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Starke Ängste Mutter zu verlieren

Ohihoe

Neues Mitglied
Hallo zusammen!

Es ist so, dass ich eine sehr starke Bindung zu meiner Mutter habe. Sie ist die einzige Person in meinem Leben, welche einfach immer da ist (ausser meiner Freundin, aber da habe ich keine richtig starke Garantie wie bei meiner Mutter) und bei der ich mich wohl fühle.
Ich bin 22 Jahre jung und wohne noch zu Hause, aber vorallem deshalb weil ich noch nicht das Geld habe auszuziehen. Was sich evtl. aber bald ändern könnte und worauf ich mich auch sehr freue.

Meine Mutter ist "erst" 46 Jahre jung. Das Problem ist, dass sie schon 2 Herzinfarke hatte und auch sonst nicht sehr gesund ist. Psychisch wie Körperlich. Da sie sehr viel durchgemacht hat. Und ich habe immer öfters, sogar fast täglich, die Vision wie es sein würde wenn sie plötzlich stirbt. Oder wie es sein würde wenn ich nach Hause komme und sie tot vorfinde. Dann denke ich mir immer, wie zerstört ich sein werde, wie alleine und wie ich damit überhaupt nicht klar komme. Und diese Gedanken machen mir zum Teil sehr Angst.

Kennt hier jemand dasselbe Problem? Oder ist es bei euch sogar schon einmal geschehen? Habt ihr eine Idee wie ich diese Angst überwinden kann oder denkt ihr, wenn einer dieser Fälle eintrifft, dass ich dann doch wieder anders reagieren werde, als ich mir dies im moment vorstelle?

Freundliche Grüsse
Ohihoe
 
Hallo, Ohihoe,

irgendwann wird sich jeder Mensch von denen trennen müssen, die er liebt.
Ich kenne das aus meinem Leben auch. Zu meiner Mutter hatte ich eine deutlich stärkere Bindung als zu meinem Vater.

Als meine Mutter starb, war ich sehr traurig... aber ich hatte und habe auch die Vorfreude, sie später mal, wenn ich gestorben sein werde, wiederzusehen. Und dies deshalb, weil sie Christin war und ich Christ bin. Bevor meine Mutter starb, sagte sie zu uns Kindern: "Wenn ich sterbe, dann will ich hier keine Trauerfeier sehen. Ich gehe dann zu Jesus und wir werden uns dort wiedersehen."

An Gott zu glauben und sich Jesus Christus anzuschliessen ist aus meiner Sicht der beste Weg, um eine gute Lösung für das Problem Tod zu finden.

Alles Gute, Nordrheiner
 
Da ich in einem Altersheim arbeite, kenne ich das zu gut und ich bin täglich mit diesem Thema konfrontiert. Und trotzdem habe ich mühe bei dem Gedanken, wenn ich an meine Mutter denke.

Ich finde das du mit deiner Religion eine sehr gute "Lösung" gefunden hast. Welche ich sehr respektiere. Vorallem weil sie dir hilft. Und weil es auch schöne Gedanken sind. Meine Mutter sagt auch oft, wenn sie stirbt, will sie eine lustige Party haben. Wir gehen eigentlich sehr offen mit diesem Thema um.

Das Problem ist, dass ich Atheist bin. Ich glaube jedoch an Geister, aufgrund persönlicher Erfahrungen und das gibt auch halt. Aber alles andere, kann ich aus diversen Gründen nicht.
 
Und diese Gedanken machen mir zum Teil sehr Angst.

Kennt hier jemand dasselbe Problem? Oder ist es bei euch sogar schon einmal geschehen? Habt ihr eine Idee wie ich diese Angst überwinden kann....

Freundliche Grüsse
Ohihoe

Liebe Ohihoe,

dass Du Atheistin bist, ist nicht schlimm. Aus meiner Sicht wäre es nur schlimm, wenn es so bliebe. Tatsächlich wirst Du vermutlich nie Christin werden können, solange Du auf Gründe Rücksicht nehmen willst, die dagegen sprechen, denn es wird immer Gründe geben, die dagegen sprechen.

