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Meine Freundin ist sehr religiös, ich kann nicht damit umgehen

  • Starter*in Starter*in Hannes_28
  • Datum Start Datum Start
hallo nochmal und danke für das feedback.
ich habe mir nun überlegt, meine freundin vor eine art ultimatum zu stellen, indem ich ihr sage, dass ich ihr ihren glauben ja lasse, aber sie mir im gegenzug dann eben auch meinen nichtglauben lassen und mich künftig mehr mit kirchgängen, beten und ähnlichem behelligen soll. bisher habe ich das nie übers herz gebracht, da sie jedesmal anfängt zu weinen, wenn ich ihr sage, dass ich von dem ganzen nichts wissen möchte und sie mich damit in ruhe lassen soll. aber ich sehe im moment (außer trennung) leider keine andere möglichkeit, als dass wir das thema "glaube" einfach totschweigen.. :-(
 
Ich kann dir versichern Gott exestiert unabhaengig von dem was Menschen glauben. So wie die Erde keine Scheibe war obwohl Menschen das glaubten. Es steht dir frei zu glauben was du moechtest. Alles was du tust hat Kosequenzen, deswegen funktioniert es auch nicht das nach dem Tod nichts mehr kommt. Unser Koerper wurde uns als Werkzeug zur Verfuegung gestellt um bestimmte Dinge zu erledigen, begreifen und zu lernen. Du kannst alles glauben was du moechtest und alles wird sich fuer dich dadurch aendern. Was deine Freundin betrifft kannst du ihr sagen, das ihr im Tod nicht vereint bleibt. Der Besuch einer Kirche macht aus einem Menschen keinen Christen oder Glaeubigen und auch keinen guten Menschen genausowenig wie das Gebet. Ich persoenlich bete schon, denn dadurch teile ich mich jemanden mit der ueber mir steht. Ich bin nicht so vermessen zu glauben ich sei die Spitze der Evolution. Gott zwingt niemanden zu glauben, er ueberlasst uns die Wahl. Es stimmt auch nicht das jemand der nicht glaubt, nicht in den Himmel kommt. Es gibt viele Ammenmaerchen ueber Gott. Es stimmt aber das es Gut und Boese gibt. Das Boese wurde von uns erschaffen als wir uns von Gott abgewandt haben. Durch unsere menschliche Gier, durch unseren Egoismus, durch unsere Arroganz..eben durch alles schlechte was der Mensch machen kann. Das war lange vor deiner Zeit, aber die Konsequenz daraus tragen wir alle. Den einen juckts halt mehr, den anderen nicht. Bete wenn du das Gefuehl hast beten zu muessen, aber nicht wenn dich jemand dazu zwingt. Du kannst deiner Freundin auch sagen, das Gott sehr gute Ohren hat und sie ihr Gebet deswegen auch im stillen sprechen kann 🙂
 
hallo Hannes_28,
klingt für mich eher nach evangelikal, als evangelisch. grob betrachtet ähnlich, aber wesentlich offensiver, wie du auch gemerkt hast.
dein ultimatum halte ich für eine relativ sinnvolle lösung, wenn es dich derartig stört. mache ihr deutlich, dass dies eben nicht deine ansichten sind, und du sie auch nie übernehmen wirst, ihre jedoch respektierst. sie sollte dies auch bei den deinigen machen.
wenn sich die situation für euch beide beruhigt und geklärt hat, solltest du auch das thema kinder ansprechen...die kinder jedes wochenende in die kirche, oder in irgendwelche zeltlager zu schicken, ist ebenfalls unnötig, allerdings solltest du den kirchbesuch auch nicht komplett verbieten, die taufe schon gar nicht. könntest sie ja auch fragen, wie Gott es betrachten würde, kinder gegen ihren willen jedesmal irgendwohin zu verfrachten...^^ zusätzlich ist das sicher auch ihrem eigenen erziehungsziel nicht zuträglich, wenn die kinder durch ein übermaß an religiösität eher dagegen aufgebracht werden.
was das laute beten in der öffentlichkeit angeht: wenn sie das vorher leise tat, wird es ihr auch weiterhin leise gelingen. die lautstärke ist egal bei einem gebet. der, an den es geht, hört es in jeder.
in den frühchristlichen gemeinden in der antike waren übrigens verbindungen zwischen gläubigen und nichtgläubigen kein großes problem, da es hieß: "der gläubige partner heiligt den nichtgläubigen" (sinngemäß). sie sollte sich ruhig mit der frühepoche beschäftigen, wenn sie ihren glauben ernst nimmt.
zum schluss noch an dich: du solltest wissen, dass sie es gut meint, und dies nicht betreibt, um dir eins auszuwischen.
ratschläge wie: "sofort schlussmachen" solltest du nicht ernst nehmen. religiös kann man in beide richtungen "gelitten" haben, die eine seite erlebst du bei deiner freundin, das andere extrem gibts aber auch...
viel erfolg und grüße, drücke dir die daumen, dass sie es einsieht
 
