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Gibt es die Hölle und falls ja, wer kommt dort hin?

Auch wenn gute Werke uneigennützig erfolgen, so können sie doch nicht ausreichend sein, Gottes Ehre und Heiligkeit zu genügen.

Was will den Gott von dem Menschen mehr erwarten, als dass er sich nach Kräften darum bemüht, das Gute zu tun? Gott kann gerechterweise nicht mehr von dem Menschen erwarten, als er zu tun in der Lage ist.

Und auch wenn Du z.B. uneigennützig Gutes tust, so hast Du doch eine Erwartungshaltung gegenüber Gott, dass Er dies belohnt. (Dieses Denken ist im Islam üblich).
Ich würde sagen, dass ich durch das Tun des Guten eine begründete Hoffnung darauf habe, dass ich dadurch ein positives Feedback von Gott erhalte. Das ist der Kern von Religion. Daran ist nichts auszusetzen. So ist der Mensch. Wichtig ist nur dabei, dass man das Gute um des Guten willen tut und nicht etwa darum, weil man sich Vorteile von Gott verschaffen will.
Ob Jesus als Sündenbock dienen soll oder nicht, steht nicht in der Entscheidungsmacht von Menschen.

Es steht ihm frei, die Verantwortung für seine eigenen Sünden an Jesus oder sonst wen zu deligieren oder für seine Fehler einzustehen, worunter ich wohl eine irgendwie geartete Wiedergutmachung verstehe. Die paulinische Christologie hat wohl einen ziemlich negativen Einfluss auf das NT genommen.
 
Die wesentlichen Fragen des Lebens entziehen sich der wissenschaftlichen Überprüfbarkeit und dem rationalen Zugriff. Das ist nun einmal so. Da, wo es an das Eingemachte des Lebens geht, kann man sich seine Antworten nur für sich selber geben.
 
Es tut mir leid, aber mir geht diese theologische Scharfrichter-Mentalität, wie sie hier von christlicher Seite im Überdruss gepredigt wird, gehörig gegen den Strich. Wenn Gott Liebe ist und ein Jesus von Nazareth einen liebenden Gott predigte, aus der sich die Konsequenz der Nächstenliebe ableitet, dann führen sich solche Scharfrichter-Predigten von selbst ad absurdum.
Dieses selbstgestrickte Pseudo-Christentum mag sich auf alles beziehen, nicht aber auf diesen Jesus von Nazareth.
Mir zeigt das mal wieder, wie Menschen der Glaube und Religion gerade von denen verleitet wird, die ständig fromme Reden schwingen.
Das ist nahezu unerträglich.

Burbacher
 
Guten Abend,

danke an alle die sich sie Mühe gemacht haben hier zu antworten. Ich kann leider nicht auf alles einzeln antworten, dafür ist es einfach zu viel, habe aber alles gelesen.

Es kam zwischenzeitlich ja kurz die Frage auf, woher meine Idee kommt, ich könnte in die Hölle kommen. Einerseits aus dem alten Testament, weil dort die Höllenstrafenr echt konkret angedeutet werden (bzw. die Dinge die einen dorthin bringen) und andererseits auch aus der Bergpredigt.

Ich stamme nicht aus einem katholischen Haushalt. Bei uns waren religiöse Geschichten, bestenfalls, einfach nur Geschichten mit moralischem Charakter. Vieles wurde auch offen verachtet wie die Doppelzüngigkeit der Kirche zu fordern, dass man abgeben soll was man zuviel hat und andererseits gewaltige Schätze zu horten oder Menschlichkeit zu predigen und andererseits strukturelle Probleme wie Vergewaltigungen von Minderjährigen unter den Teppich zu kehren.

Mir wurde auch nicht beigebracht, dass der einzelne Mensch das Maß aller Dinge ist, sondern das Verhältnis aller Menschen zueinander und das man sich anderen gegenüber so verhalten soll, wie man selbst behandelt werden will. Einen Starken Charakter zu haben und zu seinen Überzeugungen zu stehen, auch wenn alle gegen einen sind, wenn man das richige tun will. Also einfach nach bestem Wissen und Gewissen zu leben.

