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Grenze zwischen Unterschicht und Mittelschicht?

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Die Mittelschicht an Einkommen gemessen sehe ich bei etwa 2.000 € / Monat, die Unterschicht bei etwa 700 € / Monat.

Meines Wissens bzw. Erachtens gibt es niemanden, der im Monat nur 700 EUR verdient. Selbst die Sozialhilfe- bzw. Arbeitslosensätze liegen höher. Meiner Vermutung nach verdienen die meisten Menschen etwa 1.500 bis 1.800 EUR im Monat.

Wobei ich gar nicht mal sagen möchte, dass sie es bekommen, aber verdienen tun sie es schon.

Ich denke nicht, dass irgendein Vollzeitjob es wert oder unwert ist, um nicht mit mindestens 1.500 EUR nach Hause zu gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ok, sagen wir unter 1000 € / Monat. Dazu gehören z.B. Mütter, die halbtags arbeiten (400 € Job); Menschen, die nur etwa 5 € / Std. verdienen und nicht zum Arbeitsamt gehen und welche, die zum Arbeitsamt gehen und aufstocken lassen etc.
 
Ok, sagen wir unter 1000 € / Monat. Dazu gehören z.B. Mütter, die halbtags arbeiten (400 € Job); Menschen, die nur etwa 5 € / Std. verdienen und nicht zum Arbeitsamt gehen und welche, die zum Arbeitsamt gehen und aufstocken lassen etc.

Das mag jetzt zwar unfähr klingen, aber rechnerisch ist es korrekt, dass der, der nur die Hälfte arbeitet, auch nur die Hälfte bekommt.

In anderen Ländern mögen 600 oder 800 EUR als Mindestlohn korrekt sein, aber wenn wir davon ausgehen, dass in Deutschland ein Mindestlohn von 1500 EUR korrekt ist, dann müssen wir nur eine sehr simple Rechnung anstellen.

Ausgehend von einem gemittelten Steuer- und Abgabensatz von etwa einem Drittel bzw. 33% für einen Single, müsste das Bruttoeinkommen bei 1500 EUR / 0,66 liegen, also etwa 2300 EUR. Das wiederum geteilt durch eine 40-Stunden-Woche bzw. etwa 170 Arbeitsstunden im Monat würde einen bundesweiten Mindestlohn von etwa 13 EUR bedeuten.

(Alle Angaben ohne Gewähr.)
 
Das mag jetzt zwar unfähr klingen, aber rechnerisch ist es korrekt, dass der, der nur die Hälfte arbeitet, auch nur die Hälfte bekommt.

Nein, das finde ich fair. Aber oft kann man sich die Umstände nicht aussuchen und muss dann einen Job machen, der nicht genug einbringt. Unfair finde ich deshalb viel mehr, dass das Niveau so weit gesunken ist, dass man dann kaum noch davon leben kann. Das müsste eigentlich nicht sein, hat aber einen Nutzen: je weiter die Löhne sinken, desto weiter kann man die Sozialleistungen kürzen, damit trotz niedrigster Löhne ein Anreiz zum Arbeiten erhalten bleibt.

Irgendwann kann der Lebensstandard der Unterschicht jedoch nicht weiter sinken, denn weniger als Nichts ist Nichts. Deshalb glaube ich, dass die Mittelschicht in die Unterschicht rutschen könnte, während das Vermögen dieser in die oberen Schichten fließt. Somit würde sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnen und die Mittelschicht völlig verschwinden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Solche Begriffe kann man unterschiedlich füllen, definieren.

Mein Vorschlag: Orientierung oder besser Teilhabe am Menschsein. Der "Unterschicht" gelingt dies am wenigsten, der Oberschicht am komfortabelsten. Damit wäre die Fixierung am Materiellen nicht so stark wie bei vielen derartigen Definitionen gegeben. ZB könnte ein verantwortungsloser aber vermögender "Oberschichtler"damit dennoch unter der Kategorie "Unterschicht" laufen. Das Ideal wäre der vernunft- und moralorientierte Mensch. Das hat wohl auch etwas mit dem Begriff "Kultur" zu tun.

Der Begriff "Mittelschicht" wäre in diesem Zusammenhang als statistischer Begriff zu betrachten. Die Masse zwischen Unter- und Oberschicht. Eine genaue Abgrenzung von Unter- und Mittelschicht wäre statistisch betrachtet gar nicht mehr möglich.
 
Nein, das finde ich fair. Aber oft kann man sich die Umstände nicht aussuchen und muss dann einen Job machen, der nicht genug einbringt. Unfair finde ich deshalb viel mehr, dass das Niveau so weit gesunken ist, dass man dann kaum noch davon leben kann. Das müsste eigentlich nicht sein, hat aber einen Nutzen: je weiter die Löhne sinken, desto weiter kann man die Sozialleistungen kürzen, damit trotz niedrigster Löhne ein Anreiz zum Arbeiten erhalten bleibt.