Im NT stehen so schöne Erzählungen. Eine geht in etwa so, dass ein Mann von Jesus begeistert war und zu Jesus sagte: "ich folge Dir gerne nach, aaaaber ich muss erst ...."

Gerade in Deiner Angst-Situation empfehle ich Gott, weil Gott die Liebe ist ... und weil Liebe die Angst vertreibt.

Aber ich will Dich auf keinen Fall überreden und respektiere Deine Wahl der atheistischen Haltung. Nur, damit es kein Mißverständnis gibt: Deine Angst-Situation ist keine Zwangslage, sondern eine Wahl-Situation, weil es auch für Dich eine Wahl gibt.

LG, Nordrheiner
 
Sry, hätte vielleicht erwähnen sollen, dass ich ein Kerl bin 😛

Das Zitat vom NT ist allerdings sehr amüsant, das muss ich zugeben!

Dafür bin ich dir auch dankbar, weil es sowieso nichts bringen würde. Ich kenne leider genügend Gläubige Menschen, welche nur durch den glauben an Gott ein seelisches Wrack wurden, weil es eigentlich nichts geholfen hat. Ich hatte auch schon schwierige Situationen im Leben zu meistern, tat dies mit Gesprächen aus dem Umfeld und auch kurze Zeit mit einer Therapeutin und es hat geholfen und mich gestärkt.
 
Mal abgesehen von der Glaubensfrage wirst du es schaffen ganz einfach weil du es schaffen musst und wer in solch einer Situation war wird erstaunt sein wo zu er/sie alles in der Lage ist.
Ich denke wir Menschen sind so konstruiert sonst wären wir schon längst ausgestorben.
Will sagen, mach dich jetzt noch nicht zu sehr verrückt genieße die Zeit mit deiner Mutter und alles weitere wird sich finden.
 
Also, Ohihoe, Du bist ein Kerl, auch gut, damit kann ich leben *g

Christen sind keine problemlosen Menschen. Sie haben lediglich die Möglichkeit, anders mit diesen Problemen umzugehen.

So gibt es z.B. Kranke, die nur beten und nicht zum Arzt gehen. Ich habe bei solchen und ähnlichen Geschichten etwas Bauchschmerzen. Wenn ich durstig bin, gehe ich zum Kühlschrank und hole mir ein Wasser oder .... was auch immer. Manche Menschen meinen, "wenn ich an Gott glaube", gibt es keine Probleme mehr oder mein Problem X verschwindet über Nacht. Das gibt es sicher auch, ist aber nicht meine Erfahrung.

Ich kann nur von meinen Erfahrungen sprechen. Und diese sind: Wenn ich ein Problem habe, denke ich erst mal selbst darüber nach und suche nach einer Lösung. Habe ich ein Problem, welches meine Kompetenzen übersteigt, gehe ich zu einem Fachmann (oder zu einer Fachfrau). Aber auf allen Wegen - zu welchem Fachmann auch immer - lasse ich mich führen. Und wenn ich keinen Fachmann finde, wenn mir kein Mensch wirklich helfen kann, dann - so meine Erfahrung - öffnet Gott für mich eine Türe.

LG, Nordrheiner
 
Kennt hier jemand dasselbe Problem? Oder ist es bei euch sogar schon einmal geschehen? Habt ihr eine Idee wie ich diese Angst überwinden kann oder denkt ihr, wenn einer dieser Fälle eintrifft, dass ich dann doch wieder anders reagieren werde, als ich mir dies im moment vorstelle?


