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Das kann doch alles nicht wahr sein.

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Gast

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Ich bin gerade wirklich verzweifelt und hab mich entschieden hier reinzuschreiben.

Ich stehe zwischen 1.Examen und Ref und bekomme wirklich überall Absagen. Habe Jura studiert und möchte die freie Zeit doch etwas arbeiten. Selbst in fachfremden Bereichen hagelt es nur noch an Absagen.

Kann es am Migrationshintergrund liegen?

Selbst ein Anwalt sagte mir mit der Begründung ab, dass er mal eine ausländische Mitarbeiterin hatte, doch ihr Bruder vor der Kanzlei stand und sie mitgenommen hat, weil er nicht wollte, dass sie dort arbeitet. Ich finde das auch sehr skurril und musste erst mal sagen, dass bei mir so etwas ausgeschlossen ist. Aber das hat wohl nichts an der Sache geändert.

Ich trage kein Kopftuch, aber mein Name ist eben sehr auffällig und den kann ich schlecht ändern.

So kann ich jedenfalls nicht weitermachen, da es doch möglich sein sollte irgendeinen Job zu finden. Ich möchte gar nicht daran denken, wie es nach dem 2.Examen sein wird.

Auch der Zeitraum meiner Verfügbarkeit ist viel mehr als ein paar Monate. Es wäre ca. ein Jahr und da würde sich doch noch lohnen jemanden einzustellen.

Ich suche schon seit ein paar Monaten..
 
Kann deinen Frust verstehen. Du solltest dich aber nicht mit Sachen aufhalten die du nicht ändern kannst. Bewerbe dich weiter, irgendwann kommt deine stelle.
 
Du könntest Deinen Namen eindeutschen lassen!

Ich kann Deinen Arbeitgeber gut verstehen, denn man liest ja immer wieder, daß Frauen ohne Kopftuch, nach einiger Zeit dann plötzlich darauf bestehen mit dem Kopftuch zur Arbeit kommen zu wollen und klagen dann oft auch noch.

Außerdem gibt es gerade bei Zugezogenen aus dem Morgenland immer wieder familiäre Probleme, die wir hier in den letzten 100 Jahren nicht mehr kannten.

Bei der Einbürgerung gibt es die Möglichkeit seinen Namen zu ändern, aber auch sonst könntest Du einen Antrag beim Standesamt einreichen. Wenn Du diesen mit solchen Beispielen begründest, besteht die Möglichkeit einer Änderung
 
AW: Du könntest Deinen Namen eindeutschen lassen!

Ich kann Deinen Arbeitgeber gut verstehen, denn man liest ja immer wieder, daß Frauen ohne Kopftuch, nach einiger Zeit dann plötzlich darauf bestehen mit dem Kopftuch zur Arbeit kommen zu wollen und klagen dann oft auch noch.

Außerdem gibt es gerade bei Zugezogenen aus dem Morgenland immer wieder familiäre Probleme, die wir hier in den letzten 100 Jahren nicht mehr kannten.

Bei der Einbürgerung gibt es die Möglichkeit seinen Namen zu ändern, aber auch sonst könntest Du einen Antrag beim Standesamt einreichen. Wenn Du diesen mit solchen Beispielen begründest, besteht die Möglichkeit einer Änderung

Die Antwort nehm ich mal nicht ernst. Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Eine Namensänderung wird mein exotisches Aussehen nun auch nicht ändern, womit ich im Übrigen äußerst zufrieden bin. Ich will meine Identität gerne behalten, was auch mein gutes Recht ist.

Vom Kopftuch bin ich geistig und körperlich so weit weg und stand dem auch nie nahe. Selbst in meiner Familie gibt's keine Kopftuchträger. Gab es auch noch nie.

Lesen kann man viel. Als gebildeter erwarte ich aber nun mehr als das bloße Lesen und dem gelesenen zu glauben. Nämlich über den Tellerrand zu schauen.