Irgendwann kann der Lebensstandard der Unterschicht jedoch nicht weiter sinken, denn weniger als Nichts ist Nichts. Deshalb glaube ich, dass die Mittelschicht in die Unterschicht rutschen könnte, während das Vermögen dieser in die oberen Schichten fließt. Somit würde sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnen und die Mittelschicht völlig verschwinden.

Verstehe deinen Punkt durchaus.

Auf der anderen Seite:

Löhne sinken nicht. Zumindest nicht absolut, höchstens relativ.
 
Ich komme aus der Mittelschicht.
Der mittleren, würde ich heute
sagen. Früher hat man über sowas
auch nicht geredet. Das war kein
Thema. Jetzt erst, seit ich nicht
mehr Bestandteil dieser Mitte bin,
beschäftige ich mich damit.

Still, leise und klammheimlich
ging es die letzten Jahre abwärts.
Habs erst gar nicht mitgekriegt.
Und immer gearbeitet :mad:

Aber wo bin ich gelandet?
Ist der Grund überhaupt schon
erreicht? Oder schlage ich da
erst als Rentnerin auf. Vermutlich.
Wohin führt die Reise im Moment,
während ich noch arbeite?

Ins Vakuum einer bislang unbekannten,
von den Statistikern noch gar nicht
erfassten Zwischenschicht?

Vielleicht stellen Leute wie ich die
neue Ex-Mittelschicht dar.

Die Exxer.

Die sich noch erinnern, wie das
so in der Mitte war. Wie heimelig und
eben stinknormal.

Und die jetzt nicht wissen, wie sie sich
in der neuen Schicht bewegen sollen.
Was sich da gehört, anstandsmäßig.
Gibt es da noch Höflichkeit? Oder legt
man die vorsorglich mal besser ab?
Ist ja vielleicht doch affig jetzt.
Steh ich in der Schlange an, oder drängel
ich mich lauthals vor?

Wie benimmt man sich da? Laufe ich
mit dem Kopf nach oben oder nach
unten, wenn ich durch die Straßen gehe?
Ach, besser nach unten. Soll mich ja
keiner von den früheren Schichtskollegen
erkennen und bemitleiden.

Ich schäme mich dann schon auch, wenn
ich einen kenne und merke, ich hab wieder
die Jacke an, die vor zwei Jahren schon kurz
im Altkleidersack lag. Ich hab auch noch
die ganz alten Schuhe an. Aber die sind
noch okay, die müssen noch mal zwei
Jahre.

Schnell rüber auf die andre Straßenseite!

Genau. Ich bin eine Exxe. (Exxerin?)

Geld ist grad so vorhanden. Muss ja
auch Benzin kaufen oder Fahrkarte.
Weil ich zur Arbeit muss. Und Klamotten,
die ich zuhause nicht bräuchte. So teure.

Ein Sparguthaben gibt es noch von früher.
Übriggeblieben aus der sicheren Zeit
damals, als jeder was auf der Bank
hatte "für den Notfall". Was nie ange-
rührt wurde. Und was sich heute,
wenn man noch ein Weilchen wartet,
von ganz alleine aufgefressen haben
wird. Einfach so! Ganz ohne Ausgeben.

Uns Exxen darf auch nichts kaputt-
gehen! Wenn was kaputtgeht, müssen
wir sofort anfangen zu jonglieren. Das
ist bezeichnend für die neue Schicht.
Das ständige Jonglieren mit Geld, was
früher einfach da war, als Reserve für
für kaputtgehenden Haushaltskram.
Waschmaschine, Kühlschrank. Oder
für ein neues Auto.

Vom Staat gibt es nichts, da Arbeit
vorhanden ist. Nur reicht mir der Erlös
davon nicht mehr für Aktivitäten, die
der Mittelstand betreibt.

Es reicht mir, um ehrlich zu sein, genau
noch fürs Zuhause-Rumsitzen.

Was nicht per se schlecht ist.
Ich bin ja gern zuhause.
Hab meine Tiere da, die Bücher und
den PC.

Nur früher hätte ich halt weggehen
können, wenn ich gewollt hätte. Ins
Kino etwa oder Essen. Oder Freunde
einladen. Und Einladungen annehmen
können.

Als Exxe bin ich für die auch zu ernst
geworden. Die wollen sich doch weiter
unbeschwert treffen und schön Rotwein
trinken und geistreiche Gespräche
führen. Oder sich wenigstens über ihre
letzten Reisen austauschen.

Schilder gibt es keine, so wie früher
für Hunde vorm Supermarkt, "Ich muss
leider draußen bleiben".

Ich will da selber lieber draußen
bleiben. Freiwillig. Weil mich ihre
Reiseberichte schon lang nicht mehr
interessieren.

 
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