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Gast
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Hallo zusammen!
Wie wahrscheinlich die meisten, die hierher finden, bin auch ich im Moment ziemlich mit meinem Latein am Ende. Da es manchmal ja hilft, die Einschätzung völlig Außenstehender einzuholen, hoffe ich einfach, durch die Beiträge hier etwas Klarheit zu gewinnen. Deshalb schon mal vielen Dank an diejenigen, die sich hier mit anderer Leute Probleme beschäftigen ^^. Um zu verstehen, worum es geht, muss ich leider etwas ausholen; ich versuche trotzdem, es so kurz wie möglich zu machen.
Zur Situation:
Meine Schwester (20), wohnt noch bei meiner Mutter zu Hause, bis sie ihre Ausbildung fertig hat (noch ca. 1,5 Jahre), da ihr Ausbildungsgehalt alleine nicht für eine eigene Wohnung samt Lebensunterhalt etc. reicht. Meiner Mutter hat prinzipiell auch kein Problem damit, dass sie noch daheim wohnt; im Gegenteil, ihr ist es eigentlich sogar lieber so, weil es für sie letztlich billiger kommt, als wenn sie meiner Schwester jeden Monat einen gewissen Betrag zur Finanzierung von Miete und Lebensunterhalt überweisen müsste.
Nun hat meine Schwester allerdings auch einen Freund (bald 27), mit dem sie nun schon seit 4 Jahren zusammen ist. Am Wochenende sind sie meistens bei ihm (er wohnt auch noch zu Hause bei den Eltern), unter der Woche wohnen beide dagegen bei meiner Mutter.
Jetzt die Hintergründe zum Problem:
Als sie ihn kennengelernt hat, hatte er gerade sein Abi gemacht. Zunächst schien alles auf eine vielversprechende "Karriere" hinzudeuten: So fing er zunächst an, an der Uni Wirtschaftsingenieurswesen zu studieren. Dann hat er nach einem Semester auf Betriebswirtschaftslehre gewechselt, weil ihm angeblich der Mathe- und Physik-Anteil im Studium nicht lag - was bis dahin auch jeder nachvollziehen konnte und nicht weiter schlimm war. Allerdings hat er dann, noch während des 2. Studiensemesters und vor Ablegung der Modulklausuren auch dieses Studium endgültig geschmissen, mit der Begründung, dass ihm das Studieren allgemein nicht liege. Da waren ich und meine Mutter dann doch etwas baff - zumal wir damals schon den Eindruck hatten, dass es nicht mangelnde "Studierfähigkeit", sondern schlicht und ergreifend mangelnder Arbeitseinsatz war, der dazu geführt hat, dass er im Studium nicht weitergekommen ist.
Ich persönlich kann es auch noch nachvollziehen, wenn jemand wirklich merkt, dass Studieren nichts für einen ist und man doch lieber etwas ganz anderes machen möchte - allerdings mache ich mir dann doch vorher einen "Plan B" und überlege mir genau, was ich denn eigentlich stattdessen machen will, bevor ich am Ende mehr oder weniger auf der Straße stehe.
Sowohl meine Mutter, als auch ich und der ganze Rest der Familie haben ihm deshalb schon damals dringend dazu geraten, sich nach Ausbildungsmöglichkeiten umzusehen. Allerdings stieß das bei ihm offenbar auf taube Ohren: Nach Abbruch des Studiums sollte es noch Monate dauern, bis er wenigstens einen 450-Euro-Job in einem Laden für Computerspiele angenommen hat, um nicht ganz ohne Job dazustehen. Den Job hat er wohl auch nur deshalb angenommen, weil er selbst (ebenso wie meine Schwester) ein totaler Spielekonsolen-, Manga- und Anime-Fan ist und auch in seiner Freizeit stundenlang vor der Nintendo-Konsole verbringt.
Wer glaubt, dass dieser 450-Euro-Nebenjob nur eine Übergangslösung bleiben sollte, der irrt leider. Seit nunmehr drei Jahren ist aus dem Teilzeit-Job im PC-Game-Laden eine Dauerlösung ohne Aussicht auf ein Ende geworden. Und das ganz sicher nicht, weil es bei uns in der Region (Großstadt, Hochschulstandort, mehrere internationale Konzerne von Weltrang, namenhafte mittelständische Unternehmen, Versicherungen und Dienstleistungsanbieter) an Ausbildungsplätzen mangelt. Im Gegenteil, selten war der Arbeitsmarkt hier so gut wie in den letzten zwei bis drei Jahren. Man sollte meinen, mit Abitur sollte da doch was gehen...
