer durch das Geld von der Straße und dem Taschengeld ein relativ gutes Leben.
Immer draußen essen, die neusten Markenklamotten usw.

Im Laufe der Jahre stritten ich und meine Mutter immer häufiger wegen ihm. Ich verstand es einfach nicht, wieso sie ihm immer Geld gab, wenn er darum bat und uns nicht. Sie glaubte, das er aufhören würde zu Klauen und illegal sein Geld zu machen, was er natürlich nicht tat.
Im Grunde genommen ließ meine Mutter ihm alles immer durch gehen und nachdem Sie ihm Ende 2016 200 Euro gab, damit er sich neue Kleidung kauft, war das für mich der Punkt, an dem ich absolut kein Verständis mehr hatte.

Wir stritten uns und meine Mutter sprach ein halbes Jahr mit mir kein Wort. Nachdem ich die Situation und die Einsamkeit nicht mehr ausgehalten habe, entschuldigte ich mich bei ihr. Wir sprachen wieder miteinander aber nach nicht mal 3 Monaten kam es wieder zum Streit.

Ich sei nicht mehr ihr Sohn meinte sie und ignorierte mich ein 3/4 Jahr. Ich litt sehr unter der Situation. Selbst an Neujahr und an meinem Geburtstag sprach sie kein Wort mit mir. Im März 2018 fing Sie wieder an mit mir zu sprechen aber nach nicht mal 3 Monaten, ging es wieder los. Diesesmal gab es nicht mal ein Streit. Wir hatten nur diskutiert und ich blieb sehr vorsichtig beim Reden.

Mittlerweile ist es fast 1 Jahr seit dem sie nicht mehr mit mir spricht.
Ich gehe jedem Tag zu Arbeit, komme zurück und verbringe die meiste Zeit in meinem Zimmer.
Die Hoffnung, das Sie wieder mit mir spricht habe ich schon längst aufgegeben. Ich liebe Sie auch nicht mehr. Fühle absolut nichts außer Hass. Ich hasse Sie und meinen Bruder. Meine beiden anderen Brüder halten natürlich zu ihr und sprechen mit mir auch nicht.

In dieser Familie gibt es einfach keine Liebe.
Ich fühle mich wertlos, nicht liebenswert und kämpfe jeden Tag mit Selbstmordgedanken.

Ich verstehe Die Welt einfach nicht. Ich empfinde keine Freude, mir fällt es schwer zu lächeln und ich hab an absolut nichts mehr Interesse.
Ich fühle mich wie ein Roboter. Wie von alleine, gehe ich jeden Tag arbeiten, komme nach Hause, schlafe ein bisschen und verbringe die meiste Zeit im Internet.

Die Monate vergehen wie Wochen, ich fühle einfach nichts und habe das Gefühl alles falsch gemacht zu haben. Wäre ich nicht so feige, dann hätte ich mich schon längst selbst umgebracht.

Eine kleine Hoffnung, das mein Leben noch besser wird ist da. Vielleicht nach der Ausbildung, wenn ich einen festen Job habe und gutes Geld verdiene? Aber was bringt mir das Geld, wenn ich niemanden habe der mich liebt. Ich weiß auch nicht.
 
Mach die Ausbildung zu Ende und dann guck, dass Du einen Termin beim Kreiswehrersatzamt machst und bei die Bundeswehr gehst. Dadurch kannst Du Dein altes Leben hinter Dir lassen, wirst selbständig und finanziell unabhängig. Mit Wohnung und Co. Wird dir auch geholfen.
 
Mach die Ausbildung zu Ende und dann guck, dass Du einen Termin beim Kreiswehrersatzamt machst und bei die Bundeswehr gehst. Dadurch kannst Du Dein altes Leben hinter Dir lassen, wirst selbständig und finanziell unabhängig. Mit Wohnung und Co. Wird dir auch geholfen.

Warum schickst Du jeden zur Bundeswehr? Meinst Du das ist die Lösung für alles? Die Bundeswehr kümmert sich eben nicht um eine Wohnung, das musst Du schon selber machen. Was Du bekommst ist eine Mannschaftsunterkunft.
Des weiteren muss man auch für die Bundeswehr Tauglich sein und nicht jeder hat Bock eine Knarre in die Hand zu nehmen.

Die Bundeswehr als Allheilmittel zu sehen halte ich für einen ganz großen Fehler. Ich habe das Gefühl Du bekommst für jeden Vermittelten Rekruten Provision von Frau von der Leyen.

