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Gibt es die Hölle und falls ja, wer kommt dort hin?

G

Gast

Gast
Hallo an alle,

die erste Frage kann ich nicht beantworten, aber falls es sie gibt, bin ich mir sicher das ich dort einen Platz kriegen werde.

Ich habe früher ein paar mal etwas geklaut, gucke Pornos (mittlerweile nur noch "normale", aber es gibt keinen Bereich den ich nicht schon gesehen hätte), habe Sex mit meiner Freundin, fluche oft, verachte viele Menschen und habe oft Gewaltphantasien. Ein paar Mal habe ich im Streit schon jemanden geschlagen, aber nie so, dass eine Verletzung daraus hervorging und habe ansonsten auch niemandem willentlich oder wissentlich körperlich geschadet. Die Probleme der dritten Welt sind mit weitestgehend egal, weil ich weiß, dass mein westlicher Lebensstandard nur mit deren Leid vereinbar ist.

Ich schäme mich für alles davon sehr und bis auf den Sex und das Fluchen halte ich mir das alles jeden Tag aufs neue vor (nicht jede einzelne Sache, aber immer wiederkehrend, sodass unterm Strich an alles gedacht ist), damit ich nach Möglichkeit nichts davon vergesse. Ich will von den oben genannten Sachen nichts tun, aber ich bin schwach und scheitere an mir selbst.

Gleichzeitig bin ich für meine Freunde immer da, helfe den älteren Menschen in meiner Nachbarschaft mit den Einkäufen wenn sie mich brauchen, habe Mitleid mit allen Menschen die schlechtes tun und schlechtes erfahren (auch wenn ich die, die schlechtes tun gleichzeitig verachte). Ich versuche einigermaßen auf die Umwelt zu achten, habe hohe Ansprüche an mich selbst was meine Arbeit angeht, verurteile aber niemanden der diese nicht hat (oder schäme mich, wenn das doch einmal vorkommt). Ich helfe Fremden auf der Straße, gebe Obdachlosen gelegentlich was (ich kann es mir einfach nicht leisten jedem etwas zu geben und will es manchmal aber auch nicht). Der Gedanke jemanden zu betrügen verursacht mir fast Übelkeit, weswegen ich beispielsweise beim Einkaufen immer darauf achte, dass die Kassiererin nichts vergisst.

Ich glaube nicht direkt an Gott, aber fürchte seinen Zorn. Gleichzeitig käme es mir wie Betrug vor in die Kirche zu gehen, da ich das nicht um Gotts Willen, sondern nur aus egoistischen Gründen machen würde. Aus demselben Grund bete ich auch nicht. Es steht mir einfach nicht zu etwas von Gott zu fordern (oder ihn auch nur um etwas zu bitten) und will den Glauben von guten Menschen nicht beschmutzen.

Ich wünsche niemandem die Hölle und alleine der Gedanke an deren Existenz und die Möglichkeit, dass dort jemand ist und ewige Qualen leidet ist für mich unerträglich. Ich frage mich dann auch, wie ein gütiger Gott es zulassen könnte, dass dort jemand ist. Oft frage ich mich auch, wie ich an Gottes Stelle schlechte Menschen bestrafen würde (und wie lange) und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich ihnen das Leid das sie anderen Menschen zugefügt haben an ihrer Seele demonstriere bis sie ihre Taten aufrichtig bereuen. Quasi starke Empathie als "Strafe". Ich finde wer aufrichtig bereut und sich für seine Taten schämt, sollte nicht ewige Qualen erleiden müssen. Ich kann doch aber nich gütiger sein als Gott, also wie kann Gott dann ewige Qualen in den Flammend er Hölle zulassen? Auch wenn jemand nicht gerettet werden will, würde ich an Gottes Stelle ihn trotzdem retten. Einen Selbstmörder versuche ich als Mensch ja auch zu retten.

Kurzum: Ich denke nicht, dass ich ein guter Mensch bin, eher im Gegenteil.

Wie seht ihr die Frage zur Hölle und (falls ihr wollt zu mir) was glaubt ihr was man tun muss um dort hin zu kommen?
 