Hallo Ohihoe,

Das zu lesen kommt mir ja "beinahe" so vor, als würde ich mein Leben noch einmal revue passieren lassen 🙂

Auch ich hatte eine sehr starke Bindung zu meiner Mutter, zumal mein Vater sich erstens weniger um mich gekümmert hat und meine Mutter auch der Mensch war, mit dem man über alles... ja wirklich ALLES reden konnte.
Ich hatte in dem Sinne auch immer recht starke Verlustängste..
Auch habe ich mich oft gefragt "was wenn..."
Ja ich gebe zu, ich war sogar immer etwas rappelig, wenn ich mal nach der Arbeit etwas später bei meinen Eltern vorbei kam und kurz anrufen wollte und keiner ging dran.
Da dachte ich "es muss wohl was passiert sein".

Nun,
Ich habe letzten Endes mit meinen 33 Jahren schon beide Eltern verloren.
Meine Mutter starb im Alter von 66 Jahren in meinen Armen.
Und das ohne vorherige Krankheiten, Anzeichen etc..
Einfach eines Abends zusammengeklappt und trotz LSM einige Stunden später im Krankenhaus dann endgültig verstorben.

Ich dachte auch immer (dann bist du im Ar***)
Nein, war ich nicht... auf einmal hat man (wenn so etwas tragisches geschieht) so viel zu tun.
Du glaubst garnicht, was man alles machen muss !
Der Tod ist komplizierter als das Leben.

Jedenfalls hat man bis zur Beerdigung kaum Zeit zu trauern oder gar nachzudenken.
Sicher holt bei einer Beerdigung einen die Realität ein, aber man ist stärker als man zu wissen glaubt und steckt mehr weg als man sich je hat träumen lassen.

Das ist nun 6 Jahre her...
Sicher denke ich oft an meine Mutter und vermisse sie auch, vor allem dann wenn ich mich hilflos oder einsam fühle.
Aber so geht es irgendwann jedem Menschen.. man verliert unweigerlich seine Eltern.
Aber man überlebt es..
Irgendwann geht auch die Trauer und man macht einfach weiter, auch wenn in Gedanken die Verstorbenen immer ein Teil von einem sein werden.

Ich kann dir nur raten (und würde das jetzt auch nicht anders machen)
Lebe einfach.. mach dir nicht zu viele Gedanken !
Du kannst nichts beeinflussen.. auch nicht wenn du noch so oft betest.
Mach einfach das beste aus der Zeit die Ihr habt und lebe nicht in Angst vor etwas das du nicht ändern kannst.


lG. Benn
 
Ob Christ oder nicht - man kann den Verlust der Eltern nur dann relativ "gut" verschmerzen, wenn man innerlich wie äußerlich auf eigenen Füßen steht.
Den missionarischen Grundton in einigen Beiträgen finde ich vollkommen deplaziert.
Lieber TE, deine Mutter ist deine Bezugsperson. Daher ist es ganz verständlich, dass die Vorstellung, sie zu verlieren, der blanke Horror ist. Daran wird auch irgendein Christenglaube nichts ändern.
Du kannst das Problem nur lösen, indem du schrittweise lernst, auch andere Bezugspunkte in dein Leben zu integrieren. (Und: nein, das muss nicht Jesus Christus sein, Nordrheiner....) Deine Mutter wird sich wünschen, dass du im Leben klarkommst, wenn sie einmal gehen muss. Niemand weiß, wann das ist.
Übe dich in Selbständigkeit und pflege liebevolle Beziehungen. Aber in kleinen, verträglichen Schritten.
Ich verstehe dein Problem gut, meine Mutter ist sehr krank und verabschiedet sich stückchenweise von mir. An diesem Schmerz ändert auch der "himmlische Vater" nichts.
 
Du unterschätzt, lieber Gast, die Hoffnung auf ein Wiedersehen.
Alle Bezugspunkte, die wir in diesem Leben haben, bleiben auch in diesem Leben und vergehen. Und wenn wir Menschen zu unserem Bezugspunkt machen, müssen wir erleben, dass auch diese wegsterben.
Wir Menschen streben nach Sicherheit und Kontrolle. Beides ist illusorisch.
 

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