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Kann keinem mehr was beibringen

Heute, 11. Klasse, ein Bildungsgang der zum schulischen Teil der Fachhochschulreife führen soll (in eineinhalb Jahren), die haben also alle schon den Realschulabschluss:

"Herr Schmidt kauft 20 Kisten Äpfel zu je 4 Euro. Er kann die Kisten zu 12 Euro je Kiste wieder verkaufen. Wie viel Gewinn macht er dabei?"

Taschenrechner durfte benutzt werden. Aber kaum jemand kriegt den Gewinn raus. Und die ganz wenigen, die es schaffen, brauchen dafür mehr als 10 Minuten.

Was soll ich da machen? Die hätten nicht einmal den Grundschulabschluss bekommen dürfen. Stattdessen haben die Schulen der Sekundarstufe I denen sogar einen Realschulabschluss geschenkt. Für nichts und wieder nichts offenbar.

Und von mir wird erwartet, dass wenigstens so 2/3 davon versetzt werden. Und von den versetzten dann ein Jahr später auch wenigstens so 2/3 den Abschluss schaffen.

Da heißt von denen werden in eineinhalb Jahren knapp die Hälfte eine Fachhochschulreife haben.

Gut, die werden nicht alle studieren. Aber mit dem einen oder anderen davon wird sich irgendwan ein Prof rumschlagen müssen. Schon weil die ja keiner mehr ernsthaft ausbilden kann, und dann bleibt ja oft nichts anderes übrig als zu studieren. Und der Prof wird dann nicht verstehen, wie man diese Leute an die Hochschule gelassen hat.

Aber was soll ich machen? Da fehlt es so an allem, das kann ich mit denen nicht mehr alles aufarbeiten.

Und nein, das ist leider keine besonders schlechte Klasse. Das ist leider inzwischen völlig normal, die Parallelklassen sind genauso.

Aber wenn das normal ist, wie kann ich verhindern, dabei durchzudrehen?

In einem Jahr muss ich denen die Kurvendiskussion beigebracht haben. Ja wie denn? OK, man lässt die dann irgendwas auswendig lernen. Irgendwas, wovon sie absolut nichts verstehen. Und wenn sie von 20 Rechenschrittchen 9 geschafft haben, dann ignoriert man den groben Blödsinn, den sie sonst noch verzapft haben und gibt ihnen eine 4. Genau wissend, dass sie von Mathematik nicht die Bohne irgendwas verstehen.

Wie soll ich diesen Schwachsinn aushalten?
 
Er kann dir SEIN Wissen, SEINE Einstellung, SEINE Haltung vermitteln und gleichzeitig auch, dass dies NICHT Allgemeingültigkeit hat, sondern dass es gilt, selbst Erfahrungen zu sammeln. Und EINE dieser Erfahrungen ist die des ja meist etwas älteren Lehrers - man gerät in einen Austausch. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Das können wir einmal bei einer Tasse Cappuccino ausdiskutieren, gehört hier aber nun nicht hin, da es zu weit weg vom Thema gehen würde.

Generell formuliert, lass es mich so umschreiben:

Es gibt nicht um das Vermitteln von eigener Meinung der Lehrer, sondern um das aufzwingen derselbigen, jedenfalls war es bei mir so in der Schule.
 
Wie soll ich diesen Schwachsinn aushalten?

Besser: Wie soll ich diesen Schwachsinn aufhalten?

Ich sehe da nur zwei Möglichkeiten:

1. Hart bleiben
d.h. entweder
a) die Schüler bei Klassenarbeiten durchfallen lassen (also einfach korrekt bewerten)
oder
b) in einem Test den bisherigen Leistungsstand (nachweisbar) abfragen und dann der Schulleitung / dem Ministerium mitteilen, dass diese Schüler nicht "beschulbar" sind.

Ist die Frage, ob du das durchhälst oder zuviel Druck von oben kriegst. Ich würde mich auf jeden Fall absichern, d.h. immer belegen können, dass du nichts getan hast außer einem korrekten Unterricht nach Lehrplan und korrekter Benotung. Rein rechtlich dürfte dir dann nicht viel passieren können, aber was das für das Arbeitsklima, Aufstiegschancen etc. bedeutet, kann ich dir natürlich nicht sagen. Falls du diesen Weg gehst, schreib doch mal hier weiter, wie es sich entwickelt hat.

2. Mitspielen
d.h. diese Schüler auch weiter durchschleppen, so wie deine Vorgänger, also Gefälligkeitsnoten vergeben.

Ist die Frage, ob dich das auf Dauer befriedigt. D.h. so oder so wirst du überlegen müssen, ob du dir nicht was Anderes suchst.

