Hallo.
Also ich finde meine Sensibilität auch eher als Belastung, nicht als Gabe oder sonst was. Hätte es vielleicht sein können, wenn ich in ein anderes Leben hineingeboren worden wäre (kann man ja nicht wissen). Diese Sensibilität nutzt nur anderen etwas, mir macht sie nur das Leben schwer. Egal ob das Geräusche, Gerüche, Menschen, tote Tiere an der Straße oder sonst was ist. Selbst in meiner eigenen Familie versteht man mich eigentlich nicht wirklich, weil niemand dort so ist wie ich, oder das nachvollziehen kann.
Alkohol, Drogen oder sowas, davon lasse ich die Finger, das wäre nicht so gut. Zu Neujahr mal ein Schluck Sekt und ich heul sofort, sehr unspaßig.
Mir hilft es wenn es einfach ruhig ist oder wenn einfach mal jemand nett ist und auch Verständnis für mich hat. Da ich aber meistens weiter und vorausschauender denke als andere kommt das nicht so oft vor, dass ich mich auch mal auf jemanden verlassen kann, was echt schade ist. Ansonsten empfinde ich eigentlich nur echte Erleichterung wenn ich in der Natur bin, besonders fließendes Wasser, das beruhigt mich, ich kann stundenlang irgendwo sitzen und nur beobachten.
Erstaunlicherweise kann ich mich tatsächlich in einem ganz kleinen Teil von dem was Black-Bird geschrieben hat wiederfinden, was mich selbst überrascht hat. Ist aber auch nur ein ganz, ganz kleiner Teil. Aber man darf nicht vergessen dass ja auch jeder HSP unterschiedlich ist. Also ich hab bei mir auch schonmal gedacht, dass ich fast immer schwarz und weiss hab, was sich nicht vermischt sondern halt als schwarz und weiss nebeneinander steht. Was problematisch ist zu erklären (oft denken die Leute dann ich lüge oder hab gelogen, weil sie das nicht verstehen können).
Schwarz und weiss steht aber (in diesem Fall) nicht für gut und schlecht, sondern nur für den Gegensatz an sich. Also ich hab z.B. vor vielen fremden Hunden angst (nicht vor allen und wenn hab ich auch Gründe dafür), was mich einschränkt und früher auch nicht so schlimm war - trotzdem ist es so, dass ich eigentlich den Kontakt zu Hunden suche und mich auch für den Umgang interessiere (ich würde sagen, Theorie kann ich, aber Praxis eben nicht, denn da ist ja die Angst). Ich glaube ich kann das nicht richtig erklären. Es ist wohl irgendwie auch paradox. Aber dass ist mir schon bei vielen Sachen aufgefallen. Ich bin z.B. unglaublich freundlich und hilfsbereit, bis zu dem Punkt wo ich merke man nutzt mich aus, dann kann ich unglaublich stur sein (das ist vll. kein so gutes Beispiel).
Allerdings hab ich in meinem Leben auch schon einige Extremsituationen erlebt die mich echt an alle Grenzen gebracht haben, und da ist mir halt aufgefallen, dass da noch mehr ist. Aber das ist auch nur anstrengend, nix tolles.
Das mit dem aussieben und aussuchen und dass das lange dauert, das ist bei mir auch so (oft).
Aber ich brauch nicht von allem das beste, ich erfreue mich an kleinen und einfachen Dingen - aber natürlich, diese Dinge sind für *mich* eben das beste und klar will ich dann irgendwie auch das beste für mich, aber ist doch normal, oder?
Ich finde aber nicht, dass HSP besser (oder schlechter) sind, halt emotionaler, tiefgründiger, sensibler, empfindlicher...und so weiter. Für mich selbst hat das nur Nachteile.
Ich kann z.B. nur ganz schwer Nachrichten schauen, werde ich echt depressiv von. Oder mein Vater, der liest immer die Todesanzeigen in der Zeitung, finde ich gruselig, und er will mir dass dann immer erzählen...gruselig. Er meints nur gut, will mich halt "informieren", wie sehr mich das belastet versteht er nicht.
Vor allem die egoistischen Sachen die Back-Bird schreibt, darin kann ich mich nicht wiederfinden. Ich tue immer für andere mehr als für mich, versuche immer ausgleichend zu wirken und möchte immer den Frieden wieder herstellen und untereinander für Verständnis sorgen. Mich abzugrenzen ist nicht immer leicht. Vor allem wenn ich dann (aus Selbstschutz) beharrlich bleibe, dann kommt das irgendwie egoistisch rüber, dabei gehen einfach manche Sachen nicht mehr.
Jaja, das Leben ist kein Ponyhof (wär aber doch schön )
LG.