Das Problem ist vielmehr, dass er überhaupt keine Anstalten macht, an seiner derzeitigen Situation was zu ändern. Zwischenzeitlich hat die ganze Familie zusammengeholfen, fast jeden Tag Stellenanzeigen gesammelt und ihm zukommen lassen, damit er sich bewerben kann. Aber offenbar tut er das nicht. Jedenfalls habe weder ich, noch irgendjemand anderes von uns mitbekommen, dass er sich reinhängt und Bewerbungen schreibt, geschweige denn mal ein Vorstellungsgespräch hat. Er setzt zwar immer ein freundliches Grinsen auf und bedankt sich, wenn wir ihm Stellenanzeigen geben, aber insgeheim weiß eigentlich schon jeder, dass es sowieso nichts bringt, weil er nichts daraus macht. Wir vermuten, dass die Stellenanzeigen allesamt im Papierkorb landen...
Dass ihn seine eigene Situation nicht stört, wundert mich bei rückwirkender Betrachtung eigentlich auch nicht: Er geht dreimal die Woche halbtags arbeiten, bekommt seine 450 Euro und wohnt sonst entweder bei seinen Eltern oder bei meiner Mutter zu Hause. Und wenn es bisher mit "Hotel Mama" auch funktioniert hat, warum sollte man dann arbeiten gehen und Geld verdienen? Schließlich bekommt man ja zu Hause das Essen hingestellt, muss sich nicht groß um den Haushalt kümmern und muss noch nichtmal Miete dafür zahlen.
Und genau hierin liegt der Kern des Problems:
Beide wohnen zumindest einen Teil der Woche bei meiner Mutter zu Hause. Aber keiner von den beiden rührt zum Beispiel auch nur einen Finger im Haushalt (auch meine Schwester nicht) - alles, aber wirklich alles, bleibt an meiner Mutter hängen. Beide wären alt genug, um auszuziehen (nochmal zur Erinnerung: Er wird bald 27!); aber das Ausbildungsgehalt meiner Schwester und die 450 Euro ihres Freundes reichen zusammen nicht aus, um sich eine gemeinsame Wohnung zu nehmen. Wenn er endlich seinen Hintern hochbekommen würde und eine Ausbildung anfangen würde, hätten beide schon längst das nötige Kleingeld dafür. Aber auch meine Schwester scheint ihrem Freund kaum Feuer unterm Hintern zu machen, dass er endlich mal auf die Beine kommt einen vernünftigen Job an Land zieht.
Meine Mutter verliert deswegen - verständlicherweise - so langsam die Geduld und würde sie am liebsten rausscheißen. So lange er aber kein besseres Gehalt hat, können sich die beiden keine Wohnung leisten. Und meine Mutter will es auch tunlichst vermeiden, den beiden jeden Monat meinetwegen 300 oder 400 Euro zu überweisen, um die Differenz auszugleichen, die nötig wäre, damit es zum überleben reicht. Denn sie hat die Befürchtung, dass dann indirekt die "Faulheit" des Freundes meiner Schwester wieder nur indirekt "belohnt" wird, weil er dann ja wieder sehen würde, dass es auch so geht und dass es nicht nötig ist, seinen Hintern zu bewegen und eine Ausbildung zu machen.
Gleichzeitig befürchten wir natürlich, dass auch meine Schwester langfristig unter der Faulheit ihres Freundes leidet. Denn wenn er den Rest seines Lebens bei diesem Minijob verharrt, wird niemals das Geld reichen, um gemeinsam "große Sprünge" machen zu können. Dann wird nämlich meine Schwester weitgehend allein für Miete und Lebenshaltungskosten aufkommen dürfen - und somit ihren Freund gewissermaßen "durchfüttern". Viel Geld wird dann nicht mehr übrig bleiben. Wir verstehen einfach nicht, wieso meine Schwester so blind zu sein scheint und das nicht kommen sieht. Und je länger er wartet und sich nicht um einen Ausbildungsplatz kümmert, umso schwieriger wird es für ihn werden, noch jemals Fuß in der Arbeitswelt zu fassen: Er ist jetzt 27 und hat schon jetzt eine Riesen-Lücke im Lebenslauf klaffen - andere arbeiten in dem Alter schon seit 10 Jahren oder haben gerade ihr Studium erfolgreich beendet.
Was also kann man in dieser Situation noch tun? Wie kann man ihm klarmachen, dass es so nicht weitergehen kann? Und wie kann man eventuell auch meiner Schwester endlich mal mit Erfolg vermitteln, dass sie sich so ihre Zukunft selbst verbaut? Hat jemand vielleicht Erfahrungen aus dem eigenen Umfeld mit so einem ähnlichen Fall?
Ich hoffe, irgendjemand blickt da noch durch und weiß Rat. Ich bin inzwischen leider ratlos...
