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Gast
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Hallo.
Ich selbst leide seit meiner Jugend unter PTBS, in Folge mehrfacher sexueller Gewalttaten.
Vermutlich könnt ihr euch denken, dass ich kein normales Verhältnis zu Sex habe.
Ich bin mittlerweile eine junge Erwachsene und habe diese ganzen Dinge wie "erstes Mal" und Dinge ausprobieren völlig ausgelassen.
Seit etwa 2 Jahren kenne ich nun einen Mann, der etwas älter ist als ich und dem ich mich halbwegs öffnen konnte.
Darum, dass er kein Verständnis für mich hat, habe ich wenig Sorge.
Das Problem ist eher, dass ich nicht weiß, wie ich mit einigen neuen Gefühlen umgehen soll und deshalb hoffe ich hier auf Rat und Erkenntnisse von anderen Betroffenen oder deren Partnern.
(Hier eine kurze Triggerwarnung. Wer mit Sex nicht umgehen kann, sollte wegschalten. Über die Art meines Traumas werde ich nicht genauer berichten.)
Es ist nicht so, als ob Sex zu haben jetzt ein großes Thema bei uns wäre. Vermutlich ahnt er, dass ich unter den genannten Umständen nicht viel Interesse daran habe.
Ich habe schon früher - vor den Ereignissen angefangen meinen Körper zu erforschen, normal, in der frühen Jugend, denke ich.
Danach war erst einmal Schluss. Ich war verstört und eingeschüchtert.
Jahre später habe ich das wieder aufgenommen. Masturbieren, um es beim Namen zu nennen. Vielleicht kennt es jemand. Alleine das Wort fühlt sich bei mir an, als wäre es etwas falsches, schlechtes. Zumindest da habe ich mir mit rationalen Denken, viel Aufklärung und herantasten langsam wieder beibringen können, dass dieses schlechte Gefühl mich trügt. - Selbstbefriedigung ist etwas normales. Auch wenn ich es vermutlich übermäßig tue.
Beim Gedanken an Beziehung hatte ich hingegen bisher immer eine Blockade in Richtung Sex. Ein vollkommenes Tabu für mich, mir auch nur vorzustellen, mich da auszuziehen und jemanden auszuliefern.
Ein totaler Triggerfaktor für mich.
Nur dass ich seit kurzem immer wieder auch sexuelle Anziehung ihm gegenüber spüre.
Es ist komisch. Ich will ihn fühlen, wissen wie es ist, ihn küssen und all das, was ja eigentlich normal ist.
Nur gleichzeitig ist da diese panische Angst, wenn ich daran denke. Es kommen Erinnerungen hoch, gemeinsam mit Ängsten, dass er übergriffig werden könnte, mich zu Dingen zwingen, meine Grenzen nicht achten und vielleicht nur so nett und verständnisvoll tut und in Wirklichkeit genauso perfide denkt wie die Leute, die mich traumatisiert haben.
Natürlich weiß ich, dass das Quatsch ist. Unwahrscheinlich.
Aber sobald ich mir das vor Augen führe, kommt gleichzeitig der Gedanke: Aber wer weiß? Du kannst nicht in seinen Kopf sehen!
Kurzum: Ich bin verunsichert durch diese plötzlichen sexuellen Gefühle.
Hin und her gerissen, zwischen meinem Verstand, meinem guten Glauben und meinen Erfahrungen.
Und ich weiß todsicher, dass es mich total triggern und zurückversetzen würde, wenn ich "einfach mal so" Sex versuchen würde.
Da würden auch Kerzen und romantische Stimmung nichts helfen, rein der körperliche Aspekt, Berührungen sind schon ein Trigger. 🙁
Ganz langsam herantasten und vertrauen und positiv erleben lernen wäre vermutlich die richtige Richtung.
Nur hab ich keinerlei Vorstellung, wie so ein erster Schritt aussehen könnte, ob ich mich und meinen Körper einfach so anvertrauen kann und nicht zuletzt habe ich die Befürchtung, dass er vielleicht nicht merkt, wenn etwas zu viel für mich ist und ich es nicht schaffe, das auszudrücken oder dass ich unerwartet getriggert werde und er dann schlechte Gefühle hat, weil er ja dann daran beteiligt (aber nicht schuld) war, vielleicht aber Schuldgefühle entwickelt.