Abgesehen von deinem konkreten Job gäbe es natürlich noch die Möglichkeit politischer Aktivität, einen Verein gründen, z.B. "Lehrer für Wahrheit in der Notengebung".
 
Mir stellt sich an den Mathe-Lehrer die Frage: Gibt es irgendwo in all den Antworten etwas, was Du hast für Dich mitnehmen können? Gibt es bei Dir sowas wie einen Lerneffekt?
 
Zu dem Problem des Kollegen (Bist Du überhaupt noch da?) habe ich mich schon geäußert. Solche Schwierigkeiten im Lehrerberuf werden nach meiner Erfahrung und Beobachtung überwiegend auf falsche Art und Weise angegangen.
Meistens werden Probleme, die eine Pädagogin oder ein Pädagoge in Schule und Unterricht hat, demjenigen selbst angelastet. Darin spiegelt sich zum Teil ein perfektionistisches Verständnis der Lehrer-Schüler-Beziehung, wie des unterrichtlichen Geschehens überhaupt.
Unterricht ist planbar, klar. Ich kann als Lehrer eine Stunde nach allen Regeln der Didaktik und Methodik durchplanen. Will man dies aber für etwa 25 Unterrichtsstunden, die man in einer Woche zu halten hat, durchhalten, wird es schwer.
Im Übrigen sitzen den Kolleginnen und Kollegen heutzutage immer weniger junge Menschen gegenüber, die die Lehrerrolle grundsätzlich akzeptieren. Es ist in der Gesellschaft üblich geworden, alle Probleme an Schule und Lehrer festzumachen. Zum Teil hat die Pädagogik das auch selbst zu verantworten, nicht zuletzt wir Pädagogen selbst.
Eine überzeugte Lehrerin, ein engagierte Pädagoge wird sich in der Regel schwer tun, die eigene Ohnmacht in bestimmten Situationen zuzugeben, wird ihnen das doch als persönliches Versagen angelastet.
Unterricht und Erziehung aber lassen sich nicht nach dem Modell "Input-Output" steuern. Diese Idee hat sich schon damals beim kybernetischen Modell als Irrtum erwiesen.
Vom Unterrichtenden wird deshalb immer wieder methodische Vielfalt erwartet. Schüler jedoch reagieren darauf durchaus nicht immer mit Begeisterung. "Was ist das denn schon wieder?" "Können wir nicht einfach mal...", hörte ich junge Menschen immer wieder mal fragen.
Sie registrieren nämlich etwa Methodenwechsel, die verschiedenen Unterrichtsmedien nicht nur als Angebot, sondern immer wieder auch als Last. Und sie sind auch nicht immer hilfreich. Man muss sich nur die Ausstattung von Schultaschen ansehen. Junge Menschen sind mit der Fülle des Materials nicht selten überfordert.
Man werfe nur mal einen Blick in die Schultaschen von Grundschülern. Der Inhalt ist durchaus mit dem wohl ausgestatteten Werkzeugkoffer eines Handwerkers vergleichbar.
Betritt man Unterrichtsräume, erschlagen einem die vielen Skizzen an den Wänden, die Schaubilder. Da hängen die Pädagogen diverse Pläne für die Ordnungs- und Sauberkeitstruppe auf. Da finden sich Einteilungen der Freizeit-Gruppen, der Speiseplan der Mensa. Ich habe bei meiner Aufzählung mindestens ein halbes Dutzend vergessen.
An der Stirnwand befindet sich die Tafel, heutzutage nicht selten die Projektionswand für das Multi-Media-System, ein Schaltpult für den Unterrichtenden und und...
Früher sprach man von der persönlichen Lehrer-Schülerbeziehung. Heute macht das Schlagwort von der "Medienkompetenz" die Runde. Inzwischen gibt es dafür ausgeklügelte Fortbildungsveranstaltungen, wenn der Pädagoge dann dafür freigestellt wird. Manche turnen als Experten fast nur noch auf solchen Schauveranstaltungen und nerven anschließend die Kolleginnen und Kollegen in internen Fortbildungen mit all den vermeintlichen Segnungen.
Ach ja, und dann ist da Michel, der immer wieder ohne Frühstück in die Schule kommt. Und Sina hat zum xten Mal das beschmierte Shirt an, das den familiären Speiseplan verrät.
Da fehlt im Klassenraum tatsächlich die Waschmaschine.
Ich vergaß fast: Lehrerinnen und Lehrer sind tatsächlich manchmal auch noch Mütter und Väter, Ehepartner und Freunde, Nachbarn und Vereinsmitglieder und haben somit ein Privatleben.
Ehrlich: Im Grunde lassen die Anforderungen in Schule und Unterricht das gar nicht mehr zu.
Kapituliert dann die Pädagogin, der Pädagoge angesichts all dieser Probleme, steht ihnen niemand beratend zur Seite, fehlt jede Form positiver Unterstützung.
Dann wird abgemahnt, angemahnt. Kollegiale Beratung nennt sich das dann, die sich allerdings in dienstlichen Beurteilungen häufig als vernichtendes Urteil liest.