Hallo Hannes,
aus eigener Lebenserfahrung würde ich dir folgenden Rat
geben: Wenn du sie wirklich sehr liebst und versuchen willst,
sie aus der Glaubenssache herauszulösen, gibt es nur einen
erfolgversprechenden Ansatz: Lass' dich bewusst auf ihren
Glauben ein und bitte sie, (oder ihren Pfarrer) dir genau die
Textstellen in der Bibel zu zeigen, auf die sie sich bezieht,
wenn sie über die "Hölle" spricht. Besorge dir mehrere unter-
schiedliche Bibelübersetzungen (gibts auch zum Teil im Netz)
der entsprechenden Stellen, idealerweise den griechischen
Urtext samt Übersetzungsvarianten. Wenn man da nämlich
genauer hinschaut, entpuppt sich die ganze "Höllenlehre"
als nicht haltbar (immer vorausgesetzt, man glaubt, dass
die Bibel "die Wahrheit" sagt).
Falls das nicht klappt und sie zum Zweifeln bringt, hinter-
frage, wie sie darauf kommt, die Bibel als quasi "Gott-Ersatz"
zu sehen. Frage sie, wie denn Gott vor der Zeit, als es eine
Bibel gab mit Menschen kommuniziert hat und warum er
das just dann aufgehört hat, als ein paar Bischöfe be-
schlossen haben, dass ab sofort eine Bücher- und Briefe-
sammlung "Gottes Wort" sein sollen (im Grunde ist das ja
eine Gotteslästerung zu glauben, ein so mächtiger Gott
würde sich plötzlich auf einen Text reduzieren, der wie
ein Orakel benutzt wird) - usw. - also innerhalb des Glau-
benssystems nach Ansatzpunkten für Zweifel suchen, nicht
von außen. So lange du "außerhalb" stehst, verstärkst du
ihren "Glaubenswahn" nur.
Das Praktische an solchen Glaubenssystemen ist nämlich,
dass wenn es gelingt an einer Stelle die "Absolutheit" klar
in Zweifel zu ziehen, dass dann das ganze Kartenhaus in
sich zusammen bricht. Ideal scheint mir, die magische
Überhöhung der Bibel in diesen Kreisen als Zielpunkt zu
nehmen - denn alle weiteren Lehren basieren ja darauf,
dass "die Bibel recht hat".

Oder bohre an der Stelle nach: Warum erschafft ein angeblich
"liebender Gott" Milliarden von Menschen, gibt aber nur einer
verschwindend kleinen Minderheit von ihnen überhaupt die
Möglichkeit, nach ihrem Tod "in den Himmel" zu kommen?
Wäre das wahr, hätten wir es mit einem extrem grausamen
und unfairen Wesen zu tun, zudem mit einem kaltherzigen:
erst erschafft es für das "Böse" sehr anfällige Wesen, lässt sie
ein paar Jahre auf einem nicht nur lebensfreundlichen Planeten
leben und diese Jahre sollen gleichzeitig die "Prüfung" dafür
sein, wo diese Wesen (also wir) nach ihrem Tod die "Ewigkeit"
verbringen. Das passt doch nicht zu dem, was z.B. Jesus ge-
lehrt hat oder was den moralischen Kern des Christentums
ausmacht usw.