Um uns eine Hölle zu bereiten, brauchen wir Menschen keinen Gott. Das schaffen wir ganz alleine. Nach meiner derzeitigen Erkenntnis gibt es weder eine Hölle, noch einen Himmel, nur diesen blauen Planeten und die ganze Welt um Dich herum. Deswegen: lebe Dein Leben, so gut Du es eben kannst, glaube nicht jeden Mist und liebe, was das Zeug hält.
 
Hallo Gast,

den Gedanken, dass schlechte Taten unangenehme Konsequenzen haben, halte ich für durchaus plausibel. Viel sinnloser wäre es, wenn man mit schlechten Taten durchkäme.

An der klassischen Vorstellung der sogenannten Hölle stört mich aber vor allem ihr ewiger Charakter. Dass jemand ewig in der Hölle "schmoren" soll, ist doch logischer Unfug. Dies wäre nicht gerecht. Viel logischer wäre ein ewiges (relatives) Hin- und Herpendeln zwischen den Polen des Bösen und des Guten und ein entsprechendes Feedback von seiten Gottes.

Selbst wenn man jemanden als 100%ig böse einstufen könnte, sollte auch er logischerweise eine Umkehrmöglichkeit haben. Wenn dem nicht so wäre, gäbe es keinen Gott, denn ein Gott muss zwangsläufig ein gerechter Gott sein. Ich glaube, Du siehst das ähnlich.

Wer hat die negativen Konsequenzen für sein negatives Verhalten zu tragen? Fairerweise nur Menschen, die mit Absicht das Böse getan haben. Die negative Handlung muss ihm zurechenbar sein. Es geht also strenggenommen um die negative Gesinnung oder Absicht, nicht um die konkrete Tat.

Bei Deiner Aufzählung kommen so Sachen vor, die mir spontan nicht als negativ auffallen. Was ist denn am Sex haben so schlimm? Eigentlich nichts. Anders wäre es, wenn man sich bewußt von seinen Trieben abhängig macht. Leute schlagen würde ich - von wenigen Ausnahmen abgesehen - schon eher als negativ betrachten.

Ich kann jetzt nicht so viel schreiben. Vielleicht später mehr. Im Ganzen habe ich das Gefühl, dass Du Dich zu sehr an ein veraltetes klassisches kirchliches Weltbild hängst, das in vielen Bereichen nicht mehr tragbar ist und einer vernünftigen Betrachtung der Dinge nicht mehr standhält.
 
Es gibt keine Hölle und keinen Gott.
Mach Dir darüber keine Sorgen.

Wenn es Gott, Hölle usw. gäbe, wäre Gott der erste der darin sitzen würde. Ein Schurke würde also über einen anderen Schurken richten, das macht doch keinen Sinn.

Lebe einfach Dein Leben so wie Du es für richtig hälst.
 
Selbst wenn man jemanden als 100%ig böse einstufen könnte, sollte auch er logischerweise eine Umkehrmöglichkeit haben.

Aber die Umkehrmöglichkeit gibt es eben nur zu Lebzeiten - so würde ich das sehen, wenn ich denn daran glauben würde. Vor den Toren zur Hölle würde schließlich jeder bereuen und Besserung versprechen, auch die, denen das zu Lebzeiten niemals in den Sinn kam - worüber Gott sich wohl im Klaren sein dürfte.

Wie seht ihr die Frage zur Hölle und (falls ihr wollt zu mir)

Wer sind wir denn, dass wir darüber urteilen könnten. Das wäre vermessen, nur Gott allein könnte das. 😉

Außerdem ist dein Leben noch nicht zu Ende, es kann sich zu deinen Lebzeiten also noch vieles tun.

was glaubt ihr was man tun muss um dort hin zu kommen?

Vielleicht... zu leben ohne jegliches Gewissen, ohne Rücksicht auf Verluste (bewusst / gezielt), ohne jegliche Reue - und am Ende auch so zu sterben. Keine Ahnung.