Bei einen Studium da gehe ich noch mit, das die Bundeswehr eine (aber nicht die) Lösung wäre.

@Fantamanta:
Mach die Ausbildung zu Ende und such Dir schon mal ein WG Zimmer und ein Job nach der Ausbildung.
 
Ich meine, den Hintergrund verstanden zu haben.

Ich vermute, dass Deine Eltern nach Deutschland gezogen sind, die Verwandten deswegen im Ausland leben. Dann bist Du in der ersten Generation, die hier aufgewachsen ist.

Ich vermute auch, dass Deine Eltern ihrer heimatlichen Tradition treu geblieben sind – auch hier , weil sie selber so erzogen wurden, es nicht besser wissen und man sich nicht einfach so ändern kann.
Der Umzug selbst hatte auf die Traditionen keinen Einfluss. Der Einfluss hat sich erst bei Dir bemerkbar gemacht, weil Du in Deinem persönlichen Umfeld viele hiesige Bekannte hast, denen man sich natürlich angleicht. Sonst ist man nicht Teil der Gesellschaft.

Die heimischen Traditionen hätten sich auch auf Dich dann prägend ausgewirkt, wenn Dein Vater heute noch da wäre. Als er gehen musste, warst Du der älteste Sohn und hättest nach Vorstellung der Verwandten die Familienleitung übernehmen müssen.

Es gab dann zwei Probleme.

Das erste war, dass Du viel zu jung gewesen bist, um diese Aufgabe zu übernehmen. Deine Mutter hätte Dich aber vermutlich schon so erzogen, dass Du es ein paar Jahre später kannst.

Das zweite Problem war aber mit dieser Aufgabe nicht zu vereinen. Die Familie hat es bemerkt, deswegen gab es nur die Möglichkeit, dass Dein jüngerer Bruder nachrückt. Das ist auch der Grund, warum ihm Deine Mutter alles durchgehen lässt: sie kann ja gar nicht anders!!

Du selbst hängst jetzt in der Luft.

Auf der einen Seite würde man Dir hier keinen Vorwurf machen dürfen. Schon gar keinen,der einen Verstoß aus der Familie rechtfertigt. Das weisst Du selbst.

Auf der anderen Seite kannst Du Dir mit Blick auf die Verwandtschaft nicht selber verzeihen, da dies in den Traditionen nicht vorgesehen ist und ein Ausbrechen bestraft wird.
Ändern kannst Du es aber auch nicht.
Rückgängig machen kannst Du es auch nicht mehr. Das macht Dich traurig.

Der einzige Weg, den Du nun gehen kannst ist, dass Du Dich selber akzeptierst und Dich innerhalb der hiesigen Normen weiter bewegst. Du würdest Dich tatsächlich für das „Hier“ und gegen das „dort“ entscheiden müssen, sonst kommst Du aus der Situation nie mehr heraus. Die Trennung wird tatsächlich dazu führen, dass der Kontakt zu Deinem jüngeren Bruder für alle Zeit dahin ist.
Das ist die eine Sache.
Die andere Sache ist aber die, dass Du damit weit besser da stehst als Deine Familie. Die haben es nämlich nicht begriffen, dass man mit derartigen Ansichten hier nicht weit kommt , und früher oder später werden sie abstürzen.
Ich hoffe übrigens, dass deine Mutter modern genug ist, dass sie sich selbst verzeiht, dass sie Dir verzeiht, denn der Vater hat ihr damals den Erziehungsauftrag übergeben. Er würde sie heute beschuldigen, dass sie ihn nicht ausführen konnte.
Es ist aber so, dass sie nichts dafür kann – und Du auch nicht. Wenn Du das verstanden hast, dann wird es Dir gut gehen, und das wünsche ich Dir.
 
Für seine Familie kann man nichts und für die dort herrschende "Dynamik" auch nicht. @Fantamanta, es braucht Kraft und Geduld, solche "Umgangsformen" zu ändern, aber wenn das nicht gewünscht wird (warum auch immer), dann hast Du wenig Chancen, das zu schaffen.

Deine Mutter versucht den Weg des geringsten Widerstands zu gehen und hofft auf die Einsicht Deines Bruders. Dass sie ihn in Seinem Verhalten auch noch bestärkt, ist ihr vielleicht nicht klar, oder sie will es nicht sehen, um den Konsequenzen auszuweichen. Dies zu verurteilen ist einfach, wenn man nur darüber schreiben darf und nicht damit leben muss.

