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Gast
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Hallo liebes Forum!
Ich bin sehr ratlos und traurig über eine für mich total ungerechte Situation... Mein Vater starb letztes Jahr, viel zu jung und unerwartet. Das allein wäre schlimm genug und das Ende meiner Welt gewesen. Doch zudem habe ich eine Tante (seine Schwester) die nun daraufhin zunehmend die Familie gegen mich aufhetzt. Und ich weiß nicht wie ich mich dagegen wehren könnte...
Vorab ein wenig zur Erklärung: Mein Vater kam aus einer sehr schwierigen Familie und er, sowie seine Geschwister hatten eine harte Kindheit. Ehrlich gesagt hat jeder von ihnen psychisch eine ziemliche Macke dank dieser Eltern (meiner Großeltern) mitbekommen. So kam es dass die Kontakte unter den Geschwistern sowieso immer etwas distanzierter, schwierig oder zwischen einigen auch von Streit zerrüttet waren. Mein Vater war dabei eigentlich noch derjenige der am meisten mit den anderen auskam und zu fast allen Geschwistern einen guten Draht hatte. Ich sah jene Onkel und Tanten während ich als Scheidungskind aufwuchs doch öfter mal und mochte sie. Dennoch hätte es umgekehrt nie so eine familiäre Eingebundenheit für mich gegeben, dass ich mal einen Geburtstagsgruß o.ä. von einem der Geschwister meines Vaters bekommen hätte.
Nun zu meinem Problem: Die Schwester meines Vaters hatte bis zu seinem plötzlichen Tod seit zehn Jahren zuvor keinen Kontakt mehr zu ihm. Dafür gibt sie allein mir die Schuld und stilisiert mich nun zunehmend in der ganzen Verwandschaft zum bösartigen Drachen hoch. Das tut mir sehr sehr weh und ich empfinde es als extrem ungerecht. Zumal ich der letzte Mensch bin der irgendwem etwas böses wollen würde und mir der Bruch zwischen ihr und meinem Vater ohnehin sehr leid tat. Gleichzeitig sind meine eigenen Verhältnisse zu den anderen Geschwistern meines Vaters aus zuvor beschriebenen Gründen leider nie tief genug geworden als dass ich mich jetzt an sie wenden und meine Sichtweise schildern bzw. jener Tante damit Parolie bieten könnte.
Der Hintergrund ihrer Vorwürfe ist folgender: Jene Tante lebt seit Jahrzehnten sehr weit weg im Ausland. Ich kannte sie als Kind nur von einigen Besuchen die sie bei uns in der Heimat gemacht hatte. Immer schon galt sie in der ganzen Familie als sehr dominant und streitsüchtig, hatte zu den wenigsten der Geschwister Kontakt. Mein Vater verstand sich aber meist gut mit ihr, also schickte er mich dann als Teenager zu meiner ersten selbstständigen Reise zu Ihr. Ich war zwei Wochen bei ihr zu Besuch. Während dieser Zeit erzählte sie mir von früh bis spät eigentlich nur extrem bösartige Dinge über andere Menschen, eigentlich über jeden einzelnen, selbst über unsere Familie oder über ihre angeblichen Freundinnen, die sie fünf Minuten vorher grade noch überschwenglich gegrüßt hatte... Ich empfand sie als stark verbittert und als jemanden der mich wahnsinnig einschüchterte.... ich war damals wirklich noch sehr unsicher, wollte nur ein braver Gast sein und hätte mich garantiert nicht getraut gegen sie aufzumucken. Hinzu kam aber, dass sie sich zu jener Zeit grade im Zuge einer eigenen Identitätskrise einer neuen Glaubensrichtung angeschlossen hatte - hierzu zählte eine Art Selsthilfegruppen-Philosopie wie jeder sein eben verändern müsse. Diese wollte sie mir auf Teufel komm raus aufzwängen. Ich wurde also von ihr von früh bis spät analysiert... die Art wie ich saß, jede Geste, jedes Wort... alles beobachtete sie und hielt es mir permanent als Beweis dafür wie "krank und therapiebedürftig" ich sei vor. Ich fühlte mich wie ein völlig hilfloses Kaninchen vor der Schlange. Da ich in meinem Leben bis dahin wirklich schon einige schlimme Dinge erlebt hatte, riss meine Tante auch jede dieser Wunden bei mir wieder auf und brachte mich einige Male sehr zum weinen. Und ich konnte weder weg, noch mit jemandem reden... ich war ja zum ersten Mal in meinem Leben allein von zuhause weg, tausende Kilometer... zudem war ich minderjährig und durfte von daher auch gar nicht allein ausbrechen. Und um meiner Tante die Stirn zu bieten war ich viel zu schüchtern, zumal ich auch meinem Vater keine "Schande" machen wollte während ich als seine Tochter bei seiner Schwester zu Gast war. Ihn anzurufen und schlecht von ihr zu sprechen, wäre für mich schon gar nicht in Frage gekommen. Also war mein einziges Ventil an diesem Ort mein Tagebuch...