Burbacher
 
Zuletzt bearbeitet:
Was mir auch in meiner kurzen Zeit, die ich jetzt unterrichte, auffällt: Oft ist es nicht die Schwierigkeit der Aufgabe, warum die Schüler sie nicht lösen können: Nein, es ist ein allgemeines Problem, diese Aufgabe in die dafür nötigen Hirnaktionen umzusetzen. Also das überlegen ist das Problem. Also ich habe die faszinierende und schockierende Beobachtng gemacht, dass die Stellung einer Aufgabe nicht mehr ein Lösen oder Nachdenken über die Aufgabe zur Folge haben muss. Das klingt komisch, aber zB in dem Fall der Matheaufgabe, die oben beschrieben wurde, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass die Schüler irgendwie planlos auf dem Taschenrechner rumgetippt haben und dabei total vergessen haben, was eigentlich zu tun war.
Mir scheint es, als hätten die Schüler einen zu kleinen und zu kurzfristig benützbaren Arbeitsspeicher. Eine Aufgabe, wird nicht im Hirn hin und hergewältz, bis eine Lösung dabei rauskommt, sondern wenn diese Lösung nicht sofort da ist, wird der Lösevorgang ergebnislos beendet. Dann schauen sie einen ungläubig an: Wie was ? nachdenken? was ist das?
Beispiel: Ich hatte die simple Aufgabe gestellt: Bitte stellt die Stühle links und rechts an die Wand und die Tische nach hinten. Da passierte erstmal garnichts. So als hätten die Schüler (5. Klasse Gymnasium) nicht begriffen, dass das eine Aufforderung war, der man jetzt nachkommen sollte. Erst als ich dann sagte: "Na los- Stühle links und rechts hinstellen und Tische hinten an die Wand- ihr habt 3 Minuten" kamen sie in die Gänge.
Naja, es wurde dann nahezu kollektiv alles nach hinten geschoben, auch die Stühle. Mein dazwischenrufen wurde nicht wahrgenommen. Ich ging dann zu einem Schüler, der gerade einen Stuhl an die Wand schob hin und fragte, was ich geagt hatte, das er mit dem Stuhl machen sollte: Unschuldig große Augen: "Ja die Stühle links und rechts an die Wand stellen" Aha, und warum stellst Du ihn nach hinten? Keine Ahnung. Das wiederholte sich bei mehreren Schülern. Also es war nicht so, dass die rebelliert hatten und die Aufgaben absichtlich nicht befolgt hätten, oder den Auftrag nicht verstanden hatten: Es war schlicht irgendwo zwischen den Hirnwindungen verloren gegangen, dass man es dann bitte auch so machen soll, wie es angesagt war. Irgendwas von Möbelschieben war wohl hängengeblieben, aber darüber hinaus waren alle Infos verloren gegangen.
Ehrlich: Bei Demenzkranken im Altesrheim hast Du wohl ähnliche Probleme
 
Mich würde mal interessieren, wie viele der Schüler, die diese Aufgabe nicht rechnen konnten, es denn konnten , nachdem du ihnen erklärt hast, wie man solch eine Aufgabe angeht? Hast du dir da die Zeit genommen, den Schülern zu erklären, wie es richtig geht, damit du zumindest einige der Schüler da etwas weiter gebracht hast? Hast du da zumindest von einem die Rückmeldung bekommen: okay, jetzt habe ich es verstanden?

