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Sex vor der Ehe aus biblischer Sicht

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Erst so um das 12. Jahrhundert herum konnte das Christentum richtig sicher sein, alle seine Gebiete auch zu beherrschen und heidnische Vorstellungen, auch zur Ehe, mehr oder weniger ausgerottet zu haben. In den "Ostgebieten" wurde ja noch um das Jahr 1000 herum (zwangs)missioniert (Slawen, Deutschordensritter etc.)
Alles hat seine Zeit, auch die Entstehung von kirchlichen Dogmen, wozu die "heiligen" Sakramente gehören.
 
Übrigens ist mir eins nicht klar:
Du schreibst:
Nirgendwo in der Bibel steht der Satz: „Verliebte und Verlobte sollen vor der Hochzeit keinen Geschlechtsverkehr haben.“ Weil so ein Satz fehlt, behaupten viele, dass es vollkommen in Ordnung wäre, wenn Christen vor der Ehe Sex haben. Doch so einfach ist das Ganze nicht. Es gibt verschiedene Gründe warum so ein eindeutiger Satz nicht in der Bibel steht:

Und nennst dann im Folgenden Aussagen der Bibel, gegen Sex vor der Ehe, die man aber nur im Historischen Kontext lesen sollte: Was Du ja auch betonst. Zur Zeit der Bibel war das so, deswegen lesen wir aus der Bibel heraus, dass Sex vor der Ehe nicht gut ist: Soweit so gut. Du nennst zB den Umstand, das damals eine Frau ziemlich blöd dagestanden wäre, wenn sie unverheiratet gebleiben wäre und deswegen es für sie existenziell war Jungfrau zu bleiben.

Das ist aber doch ganz eindeutig ein HISTORISCHER Aspekt (der sich ja zum Glück- wie Du selber sagst- erledigt hat)- und eben KEIN Glaubensaspekt.
Der HISTORISCHE Kontext der Bibel macht klar, dass damals Sex vor der Ehe nicht gut war- ich denke, das hat hier auch jeder kapiert und vor diesem Hintergrund kann man nachvollziehen, dass damals den Leuten davon abgeraten wurde.
Ich weiß nicht, ob Du das merkst:
Du vermischst munter historische Sichtweisen der Bibel und verneinst das dann im nächsten Satz und stellst klar, dass man die Bibel wörtlich zu nehmen hat. Was denn nun?

ich weiß nicht, ob ich mich verständlich ausdrücke, aber ich finde, man kann nicht auf der einen Seite sagen:
Die Bibel schreibt zwar nicht wörtlich über Sex vor der Ehe, aber wir lesen es im Kontext der damaligen Zeit und da war es sinnvoll, deswegen kann man davon ausgehen, dass die Bibel dieser Linie folgt.
Und im nächsten Satz dann sagen: Dieser Historische Aspekt hat sich heute aber erledigt- zum Glück!

Auf welcher Glaubensbasis fußt das ganze dann? Auf welcher Basis überhaupt: Außer einem historischen Kontext, der sich- wie Du selber schreibst- heute erledigt hat???

Ich erinnere mich, hier von Dir sehr oft gelesen zu haben, dass die Bibel eben NICHT nur ein Geschichtsbuch ist, sondern man ihren Wortlaut ernst nehmen muss: Soweit so gut, aber was, wenn der Wortlaut fehlt? Dann ist es plötzlich doch ein Geschichtsbuch?

Lesen wir die Bibel nun mit heutigen Augen, oder mit den Augen von damals?
 
Wo die Diskrepanzen herkommen hab ich schon geschrieben. Weil da eben unterschiedliche Kulturen und Zeiten (AT jüdisch, römisch/heidnisch, beginnendes Christentum als Mix aus Judentum und Heidentum) bunt durcheinandergeworfen wurden. Und all das hat wiederum nichts mit christlich-mittelalterlichen oder säkular-heutigen Verhältnissen gemein. Man muß fein säuberlich trennen und klar sagen was war wann wo und warum.
 
Wo die Diskrepanzen herkommen hab ich schon geschrieben. Weil da eben unterschiedliche Kulturen und Zeiten (AT jüdisch, römisch/heidnisch, beginnendes Christentum als Mix aus Judentum und Heidentum) bunt durcheinandergeworfen wurden. Und all das hat wiederum nichts mit christlich-mittelalterlichen oder säkular-heutigen Verhältnissen gemein. Man muß fein säuberlich trennen und klar wagen was war wann wo und warum.

