Das war ein sehr kleines Institut und du musst bedenken, dass ich mir das Institut nicht danach aussuchen konnte, ob ich dort viel verdiene oder ob es meiner Karriere verhilft, sondern ob ich es ohne Berufsabschluss schaffe, mich langfristig damit bis zum Bachelor zu finanzieren. Es war also ein Studentenjob, wenn du so willst, und dafür schon ganz gut. Andere fahren halt Pizza aus, da war ich froh, etwas zu finden, das ich in meinem Lebenslauf vermarkten kann.
Ich hätte mich zu Beginn meines Studiums nie in eine Firme mit Namen gewagt, mein Selbstbewusstsein ist viel zu klein. Ich musste mir ja eine feste Finanzbasis ohne Abschluss schaffen, die mich solide durchs Studium trägt. Denn wenn ich die nicht gehabt hätte, hätte ich aus finanziellen Gründen überhaupt keinen Abschluss machen können. Das hat man mir so in der universitären Beratung mitgeteilt. Meine Eltern wollten nicht für mich zahlen, mit Hartz IV darf man nicht studieren und die dualen Ausbildungen zahlen häufig nur 400 Euro monatlich. Also ging nur selbst verdienen. Es wäre also für meine Lage viel zu viel Druck gewesen, in einem Institut mit "Namen", wie BASF anzufangen, ich hätte mich dort auch nicht wohl gefühlt, wegen meines Sozialhilfehintergrunds und weil andere Studierende eben andere Sorgen hatten als ich, als ich jung war.
Da ich sowieso nicht sonderlich an mich glaube, finde ich es schon super, dass ich es geschafft habe, mich in diesem Institut hochzuarbeiten und den Abschluss gut zu machen und die 1er-Zeugnisse zu erhalten.
Die 1000 Euro verdiene ich auch erst seit 4 Jahren, ich habe meinen Arbeitgeber gewechselt. Ich arbeite nur noch im Internet.