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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Aber wenn zwischen echt-fromm und schein-fromm keine große Unterscheidung getroffen wird, weil es konkret keinen Unterschied macht, solange nur der Anschein gewahrt bleibt, ist das für mich auch wieder enttäuschend. Und deshalb kein Grund für mich, das Frömmigkeits-Spiel überhaupt mitzuspielen und ebenfalls so zu tun als ob. Da bin ich lieber ganz und gar ehrlich un-fromm und klopfe das ganze Religionszeugs, das auf solche Heuchelei anscheinend angewiesen ist, in die Tonne.

Aber wenn.....

Deshalb halte ich es für wichtig, eben zwischen scheinformm und echt fromm zu differenzieren. Die Unterschiede sind aus meiner Sicht riesig.
 
An der Stelle sehe ich das anders. Jesus war Jude und ich kann nicht erkennen, dass er eine neue Religion gründen wollte. Lediglich zeigte er auf, dass man die Gebote des AT auf völlig friedlichem Wege umsetzen kann. Und diese seine Lehre, die auf Liebe zu Gott und zu den Menschen beruht, war und ist Gegenstand der Mission.
Dem Anfang dieses Absatzes kann ich zustimmen, dem letzten Satz leider nicht uneingeschränkt. Bei Mission hängt es immer davon ab, WER missioniert und mit welchem Ziel, und da war Liebe leider meistens ziemlich untergeordnet unter Machtpolitik, Streben nach mehr Anhängern, um mehr Macht zu gewinnen, um nicht sang- und klanglos unterzugehen in einer (damals im römischen Reich) ziemlich pluralistischen Gesellschaft.
Im Unterschied zu Mohammed, der politische und religiöse Macht vereinte, lehnte Jesus politische Macht ab. Dies machte er deutlich u.a. mit seinen Worten: Mein Reich ist nicht von dieser Welt.
Diese Aussage hatte einen konkreten praktischen Grund, er wollte damit verhindern, daß seine Anhänger sich Hoffnungen machten, er würde sich als prophezeiter "Erlöser" gegen die römische Besatzungsmacht wenden, was damals im Wesentlichen der Sinn der Sache der ganzen Erlöser-Theologie war, ein freies, unabhängiges und mächtiges Israel als Heimat der Juden, denn am Rest der Welt hatten sie kein Interesse.
Eine Sache, die nur schiefgehen konnte, wenn man sich die militärische Macht der Römer anschaut, was Jesus, der nicht auf den Kopf gefallen war, sehr genau wußte, aber viele Hitzköpfe unter den jüngeren Juden damals einfach nicht realisierten, auch unter seinen Anhängern.
Ergebnis denn auch ein paar Jahre später der jüdische Aufstand samt Zerstörung von Jerusalem und Deportieren der überlebenden Juden in alle damals bekannten Länder der Welt.
Wenn sie nicht so hitzköpfig gewesen wären, hätten sie stattdessen nur ein wenig abwarten müssen, nur ein paar weitere Jahrhunderte, bis das römische Reich so dekadent geworden war, daß es von selber zerbröselte und unter dem Ansturm von Barbarenvölkern in Stücke fiel. Die Juden wußten ja eigentlich aus ihrer eigenen Geschichte, daß Großmächte entstehen, eine Weile herrschen und dann wieder zerfallen und in Bedeutungslosigkeit versinken, beste Beispiele Babylon und Ägypten.
Ein Jesus als gebildeter Schriftgelehrter wußte das alles. Warum sich also in Gefahr begeben, indem er sich als Gegner der Römer hinstellen sollte, per irrsinniger Machtansprüche auf irgendein irdisches "Reich"?
 
Auch würde ich nicht behaupten, dass Ängste, die das Kind erlebte und die unbewältigt in den Lebensabschnitt als Erwachsener mit hineingenommen wurden, nur mittels Wissen und Psychologe zu bewältigen sind. So hat u.a. Carl Rogers aufgezeigt, dass es viel mehr bedarf, sehr viel Annahme und Empathie, um einem Menschen zu helfen, seine Ängste zu bewältigen. Aus diesem Grund wird allgemein sehr viel Wert darauf gelegt, dass die Chemie zwischen Therapeut und Klient unbedingt stimmen muß.
Kein Therapeut heilt jemals einen Klienten, wenn es um rein psychische und nicht um körperliche Störungen geht.
Er ist nur dazu da, die richtigen Fragen zu stellen und das Wissen eines Experten zur Verfügung zu stellen, damit der Klient selber merkt, an welchen Problemen er leidet, und wie er dagegen angehen kann.
Der Klient heilt sich selbst, durch Selbsterkenntnis und die Übermittlung des Wissens, was er ggf. zusätzlich noch für eine Gesundung braucht.
Die Empathie braucht der Therapeut, um erst mal herauszufinden, wo das Problem eigentlich sitzt, denn auf die Stirn geschrieben steht es meistens nicht. Das funktioniert am besten, indem man versucht, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen, per Annahme und Empathie. Erst wenn man nachvollziehen kann, warum jemand so ist wie er ist, kann man eine Strategie entwickeln, wie man unerwünschte Teile verändern kann.

