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Volksverdummung - Realität oder bloß subjektive Empfindung?

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 50834
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Gelöscht 50834

Gast
Hallo!
man hört es doch immer wieder: unsere Gesellschaft verdummt. Schuldige werden vielfach ausgemacht. Am Pranger stehen vor allem die Medien.
Und tatsächlich, man hat das Gefühl es leiden immer mehr Menschen, passiv oder aktiv an Dummheit. Dumm ist ein vielgebrauchtes Wort, doch was heißt es eigentlich, wer ist denn nun dumm oder nicht? Ist man dumm, wenn man die Rechtschreibung/Grammatik nicht beherrscht, ist man dumm, weil man schlecht in der schule ist, weil man einen niedrigen IQ hat, weil es einem an Allgemeinwissen mangelt, weil man keine Ironie versteht oder weil man dummes tut, wie forest Gump schon wusste? Und welche taten sind nun dumm oder nicht? Ist es der gesunde mix aus allem? Und woher kommt das? Infektionswege?
Ich finde, die Meinungen gehen da durchaus auseinander...

In letzter Zeit finde ich mich immer wieder in der Situation, dass ich mich über andere Menschen ärgere, weil ich sie als dumm empfinde.
Sind wirklich so viele da draußen die ernsthaft glauben, es sei ein gewisser "buds benzer", der sich durch die alten filme prügelt? oder die meinen, die Todesstrafe sei toll, da die Täter dann fürs nächste mal ihre Lektion gelernt haben? Gibt es noch mehr Menschen, die immer gedacht haben der g8-Gipfel sei eine bergsteigerstaffel, die den k2 erklimmt (kein Witz! Das habe ich tatsächlich mit einer gleichaltrigen in der Berufsschule geklärt...)

Über dieses Thema ist bestimmt jeder schon mal gestolpert. Mich würde einfach mal eure Meinung dazu interessieren. Verdummt die Menschheit? Wer ist in euren Augen dumm und wer ist schuld daran? Wie geht ihr mit dummen Menschen um?
 
Jede Dummheit beginnt mit einer nicht gestellten Frage .....

Habe ich irgendwann mal gehört oder gelesen zu meiner Schulzeit. Von wem das ist, weiß ich allerdings nicht mehr, dürfte Google beantworten können, falls es jemanden interessiert.

Es ist einfacher etwas einfach zu glauben als es selbst in Frage zu stellen, denn wenn die Menschen anfangen, etwas in Frage zu stellen, bedeutet es, dass man sich tatsächlich hinsetzen und sich selbst informieren muss. Es ist daher meist einfach reine Bequemlichkeit, dass man etwas einfach mal pauschal Glauben schenken mag. Das wird in Zeiten des Internets auch um einiges leichter, aber je mehr Menschen anfangen sich bei wirklich unabhängigen Medien zu informieren, desto schwerer werden es die Massenmedien haben.

In der heutigen Zeit, und das ist mir schon desöfteren aufgefallen, wird jeder Mensch, der in der Öffentlichkeit eine andere Meinung vertritt als die "breite Masse" als radikaler hingestellt und entsprechend auch nur noch von den Medienlemmingen wahrgenommen und weil die Medien es vormachen, wie leicht es doch geht, jemanden an den Pranger zu stellen wird das alles auch im privaten Bereich durchgeführt.

Was ist also die Ursache von dem ganzen?

Es gibt keinen Infektionsweg im eigentlichen Sinne, es sind vielmehr mehrere Faktoren, welche hier ineinander greifen. Möchte man dazu gehören, muss man die gleiche Meinung vertreten, das gleiche kaufen, das gleiche machen und vor allen Dingen, nicht hinterfragen, was die Mehrheit denkt, tut oder kauft.

Tut man es doch, wird man in eine Ecke gedrängt, nötigenfalls wird es auch so weit gehen, dass sich welche als der "große" Helfer aufspielen wollen und einen von seiner vermeintlich falschen Ansicht zu befreien und das nötigenfalls mit psychologischen Tricks, worin suggeriert wird, dass man "krank" wäre oder ähnlicher Mist.

Ich Frage mich daher schon sehr oft:

Haben die meisten Menschen nichts aus der Geschichte vom Rattenfänger aus Hameln gelernt?