Es ist einfach so ein verwirrendes, neues Thema, von dem ich keine Ahnung habe und nicht weiß, wie ich mit der Situation und Gefühlen umgehen soll.
Wir führen auch nicht offiziell eine Beziehung, aber es kommt sehr nah heran, bzw ist in der Entwicklung, es fehlt nur irgendwie der Schritt es auszusprechen, aber auch in Sachen Gefühlsbekenntnisse sind wir weit über einem freundschaftlichen Level.
Wenn man darüber reden würde, käme vielleicht eine Beziehung in Frage und dann irgendwann später vielleicht auch der Versuch sexueller Annäherungen.
Wie gesagt, es steht jetzt nicht direkt bevor.
Aber die verwirrende Gefühls- und Gedankenlage belastet mich halt akut, weshalb ich einfach etwas Austausch mit anderen Betroffenen oder Partnern von Betroffenen suche, die mir vielleicht helfen können, dieses Chaos etwas zu ordnen. :blume:
Wer sich traut, kann gerne auch Erfahrungsberichte beisteuern, hauptsächlich geht es mir aber darum, wie ihr mit solchen Ängsten und vorher unterdrückten (?) oder nicht existierenden Bedürfnissen umgeht/-gegangen seid und wie ihr damit im Rahmen von Beziehungen umgeht/gegangen seid.
Vermutlich wäre die Frage an sich eher im Sexualität-Forum angebracht, aber da es um die Sexualität von Menschen geht, die sexuelle Gewalt erfahren mussten, dachte ich, dass der Thread hier vielleicht besser aufgehoben wäre, da hier ja doch etwas sensibler mit dem Thema Trauma und Folgen umgegangen wird und sich bestimmt viele, die damit keine Erfahrung haben nicht hineinversetzen können und evtl unsensible oder triggernde Kommentare gegenüber mir oder anderen Betroffenen abgeben könnten.
Naja, Gewalt ist trotz allem auch irgendwie die Ursache der Frage und ein wichtiger Bestandteil, leider. 🙁
Jedenfalls würde ich mich über Antworten freuen. 🙂
Ich selbst leide seit meiner Jugend unter PTBS, in Folge mehrfacher sexueller Gewalttaten.
Vermutlich könnt ihr euch denken, dass ich kein normales Verhältnis zu Sex habe.
Ich bin mittlerweile eine junge Erwachsene und habe diese ganzen Dinge wie "erstes Mal" und Dinge ausprobieren völlig ausgelassen.
Seit etwa 2 Jahren kenne ich nun einen Mann, der etwas älter ist als ich und dem ich mich halbwegs öffnen konnte.
Darum, dass er kein Verständnis für mich hat, habe ich wenig Sorge.
Das Problem ist eher, dass ich nicht weiß, wie ich mit einigen neuen Gefühlen umgehen soll und deshalb hoffe ich hier auf Rat und Erkenntnisse von anderen Betroffenen oder deren Partnern.
(Hier eine kurze Triggerwarnung. Wer mit Sex nicht umgehen kann, sollte wegschalten. Über die Art meines Traumas werde ich nicht genauer berichten.)
Es ist nicht so, als ob Sex zu haben jetzt ein großes Thema bei uns wäre. Vermutlich ahnt er, dass ich unter den genannten Umständen nicht viel Interesse daran habe.
Ich habe schon früher - vor den Ereignissen angefangen meinen Körper zu erforschen, normal, in der frühen Jugend, denke ich.
Danach war erst einmal Schluss. Ich war verstört und eingeschüchtert.
Jahre später habe ich das wieder aufgenommen. Masturbieren, um es beim Namen zu nennen. Vielleicht kennt es jemand. Alleine das Wort fühlt sich bei mir an, als wäre es etwas falsches, schlechtes. Zumindest da habe ich mir mit rationalen Denken, viel Aufklärung und herantasten langsam wieder beibringen können, dass dieses schlechte Gefühl mich trügt. - Selbstbefriedigung ist etwas normales. Auch wenn ich es vermutlich übermäßig tue.
Beim Gedanken an Beziehung hatte ich hingegen bisher immer eine Blockade in Richtung Sex. Ein vollkommenes Tabu für mich, mir auch nur vorzustellen, mich da auszuziehen und jemanden auszuliefern.