Ihren Glauben nur "freundlich zu ignorieren" scheint mir in
einer so engen Beziehung weder möglich noch fair. Sie meinst
es wirklich ernst und hat Angst, dich "in der Ewigkeit" nicht
bei sich zu haben und schlimmer noch: in der Hölle schmoren
zu sehen. Wie soll sie sich da in ihrem Himmel erfreuen? Wobei
ich mich an dieser Stelle schon wundere, wie "Gläubige" sich
überhaupt über ihr "Glück" freuen können, wenn sie gleichzeitig
wissen, dass Milliarden von "Ungläubigen" in ewiger Verdammnis
und Höllenfeuer leiden? Dafür muss man schon sehr abgebrüht
egoistisch sein!

Und noch ein Tipp (der auch zum Tragen kommt, falls sie sich
von deinen Zweifeln anstecken lässt): Biete ihr Alternativen an,
wie sie die Welt sehen könnte. Beschäftige dich z.B. mit ver-
schiedenen Philosophen oder anderen, weniger dogmatischen
Religionen. Denn klar ist doch auch: das Bedürfnis, das Leben
inklusive seinem Ursprung, verstehen zu wollen, ist ein zutiefst
menschliches. Diese Art von "Gläubigen" kaufen sich eben ein
"Komplettpaket", weil ihnen jemand vormacht, mit einem Buch
alle Antworten auf die relevanten Fragen zu bekommen, zudem
noch eine moralische Richtschnur fürs ganze Leben, Vergebung
für alle ihre Fehler von höchster Instanz plus ein soziales Netz-
werk von Gleichgesinnten inklusive klare Feindbilder. Das ist
schon ein verlockendes Angebot und wer das als billigen Trick
abtut oder meint, die Leute, die darauf stehen, so zu denken,
wäre geistig minderbemittelt, macht es sich zu leicht. Irgend
eine Anziehungskraft müssen dogmatische Religionen haben,
dass so viele Menschen sich gegen ihren klaren Verstand ent-
scheiden und sich darauf einlassen. Ohne diesen Reiz nachvoll-
ziehen zu können, kann man so etwas nicht adäquat kritisieren,
also in einer Art, die einem "Glaubenssüchtigen" die Augen
öffnet und ihm gleichzeitig einen Ausweg bietet, der ihn nicht
völlig ohne jegliche Orientierung zurücklässt.

Was du tun sollst, wenn sie sich trotz deiner Bemühungen nicht
vom Dogmatischen ihres Glaubenssystems löst, bleibt dir über-
lassen. Wenn du viel Geduld hast, kannst du hoffen, dass es
irgendwann wieder "Klick" macht (kommt öfters vor, als man
denkt), aber es könnte auch sein, dass das nie passiert ...

Alles Gute!
Werner
 
Oh weia....
Lieber TE, wie hältst du das aus um Himmels Willen ?! 😱

Ich meine.....man kann religiös sein, ok. Ist ja kein Geburtsfehler. Ich denke, jeder muss seinen Weg, auch im Spirituellen , finden, jeder muss für sich selber rausfinden, was für ihn gut und die Wahrheit ist.
Aber dass deine Freundin so dermaßen versucht dir ihren Willen aufzuzwingen und dich quasi zu Veranstaltungen zu zwingen, wo Andersdenkende dermaßen herablassend verunglimpft werden, finde ich auf gut deutsch gesagt sch**ße von ihr!
Wenn sie meint, dass sie in ihrer Form des Christentums ihr Seelenheil findet, bitte, aber ich denke, wirkliche Liebe zeigt sich auch darin, dass man seinen Partner so respektiert, wie er ist!

Ich praktiziere seit fast 9 Jahren recht ernsthaft den Buddhismus. Ok, ich bin keine "Blümchenbuddhistin", aber das ist hier auch nicht Thema.
Mein Freund ist kein Buddhist, toleriert aber, dass ich praktiziere und im gegenzug nehme ich ihn so wie er ist.
Anders wäre eine Liebesbeziehung für mich gar nicht denkbar!

Ganz ehrlich, deine Freundin scheint mir sehr, sehr eng in ihrem Denken zu sein und ich bezweifle, dass ihr so eine Zukunft miteinander habt......
 
Ob die Beziehung bei ihrer Bigotterie noch Sinn ergibt, kannst nur du entscheiden.

Ich würde ihr keine Bigotterie unterstellen. Es scheint ihr Ernst zu sein, ich kann keine Doppelmoral aus dem Geschriebenen erkennen.