Eben: Und wenn man so eine Frage wie zB sex vor der Ehe beantwortet, muss man sich überlegen, vor welchem Hintergrund man das tut:
Vor dem Historischen von damals?
Aus dem Historischen aus der Zeit, als das Christentum macht hatte (also sagen wir mal ab dem 10Jh)
Vor dem Gesellschaftlichen HEUTE?
Aus dem Wortlaut der Bibel? (wobei ich hier auch nach AT und NT unterscheiden würde)
aus einem persönlichen moralischen Empfinden heraus?
usw..
Aber munter mischen, bis das Süppchen irgendwie passt: Das haut meiner Meinung nach nicht hin!
 
Lieber Alopecia,

in Beantwortung Deines Beitrages Nr. 4

Du zitierst: „a) Der wichtigste Text: 1.Mose2:24
„Darum wird ein Mann seinenVater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden.“ (1.Mose 2:24)

Und meinst dann: „dies bezeichnet die damals übliche vorgehensweise. bedeutet aber im gegenzug nicht, dass eine andere vorgehensweise verboten gewesen ist.“

Ich wüßte jetzt nicht, warum das nur damals üblich gewesen sein soll. Hier im Forum gibt es immer wieder Hilferufe von jungen Frauen, die darüber klagen, dass sich ihr Freund oder Ehemann immer noch nicht von den Eltern gelöst hat und immer noch das Muttersöhnchen geblieben ist. „Mama kocht für mich so lecker und macht alles, was ich möchte…..“

Dann zitierst Du Paulus „b) 1. Korinther 7🤐-9
„Ich sage aber den Unverheiratetenund den Witwen: es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich. Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so sollen sie heiraten, denn es ist besser, zu heiraten als vor Verlangen zu brennen.“ (1.Kor 7:8-9)

Auch hier teilst Du mit: „auch dies ist doch eine beschreibung des üblichen vorgehens - ich lese hier kein verbot, anders vorzugehen. aber um dieses ging es ja! das gegenteil des üblichen vorgehens ist nicht unbedingt verboten, sondern einfach nur unüblich. zwei paar schuhe.“

Deine Ableitung sieht also so aus: „Was nicht wörtlich verboten ist, ist dann eben erlaubt.“

Dies Ableitung ist in meinen Augen unrealistisch. Es gibt unzählig viele Beispiele auch aus unserem Leben heute, aus denen ersichtlich ist, dass die Abweichung von dem Üblichen unerwünscht, nicht gewollt bzw. wie ein Verbot zu sehen ist.

Beispiele:
1) Ein Polizist bittet Dich, als Fußgänger, die Papiere zu zeigen. Ein explizit ausgedrücktes Verbot zum Weitergehen kann ich nicht erkennen, jedoch ableiten. Du auch?
2) Du kommst in den Empfangsraum einer Arztpraxis. Du möchtest zum Arzt. Die Angestellte bittet Dich, im Wartezimmer Platz zu nehmen. Da höre ich kein Verbot, dass Du einen anderen Raum betrittst. Es ist üblich, im Wartezimmer Platz zu nehmen. Sich trotz Hinweis, wie man sich verhalten soll, in das Arztzimmer oder in einen Behandlungsraum zu begeben, führt zu Ärger. Garantiert!

Hinweis: Verbote müssen auch in unserer Zeit nicht immer ausdrücklich benannt werden. Sie sind als ungewünschte Abweichung von dem Üblichen „wie ein Verbot“ ableitbar. Und wer ein Gebot oder Verbot nicht ableiten kann, es wortwörtlich braucht, dem wird der Polizist wie auch die Sprechstundenhilfe deutlich machen, was in der jeweiligen Situation erlaubt ist und was verboten.

Einverstanden?

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Ich lese von Dir: „und das, obwohl die ehen nicht aus liebe, sondern aus wirtschaftlichen interessen geschlossen wurden - wie du auch selbst sagst. wenn also das verbot vorehelichen geschlechtsverkehrs ein liebevoller schutz gottes gewesen sein soll, warum hat er die beteiligten nicht auch davor geschützt, dass sie - ohne liebe und gefühle - nur wegen geld verheiratet wurden?“

Aus meiner Sicht hat das etwas mit dem Verständnis von Liebe und Freiheit zu tun. Gott hat dem Menschen die Freiheit gegeben, sich gegenseitig zu lieben bzw. aus Liebe zu handeln. Diese Freiheit können Menschen so oder so nutzen. Selbst die Entscheidung, sich für oder gegen Gott zu entscheiden, liegt in dieser Verbindung von Liebe mit Freiheit begründet.