Ein totaler Triggerfaktor für mich.
Nur dass ich seit kurzem immer wieder auch sexuelle Anziehung ihm gegenüber spüre.
Es ist komisch. Ich will ihn fühlen, wissen wie es ist, ihn küssen und all das, was ja eigentlich normal ist.
Nur gleichzeitig ist da diese panische Angst, wenn ich daran denke. Es kommen Erinnerungen hoch, gemeinsam mit Ängsten, dass er übergriffig werden könnte, mich zu Dingen zwingen, meine Grenzen nicht achten und vielleicht nur so nett und verständnisvoll tut und in Wirklichkeit genauso perfide denkt wie die Leute, die mich traumatisiert haben.
Natürlich weiß ich, dass das Quatsch ist. Unwahrscheinlich.
Aber sobald ich mir das vor Augen führe, kommt gleichzeitig der Gedanke: Aber wer weiß? Du kannst nicht in seinen Kopf sehen!
Kurzum: Ich bin verunsichert durch diese plötzlichen sexuellen Gefühle.
Hin und her gerissen, zwischen meinem Verstand, meinem guten Glauben und meinen Erfahrungen.
Und ich weiß todsicher, dass es mich total triggern und zurückversetzen würde, wenn ich "einfach mal so" Sex versuchen würde.
Da würden auch Kerzen und romantische Stimmung nichts helfen, rein der körperliche Aspekt, Berührungen sind schon ein Trigger. 🙁
Ganz langsam herantasten und vertrauen und positiv erleben lernen wäre vermutlich die richtige Richtung.
Nur hab ich keinerlei Vorstellung, wie so ein erster Schritt aussehen könnte, ob ich mich und meinen Körper einfach so anvertrauen kann und nicht zuletzt habe ich die Befürchtung, dass er vielleicht nicht merkt, wenn etwas zu viel für mich ist und ich es nicht schaffe, das auszudrücken oder dass ich unerwartet getriggert werde und er dann schlechte Gefühle hat, weil er ja dann daran beteiligt (aber nicht schuld) war, vielleicht aber Schuldgefühle entwickelt.
Es ist einfach so ein verwirrendes, neues Thema, von dem ich keine Ahnung habe und nicht weiß, wie ich mit der Situation und Gefühlen umgehen soll.
Wir führen auch nicht offiziell eine Beziehung, aber es kommt sehr nah heran, bzw ist in der Entwicklung, es fehlt nur irgendwie der Schritt es auszusprechen, aber auch in Sachen Gefühlsbekenntnisse sind wir weit über einem freundschaftlichen Level.
Wenn man darüber reden würde, käme vielleicht eine Beziehung in Frage und dann irgendwann später vielleicht auch der Versuch sexueller Annäherungen.
Wie gesagt, es steht jetzt nicht direkt bevor.
Aber die verwirrende Gefühls- und Gedankenlage belastet mich halt akut, weshalb ich einfach etwas Austausch mit anderen Betroffenen oder Partnern von Betroffenen suche, die mir vielleicht helfen können, dieses Chaos etwas zu ordnen. :blume:
Wer sich traut, kann gerne auch Erfahrungsberichte beisteuern, hauptsächlich geht es mir aber darum, wie ihr mit solchen Ängsten und vorher unterdrückten (?) oder nicht existierenden Bedürfnissen umgeht/-gegangen seid und wie ihr damit im Rahmen von Beziehungen umgeht/gegangen seid.
Vermutlich wäre die Frage an sich eher im Sexualität-Forum angebracht, aber da es um die Sexualität von Menschen geht, die sexuelle Gewalt erfahren mussten, dachte ich, dass der Thread hier vielleicht besser aufgehoben wäre, da hier ja doch etwas sensibler mit dem Thema Trauma und Folgen umgegangen wird und sich bestimmt viele, die damit keine Erfahrung haben nicht hineinversetzen können und evtl unsensible oder triggernde Kommentare gegenüber mir oder anderen Betroffenen abgeben könnten.
Naja, Gewalt ist trotz allem auch irgendwie die Ursache der Frage und ein wichtiger Bestandteil, leider. 🙁
Jedenfalls würde ich mich über Antworten freuen. 🙂