Jenes hat meine Tante dann beim Durchwühlen meiner Tasche ganz unten unter meinen Sachen gefunden und gelesen als ich an einem Tag kurz mit meiner älteren Cousine aus dem Haus war. Als ich also in ihr Haus zurückkehrte, erwartete mich die Hölle auf Erden. Sie hat mich beschimpft, niedergemacht, mir gedroht mich bei meinem Vater derartig schlecht zu machen, dass er nie wieder mit mir reden würde sobald ich nachhaus käme und vor meiner Nase ihren Freundinnen erzählt was für eine grauenhafte Person ich sei. Sie stellte es so dar als hätte ich sie als aufopferungsvolle Gastgeberin bei dritten Personen extrem undankbar und hinterhältig schlechtgeredet. Das hatte ich natürlich mit keiner Silbe... Wie auch? Ich hatte damals noch nichtmal ein Handy, dort keinen Internetzugang und das einzige Telefon im Haus hatte meine Tante doch durchgehend im Blick. Ich hatte also lediglich in meiner Hilflosigkeit unter dem krassen Druck meiner Tante meine Gefühle in mein persönliches Tagebuch niedergeschrieben. Da sie jedoch niemandem gegenüber ihr eigenes Fehlverhalten, es aus meinen Sachen gewühlt und gelesen zu haben, zugeben wollte, verdrehte sie später einfach überall die Fakten und dachte sich ganz andere Gründe aus weshalb ich plötzlich so eine schreckliche Person für sie sei.
Als ich danach jedenfalls nachhause flog und wusste, dass meine Tante vorher auch meinen Vater angerufen und mich bei ihm, wie mir schon angedroht, schlecht gemacht hatte, war ich in totaler Panik... ich dachte schon er würde mich nun hassen und nie wieder mit mir sprechen. Doch mein Vater empfing mich am Flughafen mit einer herzlichen Umarmung und sagte mir er kenne mich, und auch seine Schwester, schon gut genug um sich seine eigene Meinung über diese Geschichte bilden zu können. Dennoch wollte er natürlich auch von mir wissen was im einzelnen bei meiner Tante vorgefallen sei. Ich habe es ihm aus meiner Sicht ehrlich erzählt, ihm aber gleich auch dazu gesagt, dass ich nicht möchte, dass dies nun zwischen ihm und seiner Schwester stünde.... Dass ich nicht möchte, dass er meinetwegen nicht mehr mit ihr spricht.
Dennoch brach der Kontakt zwischen den beiden von da an. Ich habe später in all den folgenden Jahren oft meinem Vater gegenüber gesagt, dass er doch bitte wieder mit seiner Schwester sprechen solle, dass ich nicht der Keil sein möchte. Er sagte darauf mir gegenüber, dass er schon immer sehr viel von ihr erduldet und tolleriert hätte, dass die Geschichte mit mir für ihn nur der letzte Tropfen gewesen sei, der das Fass zum Überlaufen gebracht hätte.... Es hätte ihn sehr verletzt, dass er selbst immer so viel für seine Schwester getan hätte, doch sie dann im Gegenzug sein Kind (mich) so behandelte, welches er ihr anvertraut hätte. Wichtiger sei für ihn jedoch, dass seine Schwester bei allen folgenden Kontaktversuchen (Briefe) nur selbstherrlich auf dem hohen Ross gesessen und weiter darauf gepocht hätte selbst alles richtig gemacht zu haben und dass sie an nichts schuld sei. Mein Vater sagte dazu, dass allein diese Haltung seiner Schwester ihn abschreckte mit ihr als Person Kontakt haben zu wollen. Ich selbst habe das ganze wie gesagt sehr traurig gefunden und sehr bedauert. Meine Tante habe ich nie wieder gesehen oder gesprochen... Erst auf der Beerdigung meines Vaters. Ein Jahrzehnt später.
