Nein, es gibt keine Hölle. So wie es auch keinen Himmel gibt.
Die Vorstellung von "Gott" bzw. der Glaube an solches, ist meiner Meinung nach veraltet und lehnt sich noch zu stark an Christianisierungen des europäischen Mittelalters an. Zu dieser Zeit wurde z.B. die Akademie von Alexandria beinahe vergessen, die viele Aufklärungen über die Erde, Astronomie, Physik, etc. gab, aber durch die Kirche und Religion unterdrückt wurden. Die Erde wurde wieder zur Scheibe - und die Aufklärung konnte sich nur durch moderne Technologien wieder erholen. Und wir sind immernoch im Aufschwung. Vorallem was den Fundamentalismus angeht. Der sitzt noch sehr tief, weil er von Kindesbeinen an gelehrt wird und die "Schwäche" des Menschen in seiner Naivität und Glaubwürdigkeit ausnutzt.
Denn Menschen sind schwach was ihre Erkenntnis angeht. Wir können nicht nachvollziehen, dass wir endlich, sinnlos und "kaputt" sind. Und finden in dieser schmerzlichen Erkenntnis Zuflucht im Glauben an "Gott" als auch "Himmel und Hölle", wobei die Religion oder der Glaube nicht zwangsfläufig die einzige "Zuflucht" darstellt.
Somit ist die Vorstellung von diesen Dingen illusionär, wobei es nicht heißen muss dass sie bewiesen falsch sind. Dagegen sprechen zum Beispiel auch "göttliche Erfahrungen", einige konnte man zwar schon wissenschaftlich nachstellen und so belegen, dass chemische Reaktionen zu halluzinogenen Wahnvorstellungen führten, aber es gibt halt immernoch den Teilaspekt "Warum", in der die Wissenschaft wenig Antworten findet. Und da das "warum" eine so komplexe Suche ist ist die Suche im Glauben eine festigendere, als die einfache Akzeptanz des Umstandes.
Der Mensch war schon immer geprägt von Neugier und Aufbruch, nicht anders konnten wir uns in der ganzen Welt besiedeln. Aber jede Erkenntnis wirft nun einmal die Frage des "Warum" auf, und es gibt wenig Antworten. Und da wir nicht über unsere Vergänglichkeit hinausblicken können, sondern nur das irdische, lebendige erkennen, analysieren, verstehen, müssen wir Alternativen suchen. Nicht um eine wissenschaftliche Erkenntnis zu finden, sondern unseren eigenen Frieden, in unserer Existenz.
Die Vorstellung von Himmel und Hölle ist somit nur eine Zweckvorstellung, der wir uns hingeben können. Und es scheint auch genetisch in uns veranlagt zu sein diese Vorstellungen zu brauchen. Nicht umsonst werden Menschen, die ihre eigene Endlichkeit als unumgängliche "Verkümmerung der Existenz" ansehen, auch depressiv.
Würden wir den umstand einfach akzeptieren, dass wir einfach sinnlose Wesen sind, die nichts weiter tun als schlafen, essen, arbeiten und dann zu sterben, ohne auch nur einen Funken "unendliches" zu hinterlassen, das macht jedem eine Menge Angst. Denn wir brauchen unsere Existenz zum Überleben. Wir sind anpasusngsfähige Menschen, und können uns an viele klimatische Bedinungen evolutionär anpassen ohne das Aussterben zu riskieren.
Dabei hat uns eine Spezies geholfen, die uns verwandt war, die Neandertaler. Die Neandertaler waren eine Zweigentwicklung einer anderen Affenart, die uns nicht gleich, aber ähnlich war. Nicht ganz können wir nachvollziehen wieso, aber sie fingen an ihre Toten zu begraben, auch Werkzeuge herzustellen. Durch die Wanderungen des "Urmenschen" stieß er auf den Neandertaler und eignete sich viele seiner Entdeckungen an und entwickelte sie weiter, und ging eine Koexistente Gemeinschaft ein. Der Neandertaler starb aber aus, und der Homo Sapiens überlebte. Wieso das so ist weiß man nicht. Geblieben sind aber die Erkenntnisse. Und die Totenbestattungen. Durch Malereien konnte man nachvollziehen, dass sie aber auch einen gewissen "Glauben" hatten, denn sie skizzierten etwas das "über ihnen stand" und begrabten ihre Toten mit Blumen und Samen. Hypothetisch könnte man annehmen, dass die Neandertaler darin den "Kreislauf des Lebens" verstanden haben könnten, das etwas stirbt und dem "Biomassenkreislauf" der Erde zurückgeführt wird und somit nicht verschwindet, sondern nur andere Formen annimmt.
Wie auch Darwin annahm, ist somit die "Religion" Teil unseres "Erbes" (Erbgutes), und sich daraus auch Vorstellungen von Himmel und Hölle entwickelt haben. Sie sind Teil unserer Menschheitsgeschichte und läuft über Buddhismus, Taoismus, Judentum, Islam, Christentum, etc.