(Ich selbst bin religionslos, habe nur versucht mich in deine Fragen einzufühlen und auf sie einzugehen.)
 
Aber die Umkehrmöglichkeit gibt es eben nur zu Lebzeiten - so würde ich das sehen, wenn ich denn daran glauben würde. Vor den Toren zur Hölle würde schließlich jeder bereuen und Besserung versprechen, auch die, denen das zu Lebzeiten niemals in den Sinn kam - worüber Gott sich wohl im Klaren sein dürfte.)

In der Tat kann man eine Umkehr auf dem Sterbebett nicht ganz ernst nehmen. Aber warum sollte man es nicht in einem neuen Leben besser machen?!
 
Die Frage klingt so theoretisch, dennoch halte ich die Hölle für sehr real und oft mitten im Leben angesiedelt.
Man muss nicht in die schrecklichen Abgründe der Geschichte blicken, oft reicht ein Blick in die eigene Umgebung, um zu sehen, was Hölle ist.
Eltern, die ein Kind verlieren, Kinder, denen in jungen Jahren die eigenen Eltern genommen werden, sie erleben Hölle.
Da braucht es keine Metaphysik, um so etwas zu erleben, was wir mit Hölle identifizieren.

Burbacher
 
Ja, nur leider landen in dieser Hölle nicht böse Menschen wegen ihrer bösen Taten, sondern entweder Unschuldige wegen böser Taten anderer oder eben durch unglückliche Umstände.

Lieber TE,

in dem Fall machst Du Dir die Hölle tatsächlich selbst, indem Du Dich in Selbstvorwürfen zerfleischst. Ich glaube, das Höllenkonzept zielt nicht auf unsere Unzulänglichkeit ab. Das wäre ein sehr altväterlicher Glaube.

Kein Mensch ist nur gut und wir alle machen Dinge, die wir nur schlecht mit unserem Gewissen vereinbaren können, wenn wir ehrlich sind.

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass es eine gewisse Balance gibt. Wenn Du Gutes tust, dann ist es nicht ganz so schlimm, wenn Du an anderer Stelle nicht so Gutes tust (immer vorausgesetzt, wir sprechen hier nicht über Verbrechen). Und wenn Dir die etwas schlimmeren Dinge leid tun und Du sie versuchst zu vermeiden und niemandem schadest, dann ist es auch gut. Denn das ist der Weg, den wir als Menschen haben. Fehler machen und daraus lernen.

Keinem allerdings ist es geholfen, wenn Du so schlecht über Dich selbst denkst. Sollte Dich das sehr belasten, solltest Du jemanden zu Deiner Unterstützung suchen. Vielleicht besser keinen Seelsorger, sondern eher einen Coach, Berater oder Therapeuten?
 
Hallo an alle,

die erste Frage kann ich nicht beantworten, aber falls es sie gibt, bin ich mir sicher das ich dort einen Platz kriegen werde.

Gibt es die Hölle?

Lieber Gast-Schreiber,

zuerst müsste man mal klären, was das ist "die Hölle".

Viele meinen, es sei eine schreckliche Situation, die Menschen erleben, wie z.B. eine körperliche Folterung im Gefängnis oder eine große Angst, die durch eine seelische Notsituation oder eine Bedrängung ausgelöst wird.

Nein, ich denke: Die Hölle ist ein Ausdruck für Gottesferne.

In der Ferne von Gott leben hat negative Folgen.


Ich habe früher ein paar mal etwas geklaut, gucke Pornos (mittlerweile nur noch "normale", aber es gibt keinen Bereich den ich nicht schon gesehen hätte), habe Sex mit meiner Freundin, fluche oft, verachte viele Menschen und habe oft Gewaltphantasien. Ein paar Mal habe ich im Streit schon jemanden geschlagen, aber nie so, dass eine Verletzung daraus hervorging und habe ansonsten auch niemandem willentlich oder wissentlich körperlich geschadet. Die Probleme der dritten Welt sind mit weitestgehend egal, weil ich weiß, dass mein westlicher Lebensstandard nur mit deren Leid vereinbar ist.

