Guten Abend,
danke an alle die sich sie Mühe gemacht haben hier zu antworten. Ich kann leider nicht auf alles einzeln antworten, dafür ist es einfach zu viel, habe aber alles gelesen.
Es kam zwischenzeitlich ja kurz die Frage auf, woher meine Idee kommt, ich könnte in die Hölle kommen. Einerseits aus dem alten Testament, weil dort die Höllenstrafenr echt konkret angedeutet werden (bzw. die Dinge die einen dorthin bringen) und andererseits auch aus der Bergpredigt.
Ich stamme nicht aus einem katholischen Haushalt. Bei uns waren religiöse Geschichten, bestenfalls, einfach nur Geschichten mit moralischem Charakter. Vieles wurde auch offen verachtet wie die Doppelzüngigkeit der Kirche zu fordern, dass man abgeben soll was man zuviel hat und andererseits gewaltige Schätze zu horten oder Menschlichkeit zu predigen und andererseits strukturelle Probleme wie Vergewaltigungen von Minderjährigen unter den Teppich zu kehren.
Mir wurde auch nicht beigebracht, dass der einzelne Mensch das Maß aller Dinge ist, sondern das Verhältnis aller Menschen zueinander und das man sich anderen gegenüber so verhalten soll, wie man selbst behandelt werden will. Einen Starken Charakter zu haben und zu seinen Überzeugungen zu stehen, auch wenn alle gegen einen sind, wenn man das richige tun will. Also einfach nach bestem Wissen und Gewissen zu leben.
Meine Höllenvorstellung hingegen ist ziemlich konkret. Nicht etwas abstraktes wie die Abwesenheit Gottes, sondern ein Ort ewiger Folter, Dunkelheit und Schmerz gegen den eine Mischung aus Auschwitz und Guantanamo ein Luxusferienparadies ist. Ein Ort mit Flüssen aus kochendem Blut durch die man watet während man Peitschenschläge ins Gesicht kriegt und wo der Körper auf jegliche nur erdenkbare Weise zerstückelt wird und sich danach direkt wieder zusammensetzt ohne aber das der Schmerz nachlässt. Das dann bis in alle Ewigkeit weil man einmal in seinem Leben einen einzigen Fehler gemacht hat (bspw. Sex zum Vergnügen als AUsformung der Todsünde Wollust). Sie ist ein wenig die in der Göttlichen Komödie von Dante, aber ich weiß nicht ob ich zuerst die Vorstellung hatte und dann das Buch gelesen habe oder umgekehrt.
Ich glaube nicht, dass ein Theologe mir helfen könnte. Wieso sollte die Kirche ihre seit Jahrhunderten gepredigte Auffassung von der Hölle aufgeben und relativieren? Das gleicht doch eigentlich einem Abfall vom Glauben nur damit einem nicht die Gläubiger weglaufen weil ewige Folter nicht mehr en vogue ist.
Manchmal wünsche ich mir auf dem Weg zur Arbeit einen tödlichen Unfall zu haben um endlich Gewissheit zu erlangen. Dieser Gedanke verschwindet aber immer genau so schnell wie er kommt. Ich will eigentlich nicht vorzeitig erfahren wo ich lande, weswegen ich sehr auf den Transhumanismus setze um mein Leben so lange wie möglich zu erhalten. Davon abgesehen habe ich hier zu viel Verantwortung anderen gegenüber und kann deswegen nicht gehen. Die ideale Situation für mich wäre, wenn einmal absolut zweifelsfrei belegt wird, dass nach dem Tod nichts kommt. Dass einfach Schluss ist. Das ist für mich die Vorstellung des Paradieses. Einfach nichts.
Danke an alle die bis hierhin gelesen haben.