----------------------------------------

Du zitierst: „Die Ehe sei ehrbar in allem,und das Ehebett unbefleckt! Denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten.“(Hebräer 13:4)

Dazu lese ich von Dir: „ich deute das anders als du in der folge. unbeflecktes ehebett bedeutet gerade, dass man nicht fremdgehen soll. dies betont ja auch der nachsatz "ehebrecher wird gott richten". dies bedeutet im umkehrschluss aber nicht, dass sex nur nach der erfolgten eheschliessung stattfinden soll."

Du hast bei Deiner Deutung nicht beachtet: Unzüchtige. Unzüchtig handeln wird also auf die gleiche Stufe gestellt wie Ehebruch.

Und ja, es bedeutet im Umkehrschluß, dass Sex nur nach erfolgter Eheschließung üblich also erwünscht bzw. erlaubt war. Siehe dazu auch meinen blau markierten Hinweis zum Thema Üblich

Und was üblich war, geht aus anderen Textstellen hervor. Ein Verbot, gegen das Übliche zu handeln, lässt sich also durchaus ableiten.

------------------------------------------

Du zitierst: „Wenn jemand eine Jungfraubetört, die nicht verlobt ist, und liegt bei ihr, muss er sie sich gegen das Heiratsgeld zur Frau erwerben.“ (2.Mose 22🤐5)
„Wenn ein Mann ein Mädchen trifft, eine Jungfrau, die nicht verlobt ist, und ergreift sie und liegt bei ihr, und sie werden dabei angetroffen: dann soll der Mann, der bei ihr lag, dem Vater des Mädchens fünfzig Schekel Silber geben, und es soll seine Frau werden, weil er ihr Gewalt angetan hat; er kann sie nicht entlassen all seine Tage.“(5.Mose 22:28-29)
Und dazu zitierst Du auch den Kommentar:
„Das zeigt: durch den Geschlechtsverkehr werden Tatsachen geschaffen. Geschlechtsverkehr zieht immer Verantwortung nach sich. Es war undenkbar, dass man Sex mit jemanden hatte, ohne für diese Person Verantwortung zu übernehmen.“

Du schreibst dazu: „beides bedeutet aber zeitgleich nicht, dass ein verbot existierte, auf welches eine strafe folgte - sonst würde dies anders dargelegt. im gegenteil, dass es diese aussagen überhaupt gibt, zeigt ja, dass vorehelicher geschlechtsverkehr stattfand - aber er hatte eben folgen für die beteiligten. aber nicht aus religiösen gründen, sondern ausschliesslich aus finanziellen, da die familie eine nicht jungfrau eben nicht mehr "verhökern" konnte, und somit der entjungferer für entschädigung zu sorgen hatte, da er ihren wert vernichtete

dies hat aber nichts mit religion zu tun, sondern mit den damals üblichen wirtschaftlichen bzw gesellschaftlichen gepflogenheiten und war auch in anderen - nicht biblischen oder christlichen regionen - so üblich."

Es ist nun mal eine Tatsache, dass es auch Abweichungen von der üblichen Vorgehensweise gab. Also gab es sowohl Vergewaltigung als auch beidseitig gewollter vorehelicher Geschlechtsverkehr. Jedoch wäre es in meinen Augen ein Trugschluß, aus Abweichungen vom Gewollten (vom Üblichen) eine Zustimmung abzuleiten und ein Verbot auszuschließen.

Du trennst hier religiöse von finanziellen Gründen. Das ist nach meiner Meinung nicht angemessen. Die religiösen Vorstellungen umfassten damals (auch im heutigen Christentum) das gesamte Leben und nicht nur z.B. das Verhalten außerhalb des Alltäglichen. Jeder Lebensbereich gehört zur Religion oder n.m.M. besser: …gehört zur Gesamtbetrachtung der Beziehung Mensch-Gott.

ich finde immer noch keine stelle und auch keine passage, die belastbar und klar vorehelichen sex verbietet.

Ich denke, dass ich diesen Punkt mit vorstehenden Kommentaren geklärt habe.

unzucht und hureirei, ja. aber dann fehlt die belastbare passage die unzucht oder hurerei in zusammenhang bringt mit sex vor der ehe. dies mag nicht üblich gewesen sein, aber das ist kein verbot.

Unzucht und Hurerei stehen für "Sex ausserhalb des Gewollten". Ausserhalb der Ehe. Das beinhält jede Form.

wirtschaftliche interessen mögen dem entgegen gestanden haben, aber auch das ist kein verbot. unzucht und hurerei sind andere dinge als sex vor der ehe, und ich kenne in der bibel keine passage, die unzucht oder hurerei in zusammenhang bringt mit ebendiesem.