"Do it or leave it", darüber solltest Du nachdenken. Kannst Du mit kleinen Veränderungen in diesen Familienstrukturen weiter leben? Auch Du stützt Deine Familie und hilfst vielleicht anderen zu überleben, ohne es selbst wirklich zu bemerken. Aber Du hast ein Recht, Dein Leben selbst zu bestimmen. Warum sollte man bei Menschen bleiben, die einen kooperativen Umgang nicht schätzen und nicht wollen? Ein halbes Jahr und noch viel länger ohne zu reden?! Das ist einfach eine dumme und lächerliche Machtprobe und ein kläglicher Versuch, den anderen in die Knie zu zwingen. Das hat mit "Liebe" nicht das Geringste zu tun. Aber wenn man in solchen passiv-aggressiven Beziehungen groß geworden ist, dann fühlt sich vieles "normal" an.

Du bist in einer Ausbildung, das ist prima. Kannst Du vielleicht eine Lehrzeitverkürzung beantragen? Du kannst darüber erst einmal mit den Ausbildungsberatern der Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer sprechen. Dann hilft vielleicht auch ein Gespräch mit dem Jugendamt, um in eine Wohngemeinschaft zu kommen. Aber Du musst Dir natürlich im Klaren sein, dass dies in Deiner Familie Folgen haben wird. Wie Du geschrieben hast, wird Dich Deine Familie wohl kaum finanziell unterstützen können und wollen. Also mach Dich schlau, wie Du Deine Finanzen regeln kannst, um Deine Ausbildung abschließen zu können. Ein Jahr oder etwas mehr scheinen "lang", gehen aber auch rum.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld, um solche Mauern der seelischen Gewalt durchbrechen zu können. Manchmal ist dafür das beste Mittel die Liebe im eigenen Herzen und die Kraft, die man daraus schöpft. Die scheinst Du zu haben.

Alles Gute für Dich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du wohnst bei deiner Mutter, obwohl sie mit dir kein Wort spricht ?

Auf jeden Fall würde ich versuchen auszuziehen und weit weg ziehen.

Suche dir Beratungsstellen (z.B. Caritas ) wie ein Auszug möglich wäre....vielleicht auch über einen Ausbildungsplatz.

In eurer Familie gibt es sehr viel Streit und fehlende oder destruktive Kommunikation.

Dieses kranke Familiensystem würde ich auf jeden Fall so schnell wie möglich verlassen.

In die Beziehung zwischen deinem Bruder und deiner Mutter würde ich mich nicht einmischen.
Deinem Bruder wird es vermutlich psychisch auch schlecht gehen.

In einer Therapie würde ich versuchen eure familiäre Situation zu bearbeiten.

Diese extreme gefühlskalte Art deiner Mutter könnte mit ihrer eigenen Kindheit zu tun haben.

Nimm es nicht persönlich, erwarte nix mehr von ihr, laufe ihr nicht hinter her und versuche dich emotional unabhängig von ihr zu machen.

Suche dir andere Bezugspersonen und distanziere dich von deiner Mutter..
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde den Rat, unbedingt auszuziehen, nicht immer angezeigt.
Hier sollte man enger zusammenrücken und nicht weiter auseinanderdrifften.
Der Tod des Vaters/Ehepartners muss verarbeitet werden.
Flucht bedeutet nicht automatisch Klärung.

Mag sein, aber das aktuell beschriebene Familienkonstrukt ist schlichtweg pures Gift für den TE.

Da er arbeitet und somit Geld verdient, kann er kurz über lang sich eine kleine EIGENE Bleibe suchen. Niemand muss mit der Familie brechen, aber aus dem toxischen Umfeld muss er raus. Unbedingt.
 
Ich halte die Analyse von Bodenschatz für exzellent. Anders kann ich mir das Verhalten der Mutter nämlich auch nicht erklären, der anständige Sohn wird ignoriert, der kriminelle belohnt - da ist nach unserem deutschen Verständnis auf jeden Fall massiv der Wurm drin. Aber so geht das halt nicht.

@TE: vielleicht hilft es was, den Post von Bodenschatz auszudrucken und ihn Deiner Mutter zum lesen zu geben. Vielleicht klingelt da was bei ihr, wenn sie merkt, was für ein falsches Verhalten das von ihrer Seite ist.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
N Unfähigkeit, Zeit mit der Familie zu verbringen Familie 21
G Orthorexie in der Familie Familie 92
G Meine Familie mag mich nicht Familie 17

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben