So, jetzt hatte ich ein langes Telefonat mit der Mitarbeiterin, die in Kontakt mit den Vorbesitzern gestanden hat.
Ja, ich wurde gelinkt. Und der Tierschutzverein übrigens auch. Sie ist zielmich sauer. Ich auch.
Folgender Sachverhalt: die alte Dame ist gestorben, dann schienen lange keine Verwandten aktiv zu werden, also wurden die Katzen rumgeschoben.
Mir hat die Vorstelle erzählt: sie wollten auf keinem Fall, dass die Katzen ins Tierheim kommen oder zu einer Pflegestelle, wo mehrere Katzen rumspringen. sie wollten die Katzen solange versorgen und sich kümmern, bis sich ein fester Halter für sie findet, der sie auf Dauer aufnimmt. Und laut ihnen haben sie den Verein nur um Hilfe gebeten, was die Auswahl an Leuten angeht, die bereit wären, die Katzen aufzunehmen, aber sie auf keinen Fall die Katzen irgendwo hingeben wollten zur Überbrückung.
Eigentlich war es aber so, dass sie von Anfang an wollten, dass die Katzen wegkommen. Sie haben ewig lange auf den Tierschutzverein eingeredet und wollten die Tiere dort abgeben. Die meinten, dass das schwierig ist, da sie nur Freigänger haben und ob sie es schon bei Tierheimen und anderen Vereinen versucht haben - da hieß es, die wollten die Katzen nicht und haben gesagt, dass sie dann eben auf die Straße müssen, wenn sich sonst keiner findet.
Also steht auch die Frage im Raum, warum die anderen Vereine die Katzen angeblich nicht wollten, oder ob sie nicht dort schon bei Pflegestellen waren, wo es nicht geklappt hat. Bei den Tierheimen glaube ich sogar irgendwo, dass die kapituliert haben und meinten, dass sie komplett voll sind und nichts mehr geht.
Auf jeden Fall hat der Tierschutzverein dann gesagt, dass sie als einziges anbieten können, auf diese beiden Katzen hinzuweisen, wenn sich jemand meldet, der zwei Wohnungskatzen sucht. Und dass sie dann die Nummern weitergeben. Und trotzdem wollten die immer noch, dass die die Katzen aufnehmen und haben das mit viel Nachdruck versucht.
Ihr wurden die Katzen auch als völlig unkompliziert und ganz problemlos beschrieben. Und dass man sich bisher die zwei Monate sehr gut um sie gekümmert hat.
Von der angeblichen beruflichen Situation, die es den Vorbesitzern unmöglich macht, sich richtig zu kümmern und dass sie oft mehrere Tage am Stück oder sogar ganze Wochen unterwegs sind, hat die Mitarbeiterin zum ersten Mal gehört - wurde also auch wahrscheinlich als Grund vorgeschoben, um eine Ausrede zu finden, warum man sie nicht behalten kann. Mir haben die das nämlich so erzählt. Ihr nicht.
Nächster Punkt: Jetzt kam raus, dass unregelmäßig gefüttert wurde und es wurde zugegeben, dass doch nicht immer Futterzeiten eingehalten wurden. Der Vorbesitzer meinte aber viermal am Tag und dass Freunde und Nachbarn eingesprungen wären. Der Mitarbeiterin wurde gesagt, dass es nur die Familie war und eben wegen mangelnder Hilfe nicht in der Lage war, sich regelmäßig zu kümmern.
Ich bin jetzt mit ihr so verblieben, dass ich eine Woche noch abwarte, wie sich die Dinge entwickeln. Sie hat mir gesagt, dass es jetzt auch darum geht zu sehen, ob die Katzen sich noch eingewöhnen und sie vielleicht runterkommen, wenn mehr Ruhe einkehrt und sie merken, dass sie regelmäßig Futter und Pflege bekommen.
Laut ihr soll ich sie immer füttern. Und immer nachladen und Futter hinstellen. Solange, bis sie es von selbst stehen lassen. Wenn sie kotzen, soll ich trotzdem wieder Futter hinstellen und das solange, bis sie es von selbst stehen lassen. Sie meinte, eine ihrer Katzen hatte auch diese Panik, immer zu wenig Futter zu bekommen und war immer auf Überleben getrimmt und da hat sie es so gemacht und nach ein paar Monaten hat sich das Problem erledigt. Nach einer Woche war es laut ihr schon viel besser und die Katze hat von sich aus gemerkt, dass sie keine Angst mehr vor Verhungern haben muss.
Aber weiß nicht ... ist das echt eine super Lösung? Die würden locker 10 Beutel am Tag fressen, pro Katze natürlich. Die sind so gierig, die würden vermutlich fressen, ständig kotzen und dann weiterfressen. Was das auch kostet, will ich gar nicht wissen. Auch wenn das natürlich nebensächlich für mich wäre, WENN es wirklich hilft. Gedanken mache ich mir trotzdem.
Auch meinte sie, dass für reine Wohnungskatzen vier Beutel am Tag viel zu viel sind. Und zwei bis drei völlig reichen, eher sogar zwei.
Wenn es nach der einen Woche nicht besser wird und ich merke, dass das Sachen zerstören, das aufdringliche und grenzüberschreitende Verhalten nicht nur am Essen liegt oder diese Störung so tief sitzt, dass da jemand ran muss, der sich mit Katzen auskennt und mit diesen tiefliegenden Problemen besser umgehen kann, dann sucht sie eine Pflegestelle für sie. Oder bringt die Vorbesitzer dazu, die Katzen zurückzunehmen.
Sie war ziemlich sauer und meinte auch, dass sie es unverschämt findet, dass Katzen an mich gegeben wurden, die als "unkompliziert" gelten, es aber dann nicht sind, obwohl ich betont habe, dass ich Anfängerin bin in Sachen Katzenhaltung und ich diesbezüglich ehrlich war. Und noch wütender war sie, weil mir Sachen erzählt wurden, die ihr anders dargestellt wurden oder man ihr gar nicht gesagt hat.
Ich werde jetzt auch mal zwei Tage schauen, wie sie reagieren, wenn ich mehr Fleisch gebe. Wenn sich dann nichts ändert, muss ich eher davon ausgehen, dass es an einer Störung liegt und weil sie vernachlässigt wurden.
Samstag oder Sonntag rufe ich sie dann nochmal an und rede mit ihr über die Gesamtsituation. So sind wir verblieben. Sie hat mir auch ihre eigene Nummer gegeben und mich verstanden. Sie meinte, ich soll nach ein paar Tagen noch nicht voreilig die Katzen aufgeben, aber sie versteht auch, dass für mich als Anfängerin oder allgemein solche Katzen nicht tragbar sind und mich nur fertig machen. Dann muss man mal schauen. Also entweder kommen sie dann zu einer Pflegestelle, oder die Vorbesitzer nehmen sie zurück - aber das finden wir beide nicht so gut. Keine Ahnung, was sie dann vielleicht mit den Katzen machen, wenn sie die von Anfang an dringend weghaben wollten.
Frage an euch: würdet ihr die Katzen jetzt echt ständig füttern? Immer wieder, selbst wenn sie gekotzt haben und ständig neues Futter hinzustellen, solange, bis sie es vielleicht stehen lassen und nur noch essen, wenn sie Hunger haben?