Ich schäme mich für alles davon sehr und bis auf den Sex und das Fluchen halte ich mir das alles jeden Tag aufs neue vor (nicht jede einzelne Sache, aber immer wiederkehrend, sodass unterm Strich an alles gedacht ist), damit ich nach Möglichkeit nichts davon vergesse. Ich will von den oben genannten Sachen nichts tun, aber ich bin schwach und scheitere an mir selbst.

Das Scheitern ist ganz normal. Je weiter wir von Gott entfernt leben, um so weniger Kraft haben wir, uns gegen das Schlechte in uns zu wehren.


Ich glaube nicht direkt an Gott, aber fürchte seinen Zorn. Gleichzeitig käme es mir wie Betrug vor in die Kirche zu gehen, da ich das nicht um Gotts Willen, sondern nur aus egoistischen Gründen machen würde. Aus demselben Grund bete ich auch nicht. Es steht mir einfach nicht zu etwas von Gott zu fordern (oder ihn auch nur um etwas zu bitten) und will den Glauben von guten Menschen nicht beschmutzen.

Vielleicht solltest Du gerade in dieser Situation in die Kirche gehen und erfahren, wer Gott überhaupt ist und was ER von Dir wollen könnte.

Ich wünsche niemandem die Hölle und alleine der Gedanke an deren Existenz und die Möglichkeit, dass dort jemand ist und ewige Qualen leidet ist für mich unerträglich. Ich frage mich dann auch, wie ein gütiger Gott es zulassen könnte, dass dort jemand ist. Oft frage ich mich auch, wie ich an Gottes Stelle schlechte Menschen bestrafen würde (und wie lange) und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich ihnen das Leid das sie anderen Menschen zugefügt haben an ihrer Seele demonstriere bis sie ihre Taten aufrichtig bereuen. Quasi starke Empathie als "Strafe". Ich finde wer aufrichtig bereut und sich für seine Taten schämt, sollte nicht ewige Qualen erleiden müssen. Ich kann doch aber nich gütiger sein als Gott, also wie kann Gott dann ewige Qualen in den Flammend er Hölle zulassen?

Mein Kommentar: Keine Sorge, Du bist bestimmt nicht gütiger als Gott

Auch wenn jemand nicht gerettet werden will, würde ich an Gottes Stelle ihn trotzdem retten. Einen Selbstmörder versuche ich als Mensch ja auch zu retten

Mein Kommentar: Wenn Du einen Selbstmörder heute vor den Folgen seiner eigenen Entscheidung rettest, so wirst Du ihn nicht davor bewahren, morgen den nächsten Selbstmordversuch zu starten. Vor daher ist es wichtig, dass Du ihm hilfst, seine Einstellung zu ändern.


Kurzum: Ich denke nicht, dass ich ein guter Mensch bin, eher im Gegenteil.

Wie seht ihr die Frage zur Hölle und (falls ihr wollt zu mir) was glaubt ihr was man tun muss um dort hin zu kommen?

Lieber Gast-Schreiber,
aus meiner Sicht ist Gott ein Gott der Liebe. Zur Liebe gehört die Freiheit. Es würde sich mit Gottes Liebe nicht vertragen, wenn Gott Menschen zwingen würde, mit ihm zu leben. Zwang würde uns zu willenlosen Marionetten machen.

Und deswegen hast auch Du die Möglichkeit der Entscheidung wo und mit wem Du leben willst. In Gottes Nähe oder in Gottes Ferne. Beides hat Konsequenzen. Eine Entscheidung mit dem Mund alleine genügt nicht, um die Richtung Deines Lebens zu ändern.

Ich finde es gut, dass Du über diese Fragen nachdenkst. Es könnte durchaus sein, dass Du innerlich direkt angesprochen bist - warum auch immer - Dich zu entscheiden, ob Du Dein Leben ändern möchtest. Du solltest Dich entscheiden, wo Du leben willst: In Gottes Nähe oder in Gottes Ferne. Mit Gott oder ohne Gott.

LG, Nordrheiner
 

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