Ich denke, das schlimme ist, dass gerade DAS nicht klappt. Du merkst als Lehrer: OK die können das nicht! Dann guckst Du in die Werkzeugkasten Deiner pädagogischen Möglichkeiten, Du erklärst es ihnen, ein, zwei, dreimal...
Leider hören dann gerade die, die es am nötigsten hätten nicht zu. Das macht so unendlich traurig. Es geht ja nicht um Aufgaben, die wirklich schwer zu kapieren sind, oder einen langen Vorlauf brauchen. Es sind ja oft leichte Dinge, die jeder Schüler kapieren kann.
Eigentlich müstest Du jeden Schüler einzeln unterrichten.
Ich merke oft: Die Schüler sind nicht dumm: Sie könnten das kapieren: Aber sie machen sich nicht die Mühe, mir zuzuhören oder aufmerksam zu folgen und die Info in ihr Hirn reinzulassen.
Da kannst Du dann irgendwann nix mehr machen.
Ich denke, das wichtigste, was Eltern ihren Kindern beibringen sollten ist, wie man in der Schule einfach still dasitzt, zuhört und die Aufgaben befolgt. Das klingt so simpel, aber wenn diese Grundlage nicht da ist, dann geht garnichts.
Ich bin jedenfalls zu der Erkenntnis gekommen: Es fehlt nicht an Intellegenz und auch der gute Wille wäre hier und da vorhanden: Aber es fehlt an der Fähigkeit einfach mal still auf seinem Hintern zu sitzen, zuzuhören und mitzudenken. Das mitdenken ist das wichtigste, aber da wird geträumt, geratscht, oder irgendwas anderes gemacht. Einfach still einem Lehrer folgen ist aber die Grundlage fürs lernen. Ich denke, viele Eltern machen sich das nicht klar: Kinder lernen das nicht von alleine. Das muss man mit seinem Kind üben! Und zwar zuhause! In der Schule kann ich keinen Einzelunterricht machen, wo ich die Aufmerksamkeit des einzelnen Schülers immer wieder auf mich fixiere- die Schüler müssen selbständig in der Lage sein, ihre Aufmerksamkeit auf mich zu fixieren. Und das ist eine Lernfrage. Ein Baby kann das nicht von Natur aus. Im Kindergarten lernen sie das auch nicht mehr. Und offenbar in der Grundschule auch nicht immer. Jedenfalls hab ich Schüler am Gymnasium, die das nicht können.
 
Nicht die Lehrer müssen was ( lernen ) sondern die Schüler.
Die Eltern sind in der Verantwortung haben bis zur Volljährigkeit die Erziehung Aufgabe.
Sind die nicht in der Lage das zu leisten, diesem gerecht zu werden, .....
Damit ist alles gesagt.
 
Besser: Wie soll ich diesen Schwachsinn aufhalten?

Ich fürchte, ich kann da nichts aufhalten

Ich sehe da nur zwei Möglichkeiten:

1. Hart bleiben
d.h. entweder
a) die Schüler bei Klassenarbeiten durchfallen lassen (also einfach korrekt bewerten)
Am Freitag habe ich eine Katastrophenklausur korrigiert, ein Jahr vorm Abitur, die Schüler können gar nichts.

Ich will jetzt hart bleiben - mal sehen, was die Woche bringt. Ich hoffe, damit durchzukommen.

Glücklicherweise bin ich in dem Fall nicht alleine, ein Kollege hat dieselbe Klausur schreiben lassen, das Ergebnis wird beim ihm wohl ähnlich katastrophal wie bei mir. Ich werde aber Überzeugungsarbeit leisten müssen, damit er nicht weich wird.

Nur... ich fürchte, langfristig bringt das nichts. Die Schüler werden einfach damit leben, dass sie in Mathematik eine 5 haben. Und die verdiente 6 werden wir nicht aufs Zeugnis schreiben dürfen.

oder
b) in einem Test den bisherigen Leistungsstand (nachweisbar) abfragen und dann der Schulleitung / dem Ministerium mitteilen, dass diese Schüler nicht "beschulbar" sind.

Nicht beschulbare Schüler gibt es grundsätzlich nicht, per Definition sozusagen. (Also natürlich gibt es die, aber eben nicht offiziell.) Wir Lehrer müssen alles versuchen, auch wenn es total zwecklos ist.

Ist die Frage, ob du das durchhälst oder zuviel Druck von oben kriegst. Ich würde mich auf jeden Fall absichern, d.h. immer belegen können, dass du nichts getan hast außer einem korrekten Unterricht nach Lehrplan und korrekter Benotung.
Ach, es gibt so viele Vorschriften, dass man niemals alle beachten kann. Womit man dann als Lehrer grundsätzlich eine schwache Position hat (zumindest in meinem Bundesland.)

Rein rechtlich dürfte dir dann nicht viel passieren können, aber was das für das Arbeitsklima, Aufstiegschancen etc. bedeutet, kann ich dir natürlich nicht sagen.
Aufstiegschancen hab ich mir inzwischen abgeschminkt. Bin am Ende meiner persönlichen Karriereleiter. Insofern bin ich relativ frei 🙂

Falls du diesen Weg gehst, schreib doch mal hier weiter, wie es sich entwickelt hat.
Diese Woche wird arbeitsreich - und spannend.

