weidebirke
Urgestein
Du kannst zu einem niedergelassenen Psychotherapeuten gehen und der stellt für Dich den Antrag auf eine Langzeitttherapie.
Meine Therapie hat fast drei Jahre gedauert.
Meine Therapie hat fast drei Jahre gedauert.
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Hallo weidebirke,
schau mal hier: Wieso wird Verdrängen von Problemen so negativ gesehen?. Hier findest du vielleicht was du suchst.
Als feststand, dass ich nie wieder gesund werde und somit auch nie werde arbeiten können, nie Kinder kriegen können, nie ein Haus kaufen können, nie reisen werde können, etc. habe ich für mich den Entschluss gefasst, dass ich so nicht 60-70 Jahre meines Lebens verbringen möchte. Schlussendlich habe ich mich dann für die Option eines Suizides entschieden. Vorher möchte ich aber wenigstens einmal erleben wie es ist schlank zu sein (habe durch die Medikamente arg zugenommen), ich möchte den Jakobsweg pilgern (dafür muss ich noch Geld sparen) und ich möchte, dass meine Hunde in Ruhe hier sterben können. Aber daher rührt eben meine geringe Lebenserwartung.
Klar kann ich das. Das macht der Psychotherapeut aber nicht umsonst. Der will dafür Geld haben und daran scheitert es bei mir eben.
Oder wo genau soll man Anträge auf kostenlose Therapien stellen können?
Du bekommst doch Hartz4 oder? Da ist es nicht ungewöhnlich, das Therapie von der KK genauso übernommen wird wie "sonst" auch.
Da Dir in der Vergangenheit offensichtlich immer wieder zu einer Therapie geraten wurde/ Du selbst Bedürfnis nach therapeutischer Unterstützung hattest, muss das ja Gründe gehabt haben.
Sprich, Du kamst mit bestimmten Dingen nicht mehr gut klar/ konntest Situationen nicht gut bewältigen und hattest Leidensdruck warst sogar auffällig.
Probleme, die verdrängt werden, vergleiche ich gern mit dem Dreck, den man unter einen Teppich kehrt. Ist es ein bisschen Staub, macht das häufig keine Probleme. Ist es aber mehr, große Brocken zum Beispiel und/ oder viele kleine Teile, machen die irgendwann Huckel im Teppich, über die man immer wieder stolpert. Die Brocken und Teile verteilen sich durchs Drüberlaufen überall unter dem Teppich, vermischen sich mit dem anderen Zeug, das da liegt. Irgendwann liegt da so viel, dass der Teppich nach außen beult und kaputt geht, man nicht mehr drüber laufen kann, der Dreck aus allen Löchern quillt.
Wenn man ihn dann hochhebt und anfängt, Sachen wieder hervorzuholen, macht das natürlich Staub und Dreck und vielleicht stinkt es auch.
Ich hoffe, ich habe Dich mit dem Gleichnis jetzt nicht zu sehr strapaziert. Ich denke, das Bild ist klar. Verdrängtes ist nicht weg. Es hockt in Dir, macht Huckel und stört, kommt zum Vorschein, wenn man es nicht braucht, vermischt sich mit anderen Dingen und produziert neue Probleme, weil man mit bestimmten Dingen nicht gut klar kommt/ Probleme nicht bearbeitet hat/ nicht gelernt hat, mit dem zu leben, was schlimm oder problematisch war.
Fängt man an, diese Dinge zu bearbeiten (unter dem Teppich vorzuholen), muss man sie ansehen, dem Schmerz neu begegnen. Das tut weh, ja. Und häufig geht es einem anfangs kein bisschen gut.
Aber dann kann man aufräumen, Stück für Stück. Die Dinge zum Müll tragen, fort tun, erledigen. Und nur dann sind sie wirklich fort und stören nicht mehr.
So lange man gesetzlich krankenversichert ist, sei es über die Jobcenter/ die Arbeitsagentur, sei es durch versicherungspflichtige Arbeit, sei es durch freiwillige Versicherung, zahlt die Krankenkasse eine notwendige Therapie.
Der Therapeut muss bei den Krankenkassen zugelassen sein, das sollte man als erstes erfragen. Der stellt dann die Therapiebedürftigkeit fest und stellt den Antrag zusmamen mit der zu Grunde liegenden Diagnose bei der Krankenkasse.
Je nach Therapieform werden dann eine Anzahl Stunden genehmigt. Wenn die sich dem Ende nähern, kann man eine Verlängerung beantragen und dann noch einmal eine letzte. Wenn das alles rum ist und man weiter therapiebedürftig sit, muss man die Therapieform wechseln oder hat sonst eine Wartezeit von 4 (? - das weiß ich nicht genau) Jahren.
Ich hatte 100 bewilligte Stunden, danach 80 in der ersten Verlängerung und 50 in der zweiten. Dann war Schluss. Aber das war auch gut so. Ich war therapiemüde und musste mit all dem neuen erst einmal im Alltag ankommen.
Heute muss ich sagen, dass Therapie eine der besten Entscheidungen meines Lebens war.
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