Meine Höllenvorstellung hingegen ist ziemlich konkret. Nicht etwas abstraktes wie die Abwesenheit Gottes, sondern ein Ort ewiger Folter, Dunkelheit und Schmerz gegen den eine Mischung aus Auschwitz und Guantanamo ein Luxusferienparadies ist. Ein Ort mit Flüssen aus kochendem Blut durch die man watet während man Peitschenschläge ins Gesicht kriegt und wo der Körper auf jegliche nur erdenkbare Weise zerstückelt wird und sich danach direkt wieder zusammensetzt ohne aber das der Schmerz nachlässt. Das dann bis in alle Ewigkeit weil man einmal in seinem Leben einen einzigen Fehler gemacht hat (bspw. Sex zum Vergnügen als AUsformung der Todsünde Wollust). Sie ist ein wenig die in der Göttlichen Komödie von Dante, aber ich weiß nicht ob ich zuerst die Vorstellung hatte und dann das Buch gelesen habe oder umgekehrt.

Ich glaube nicht, dass ein Theologe mir helfen könnte. Wieso sollte die Kirche ihre seit Jahrhunderten gepredigte Auffassung von der Hölle aufgeben und relativieren? Das gleicht doch eigentlich einem Abfall vom Glauben nur damit einem nicht die Gläubiger weglaufen weil ewige Folter nicht mehr en vogue ist.

Manchmal wünsche ich mir auf dem Weg zur Arbeit einen tödlichen Unfall zu haben um endlich Gewissheit zu erlangen. Dieser Gedanke verschwindet aber immer genau so schnell wie er kommt. Ich will eigentlich nicht vorzeitig erfahren wo ich lande, weswegen ich sehr auf den Transhumanismus setze um mein Leben so lange wie möglich zu erhalten. Davon abgesehen habe ich hier zu viel Verantwortung anderen gegenüber und kann deswegen nicht gehen. Die ideale Situation für mich wäre, wenn einmal absolut zweifelsfrei belegt wird, dass nach dem Tod nichts kommt. Dass einfach Schluss ist. Das ist für mich die Vorstellung des Paradieses. Einfach nichts.

Danke an alle die bis hierhin gelesen haben.
 
Guten Abend,

hier ist noch einmal der TE.

Ich wollte nach nachtragen, dass ich nicht glaube, dass es böse Menschen gibt oder wenn, dann nur sehr, sehr, sehr wenige. Selbst jemanden wie Hitler würde ich nicht direkt als böse bezeichnen. Der Holocaust war eine Maßnahme die auf der fixen Idee beruhte die Juden wären eine konkrete Gefahr für sein Volk. Das ist dumm, aber nicht grundätzlich böse. Eun böser Mensch müsste böses um des Bösen willen tun in dem vollen Bewusstsein, dass es böse ist. Wer andere Gründe hat, egal wie vrworren sie sein mögen, ist deswegen nicht böse. Das macht entsprechende Taten natürlich nicht weniger schlimm, aber es entmystifiziert den Täter. Menschen wie Hitler sind für mich keine quasidämonischen Schreckgestalten sondern normale Menschen.

Ich glaube auch nicht, dass Dämonen oder der Teufel böse sind. Um böse oder gut zu sein gehört für mein Verständnis die Möglichkeit der Wahl dazu. Wenn ich mich nicht entscheiden kann Gut zu sein, kann ich auch nicht böse sein. Ein Vulkan ist ja auch nicht böse wenn er ausbricht. Er ist eben ein Vulkan und das ist seine Natur.

Bewusstsein und Wille bei der Tat sind das entscheidene denke ich. Wer böses tut ohne sich dessen bewusst zu sein tut zwar etwas böses, ist es aber nicht. Deswegen versuche ich auch niemanden moralisch zu verurteilen, egal was er tut. Einerseits steht mir das nicht zu, weil ich selber nicht perfekt bin (im Gegenteil) und andererseits kann ich den Menschen nur vor den Kopf gucken.