Trennung und zwar augenblicklich

Das ist in Internetforen immer so leicht forderbar.

Ich halte die Fortführung der Beziehung auch für schwierig. Ich verstehe, dass Du sie nicht in die Kirche begleiten möchtest (und es klingt tatsächlich nach einer evangelikalen Freikirche, in herkömmlichen evangelischen Kirchen ist jeder willkommen und es wird den "Nichtgläubigen" auch nicht permanent mit der Hölle gedroht oder impliziert, sie seien es nicht Wert, beachtet zu werden), aber ich würde mir zum Beispiel das Beten nicht verbieten lassen. Ob nun vor dem Essen oder fünfmal gen Mekka, ist eigentlich egal. Aber jemanden zum Mitbeten zwingen zu wollen, ist auch verkehrt, das Gebet ist schon etwas sehr persönlich und nur Dahersagen dann wirklich bigott.

Auch frage ich mich, wie und wo Ihr Euch kennengelernt habt?
 
Ich würde ihr keine Bigotterie unterstellen. Es scheint ihr Ernst zu sein, ich kann keine Doppelmoral aus dem Geschriebenen erkennen.

Das bedeutet Bigotterie auch nicht! 🙂
Der Begriff ist schon durchaus zutreffend!


Das ist in Internetforen immer so leicht forderbar.

Siehe unten...

Ich halte die Fortführung der Beziehung auch für schwierig. Ich verstehe, dass Du sie nicht in die Kirche begleiten möchtest (und es klingt tatsächlich nach einer evangelikalen Freikirche, in herkömmlichen evangelischen Kirchen ist jeder willkommen und es wird den "Nichtgläubigen" auch nicht permanent mit der Hölle gedroht oder impliziert, sie seien es nicht Wert, beachtet zu werden), aber ich würde mir zum Beispiel das Beten nicht verbieten lassen. Ob nun vor dem Essen oder fünfmal gen Mekka, ist eigentlich egal. Aber jemanden zum Mitbeten zwingen zu wollen, ist auch verkehrt, das Gebet ist schon etwas sehr persönlich und nur Dahersagen dann wirklich bigott.

Auch frage ich mich, wie und wo Ihr Euch kennengelernt habt?

Ja stimmt!
Das ist, was mir auch immer Sorgen macht, wenn ich trotzdem dazu rate...

Doch wir können nur, nüchtern raten, weil wir das Gefühl zwischen Liebenden nicht nachempfinden können.
Und zudem ändern sich Gefühle, werden getötet durch Egoismus und Wahn.
Oder ganz einfach nur durch tägliche Banalitäten, die nicht aufgearbeitet werden.

Daher kann ich persönlich und wahrscheinlich alle, nur aus Lebenserfahrung raten, zudem ohne jegliche Garantie.
Wer letzteres allerdings für sich reklamiert, wie GAST behauptet, "garantieren" zu können, dass es Gott gäbe, handelt unlauter.
Zudem, wäre zu hinterfragen, von welchem Gott wir sprechen...

Nun gibt es zu dieser Konstellation, wie hier vom TE beschrieben, zahllose Beispiele, die eben mit viel Leid, wenn man zudem Kinder hat, gescheitert sind.

Ich persönlich würde sagen, wenn du sie liebst, lieber TE, dann lässt du sie ziehen.
Sie wird nicht glücklich sein, mit deiner Toleranz. Sie hat einen unbarmherzig fordernden Glauben, der keine Toleranz duldet. Dieser akzeptiert nur Unterwerfung, die aber mit einer Menschenwürde unvereinbar ist.
 
Ohne jetzt Haare spalten zu wollen:

Bigotterie meint übertriebene Frömmlerei, nicht selten gepaart mit Scheinheiligkeit.

Und das kann ich den Zeilen des TEs nicht entnehmen. Da ist eine junge Frau, die ihren Glauben sehr ernst nimmt. Es ist nicht zu ersehen, dass sie dies nur dem Anschein nach tut oder nicht hinter ihren eigenen Worten steht.

Nur mit dem erzwungenen Gebet, das könnte man als Bigotterie auslegen, denn beten ohne es zu meinen oder zu wollen, kommt einer Lüge gleich.
 

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