Als meine Tante vom Tod meines Vaters erfuhr, reiste sie sofort zum Beerdigungsinstitut und sah ihren Bruder dann nach all den Jahren in einem Sarg wieder... Ich finde das unendlich traurig. Und soweit ich weiß, hat sie an seinem Sarg dann auch, grade wegen dieses großen Bedauerns, fürchterliche Tränen vergossen.
Doch ab da erzählte sie allen anderen sie hätte nun meinetwegen Angst überhaupt zur Beerdigung zu gehen, sie würde sich unerwünscht fühlen etc... dabei hatte ich sie seit jedem Besuch als Teenager nie mehr gesehen und hatte keinerlei Groll gegen sie. In all der Trauer um meinen Vater hatte ich auch wirklich andere Sorgen... Dass sie als seine Schwester natürlich eine Einladung zur Beerdigung bekam und dass ich freundlich auf sie zuging, war für mich völlig selbstverständlich. Umgekehrt wurde ich jedoch schon auf der Trauerfeier meines Vaters sehr perfide und gemein von jener Tante attackiert... als wäre der Verlust meines einzigen Elternteils nicht schon schlimm genug für mich gewesen....
Dann verlangte jene Tante per SMS diverse wertvolle Erbstücke meines Vaters - ich gab sie ihr ohne Widerworte und ohne jeden Anspruch ihrerseits. Dafür hörte ich nie ein Danke, - im Gegenteil: Von allen Seiten aus der Verwandschaft hörte ich seither nur zunehmend wie sie mich für das verlorene Verhältnis zu meinem Vater verantwortlich und schlecht machte.
Wie gesagt, unsere Familie ist leider ohnehin nicht so eng... Aber ich habe zumindest einen Onkel der mich, und andere, immer zu Weihnachten und zu besonderen Geburtstagen mit einläd. Das Verhältnis ist aber leider recht oberflächlich, er spricht nicht wirklich mit mir, wenn ich dann auf seinen Feiern zu Gast bin... nur eben die ganz höflichen, oberflächlichen Floskeln eines Gastgebers. Dennoch war er aber immer herzlich und nett zu mir. Als ich aber vor kurzem auf seinem Geburtstag war, giftete er mich plötzlich ohne jeden Anlass richtig an... er machte eine sehr verächtliche Bemerkung, so als sei ich die Bösartigkeit in Person. Dabei habe ich in meinem ganzen Leben nie ein annähernd unfreundliches Wort mit meinem Onkel gewechselt und er hat garantiert nie etwas schlechtes von mir erlebt. Doch besagte Tante war auch anwesend und an jenem Abend kam dann auch ihr Sohn (den ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen hatte!) auf mich zu und sprach mich offen auf meine "Bösartigkeit" was seine Mutter betrifft an. Ich wollte ihm meine Sicht schildern, da unterbrach er mich und meinte ich bräuchte gar nicht erst versuchen ihm irgendeinen Mist zu erzählen, er wisse so oder so schon ganz genau was ich für eine Person sei. Die Tochter meiner Tante (seine Schwester) war hingegen noch erstaunlich nett an jenem Abend (wobei ich mich mit ihr ja auch immer nur gut verstanden hatte und sie seit der Beerdigung meines Vaters das erste Mal wieder sah). Doch nun, grade eben, hat sie mir wortlos bei Facebook die Freundschaft gekündigt. Eine andere Schwester meines Vaters, zu der ich immer einen guten Draht hatte, hat mir bezüglich jener anderen Tante auch aufs Brot geschmiert, dass ich an deren Unglück (meinen Vater erst im Sarg wiedergesehen zu haben) Schuld sei....
Dieser Vorwurf ist natürlich allein schon etwas sehr, sehr schlimmes und lastet sehr auf meinem Herzen. Dass ich nun aber, zusätzlich zum Verlust meines Vaters den ich über alles geliebt habe und der mein einziges Elternteil war, auch noch wegen dieser Tante zum bösartigen, schwarzen Schaf der Familie gemacht und dadurch noch weiter isoliert werde, verkrafte ich kaum.
Wie soll ich damit umgehen? Habt Ihr vielleicht einen Rat?