Ich fürchte aber, dass solche Überlegungen für Gott keine Relevanz haben. Für mich sieht das göttliche Prinzip der Gerechtigkeit einfach nach mache A und bekomme B aus und wer bei A richtig verkackt (Todsünde) kann das mit C nicht mehr ausgleichen. Es ist wie mit dem Strafrecht: Wenn ich jemanden töte ist es egal ob ich jeden Tag alten Menschen helfe und ansonsten ein guter Mensch bin. Das gleicht sich nicht aus.

Deswegen weiß ich nicht ob es überhaupt etwas bringt sich Mühe zu geben. Andererseits kann ich mir nicht anmaßen zu wissen wie ein göttliches Prinzip funktioniert, weil ich nur ein unbedeutender Mensch bin.
 
Auch wenn gute Werke uneigennützig erfolgen, so können sie doch nicht ausreichend sein, Gottes Ehre und Heiligkeit zu genügen.

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Aber Deine Erkenntnis ist keine Antwort auf den Umstand, dass gute Werke des Menschen nicht ausreichend sind, Gottes Ehre und Heiligkeit zu genügen
.
Also wenn ich also als einfach so Gutes tue, ist das nicht ausreichend.?

Aber wenn ich andererseits als Christ, weil ich ja in Jesu Nähe leben will die Ehe breche oder ernsthaft versuche zu brechen, also eines der 10 Gebote, dann ist das ok bzw. macht das nichts aus weil ich ja versuche alles Jesus Recht zu machen und dann halt fehlerhaft bin?

Diese Logik habe ich jetzt nicht so richtig verstanden.
 
Lieber Jusehr,
auch wenn gute Werke uneigennützig erfolgen, so können sie doch nicht ausreichend sein, Gottes Ehre und Heiligkeit zu genügen.

Was will den Gott von dem Menschen mehr erwarten, als dass er sich nach Kräften darum bemüht, das Gute zu tun? Gott kann gerechterweise nicht mehr von dem Menschen erwarten, als er zu tun in der Lage ist.

Da hast Du völlig Recht. Aber Deine Erkenntnis ist keine Antwort auf den Umstand, dass gute Werke des Menschen nicht ausreichend sind, Gottes Ehre und Heiligkeit zu genügen. Oder siehst Du das anders?

LG; Nordrheiner
 
Lieber Jusehr,

Und auch wenn Du z.B. uneigennützig Gutes tust, sohast Du doch eine Erwartungshaltung gegenüber Gott, dass Er dies belohnt.(Dieses Denken ist im Islam üblich).

Ich würde sagen,dass ich durch das Tun des Guten eine begründete Hoffnung darauf habe, dass ichdadurch ein positives Feedback von Gott erhalte. Das ist der Kern von Religion.Daran ist nichts auszusetzen. So ist der Mensch. Wichtig ist nur dabei, dassman das Gute um des Guten willen tut und nicht etwa darum, weil man sichVorteile von Gott verschaffen will.

Was stellst Du Dir als positives Feedback vor?
 
Lieber Jusehr,
ob Jesus als Sündenbock dienen soll oder nicht, steht nicht in der Entscheidungsmacht von Menschen.

Es steht ihm frei,die Verantwortung für seine eigenen Sünden an Jesus oder sonst wen zudeligieren oder für seine Fehler einzustehen, worunter ich wohl eine irgendwiegeartete Wiedergutmachung verstehe. Die paulinische Christologie hat wohl einenziemlich negativen Einfluss auf das NT genommen.
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Menschen delegieren ihre Verantwortung nicht an Jesus. Wie auch sollte das gehen?
Dafür braucht es jemanden derdelegiert und jemanden, der die Delegation akzeptiert und dann muß es auch noch funktionieren. Ich wüsste jetzt nicht, dass Jesus den Menschen unterstellt ist, so dass er sich von Menschen Aufgaben zudelegieren lässt.

LG, Nordrheiner


PS. Wenn Dir das mit dem Opfertod Jesu nicht gefällt, dann mußt Du viele Stellen im AT und NT umschreiben und nicht nur die paulinischen Briefe.
 

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