Macht es das leben einfacher. Mit Sicherheit sogar, denn nichts ist einfacher etwas zu vertreten, was sowieso von der vermeintlichen breiten Masse propangiert wird und man muss dann auch keine eigenen Argumente mehr anbringen, denn das erledigt wohltuend eben diese breite Masse und man selbst hat nicht das Problem hinterfragen zu müssen:

Stimmt das überhaupt alles so?

Doch verkauft man sich auch damit selbst und das verkennt eben diese vermeintliche "breite Masse", denn es ist das eigene Leben, das eigene Selbstwertgefühl und das eigene Selbstbewusstsein was hierbei verloren geht und das nur, weil man sich nicht traut eine Frage nicht zu stellen.

Sich selbst verkauft für eine nicht gestellte Frage ....

Wäre mir ein zu hoher Preis, bin ich ganz ehrlich.
 
Also, habe mir mal eine Dokumentation über Dummheit angeschaut. Der Dokumentation nach wurde das Thema Dummheit bis in die heutige Zeit nur sehr spärlich wissenschaftlich untersucht. Mit der Ausnahme vielleicht, dass sie 1905 erstmals offiziell erfunden wurde, und zwar durch die Einführung des IQ Tests. Wer einen IQ von 0-25 hat gilt als Idiot, 25-50 stehen für einen Schwachkopf, 50-75 für einen Irren, und 75-100 stehen für den Durchschnitt. Darüber hinaus gibt es natürlich noch den Überdurchschnittlichen und das Genie. In den frühen IQ Tests haben die Frauen durchschnittlich besser abgeschnitten als die Männer, aber dann wurde der IQ Test um Sportfragen ergänzt, um dieses Unverhältnis wieder auszugleichen.

Man muss natürlich berücksichtigen, dass Intelligenz sich heutzutage nicht mehr nur nach den Kriterien eines IQ Tests bemisst, sondern z.B. auch durch EQ und "Straßenintelligenz".

Zum anderen ist auch das Alter ein wichtiges Kriterium. Ein Kind z.B., im Alter von 0-7, gilt als Idiot.

Zu Beginn der Doku wurden Passanten auf der Straße gefragt, was für sie Dummheit ist. Abgesehen davon, dass die Antworten alle sehr verhalten und spärlich rüberkamen, kann man anhand der Antworten ohne Weiteres zu der Erkenntnis gelangen, dass alle, also die gesamte Menschheit dumm ist, inkl. der Befragten. Ich schließe mich da auch nicht aus.

Ein schlagendes Argument für die vorhandene und fortschreitende Dummheit aller Menschen wurde auch geliefert. In unserer Welt und zur heutigen Zeit, gibt es unbegrenzte Möglichkeiten. Schulen, Universitäten, Reichtum, konstitutionelle Freiheiten, Bildung, Wissen und natürlich das Internet, um nur einige zu nennen. Aber wenn man sich die Medienlandschaft betrachtet, und den Medienkonsum, dann kommt man unweigerlich zu dem Schluß, dass Dummheit nicht nur existent, sondern gewünscht ist. Man schaue sich nur die Popularität von verdummenden Hollywood-Produktionen an, die Beliebtheit von Soap-Operas oder diese vergnüglichen Sendungen wie Jackass oder "die dümmsten Clips der Welt". Man könnte auch noch den US-Präsidenten George Bush erwähnen, dessen Geheimrezept, die allseits akzeptierte Dummheit war, und viele Beispiele mehr.

Dass ein dummes Volk für die Führung eines Staates und zur "Erhaltung des Volkes" sicher ein unschätzbarer Vorteil ist, ist ganz klar. Aber wie sieht es mit den einzelnen Individuen aus? Auch auf dieser Ebene muss man, sagen, ja, Dummheit ist 'ne super Sache. Denn in vielen Fällen geht von der Dummheit ein enormer Reiz aus. Manchmal wirken dumme Menschen sogar sexy, zumindest kann man sich in Sicherheit wägen, man muss sich selbst nicht als intelligent beweisen, ein Lacher ist bestimmt auch dabei, und oft fühlt man sich in Anwesenheit von dummen Menschen einfach etwas intelligenter und damit besser.

Dummheit behinhaltet auch den Reiz der Aktivität, z.B. dass jemand gegen dass Fenster einer Burger King Filiale kackt, die Treppe hinunterstolpert oder sich bei einem Skateboard-Stunt auf die Fresse legt. Der intelligente Mensch und Grübler hingegen ist doch einfach nur langweilig, der ist den Großteil seiner Zeit mit seinen Gedanken beschäftigt, und auch wenn er mal aktiv ist, scheint er in Gedanken verloren zu sein. Unterhaltung stelle ich mir anders vor. In 3 Sekunden ist ein dummer Mensch schon längst gestolpert, die Treppe runtergefallen, hat in den Busch gekotzt oder einen Pflasterstein in ein Schaufenster geworfen - was für eine Action. Der Grübler hat in dieser Zeit noch nicht mal seinen ersten Satz zu Ende gebracht.
 
ohja ich verstehe nur zu gut was du meinst.
Subjektiv gesehen habe ich ebenfalls den Eindruck.
Statistiken der letzten 20 Jahre besagen aber das Gegenteil. (Ja ich weiß, traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast und eine Quelle hätte ich dazu auch nicht, da mein wissen aus diversen Podcasts stammt 🙂

Für mich persönlich ist Dummheit nicht das "nicht wissen" sondern das "kein Interesse" und die Art wie man mit neuem Wissen umgeht. Menschen die sich für nichts interessieren und nichts hinterfragen oder einfach neue Erkenntnisse bewusst verdrängen, halte ich für dumm. Sätze wie: "warum sollte ich mir das merken, dass brauche ich sowieso nie wieder im Leben" finde ich furchtbar.

Eine (von vielen) Gründen sehe ich persönlich in unserem Schulsystem und ganz besonders bei den aktuellen Lehrern. Im Studium und auch in meinem persönlichen Bekanntenkreis hatte ich mit sehr vielen Lehramtsstudenten zu tun.
Ein Mathelehrer der nicht mal 102 - 48 im Kopf rechnen konnte, ein Erdkunde Lehrer der nicht mal die deutschen Hauptstädte wusste oder ein Deutschlehrer der Genitiv vom Nominativ nicht unterschieden konnte, war keine Seltenheit, viel mehr die Regel! Nicht falsch verstehen, ich will nicht den Beruf Lehrer allgemein schlecht machen, sondern viel mehr meine bisherigen persönlichen Erfahrungen schildern. Es gab natürlich auch positive Ausnahmen, diese beliefen sich aber auf ca. 1 von 7.
Was ich ebenfalls sehr erschreckend fand, wenn ich einfach mal eines ihrer super tollen neuen didaktischen Methoden hinterfrage, habe ich bisher fast immer nur als Antwort bekommen: "darüber habe ich noch nie nach gedacht, uns wurde das so beigebracht also setzen wir es so um". Gesunder Menschenverstand war Mangelware 🙂
Dabei sind die meisten alles andere als dumm. Sie haben meist einfach nur kein Interesse und keine Lust.
Für eine Examensarbeit habe ich mal eine Umfrage erstellt: 150 Lehramtsstudenten wurden gefragt warum sie überhaupt Lehrer werden. 86% der Antworten waren: "weil sie ihr Fachstudium nicht geschafft haben oder weil sie die Arbeitszeiten der Lehrer so toll finden". Bleiben also lediglich 14% die auch wirklich aus eigenem Interesse Lehrer werden wollen.
Daher denke ich das man bereits da viel erreichen könnte, wenn der Lehrerberuf mal wirklich als so wichtig angesehen wird, wie er tatsächlich ist.

Auf der anderen Seite sehe ich auch viele positive Entwicklungen. Hackerspaces und Communities sprießen wie Pilze aus dem Boden. Der Trend geht immer mehr in Richtung Macher- stat reiner Konsumgesellschaft.
 
Dummheit ist relativ.

Allerdings nehme ich auch eine Art Faulheit, sich mit Dingen zu befassen, aus der dann Dummheit resultiert, wahr. Es wird oft eine offensichtliche Pflicht, etwas gegen seine Dummheit zu tun, nicht wahrgenommen.
 
