@Baffy
Ich sehe es ziemlich ähnlich wie du.
Das, was du "offizielle Doktrin" nennst, ist mir so nicht bekannt. Ich lese oder höre, wie sog. "Experten", über die Depression Dinge sagen oder schreiben, die nur zeigen, dass es hierüber verschiedene Ansichten gibt.
Das Problem mit Depressionen ist in Bezug auf die Heilbarkeit sehr ähnlich wie mit sehr vielen anderen psychischen Problemen: Die Schwierigkeit einen Therapeuten zu finden, der in der Lage ist, wirklich zu helfen.
Und da kommt der Punkt, wo ich mit dir übereinstimme: Wenn ein Therapeut gewisse Fähigkeiten und den Mut hat, tief verborgene Konflikte zu suchen, dann kann er vielen Patienten helfen, oft inkl. Heilung.
Freilich gibt es keine Garantie, dass geheilt werden kann, denn es hängt von mehreren Faktoren ab und niemand kann im Voraus sagen, wie es ausgehen wird. Das weiß man einfach nicht.
In dem Punkt, wo ich so sehr mit dir übereinstimme, nämlich in der tief verborgenen Quelle aus der Kindheit, genau in dem Punkt sehe ich aber etwas auch anders als du: Du schreibst "Über was soll man denn reden, wenn es in einem verborgen ist, man es ja selber nicht weis?". Das stimmt.
Ja, natürlich weiß man es (oft) nicht, aber es geht ja auch nicht darum, dass man hingeht und gleich nach 4-5 Sitzungen auf das Problem zu sprechen kommt.
Eine Psychotherapie kann lange dauern, sehr lange. Oft so lange, dass die Krankenkasse sie nicht mehr bezahlt. Das ist ein Problem, ein sehr großes sogar, ganz sicher.
Wenn man aber die Zeit hat und wenn der Tharapeut einer ist wie oben beschrieben, dann tauchen nach einem, nach zwei, nach 6 oder 7 Jahren doch Dinge auf, die einem vorher nicht, gar nicht bewusst waren - wie aus einem anderen Leben.
Entscheidend ist der Wille des Therapeuten, danach zu suchen und sein Mut, denn das, was da hochkommt, sind keine Kleinigkeiten.
Das ist ja auch der Grund, warum sie so gut versteckt sind. Der Patient selber hat oft eine unbeschreibliche Angst davor, sich daran zu erinnern. Diese Zustände können oft mit einem Gefühl einhergehen, die einen glauben lassen, dass man das nicht wird überleben können.
Es sind extreme Erregungszustände möglich.
Das ist auch mit ein Grund, warum viele Therapeuten selber Angst davor haben (unbewusst!) und gar keine Bereitschaft und keinen Mut, nicht einmal den Willen, danach zu suchen.
Ohne aber den Willen des Therapeuten, wirklich danach zu suchen, kann man als Patient sogar viele Jahre reden und reden und es bringt nichts, weil das Problem nicht berührt wird.
Der Therapeut hat Angst und weiß nichts von seiner Angst, der Patient hat auch Angst und so bleibt das eigentliche Problem weiter bestehen und mit ihm meistens die Depression.
Man bekommt dann oft Tabletten und "gut" ist.
Und manche "Experten" (Psychiater, darunter sogar manchmal ziemlich bekannte oder Psychotherapeuten) verkünden dann, Depressionen seien unheilbar etc.
Nicht alle sehen es so, aber doch auch nicht wenige.
Und Laien oder Betroffene glauben dann entweder dem einen oder dem anderen.