Ich kenne diese Techniken von der Traumdeutung her, weil dort die Deutungsstrategie ganz ähnlich ist, auch dort versucht man mit unvollständigen Daten und viel Empathie, eine vernünftige Aussage zu treffen, die dem Kunden hilft und in der er sich selbst wiederfinden kann.
 
Dem Anfang dieses Absatzes kann ich zustimmen, dem letzten Satz leider nicht uneingeschränkt. Bei Mission hängt es immer davon ab, WER missioniert und mit welchem Ziel, und da war Liebe leider meistens ziemlich untergeordnet unter Machtpolitik, Streben nach mehr Anhängern, um mehr Macht zu gewinnen, um nicht sang- und klanglos unterzugehen in einer (damals im römischen Reich) ziemlich pluralistischen Gesellschaft.

wen meinst Du, wenn Du schreibst "und da war Liebe leider meistens ziemlich untergeordnet unter Machtpolitik" ?
 
Kein Therapeut heilt jemals einen Klienten, wenn es um rein psychische und nicht um körperliche Störungen geht. Hat auch niemand behauptet, oder?
Er ist nur dazu da, die richtigen Fragen zu stellen und das Wissen eines Experten zur Verfügung zu stellen, damit der Klient selber merkt, an welchen Problemen er leidet, und wie er dagegen angehen kann. Das empfinde ich als zu kurz gegriffen.
Der Klient heilt sich selbst, durch Selbsterkenntnis und die Übermittlung des Wissens, was er ggf. zusätzlich noch für eine Gesundung braucht. Auch dem stimme ich nicht ganz zu.

Die Empathie braucht der Therapeut, um erst mal herauszufinden, wo das Problem eigentlich sitzt, denn auf die Stirn geschrieben steht es meistens nicht. Das funktioniert am besten, indem man versucht, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen, per Annahme und Empathie. Erst wenn man nachvollziehen kann, warum jemand so ist wie er ist, kann man eine Strategie entwickeln, wie man unerwünschte Teile verändern kann.

Ich kenne diese Techniken von der Traumdeutung her, weil dort die Deutungsstrategie ganz ähnlich ist, auch dort versucht man mit unvollständigen Daten und viel Empathie, eine vernünftige Aussage zu treffen, die dem Kunden hilft und in der er sich selbst wiederfinden kann.

Ich möchte ergänzen, dass nach meiner Erfahrung die Empathie sowie die Annahme seitens des Therapeuten nicht nur wichtig sind, um das Problem herauszufinden. Sowohl Empathie als auch Annahme des Patienten sind und bleiben wichtig solange der Therapeut den Patienten auf dem Heilungsweg begleitet.

Ich nehme mir mal die Freiheit, Empathie und Annahme durch den Begriff Liebe zu ersetzen. Aus meiner Sicht hat Liebe eine hohe Heilwirkung. Geht Liebe vom Therapeuten aus, ist dies nach meinem Dafürhalten ein wichtiger Heilungsfaktor.
 
Was genau ist der Unterschied zwischen 'fromm' und 'scheinfromm'? Beispiele?

Unter Fromm-Sein verstehe ich die ernsthafte Suche nach Gottes Willen im Alltag. Der fromme Mensch ist eingebettet in einem Grundvertrauen zu Gott.

Ich war mal einige Tage zu Besuch bei einem Mann, bei dem die Bibel ständig aufgeschlagen auf dem Küchentisch lag. Ich dachte "oh, der ist aber fromm". Er ging auch jeden Sonntag in die Kirche. Schließlich bekam ich mit, wie mies er seine Mitmenschen, ganz konkret seine älteste Tochter, im Alltag behandelte. Lügen im Geschäftsleben gehörten zu seinem Standardverhalten. Was diesem Mann wirklich super wichtig war: Sein Anschein nach aussen.

Auch kam ich mit vielen Kirchenmitgliedern ins Gespräch. Ich fragte sie, wie oft sie als Mitglied in die Kirche gehen und warum. Die meisten Antworten lauteten in etwa so: "ich gehe in die Kirche weil man das so macht" oder "weil es Weihnachten so schön romantisch ist". Ich fragte weiter: "Glauben Sie denn an Gott?" Da hörte ich Antworten von "nein" bis "kann sein, dass es irgendwo da oben was oder jemanden gibt" . Manche Antwort-Geber waren Pantheisten oder Humanisten... und ja, es gab auch Antwortgeber, die die Frage mit "ja" beantworteten.

Die Personen, die die Frage "glauben Sie an Gott?" mit "ja" beantworteten, fragte ich: "Stellen Sie sich mal vor, Sie würden nicht an Gott glauben - was würde sich ganz praktisch in Ihrem Leben ändern?" Fast alle antworteten: "Nichts"
Diesen Menschen sagte ich i.d.R.: Wenn sich nichts ändert, dann hat Ihr Glaube auch keinen (praktischen) Wert.

Bei einem frommen Menschen steht Gott im Mittelpunkt seines Lebens. Bei einem scheinfrommen Menschen ist der Glaube an Gott, so der Mensch überhaupt an Gott glaubt, lediglich ein nettes Anhängsel, Deko-Artikel, nice to have.
 
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