Ich bin sehr ratlos und traurig über eine für mich total ungerechte Situation... Mein Vater starb letztes Jahr, viel zu jung und unerwartet. Das allein wäre schlimm genug und das Ende meiner Welt gewesen. Doch zudem habe ich eine Tante (seine Schwester) die nun daraufhin zunehmend die Familie gegen mich aufhetzt. Und ich weiß nicht wie ich mich dagegen wehren könnte...
Vorab ein wenig zur Erklärung: Mein Vater kam aus einer sehr schwierigen Familie und er, sowie seine Geschwister hatten eine harte Kindheit. Ehrlich gesagt hat jeder von ihnen psychisch eine ziemliche Macke dank dieser Eltern (meiner Großeltern) mitbekommen. So kam es dass die Kontakte unter den Geschwistern sowieso immer etwas distanzierter, schwierig oder zwischen einigen auch von Streit zerrüttet waren. Mein Vater war dabei eigentlich noch derjenige der am meisten mit den anderen auskam und zu fast allen Geschwistern einen guten Draht hatte. Ich sah jene Onkel und Tanten während ich als Scheidungskind aufwuchs doch öfter mal und mochte sie. Dennoch hätte es umgekehrt nie so eine familiäre Eingebundenheit für mich gegeben, dass ich mal einen Geburtstagsgruß o.ä. von einem der Geschwister meines Vaters bekommen hätte.
Nun zu meinem Problem: Die Schwester meines Vaters hatte bis zu seinem plötzlichen Tod seit zehn Jahren zuvor keinen Kontakt mehr zu ihm. Dafür gibt sie allein mir die Schuld und stilisiert mich nun zunehmend in der ganzen Verwandschaft zum bösartigen Drachen hoch. Das tut mir sehr sehr weh und ich empfinde es als extrem ungerecht. Zumal ich der letzte Mensch bin der irgendwem etwas böses wollen würde und mir der Bruch zwischen ihr und meinem Vater ohnehin sehr leid tat. Gleichzeitig sind meine eigenen Verhältnisse zu den anderen Geschwistern meines Vaters aus zuvor beschriebenen Gründen leider nie tief genug geworden als dass ich mich jetzt an sie wenden und meine Sichtweise schildern bzw. jener Tante damit Parolie bieten könnte.
Der Hintergrund ihrer Vorwürfe ist folgender: Jene Tante lebt seit Jahrzehnten sehr weit weg im Ausland. Ich kannte sie als Kind nur von einigen Besuchen die sie bei uns in der Heimat gemacht hatte. Immer schon galt sie in der ganzen Familie als sehr dominant und streitsüchtig, hatte zu den wenigsten der Geschwister Kontakt. Mein Vater verstand sich aber meist gut mit ihr, also schickte er mich dann als Teenager zu meiner ersten selbstständigen Reise zu Ihr. Ich war zwei Wochen bei ihr zu Besuch. Während dieser Zeit erzählte sie mir von früh bis spät eigentlich nur extrem bösartige Dinge über andere Menschen, eigentlich über jeden einzelnen, selbst über unsere Familie oder über ihre angeblichen Freundinnen, die sie fünf Minuten vorher grade noch überschwenglich gegrüßt hatte... Ich empfand sie als stark verbittert und als jemanden der mich wahnsinnig einschüchterte.... ich war damals wirklich noch sehr unsicher, wollte nur ein braver Gast sein und hätte mich garantiert nicht getraut gegen sie aufzumucken. Hinzu kam aber, dass sie sich zu jener Zeit grade im Zuge einer eigenen Identitätskrise einer neuen Glaubensrichtung angeschlossen hatte - hierzu zählte eine Art Selsthilfegruppen-Philosopie wie jeder sein eben verändern müsse. Diese wollte sie mir auf Teufel komm raus aufzwängen. Ich wurde also von ihr von früh bis spät analysiert... die Art wie ich saß, jede Geste, jedes Wort... alles beobachtete sie und hielt es mir permanent als Beweis dafür wie "krank und therapiebedürftig" ich sei vor. Ich fühlte mich wie ein völlig hilfloses Kaninchen vor der Schlange. Da ich in meinem Leben bis dahin wirklich schon einige schlimme Dinge erlebt hatte, riss meine Tante auch jede dieser Wunden bei mir wieder auf und brachte mich einige Male sehr zum weinen. Und ich konnte weder weg, noch mit jemandem reden... ich war ja zum ersten Mal in meinem Leben allein von zuhause weg, tausende Kilometer... zudem war ich minderjährig und durfte von daher auch gar nicht allein ausbrechen. Und um meiner Tante die Stirn zu bieten war ich viel zu schüchtern, zumal ich auch meinem Vater keine "Schande" machen wollte während ich als seine Tochter bei seiner Schwester zu Gast war. Ihn anzurufen und schlecht von ihr zu sprechen, wäre für mich schon gar nicht in Frage gekommen. Also war mein einziges Ventil an diesem Ort mein Tagebuch...