Ich hab es mir nicht ausgesucht, in welchem Land ich auf die Welt komme. Nur weil andere so sind, kann man doch nicht jeden in einen Topf werfen. So ist es aber wohl in einem bildungstechnisch und gesellschaftlich fortgeschrittenem Land, was alles wieder relativiert.
 
AW: Du könntest Deinen Namen eindeutschen lassen!

Ich kann Deinen Arbeitgeber gut verstehen, denn man liest ja immer wieder, daß Frauen ohne Kopftuch, nach einiger Zeit dann plötzlich darauf bestehen mit dem Kopftuch zur Arbeit kommen zu wollen und klagen dann oft auch noch.

Außerdem gibt es gerade bei Zugezogenen aus dem Morgenland immer wieder familiäre Probleme, die wir hier in den letzten 100 Jahren nicht mehr kannten.

Bei der Einbürgerung gibt es die Möglichkeit seinen Namen zu ändern, aber auch sonst könntest Du einen Antrag beim Standesamt einreichen. Wenn Du diesen mit solchen Beispielen begründest, besteht die Möglichkeit einer Änderung

So, liest man das immer wieder? Wo denn?

Nein, stimmt, die familiären Probleme haben wir nicht. Wir verprügeln und missbrauchen unsere Frauen und Kinder heimlich. Das ist richtig. Macht nicht so viele Schlagzeilen.

@TE

Selbst, wenn Du ein Kopftuch trügest, eigentlich ist das kein k.o.-Kriterium für Arbeitgeber. zumindest nicht in Großstädten. Auf was für Stellen bewirbst Du Dich denn? Weißt Du schon, in welche Fachrichtung Du später einschlagen willst?
 
...

Selbst ein Anwalt sagte mir mit der Begründung ab, dass er mal eine ausländische Mitarbeiterin hatte, doch ihr Bruder vor der Kanzlei stand und sie mitgenommen hat, weil er nicht wollte, dass sie dort arbeitet. Ich finde das auch sehr skurril und musste erst mal sagen, dass bei mir so etwas ausgeschlossen ist. Aber das hat wohl nichts an der Sache geändert.

...

Das würde ich offensiv angehen. Wir haben das auch schon einige Male gehabt und sobald sich so etwas abzeichnet (zum Beispiel die halbe Familie oder Brüder/Väter/Ehemänner mit zu den Vorstellungsgesprächen auftauchen), mache ich gleich allen Beteiligten klar, dass wir die Bewerberin einstellen und niemanden sonst, zudem frage ich die Frauen sehr direkt, wie selbstbestimmt sie ihren Arbeitsalltag dann gestalten dürfen. Die mit den "Aufpassern" sind eindeutig in der Minderzahl.

Vielleicht kannst Du in Deine Bewerbung einflechten, dass Dir der Beruf sehr wichtig ist und Du ehrgeizige, selbst definierte Ziele hast. Irgendsowas in der Art. Möglicherweise verprellst Du dann wieder die, von denen Trampelzwerg schrieb. Aber wenn Dein Eindruck ist, es liegt eher am Hintergrund, wäre das vielleicht was.
 
Das würde ich offensiv angehen. Wir haben das auch schon einige Male gehabt und sobald sich so etwas abzeichnet (zum Beispiel die halbe Familie oder Brüder/Väter/Ehemänner mit zu den Vorstellungsgesprächen auftauchen), mache ich gleich allen Beteiligten klar, dass wir die Bewerberin einstellen und niemanden sonst, zudem frage ich die Frauen sehr direkt, wie selbstbestimmt sie ihren Arbeitsalltag dann gestalten dürfen. Die mit den "Aufpassern" sind eindeutig in der Minderzahl.

Vielleicht kannst Du in Deine Bewerbung einflechten, dass Dir der Beruf sehr wichtig ist und Du ehrgeizige, selbst definierte Ziele hast. Irgendsowas in der Art. Möglicherweise verprellst Du dann wieder die, von denen Trampelzwerg schrieb. Aber wenn Dein Eindruck ist, es liegt eher am Hintergrund, wäre das vielleicht was.