Wie wahrscheinlich die meisten, die hierher finden, bin auch ich im Moment ziemlich mit meinem Latein am Ende. Da es manchmal ja hilft, die Einschätzung völlig Außenstehender einzuholen, hoffe ich einfach, durch die Beiträge hier etwas Klarheit zu gewinnen. Deshalb schon mal vielen Dank an diejenigen, die sich hier mit anderer Leute Probleme beschäftigen ^^. Um zu verstehen, worum es geht, muss ich leider etwas ausholen; ich versuche trotzdem, es so kurz wie möglich zu machen.
Zur Situation:
Meine Schwester (20), wohnt noch bei meiner Mutter zu Hause, bis sie ihre Ausbildung fertig hat (noch ca. 1,5 Jahre), da ihr Ausbildungsgehalt alleine nicht für eine eigene Wohnung samt Lebensunterhalt etc. reicht. Meiner Mutter hat prinzipiell auch kein Problem damit, dass sie noch daheim wohnt; im Gegenteil, ihr ist es eigentlich sogar lieber so, weil es für sie letztlich billiger kommt, als wenn sie meiner Schwester jeden Monat einen gewissen Betrag zur Finanzierung von Miete und Lebensunterhalt überweisen müsste.
Nun hat meine Schwester allerdings auch einen Freund (bald 27), mit dem sie nun schon seit 4 Jahren zusammen ist. Am Wochenende sind sie meistens bei ihm (er wohnt auch noch zu Hause bei den Eltern), unter der Woche wohnen beide dagegen bei meiner Mutter.
Jetzt die Hintergründe zum Problem:
Als sie ihn kennengelernt hat, hatte er gerade sein Abi gemacht. Zunächst schien alles auf eine vielversprechende "Karriere" hinzudeuten: So fing er zunächst an, an der Uni Wirtschaftsingenieurswesen zu studieren. Dann hat er nach einem Semester auf Betriebswirtschaftslehre gewechselt, weil ihm angeblich der Mathe- und Physik-Anteil im Studium nicht lag - was bis dahin auch jeder nachvollziehen konnte und nicht weiter schlimm war. Allerdings hat er dann, noch während des 2. Studiensemesters und vor Ablegung der Modulklausuren auch dieses Studium endgültig geschmissen, mit der Begründung, dass ihm das Studieren allgemein nicht liege. Da waren ich und meine Mutter dann doch etwas baff - zumal wir damals schon den Eindruck hatten, dass es nicht mangelnde "Studierfähigkeit", sondern schlicht und ergreifend mangelnder Arbeitseinsatz war, der dazu geführt hat, dass er im Studium nicht weitergekommen ist.
Ich persönlich kann es auch noch nachvollziehen, wenn jemand wirklich merkt, dass Studieren nichts für einen ist und man doch lieber etwas ganz anderes machen möchte - allerdings mache ich mir dann doch vorher einen "Plan B" und überlege mir genau, was ich denn eigentlich stattdessen machen will, bevor ich am Ende mehr oder weniger auf der Straße stehe.
Sowohl meine Mutter, als auch ich und der ganze Rest der Familie haben ihm deshalb schon damals dringend dazu geraten, sich nach Ausbildungsmöglichkeiten umzusehen. Allerdings stieß das bei ihm offenbar auf taube Ohren: Nach Abbruch des Studiums sollte es noch Monate dauern, bis er wenigstens einen 450-Euro-Job in einem Laden für Computerspiele angenommen hat, um nicht ganz ohne Job dazustehen. Den Job hat er wohl auch nur deshalb angenommen, weil er selbst (ebenso wie meine Schwester) ein totaler Spielekonsolen-, Manga- und Anime-Fan ist und auch in seiner Freizeit stundenlang vor der Nintendo-Konsole verbringt.
Wer glaubt, dass dieser 450-Euro-Nebenjob nur eine Übergangslösung bleiben sollte, der irrt leider. Seit nunmehr drei Jahren ist aus dem Teilzeit-Job im PC-Game-Laden eine Dauerlösung ohne Aussicht auf ein Ende geworden. Und das ganz sicher nicht, weil es bei uns in der Region (Großstadt, Hochschulstandort, mehrere internationale Konzerne von Weltrang, namenhafte mittelständische Unternehmen, Versicherungen und Dienstleistungsanbieter) an Ausbildungsplätzen mangelt. Im Gegenteil, selten war der Arbeitsmarkt hier so gut wie in den letzten zwei bis drei Jahren. Man sollte meinen, mit Abitur sollte da doch was gehen...