Doch allen ist eine gemein, die Moralethik. Vorallem in religiösen Schriften werden diese innerhalb "Sagen und Legenden" wie es z.B. auch die Germanen oder Griechen taten, überliefert. Was das "gute" und "gerechte" Leben ausmacht. Vorallem die Bibel ist dafür ein gutes Beispiel, die dem jüdischen Volk eine Staatspolitik vermitteln sollte. Lange hatten sie keinen Staat und waren "Wanderer" auf der Suche nach ihrem Land, einem gepriesenen und geheiligten Land. Ein König gab ihnen dieses Land und man stand vor der politischen Aufgabe wie man einem "Wanderervolk" die Politik nahe bringt. Denn es waren ja keine gebildeten Menschen, denn Schulen bzw. Lehrinstitutionen hatten sie nicht. Doch sie kannten Geschichten und erzählten sie sich auch gerne. Und so wurden die Geschichten von Adam und Eva, Kain und Abel, Moses, jadi jadi ja, erzählt. Wie brachte man sie aber dazu, dass sie diese auch befolgten? In denen man ihnen im "Nachleben" ein Gericht vorwies. Wie auch die Gerichte des Staates, der Politik, gibt es auch das Gericht der Moral, die das Leben beurteilt, ob es gut, gerecht, fair und gutmütig war. War es das nicht werden einem Strafen für die Ewigkeit auferlegt, war es das dann werde man dafür in Ewigkeit gelobt. Solange man sich an die Moralethik des "heiligen Buches" hielt.
Nun, heutzutage sind wir zwar in der Moderne angekommen, was aber nicht bedeutet, dass diese Vorstellungen nicht immernoch gegenwärtig sind. Denn wir fragen uns natürlich immernoch "Was ist, wenn ich kein guter Mensch bin? Was passiert dann?" Nun, die Frage wird vermutlich nie eine Antwort finden. Deswegen ist es wohl unumgänglich sich an dem zu halten was bekannt ist. Dass es etwas nach dem Tod gibt.
Persönlich find ich das aber alles murks. Himmel oder Hölle? Gibt es meinerseits beides nicht, gab es nie und wird es nie geben. Aber wir können wohl irgendwie auch nicht anders als uns daran festzuhalten. Aber trotzdem sollte man nicht zu viel M*st anstellen, denn man lebt nicht alleine auf der Welt. Aber Menschen sind nicht fehlerfrei und man stellt auch mal was an. Ich sehe es eher so dass der Begriff von "Gott" eher die "Moral des Verstandes" ist, ein Bauchgefühl. "Sollte ich das tun?" "Damn, better not" "...Alles klar." - Denn am Ende ist man sich immer selbst der größte Kritiker. Wir haben zwar heutzutage die Möglichkeit unsere Fehler frei in die Welt hinauszuposaunen "Hey, hab ich hier grade ganz schön Mist gebaut? Ich kann das nicht alleine beurteilen!" - aber mehr als Rat findet man bei niemandem. Denn die Konsequenzen trägt man alleine. Und auch das Gewissen. Jemand rät einem "Jop, war Mist.", legt sich hin und zerbricht sich über seinen eigenen Murks den Kopf. Und so kann man nur aus sich selbst heraus lernen wie man in Zukunft mit solchen Situationen umgehen könnte. Naja, und was damit einhergeht ist, dass jeder seine Fehler als viel zu wichtig ansieht. "Ich mach so viele Fehler, ich bin so schlecht." - was ist daran so wichtig? Viele sehen sich als den schrecklichsten Menschen an, das einzige was das bewirkt ist Selbstmitleid, dass man sich quasi selbst in seine eigenen vier Hirnwände einsperrt und sagt "So bin ich nunmal, so schlecht, aber ich kann es nicht ändern. Oh nein." Kann man das nicht, dann sollte man einfach akzeptieren dass man nicht dem allgemeinen Tonus von Moral entspricht und lässt sich, wenn man der Meinung ist man stellt eine Gefahr für andere dar, entweder einsperren oder bindet sich an einen Stuhl und wartet ab was passiert. Oder andere übernehmen das für einen. Der Umkehrschluss ist ja auch, dass man das Gefühl habe man sei so wichtig, weil man Gutes sagt, tut, denkt. Niemand ist wichtig. Aber auch nicht unwichtig. Jeder ist halt wie er ist. Und manche machen Schlechtes, manche machen Gutes. Was nicht heißen mag dass man mit beidem aufhören sollte... aber solange man niemanden abgestochen hat, vergewaltigt oder in den psychischen Abgrund gestürzt hat, Genozid oder Korruption mit Steuergeldern anstellt ist man doch insgesamt noch gut dabei.
Und die alltäglichen und "normalen" Verwirrungen des Verstandes, well damn, was können wir denn dafür, das unser Gehirn einfach 'ne Macke hat oder kriegen kann?