Mir wurde dieser Eindruck ja ganz klar vermittelt. Er sagte mir das ganz offen. Ich wusste erst gar nicht wie ich darauf reagieren soll. Letztendlich sagte ich, dass ich sowas auch traurig finde, aber bei mir ausgeschlossen ist. Selbst so etwas sagen zu müssen, fand ich schon sehr seltsam.

Ich finde es selbstverständlich, dass der Beruf sehr wichtig ist. Finde es eher merkwürdig, wenn jemand sowas sagt.

Ein "auftauchen" mit Brüder, Väter oder sonstiges ist bei mir ausgeschlossen. Dadurch, dass ich sehr gut integriert bin -wobei Integration in meiner Generation nicht mehr der Fall ist- bin ich eher 'deutsch' als meine ursprüngliche Herkunft. Von der han ich eben nie viel mitbekommen.

Sobald man eine bestimmte Herkunft hat, wird man gleich in eine Schublade gesteckt. Das ist nicht fair. Da hätte ich mir das Studium auch sparen können, bei solchen Chancen.

Ach.. Ich bin einfach nur endlos traurig.
 
Nicht aufgeben, bitte. Wir Deutsche haben auch Problem. Bewerbe Dich weiter. Laß Dich nicht ermutigen.

Viel Erfolg und eine gute Prise Glück

Kolya
 
AW: Du könntest Deinen Namen eindeutschen lassen!

So, liest man das immer wieder? Wo denn?

Nein, stimmt, die familiären Probleme haben wir nicht. Wir verprügeln und missbrauchen unsere Frauen und Kinder heimlich. Das ist richtig. Macht nicht so viele Schlagzeilen.

@TE

Selbst, wenn Du ein Kopftuch trügest, eigentlich ist das kein k.o.-Kriterium für Arbeitgeber. zumindest nicht in Großstädten. Auf was für Stellen bewirbst Du Dich denn? Weißt Du schon, in welche Fachrichtung Du später einschlagen willst?

Das sind eigentlich eher einfache Stellen, da man mit dem 1.Examen nicht besonders viel anfangen kann. Um wirklich juristisch tätig werden zu können, braucht man noch das 2.Examen. Es sind entweder fachfremde Bereiche oder beim Anwalt waren es dann unterstützende einfache Tätigkeiten.

Ich hatte immer eine bestimmte Vorstellung davon, was ich später machen möchte. Aber das Studium und insgesamt alles in Verbindung mit Jura hat mich später als fortgeschrittene Studentin sehr enttäuscht und auch vieles was ich so erlebt habe. Ich mache mir auch heute Sorgen, ob ich menschlich richtig bin in dem Bereich. Mittlerweile erwäge ich sogar ein Fachwechsel oder ein zusätzliches anderes Studium. Gerade wegen diesen Erlebnissen in letzter Zeit.
 
Ich stelle es mir tatsächlich schwierig vor.

Manche Personalentscheider tun sich schwer, Vorurteile und negative Erwartungshaltungen auszublenden, sobald sie einen exotisch klingenden Namen lesen.

Das ist besonders schade, insbesondere für jene, die integriert sind und sich auch aktiv in einem Unternehmen und in der Gesellschaft einbringen möchten. Jene sollten auch die Chance dafür bekommen. Und Du scheinst ja auch wirklich sehr gut gebildet zu sein.

Es sind aber nicht alle Unternehmen gleich. Doch manchmal ist es nicht einfach, das richtige Unternehmen zu finden.

Hilfreich kann es vielleicht auch sein, sich an einen Fachmann zu wenden, der die Bewerbungsunterlagen noch auf das nächst höhere Level aufpimpen kann.

Nicht das Deine Bewerbungsunterlagen nicht gut wären, es kann manchmal auch daran liegen, dass die Bewerbungsunterlagen auch hinsichtlich Aufmachung, Struktur und Schreibstil nicht in vollem Maß zwischen den anderen Bewerbungen hervorstechen.

Personalentscheider entscheiden nicht selten danach, ob ein Bewerber gewisse Schlüsselreize bei ihnen angeregt hat.
 

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