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Wieso wird Verdrängen von Problemen so negativ gesehen?

  • Starter*in Starter*in Sternenkindlein
  • Datum Start Datum Start
Du kannst zu einem niedergelassenen Psychotherapeuten gehen und der stellt für Dich den Antrag auf eine Langzeitttherapie.

Meine Therapie hat fast drei Jahre gedauert.
 
Wieso steht denn fest, dass Du nie mehr gesund wirst? Du hast doch garkeine Diagnose, oder?

Das mit dem Verdrängen ist so eine Sache: Wenn es nur Kleinigkeiten sind, kann man schon ganz gut damit fertig werden. Dann ist das Verdrängen vielleicht auch weniger ein Verdrängen, als ein Verarbeiten.
Aber bei schweren Dingen funktioniert das Verarbeiten nicht so einfach. IRGENDEINEN weg sucht sich der Körper aber immer um die Sache zu verarbeiten: Und sei es durch eine körperliche Krankheit, oder schwere psychische Störungen.
Man könnte es im Grunde auch mit einer Bombe vergleichen: Wartet man einfach ab und macht weiter wie bisher, kann es sein, dass sie unkontrolliert explodiert und extremen Schaden anrichtet. Bringt man sie aber kontrolliert zur Explosion vermeidet man Schaden. Im besten Fall kann man sie sogar einfach entschärfen.

Mir hat mal ein Arzt erklärt, dass es für den Menschen eine extrem hohe Kraftanstrengung bedeutet, Gedanken und Gefühle zu unterdrücken: Das kostet unglaublich viel Energie und auf Dauer kann ein Körper, der ständig auf Hochtouren fährt nur Schaden nehmen. Diese Energie fehlt ja wo anders: ZB beim gesunden Fühlen und denken und auch bei der Aufrechterhaltung der körperlichen Gesundheit.
Ehrlich gesagt klingt es für mich logisch, dass Du chronisch erschöpft bist: Du unterdrückst ja ne Menge- das kostet Kraft. Da braucht es keine Narkolepsie dazu. Die Psyche schafft das ganz allein, solche Leiden zu erzeugen.

Und somit zu Deiner Frage, warum man nicht verdrängen sollte: Du siehst doch die negativen Folgen des Verdrängens am eigenen Leib: Wenn Du jetzt sagen würdest, dass Du körperlich in Topform bist, einen Beruf ausübst und ein angenehmes Leben hast, würde ich sagen, dass das Verdrängen bei Dir funktioniert: Aber so...
dein Zustand spricht jetzt wirklich nicht gerade für diese Taktik!

Naürlich ist eine Therapie zu Beginn mit Stress verbunden- Therapie und Aufarbeitung bedeutet Arbeit und es tut auch weh. Aber es ist es wert!
Du hast doch nichts zu verlieren oder?
Für Dich wäre es sicher gut, erstmal in eine psychosomatische Kur zu gehen: Das ist gut für den Beginn einer Therapie, weil es die erste und schwere Zeit gut begleitet. Danach- wenn es dann leichter wird, kann man ambulant weitermachen.

Übrigens: Verdrängtes Leid, das in einem gärt und einem schadet, führt leider bei vielen Menschen dazu, dass sie sich im Kreis drehen: So wie es ja auch bei Dir passiert: Um das verdrängte Leid auch schön "unten" zu behalten MUSS ja jede Hilfe verweigert werden, denn sonst könnte das ganze System ja kippen. Also wird lieber am bestehenden Leid festgehalten. So kann sich natürlich niemals etwas ändern.

Dein verdrängtes Leid lässt niemals zu, dass sich etwas in Deinem Leben ändern kann- egal was Dir evtl für Glücksfälle passieren.
Allein deshalb solltest Du das Verdrängen aufgeben.
 
Als feststand, dass ich nie wieder gesund werde und somit auch nie werde arbeiten können, nie Kinder kriegen können, nie ein Haus kaufen können, nie reisen werde können, etc. habe ich für mich den Entschluss gefasst, dass ich so nicht 60-70 Jahre meines Lebens verbringen möchte. Schlussendlich habe ich mich dann für die Option eines Suizides entschieden. Vorher möchte ich aber wenigstens einmal erleben wie es ist schlank zu sein (habe durch die Medikamente arg zugenommen), ich möchte den Jakobsweg pilgern (dafür muss ich noch Geld sparen) und ich möchte, dass meine Hunde in Ruhe hier sterben können. Aber daher rührt eben meine geringe Lebenserwartung.

