Nordrheiner
Sehr aktives Mitglied
Der Begriff Schuld ist ein kontextbasiertes und zugleich irreführendes Konstrukt, wenn nicht konsensfähig definiert und dargelegt werden kann, was Schuld ist und was nicht. Schauen wir doch einfach mal, was die Welt bzw. die Wikipedia zur Schuld zu sagen hat.
Hallo, Tsunami,
über Geschmack lässt sich nicht streiten. Das gilt auch für Gefühle. Ein Masochist wird sich mit einem Sadisten niemals einig werden, wie eine Situation gefühlsmässig erlebt wird. Und ein Empathie armer Mensch wird beide nicht verstehen. Es gibt auf der Ebene von Gefühlen keine Annäherung – bzw. nur dann, wenn beide Gesprächspartner a) ähnlich fühlen oder b) die Auswirkung von in die Tat umgesetzten Gefühlen ähnlich beurteilen.
Mit Schuld ist es ähnlich. Schuld ist kein Konstrukt, wie Du annimmst. Schuld beschreibt eine Wertung für falsches, fehlerhaftes oder sogar böses Handeln, dessen Ursprung oft im Denken liegt. Als Außenstehender erkennt man Schuld erst dann, wenn sie bereits zu einem negativen Ergebnis geführt hat bzw. für andere sicht- oder hörbar wird.
Nur ein empathieloser Mensch würde Gefühle als Konstrukt beschreiben, weil er Gefühle nicht empfinden kann, sie daher an sich nicht wahrnimmt. Und mit einem gewissenlosen Menschen kann man kaum zu einer Einigung über Schuld gelangen.
LG, Nordrheiner