Der Verstand begreift die Wirklichkeit, indem er sich Regeln bildet und seine Erfahrungen in eine stimmige und konsistente GesamtSystematik bringt.
Wenn ich etwas korrigieren darf?
Der Verstand versucht die Wirklichkeit zu verstehen und bildet Regeln.
Diese Regeln werden korrigiert, wenn sie sich als falsch erweisen. Darüberhinaus stoßen Menschen immer wieder auf Bereiche, die sie weder genau definieren noch mit bisherigen Regeln einordnen können.
Wenn Menschen ihr Vertrauen in Dinge setzen, die diesem stimmigen Gesamtbild nicht entsprechen, so entsteht Aberglaube. Ich würde diesen harmlos klingenden Terminus (Aberglaube) nicht unterschätzen.
Wenn aber der Glaube dem stimmigen Gesamtbild entspricht, was wäre dann?
Wieviel Leid ist schon über die Welt gekommen durch Menschen, die unter anderem aufgrund von Ängsten und Zwängen sich einem solch abergläubigen Weltbild unterworfen haben? Man muss zu ihrer Entschuldigung sagen, dass sie größtenteils als passive Opfer ihres Aberglaubens betrachtet werden müssen (z. B. durch eine entsprechende Erziehung; wir kennen aus der empirschen Praxis sehr gut, welch verheerende Folgen eine falsch religiöse Erziehung im Sinne des hier von mir Beschriebenen haben kann).
Wir kennen auch die negativen Folgen, wenn eine Gesellschaft den Schwerpunkt von immateriellen Werten zu Gunsten materieller Werte verschiebt. Es stellt sich mir die Frage, an welchen Kriterien Du abergläubisches Verhalten = unstimmiges Gesamtbild festmachst?
Empfehlung: Gib doch mal konkret an, wie Deine Definition von stimmiges Gesamtbild aussieht.
Ich behaupte nicht, dass Nordrheiner vollständig in dieses Bild passt. Vieles spricht dafür. Und deshalb mache ich mir berechtigte Sorgen. Wenn alle Verdrängungsmechanismen mal versagen, kann es zu einem verheerenden Zusammenbruch kommen. Die Frage ist, wie man dem prohylaktisch entgegenwirken kann. Ich behaupte nichts; ich warne nur sorgend.