Woher weißt Du denn , dass Du nie gesund werden wirst , wenn Du gar keine Diagnose hast?

Schon mal überlegt, dass all die unerklärlichen Symptome auch Ausdruck und Folgen Deiner Verdrängungstaktik sein können?

Und bis Du alles verwirklicht hast, was Du Dir noch vorgenommen hast können Jahre ins Land gehen und bis dahin kann sich auch schon einiges geklärt haben, so dass es bis dahin auch ganz anders aussehen kann.
 
Das Verdrängen ist ein überlebenswichtiger Mechanismus. Aber es geht bei dir nach hinten los. Offensichtlich ist das, was du erlebt hast, so schlimm, daß dein Geist lieber in Schlaf verfällt als sich dem zu stellen was in dir schlummert. Psychosomatik kann echt fies sein - und doch so hilfreich.
Was wäre, wenn du 5 Jahre harte Arbeit und sehr sehr viele Tränen investieren würdest, um zu verarbeiten, aber danach Narkolepsiefrei und glücklich leben könntest? Oder ist es so schlimm für dich, daß du lieber sterben möchtest als das zu verarbeiten?

Ich würde dir raten, in eine psychosomatische Klinik zu gehen für 2 Monate. Dort wärst du in einem geschützten Rahmen und dir kann nichts passieren. 2 Monate intensiv sind in deinem Fall denke ich besser als 2 Jahre nur 1mal die Woche. Du könntest jemanden brauchen der dich stabilisiert, der deine Erinnerungen dosiert und dich schützt.

Ich wünsche dir viel Kraft für deinen Weg, welchen auch immer du einschlagen willst 🙂
 
Klar kann ich das. Das macht der Psychotherapeut aber nicht umsonst. Der will dafür Geld haben und daran scheitert es bei mir eben.

Oder wo genau soll man Anträge auf kostenlose Therapien stellen können?
 
Ich finde das schon verwunderlich , dass man der arge einfach sagen kann, man sei arbeitsunfähig, und keiner will da ein Attest sehen.
Wobei ich das richtig so finde. Bei einer Million Neubürgern muss man nicht die Deutschen für alles sanktionieren.
Nur hört man da halt anderes von anderen Argen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du bekommst doch Hartz4 oder? Da ist es nicht ungewöhnlich, das Therapie von der KK genauso übernommen wird wie "sonst" auch.

So lange man gesetzlich krankenversichert ist, sei es über die Jobcenter/ die Arbeitsagentur, sei es durch versicherungspflichtige Arbeit, sei es durch freiwillige Versicherung, zahlt die Krankenkasse eine notwendige Therapie.

Der Therapeut muss bei den Krankenkassen zugelassen sein, das sollte man als erstes erfragen. Der stellt dann die Therapiebedürftigkeit fest und stellt den Antrag zusmamen mit der zu Grunde liegenden Diagnose bei der Krankenkasse.

Je nach Therapieform werden dann eine Anzahl Stunden genehmigt. Wenn die sich dem Ende nähern, kann man eine Verlängerung beantragen und dann noch einmal eine letzte. Wenn das alles rum ist und man weiter therapiebedürftig sit, muss man die Therapieform wechseln oder hat sonst eine Wartezeit von 4 (? - das weiß ich nicht genau) Jahren.

Ich hatte 100 bewilligte Stunden, danach 80 in der ersten Verlängerung und 50 in der zweiten. Dann war Schluss. Aber das war auch gut so. Ich war therapiemüde und musste mit all dem neuen erst einmal im Alltag ankommen.

Heute muss ich sagen, dass Therapie eine der besten Entscheidungen meines Lebens war.
 
Da Dir in der Vergangenheit offensichtlich immer wieder zu einer Therapie geraten wurde/ Du selbst Bedürfnis nach therapeutischer Unterstützung hattest, muss das ja Gründe gehabt haben.