Jenes hat meine Tante dann beim Durchwühlen meiner Tasche ganz unten unter meinen Sachen gefunden und gelesen als ich an einem Tag kurz mit meiner älteren Cousine aus dem Haus war. Als ich also in ihr Haus zurückkehrte, erwartete mich die Hölle auf Erden. Sie hat mich beschimpft, niedergemacht, mir gedroht mich bei meinem Vater derartig schlecht zu machen, dass er nie wieder mit mir reden würde sobald ich nachhaus käme und vor meiner Nase ihren Freundinnen erzählt was für eine grauenhafte Person ich sei. Sie stellte es so dar als hätte ich sie als aufopferungsvolle Gastgeberin bei dritten Personen extrem undankbar und hinterhältig schlechtgeredet. Das hatte ich natürlich mit keiner Silbe... Wie auch? Ich hatte damals noch nichtmal ein Handy, dort keinen Internetzugang und das einzige Telefon im Haus hatte meine Tante doch durchgehend im Blick. Ich hatte also lediglich in meiner Hilflosigkeit unter dem krassen Druck meiner Tante meine Gefühle in mein persönliches Tagebuch niedergeschrieben. Da sie jedoch niemandem gegenüber ihr eigenes Fehlverhalten, es aus meinen Sachen gewühlt und gelesen zu haben, zugeben wollte, verdrehte sie später einfach überall die Fakten und dachte sich ganz andere Gründe aus weshalb ich plötzlich so eine schreckliche Person für sie sei.
Als ich danach jedenfalls nachhause flog und wusste, dass meine Tante vorher auch meinen Vater angerufen und mich bei ihm, wie mir schon angedroht, schlecht gemacht hatte, war ich in totaler Panik... ich dachte schon er würde mich nun hassen und nie wieder mit mir sprechen. Doch mein Vater empfing mich am Flughafen mit einer herzlichen Umarmung und sagte mir er kenne mich, und auch seine Schwester, schon gut genug um sich seine eigene Meinung über diese Geschichte bilden zu können. Dennoch wollte er natürlich auch von mir wissen was im einzelnen bei meiner Tante vorgefallen sei. Ich habe es ihm aus meiner Sicht ehrlich erzählt, ihm aber gleich auch dazu gesagt, dass ich nicht möchte, dass dies nun zwischen ihm und seiner Schwester stünde.... Dass ich nicht möchte, dass er meinetwegen nicht mehr mit ihr spricht.
Dennoch brach der Kontakt zwischen den beiden von da an. Ich habe später in all den folgenden Jahren oft meinem Vater gegenüber gesagt, dass er doch bitte wieder mit seiner Schwester sprechen solle, dass ich nicht der Keil sein möchte. Er sagte darauf mir gegenüber, dass er schon immer sehr viel von ihr erduldet und tolleriert hätte, dass die Geschichte mit mir für ihn nur der letzte Tropfen gewesen sei, der das Fass zum Überlaufen gebracht hätte.... Es hätte ihn sehr verletzt, dass er selbst immer so viel für seine Schwester getan hätte, doch sie dann im Gegenzug sein Kind (mich) so behandelte, welches er ihr anvertraut hätte. Wichtiger sei für ihn jedoch, dass seine Schwester bei allen folgenden Kontaktversuchen (Briefe) nur selbstherrlich auf dem hohen Ross gesessen und weiter darauf gepocht hätte selbst alles richtig gemacht zu haben und dass sie an nichts schuld sei. Mein Vater sagte dazu, dass allein diese Haltung seiner Schwester ihn abschreckte mit ihr als Person Kontakt haben zu wollen. Ich selbst habe das ganze wie gesagt sehr traurig gefunden und sehr bedauert. Meine Tante habe ich nie wieder gesehen oder gesprochen... Erst auf der Beerdigung meines Vaters. Ein Jahrzehnt später.