Ich denke und hoffe, dass ich auch hier aufklären konnte. Gewollter Sex steht im AT und NT immer nur in Verbindung mit einer festen Verbindung, was wir heute mit Ehe übersetzen. Und aus Abweichungen vom Gewollten und Üblichen lassen sich Verbote ableiten, wie es auch bei uns heute der Fall ist, übrigens auch im nicht sexuellen Bereich.

LG, Nordrheiner
 
Zuletzt bearbeitet:
Nordrheiner

alles was Du hier ins Spiel bringst ist reine Interpretation und Auslegung.

Es gibt keine explizite Stelle in der Bibel und damit kann es sich jeder so zurecht legen wie er will.

Je nach Gusto.

Du legst es Dir so zurecht. Andere eben anders.
 
Ist das nicht "schlimmer", wenn man sich kurz nach der Hochzeit wieder scheiden lässt, weil der Sex miserabel ist, nur weil man es vorher nicht testen konnte oder wollte?

Sowohl das Eine wie das Andere ist ausserhalb des von Gott Gewollten. Scheidung ist nicht Gott gewollt.

Menschen verändern sich. Nur weil man sich vor der Hochzeit super verstanden hat, ist das keine Garantie, dass es nach der Hochzeit immer so bleibt. Dies betrifft auch die Sexualität. Auch diese kann sich verändern. Würden wir jedesmal zur Scheidung raten, weil es jetzt - egal auf welchem Gebiet - nicht mehr passt, erfüllen wir nur die "Philosophie" einer Wegwerfgesellschaft. Und ja, das ist schlimm.
 
Gewollter Sex hat inoffiziell beileibe nicht immer mit Ehe zu tun. Um das Chaos komplett zu machen 😀 möchte ich auf "heidnische" Praktiken wie die antike Tempelprostitution - das gezahlte Geld des Freiers gehörte dem Tempel und damit der jeweiligen Gottheit/Priesterschaft - hinweisen, wo eine Ehe explizit nicht zum nötigen oder erzwungenen Ergebnis des Geschlechtsverkehrs gehörte. Da die Juden mindestens im babylonischen Exil in nächster Nähe zu derartigen Praktiken lebten, dürfte damals auch der eine oder andere "fremdgegangen" sein, zumal damals viele Bücher der Bibel niedergeschrieben und die religiösen Regeln verschärft wurden, um den Umgang mit diesen sehr verlockenden Fremdreligionen gezielt einzuschränken.
Genauso wie sich das neu gegründete Christentum in seiner "Moral" eher pragmatisch an heidnischen Vorstellungen orientierte als an den strengen seiner jüdischen Wurzel, wenn eine Ehe mit einem Heiden erlaubt war, sofern eine Chance bestand, auf diesem Weg den Heiden zu konvertieren. Das Judentum konvertiert bekanntlich nicht, heute nur unter sehr schweren Auflagen und damals überhaupt nicht.
 
Sowohl das Eine wie das Andere ist ausserhalb des von Gott Gewollten. Scheidung ist nicht Gott gewollt.

Menschen verändern sich. Nur weil man sich vor der Hochzeit super verstanden hat, ist das keine Garantie, dass es nach der Hochzeit immer so bleibt. Dies betrifft auch die Sexualität. Auch diese kann sich verändern. Würden wir jedesmal zur Scheidung raten, weil es jetzt - egal auf welchem Gebiet - nicht mehr passt, erfüllen wir nur die "Philosophie" einer Wegwerfgesellschaft. Und ja, das ist schlimm.
Und bist Du noch verheiratet oder nicht auch schon geschieden? Wie erklärst Du das Deinem Gott denn dann?

Und nochmals es steht NIRGENDS etwas gegen Sex vor der Ehe geschrieben. Also ist es Auslegungssache. Nicht mehr und nicht weniger.
 
Es ist so einfach. Alles andere ist schlicht Interpretationssache. Und somit kann es jeder halten , wie er es will.

Ja, da gebe ich Dir Recht. Freiheit zu tun, was man will, ist gegeben. Jedoch würde ich darum bitten zu berücksichtigen:

wenn jeder es hält wie er will, bedeutet das nicht, dass man auch Gottes Einverständnis unterstellen darf. Ich erinnere an das Gebet von Jesus, in dem er sagte: "Nicht mein Wille geschehe, sondern Deiner"
 
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