Sprich, Du kamst mit bestimmten Dingen nicht mehr gut klar/ konntest Situationen nicht gut bewältigen und hattest Leidensdruck warst sogar auffällig.

Probleme, die verdrängt werden, vergleiche ich gern mit dem Dreck, den man unter einen Teppich kehrt. Ist es ein bisschen Staub, macht das häufig keine Probleme. Ist es aber mehr, große Brocken zum Beispiel und/ oder viele kleine Teile, machen die irgendwann Huckel im Teppich, über die man immer wieder stolpert. Die Brocken und Teile verteilen sich durchs Drüberlaufen überall unter dem Teppich, vermischen sich mit dem anderen Zeug, das da liegt. Irgendwann liegt da so viel, dass der Teppich nach außen beult und kaputt geht, man nicht mehr drüber laufen kann, der Dreck aus allen Löchern quillt.

Wenn man ihn dann hochhebt und anfängt, Sachen wieder hervorzuholen, macht das natürlich Staub und Dreck und vielleicht stinkt es auch.

Ich hoffe, ich habe Dich mit dem Gleichnis jetzt nicht zu sehr strapaziert. Ich denke, das Bild ist klar. Verdrängtes ist nicht weg. Es hockt in Dir, macht Huckel und stört, kommt zum Vorschein, wenn man es nicht braucht, vermischt sich mit anderen Dingen und produziert neue Probleme, weil man mit bestimmten Dingen nicht gut klar kommt/ Probleme nicht bearbeitet hat/ nicht gelernt hat, mit dem zu leben, was schlimm oder problematisch war.

Fängt man an, diese Dinge zu bearbeiten (unter dem Teppich vorzuholen), muss man sie ansehen, dem Schmerz neu begegnen. Das tut weh, ja. Und häufig geht es einem anfangs kein bisschen gut.

Aber dann kann man aufräumen, Stück für Stück. Die Dinge zum Müll tragen, fort tun, erledigen. Und nur dann sind sie wirklich fort und stören nicht mehr.


Meine Therapeutin hat mir erklärt, das ein Trauma nie wirklich verschwindet. Man kann nur lernen damit umzugehen und zu leben. Das es eben nicht mehr dein Leben bestimmt und nicht mehr soviel Raum einnimmt.



So lange man gesetzlich krankenversichert ist, sei es über die Jobcenter/ die Arbeitsagentur, sei es durch versicherungspflichtige Arbeit, sei es durch freiwillige Versicherung, zahlt die Krankenkasse eine notwendige Therapie.

Der Therapeut muss bei den Krankenkassen zugelassen sein, das sollte man als erstes erfragen. Der stellt dann die Therapiebedürftigkeit fest und stellt den Antrag zusmamen mit der zu Grunde liegenden Diagnose bei der Krankenkasse.

Je nach Therapieform werden dann eine Anzahl Stunden genehmigt. Wenn die sich dem Ende nähern, kann man eine Verlängerung beantragen und dann noch einmal eine letzte. Wenn das alles rum ist und man weiter therapiebedürftig sit, muss man die Therapieform wechseln oder hat sonst eine Wartezeit von 4 (? - das weiß ich nicht genau) Jahren.

Ich hatte 100 bewilligte Stunden, danach 80 in der ersten Verlängerung und 50 in der zweiten. Dann war Schluss. Aber das war auch gut so. Ich war therapiemüde und musste mit all dem neuen erst einmal im Alltag ankommen.

Heute muss ich sagen, dass Therapie eine der besten Entscheidungen meines Lebens war.

Man hat 2 Jahre Wartezeit.

Das waren aber viele Stunden. Du hast da eine Analytische Therapie gemacht oder?
 
Soweit ich das mal irgendwo gelesen habe ist Sternenkindlein privatversichert und hat damals den Spartarif gewählt, in dem Psychotherapien nicht inbegriffen sind.

Aber in diesem Fall schreibt die TE ja , dass sie jetzt doch bei Therapeuten war und aus eigenem Antrieb nicht mehr hingehen will.

Auch wieder so ein Widerspruch.
 

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