IQ-Tests finde ich nicht besonders aussagekräftig.
Manche Leute (so wie ich) sind fürchterlich in räumlichem Denken oder in "führen sie diese Zahlenreihe logisch fort" und trotzdem nicht unterdurchschnittlich intelligent.
Und, wie schon gesagt wurde, emotionale Intelligenz wird in diesen Dingen so gut wie nie getestet, dabei ist sie auch wichtig.
Ich finde nicht, dass die Leute immer dümmer werden. Es gibt unterschiedliche Interessen (Fußball, Quantenphysik, Mozart, bla bla) und Dinge, für die man sich so überhaupt nicht begeistern kann. Ganz normal, denke ich.
Daher kommt dann auch das "wozu soll ich das lernen? ich werde das nie brauchen" und finde es völlig legitim. Nicht jeder will sich mit allem beschäftigen.
 
Der Titel passt nicht ganz - Volksverdummung meint etwas anderes.



Und tatsächlich, man hat das Gefühl es leiden immer mehr Menschen, passiv oder aktiv an Dummheit.


Menschen, die von anderen als dumm bezeichnet werden, scheinen eben gerade nicht darunter zu leiden.


Dumm ist ein vielgebrauchtes Wort, doch was heißt es eigentlich, wer ist denn nun dumm oder nicht?



Liegt im Auge des Betrachters.




Ist man dumm, wenn man die Rechtschreibung/Grammatik nicht beherrscht,


Kommt darauf an, warum man sie nicht beherrscht.. Kann auch Desinteresse sein. Oder irgendwelche Probleme psychischer Art..



Gibt es noch mehr Menschen, die immer gedacht haben der g8-Gipfel sei eine bergsteigerstaffel, die den k2 erklimmt (kein Witz! Das habe ich tatsächlich mit einer gleichaltrigen in der Berufsschule geklärt...)


Was soll das mit Dummheit zu tun haben?
Ich sehe da keinen Zusammenhang, es sei denn, man kopiert einfach eine der gängigen Meinungen, was als dumm zu bezeichnen sei.



Verdummt die Menschheit?



Auf den ersten Blick habe ich nicht den Eindruck, dass es in diesem Punkt eine Verschlechterung im Vergleich zu früher geben soll.
Und auf den zweiten Blick? Da müsste man sich mehr Zeit nehmen, um die Frage zu beantworten.



Wer ist in euren Augen dumm



"Dumm"... Ist der dumm, der sein Potential an Leben in sich selbst nicht ausschöpft?
Ist der dumm. der sein Leben nicht zu leben wagt oder versteht?
Ist der dumm, der sich kaum verwirklicht? Kaum oder nur sehr geringe Selbsterkenntnis erlangt?
Der, der nicht zu werden wagt, der er ist oder werden könnte?
Ist der dumm, der alle seine Kraft in das Überleben steckt - ich spreche von Menschen in den industrialisierten Ländern -, der also fast nur für die "Sicherheit" lebt?
Ist der dumm, der nie seine "bewährte Abwehrstrategien" verlassen kann, nie den Mut aufbringt, sich selbst zu begegnen?
Ist überhaupt der Mensch dumm, der nie oder nur selten etwas wagt, riskiert?
Ist der dumm, der nie oder kaum mutig handelt?
Ist der dumm, der wesentliche Bereiche der - inneren und/oder äußeren - Wirklichkeit abspaltet, verleugnet, verdreht?
Ist der dumm, der stirbt, ohne gelebt zu haben?

Kaum eine dieser Fragen würde ich pauschal mit Ja oder Nein beantworten - es kommt immer auf den ganz konkreten, einzelnen Menschen an, auf seine Wirklichkeit, die man oft gar nicht im Detail kennt.

Was ist mit den vielen, sehr sehr vielen Menschen, die das Leben nicht wagen, weil sie im Grunde aus Angst wie gelähmt sind?

Das Ausmaß der Verleugnung der inneren und äußeren Wahrheit(en), das Ausmaß der Verleugnung von Zusammenhängen und das Ausmaß eines Zustands, den viele Menschen als Dummheit bezeichnen würden, können ziemlich oft miteinander korrelieren.


und wer ist schuld daran?


Wie viel Verantwortung trägt der Mensch?


Ich denke, viel, sehr sehr viel. Mehr als üblicherweise angenommen wird.


