Ich denke, es kommt auf die Situation bzw auf das Unrecht an. Das sehe ich auch so.
GEGENFRAGE:
Leider gibt es in meiner Familie Menschen die Null Einsicht haben und Fehler stets nur bei den anderen suchen.. daraus ensteht sehr viel unrecht, dass dann untern Teppich gekehrt wird.
Ansprechen oder kontern bringt da nichts.
Wie reagiert man bei solchen Menschen?
Leider, Indigold, gibt es kein Allround-Mittel für "solche" Menschen. Die Vorgehensweise hängt sehr von den Persönlichkeiten, vom Alter und den Umständen ab. Nach meiner Beobachtung können starke Menschen auch eigene Fehler tragen = zugeben, und schwache Menschen eben weniger oder garnicht. Oftmals hilft das sich Bewusstmachen, dass es eine Verbindung gibt zwischen "Fehler machen" und "Verlust von Akzeptanz bzw. Liebe". Die typische Reaktion auf Uneinsichtigkeit von X (siehe auch Antwort von Ilse Nr. 6) ist der Abbruch. Abbruch ist Nicht-Annahme. Abbruch bricht Brücken ab. Abbruch bedeutet Ablehnung, das Gegenteil von Zuwendung.
Keiner möchte gerne auf positive, liebevolle Zuwendung verzichten. Das Zugeben, einen Fehler gemacht zu haben, wird oftmals mit der Befürchtung verbunden, dass in der Folge Strafe, Mißachtung, Ausschluß und sonstige Nachteile drohen. Die Realität zeigt, dass diese Befürchtungen sehr berechtigt sind.
Ich kannte mal eine Person, die zu jemandem sagte: "Ich weiß, dass Du das gemacht hast. Wenn Du das zugibst, tue ich Dir auch nichts." Die angesprochene Person fasste Vertrauen und gab den Fehler zu. In der Folge wurde ihr Leid angetan. Sie war belogen worden. Ich denke, solche schlimmen negativen Erfahrungen sind kein Einzelfall. In der Folge lernt man: "Gib bloß keinen Fehler zu." Das Abstreiten von Fehlern wird so automatisiert.
Also Vertrauen, gutes und tiefes Vertrauen, sind aus meiner Sicht sehr wichtig, um über Fehler positiv und konstruktiv reden zu können. Vertrauen ist (in meinen Augen) wichtiger als Recht haben. Bei anderen Menschen mag das sicherlich anders sein.
LG, Nordrheiner