Das Problem ist vielmehr, dass er überhaupt keine Anstalten macht, an seiner derzeitigen Situation was zu ändern. Zwischenzeitlich hat die ganze Familie zusammengeholfen, fast jeden Tag Stellenanzeigen gesammelt und ihm zukommen lassen, damit er sich bewerben kann. Aber offenbar tut er das nicht. Jedenfalls habe weder ich, noch irgendjemand anderes von uns mitbekommen, dass er sich reinhängt und Bewerbungen schreibt, geschweige denn mal ein Vorstellungsgespräch hat. Er setzt zwar immer ein freundliches Grinsen auf und bedankt sich, wenn wir ihm Stellenanzeigen geben, aber insgeheim weiß eigentlich schon jeder, dass es sowieso nichts bringt, weil er nichts daraus macht. Wir vermuten, dass die Stellenanzeigen allesamt im Papierkorb landen...
Dass ihn seine eigene Situation nicht stört, wundert mich bei rückwirkender Betrachtung eigentlich auch nicht: Er geht dreimal die Woche halbtags arbeiten, bekommt seine 450 Euro und wohnt sonst entweder bei seinen Eltern oder bei meiner Mutter zu Hause. Und wenn es bisher mit "Hotel Mama" auch funktioniert hat, warum sollte man dann arbeiten gehen und Geld verdienen? Schließlich bekommt man ja zu Hause das Essen hingestellt, muss sich nicht groß um den Haushalt kümmern und muss noch nichtmal Miete dafür zahlen.
Und genau hierin liegt der Kern des Problems:
Beide wohnen zumindest einen Teil der Woche bei meiner Mutter zu Hause. Aber keiner von den beiden rührt zum Beispiel auch nur einen Finger im Haushalt (auch meine Schwester nicht) - alles, aber wirklich alles, bleibt an meiner Mutter hängen. Beide wären alt genug, um auszuziehen (nochmal zur Erinnerung: Er wird bald 27!); aber das Ausbildungsgehalt meiner Schwester und die 450 Euro ihres Freundes reichen zusammen nicht aus, um sich eine gemeinsame Wohnung zu nehmen. Wenn er endlich seinen Hintern hochbekommen würde und eine Ausbildung anfangen würde, hätten beide schon längst das nötige Kleingeld dafür. Aber auch meine Schwester scheint ihrem Freund kaum Feuer unterm Hintern zu machen, dass er endlich mal auf die Beine kommt einen vernünftigen Job an Land zieht.
Meine Mutter verliert deswegen - verständlicherweise - so langsam die Geduld und würde sie am liebsten rausscheißen. So lange er aber kein besseres Gehalt hat, können sich die beiden keine Wohnung leisten. Und meine Mutter will es auch tunlichst vermeiden, den beiden jeden Monat meinetwegen 300 oder 400 Euro zu überweisen, um die Differenz auszugleichen, die nötig wäre, damit es zum überleben reicht. Denn sie hat die Befürchtung, dass dann indirekt die "Faulheit" des Freundes meiner Schwester wieder nur indirekt "belohnt" wird, weil er dann ja wieder sehen würde, dass es auch so geht und dass es nicht nötig ist, seinen Hintern zu bewegen und eine Ausbildung zu machen.
Gleichzeitig befürchten wir natürlich, dass auch meine Schwester langfristig unter der Faulheit ihres Freundes leidet. Denn wenn er den Rest seines Lebens bei diesem Minijob verharrt, wird niemals das Geld reichen, um gemeinsam "große Sprünge" machen zu können. Dann wird nämlich meine Schwester weitgehend allein für Miete und Lebenshaltungskosten aufkommen dürfen - und somit ihren Freund gewissermaßen "durchfüttern". Viel Geld wird dann nicht mehr übrig bleiben. Wir verstehen einfach nicht, wieso meine Schwester so blind zu sein scheint und das nicht kommen sieht. Und je länger er wartet und sich nicht um einen Ausbildungsplatz kümmert, umso schwieriger wird es für ihn werden, noch jemals Fuß in der Arbeitswelt zu fassen: Er ist jetzt 27 und hat schon jetzt eine Riesen-Lücke im Lebenslauf klaffen - andere arbeiten in dem Alter schon seit 10 Jahren oder haben gerade ihr Studium erfolgreich beendet.
Was also kann man in dieser Situation noch tun? Wie kann man ihm klarmachen, dass es so nicht weitergehen kann? Und wie kann man eventuell auch meiner Schwester endlich mal mit Erfolg vermitteln, dass sie sich so ihre Zukunft selbst verbaut? Hat jemand vielleicht Erfahrungen aus dem eigenen Umfeld mit so einem ähnlichen Fall?
Ich hoffe, irgendjemand blickt da noch durch und weiß Rat. Ich bin inzwischen leider ratlos...