Aber ich finde, das Wort "Schuld" passt nicht.


Verantwortung. Darin sind auch Möglichkeiten.. Nicht nur, was man nicht kann, nicht vermag oder vermocht oder versäumt oder falsch gemacht hat.. Verantwortung gibt einem gleich das Potential, die Möglichkeit in die Hand, etwas zu können, zu handeln, zu leben. Verantwortung ist ein dem Leben zugewandter Ausdruck, ist Ausdruck von etwas Lebendigem. Selbst wenn es die Verantwortung für ein Scheitern ist, für Fehler usw..

Aber, wo fängt die Verantwortung an? Wie viel eigene Wahrheit kann manch einer ertragen, der Schreckliches, Unvorstellbares erleben, durchleben musste (ist sehr viel öfter als allgemein bekannt)?

In einer Gesellschaft, in der die innere Wirklichkeit des Menschen vielleicht das allergrößte Tabu ist, wo die Verleugnung dieser Wirklichkeit eine "Norm" und die Lüge weitestgehend verbreitet ist - welche Möglichkeiten hat ein betroffener Mensch trotzdem noch?


Wie geht ihr mit dummen Menschen um?



Kommt sehr darauf an: Welche Folgen hat es für mich oder für andere? Kann ich etwas daran ändern?

Es ist auch nicht die schlechteste "Übung", immer wenn man geneigt ist, andere als "dumm" zu bezeichnen, sich selbst in die Augen zu schauen: "Bin ich wirklich, wirklich, nicht auch selber dumm?" "Manchmal?" "Nie?" "Nur selten?" "Was ist wahr? Oder will ich mich einfach nur lieber so sehen?" "Wie dumm bin ich denn selbst?" "Verdiene ich es wirklich, nicht als dumm bezeichnet werden zu können?"
Und noch besser, man vergleicht sich nicht mit anderen und versucht zudem die Frage nach eigenen Kriterien der Dummheit zu beantworten.
 
Es wird wohl kaum möglich sein zu ermitteln, ob die Menschen heutzutage tatsächlich dümmer sind als die Menschen, die vor hundert oder zweihundert Jahren oder sogar vor noch längerer Zeit gelebt haben.

Zunächst einmal sind da die Begriffe "Dummheit" und "Intelligenz" - was versteht man darunter? Ich glaube, jeder stellt sich unter diesen Begriffen etwas anderes vor. Manche Menschen wirken auf andere "dumm", weil sie wenig wissen oder können, sind aber in Wahrheit nur zu bequem und hätten eigentlich ein viel größeres Potential, das jedoch ungenutzt in ihnen schlummert. Andere Menschen wiederum machen einen klugen Eindruck, doch wenn man dann genauer hinhört, merkt man, dass sie eigentlich nur Phrasendrescher sind, die nachplappern, was sie irgendwo gehört oder gelesen haben, ohne sich selbst mit diesen Themen zu beschäftigen.
Auch die Frage, was denn nun "Intelligenz" ist, kann kaum beantwortet werden. Ich halte mich doch für eine recht intelligente Person, bin aber schlecht, wenn es um räumliches oder mathematisches Denken geht. Wir haben mal in der Schule so einen Intelligenztest gemacht, und meiner Meinung nach haben diese Tests mit echter Intelligenz nichts zu tun, weil die Aufgaben sehr theoretisch sind Nur, weil jemand sie lösen kann, heißt das nicht, dass dieser Jemand dann im Alltag eine Art Genie ist, welches alle Probleme lösen kann. Gerade Kreativität, emotionale Intelligenz und andere Bereiche, in denen Leistung sich nur schwer messen lässt, werden in solchen Tests eher "außen vor" gelassen.

Auf jeden Fall halte ich es für gut, dass heutzutage fast alle Menschen, gleich welcher sozialer Schicht, in den reichen westlichen Ländern zur Schule gehen und lernen dürfen. Früher war einfachen Leuten das ja oft nicht erlaubt, da kamen die Kinder gar nicht erst in die Schule oder gingen bereits nach wenigen Jahren wieder ab. Bildung war etwas für jene Menschen, die aus den höheren gesellschaftlichen Schichten stammten.
Natürlich kann man sich über die Qualität der heutigen Schulen, des heutigen Unterrichts streiten. Und es gibt ja auch genug Menschen, die in der Schule schlechte Leistungen erbringen, aber eigentlich extrem klug sind und intelligente Lösung selbst auf die komplexesten Problemstellungen finden.