Als meine Tante vom Tod meines Vaters erfuhr, reiste sie sofort zum Beerdigungsinstitut und sah ihren Bruder dann nach all den Jahren in einem Sarg wieder... Ich finde das unendlich traurig. Und soweit ich weiß, hat sie an seinem Sarg dann auch, grade wegen dieses großen Bedauerns, fürchterliche Tränen vergossen.
Doch ab da erzählte sie allen anderen sie hätte nun meinetwegen Angst überhaupt zur Beerdigung zu gehen, sie würde sich unerwünscht fühlen etc... dabei hatte ich sie seit jedem Besuch als Teenager nie mehr gesehen und hatte keinerlei Groll gegen sie. In all der Trauer um meinen Vater hatte ich auch wirklich andere Sorgen... Dass sie als seine Schwester natürlich eine Einladung zur Beerdigung bekam und dass ich freundlich auf sie zuging, war für mich völlig selbstverständlich. Umgekehrt wurde ich jedoch schon auf der Trauerfeier meines Vaters sehr perfide und gemein von jener Tante attackiert... als wäre der Verlust meines einzigen Elternteils nicht schon schlimm genug für mich gewesen....
Dann verlangte jene Tante per SMS diverse wertvolle Erbstücke meines Vaters - ich gab sie ihr ohne Widerworte und ohne jeden Anspruch ihrerseits. Dafür hörte ich nie ein Danke, - im Gegenteil: Von allen Seiten aus der Verwandschaft hörte ich seither nur zunehmend wie sie mich für das verlorene Verhältnis zu meinem Vater verantwortlich und schlecht machte.
Wie gesagt, unsere Familie ist leider ohnehin nicht so eng... Aber ich habe zumindest einen Onkel der mich, und andere, immer zu Weihnachten und zu besonderen Geburtstagen mit einläd. Das Verhältnis ist aber leider recht oberflächlich, er spricht nicht wirklich mit mir, wenn ich dann auf seinen Feiern zu Gast bin... nur eben die ganz höflichen, oberflächlichen Floskeln eines Gastgebers. Dennoch war er aber immer herzlich und nett zu mir. Als ich aber vor kurzem auf seinem Geburtstag war, giftete er mich plötzlich ohne jeden Anlass richtig an... er machte eine sehr verächtliche Bemerkung, so als sei ich die Bösartigkeit in Person. Dabei habe ich in meinem ganzen Leben nie ein annähernd unfreundliches Wort mit meinem Onkel gewechselt und er hat garantiert nie etwas schlechtes von mir erlebt. Doch besagte Tante war auch anwesend und an jenem Abend kam dann auch ihr Sohn (den ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen hatte!) auf mich zu und sprach mich offen auf meine "Bösartigkeit" was seine Mutter betrifft an. Ich wollte ihm meine Sicht schildern, da unterbrach er mich und meinte ich bräuchte gar nicht erst versuchen ihm irgendeinen Mist zu erzählen, er wisse so oder so schon ganz genau was ich für eine Person sei. Die Tochter meiner Tante (seine Schwester) war hingegen noch erstaunlich nett an jenem Abend (wobei ich mich mit ihr ja auch immer nur gut verstanden hatte und sie seit der Beerdigung meines Vaters das erste Mal wieder sah). Doch nun, grade eben, hat sie mir wortlos bei Facebook die Freundschaft gekündigt. Eine andere Schwester meines Vaters, zu der ich immer einen guten Draht hatte, hat mir bezüglich jener anderen Tante auch aufs Brot geschmiert, dass ich an deren Unglück (meinen Vater erst im Sarg wiedergesehen zu haben) Schuld sei....
Dieser Vorwurf ist natürlich allein schon etwas sehr, sehr schlimmes und lastet sehr auf meinem Herzen. Dass ich nun aber, zusätzlich zum Verlust meines Vaters den ich über alles geliebt habe und der mein einziges Elternteil war, auch noch wegen dieser Tante zum bösartigen, schwarzen Schaf der Familie gemacht und dadurch noch weiter isoliert werde, verkrafte ich kaum.
Wie soll ich damit umgehen? Habt Ihr vielleicht einen Rat?