Hm, ich glaube nicht dass Dir "der eine" Kontakt fehlt der Dich an die Hand nimmt - es muss aus Dir herauskommen. Das Problem ist dass Du für Dich Therapie u.ä. kategorisch ablehnst - ich denke damit versagst Du Dir Möglichkeiten, Dich und Dein Verhalten so zu ändern, dass Du glücklich wirst. Deine Probleme liegen nicht in Deinem (jetzt verschwundenem) Übergewicht, das ist nur ein Symptom - die Ursache liegt in Deiner Vergangenheit, und meiner Meinung nach kann man noch soviel an sich verändern, Sport machen und sich optimieren - man doktert nur am Symptom herum, das Problem bleibt.
Wenn Du Dir ein Bein brichst, sagst Du ja auch nicht: ich geh nicht zum Arzt, ich will wissen wie ich damit schnell laufen kann - nein, Du gehst zum Arzt, der gipst es ein, verschreibt Dir Schmerzmittel, es heilt und dann kannst Du wieder laufen. Mit Problemen bei der sozialen Interaktion, Isolation, Stimmungsschwankungen etc ist es genauso. Wenn Du therapeutische Hilfe kategorisch ablehnst, musst Du es auf die harte Tour lernen, und sehr wahrscheinlich wirst Du dann immer wieder die Probleme haben, die Du hast.
Mhh. Bis zu einem gewissen Teil stimme ich dir da zu.
Mein Übergewicht war in der Schule und in der Ausbildung immer wieder Angriffsfläche. Nicht dass mich die Meinung der anderen verletzt hätte, ich habe ja teilweise selbst Scherze darüber gemacht. Allerdings war es dann doch immer ein Malus. Verletzt hat mich nicht die Beleidigung an sich, sondern (Abseits des Situation, Abends im Bett) das Bewusst sein, irgendwie nicht der Norm zu entsprechen.
Die Strategie mit den Sport werde ich beibehalten. Ich habe mir ein Ziel gesetzt, dass ich irgendwann mal ein Marathon laufen möchte, einfach nur um wieder ein Ziel zu haben, auf das ich hinarbeiten kann. Ich empfand 2017 ja gerade deshalb als so schön, weil mein Leben geplant und organisiert war, ich meinen Fortschritt messen konnte. Und ich hoffe so ein bisschen, dass man dadurch vielleicht, als Sportler, mal wahrgenommen wird.
Warum gehe ich nicht zum Arzt- nun, anders als bei deinen zitierten Beinbruch, kann man meinen "Schaden" nicht physisch messen. Beim gebrochenen Bein werden meine Tibia und Fibula geröngt, gerichtet, verarztet. Nur sehe ich keine Möglichkeit, dass der Arzt mir ein Pflaster draufklebt, mir ein Rezept ausstellt und ich am nächsten Tag zwei Kollegen habe, die Zeit mit mir verbringen möchten. Außerdem -und das kommt erschwerend hinzu- müsste ich mir ja dann öffentlich (!!!) eingestehen, dass mit mir was falsch läuft. Dass ich meine Arbeitskollegen angelogen habe "was ich am Wochenende so tolles gemacht habe". Dass ich externe Hilfe brauche, dass ich mein Leben lang versagt habe, etwas ganz natürliches zu schaffen. Ich meine das ist doch kein verfluchtes Hexenwerk!
Und meine Stimmungsschwankungen werden immer intensiver. Gestern habe ich mich in meiner Wohnung komplett vollgesoffen, ich mach das sonst nicht. Ich denk mir teilweise die blödesten Sachen aus wie man Menschen kennenlernen könnte, realisiere aber keine dieser Schwachsinnsideen.
Objektiv betrachtet fehlt mir nur der kleine Push, der den Stein ins Rollen bringt. Ich weiß nur nicht wo der herkommen soll.