Was ich eher bemerke als Dummheit ist Desinteresse. Viele meiner Mitschüler sind z.B. nicht am aktuellen Weltgeschehen interessiert. Berühmte historische Persönlichkeiten werden nicht mehr gekannt ("Aristoteles, nie gehört", "Keine Ahnung, wer Goethe war..." etc.). Aber oft können die Leute gar nichts für diese Unwissenheit, da Allgemeinbildung im jetzigen Schulsystem meiner Meinung nach zu kurz kommt...
Im Vorteil ist, wer auch in seiner Freizeit liest und sich gerne auf dem Laufenden hält 😉
 
Oftmals liegt die Intelligenz im Gegenteil.

(Im Übrigen möchte ich mir diesen Spruch gerne patentieren lassen 😀. Da das Gegenteil aber wahrscheinlich intelligenter ist, unterlasse ich es lieber. Ist also gewissermaßen ein opensource-Gedanke. Jeder darf ihn unentgeltlich an- und verwenden, ganz nach eigenem Ermessen und Intelligenz.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Dummheit ist der Unwillen, sich selbst schlauerzumachen und hin und wieder was dazuzulernen. Wer aufgrund einer geistigen Behinderung zurückgeblieben und lernunfähig ist, der kann nichts dafür. Wer bislang untaugliche Lehrer hatte, kann auch nichts dafür... vorausgesetzt er erkennt irgendwann, daß es da mehr gibt/geben muß und sich selber kundig macht. Nur hakt es halt häufig an diesem Willen. Man muß Sachen nicht unbedingt lernen, weil man sie braucht, sondern sollte zumindest auch einen groben Überblick über all die Sachen haben, die man wahrscheinlich nie braucht, einfach damit man weiß, daß es so etwas auch gibt. Man weiß ja schließlich nie, was das Leben mal so bringen könnte, und wofür es irgendwann gut sein könnte... oder zu welcher nützlichen Erkenntnis ein vermeintlich unnützer Weg führen kann. Wer sich des Öfteren mal verläuft, kennt die Gegend am Ende vielleicht besser als ein Einheimischer, der immer die gleichen ausgetretenen Wege benutzt, um es im übertragenen Sinne auszudrücken, und Dummheit ist der Unwillen, überhaupt aufzubrechen. Dumm ist auch, wer sich betrügen und verarschen läßt, obwohl er es eigentlich besser wissen müßte. Und da kommen Big Brother, Jackass & Co. ins Spiel, denn was ist dieser Müll in den Medien anderes als der Versuch, die Leute um kostbare Lebenszeit zu betrügen, um Zeit, die sie mit anderen Dingen viel sinnvoller verwenden könnten? Klar, manche sehen sowas als reine Unterhaltung, mal eine Stunde einfach vor der Glotze abhängen, um den stressigen Arbeitstag zu vergessen, sich reinen Nonsens ´reinziehen, der ohnehin gleich wieder vergessen ist und so, da ist nichts dagegen zu sagen.... aber wenn man sich das "Suchtpotential" solcher Sendungen anschaut... da fragt man sich ernsthaft, haben die Leute alle nichts besseres zu tun in und mit ihrem Leben? Deswegen ist es in meinen Augen Quatsch, den Sack (Medien) zu prügeln, wenn der Esel (Konsumenten) gemeint ist. Wer was an der Volksverdummung ändern will, muß sich gezielt die Leute zur Brust nehmen, die sich gern verdummen lassen, aus welchen Gründen auch immer. Nur, so einfach ist das halt nicht, weil sich keiner gern nachsagen läßt, daß speziell er zu dieser Gruppe gehört. Alles in allem ist die Gesamt (!) Bevölkerung heutzutage nämlich viel höher gebildet als die Bevölkerung vor 100 oder mehr Jahren, der Eindruck mit der Volksverdummung ist also tatsächlich ein subjektiver, bei hohem Niveau wirkt schon ein kleines Minus bedrohlicher als wenn das Niveau allgemein ziemlich niedrig liegt.
 
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