Ist die Frage, ob dich das auf Dauer befriedigt. D.h. so oder so wirst du überlegen müssen, ob du dir nicht was Anderes suchst.
Befriedigen tut mich das alles nicht. Nur so viel Geld kann ich außerhalb der Schule hier am Ort nicht verdienen.

Abgesehen von deinem konkreten Job gäbe es natürlich noch die Möglichkeit politischer Aktivität, einen Verein gründen, z.B. "Lehrer für Wahrheit in der Notengebung".

Vergiss es. Kritik darf ich natürlich üben, aber nur gegenüber Vorgesetzten und auf dem Dienstweg (d.h. völlig zwecklos, kann ich mir gleich klemmen). Ansonsten: Maulkorb.

Deshalb gehts auch nur anonym als Gast.
 
Oft ist es nicht die Schwierigkeit der Aufgabe, warum die Schüler sie nicht lösen können: Nein, es ist ein allgemeines Problem, diese Aufgabe in die dafür nötigen Hirnaktionen umzusetzen. Also das überlegen ist das Problem. Also ich habe die faszinierende und schockierende Beobachtng gemacht, dass die Stellung einer Aufgabe nicht mehr ein Lösen oder Nachdenken über die Aufgabe zur Folge haben muss.
Ja, genau! Das ist das Grundproblem.

Die Schüler sind nicht etwa total bescheuert, nein, die sind wahrscheinlich so intelligent wie eine Generation vorher.

Aber sie denken nicht nach. Sie kommen offenbar ohne Nachdenken durch die Schule und damit gibt es für sie auch keine Notwendigkeit mehr, mit dem Nachdenken anzufangen.

Nur Lernen geht nun einmal nur mit Gehirnaktivität. Man muss denken, wenn man etwas erlernen will.

Denken ist aber anstrengend, also verzichtet man drauf.

Und bekloppterweise kommt man damit durch :-(

Ich denke, die Schüler wären bei dem Beispiel, das ich hier zuletzt brachte, durchaus in der Lage gewesen, den Gewinn rauszukriegen - wenn sie denn mal anfangen würden nachzudenken. Aber sie versuchen nichts mehr durch nachdenken zu lösen, nur noch durch Erinnerung an Auswendiggelerntes. Und wenn das Gedächtnis da nicht binnen einer Sekunde eine Erinnerung hergibt, dann wird einfach abgeschaltet "Kann ich nicht!" - statt dass man mal anfinde, nachzudenken.

Naja und irgendwann, wenn man 6 Jahre durch die Sekundarstufe I gegangen ist ohne jemals nachzudenken und ohne jemals was zu lernen, dann fehlen natürlich auch so viele Vorkenntnisse, dass irgendwann echt nichts mehr geht. Dann hilft irgendwann auch guter Wille nichts mehr :-(

Das klingt komisch, aber zB in dem Fall der Matheaufgabe, die oben beschrieben wurde, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass die Schüler irgendwie planlos auf dem Taschenrechner rumgetippt haben
Nein, die tippen gar nichts. Da tut sich gar nichts, nicht im Taschenrechner, nicht auf dem Papier, da tut sich auch im Hirn nichts.

Eine Aufgabe, wird nicht im Hirn hin und hergewältz, bis eine Lösung dabei rauskommt, sondern wenn diese Lösung nicht sofort da ist, wird der Lösevorgang ergebnislos beendet.
Genau das! Es muss einem in einer halben Sekunde die Lösung einfallen, sonst wird die Lösungssuche eingestellt. Keinerlei Ausdauer beim Lösen.

Unschuldig große Augen: "Ja die Stühle links und rechts an die Wand stellen" Aha, und warum stellst Du ihn nach hinten? Keine Ahnung. Das wiederholte sich bei mehreren Schülern. Also es war nicht so, dass die rebelliert hatten und die Aufgaben absichtlich nicht befolgt hätten, oder den Auftrag nicht verstanden hatten: Es war schlicht irgendwo zwischen den Hirnwindungen verloren gegangen, dass man es dann bitte auch so machen soll, wie es angesagt war. Irgendwas von Möbelschieben war wohl hängengeblieben, aber darüber hinaus waren alle Infos verloren gegangen.
Ja, du kannst dir den Mund fusselig reden, es kommt einfach nichts an.
 

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