Glück ist per Definition schon ein flüchtiger Zustand. Dauerhaft Glücklichsein ist ein Ding der Unmöglichkeit (auch biochemisch).
Zufriedenheit ist etwas, das man anstreben kann. Dazu braucht es keine Glücksmomente. Um Zufrieden zu sein, kann man auch Dinge tun, die einen nicht unbedingt glücklich machen. Leider ist die Beurteilung, ob man zufrieden mit seinem Leben ist oder nicht, recht schwer. Auf die Frage, ob man zufrieden ist mit seinem Leben, findet man in der Regel keine wirkliche Antwort. Oft ersetzt man die Frage durch eine einfachere Frage, z.B. wie zufrieden bin ich mit meiner Beziehung oder meinen Job o.ä. . Zudem bedarf es zur Beantwortung dieser Frage Erinnerungen, die, wie wir wissen, nicht die tatsächlich erlebte Wahrheit wiederspiegeln.
Es gibt ein erlebendes Selbst und ein erinnerndes Selbst, die ein und die selbe Situation völlig anders betrachten. Für das erinnernde Selbst gilt die Peak-End-Regel, d.h. es zählt nur der Höhepunkt und das Ende eines Ereignisses. Diese beiden Zeitpunkte bestimmen maßgeblich unsere Erinnerungen. Wir sind also gar nicht unbedingt in der Lage ein angemessenes Urteil über unser Leben zu fällen.
Fragen nach Glück und Zufriedenheit sind daher, meiner Meinung nach, weitestgehend sinnbefreit. Meist dienen sie uns, um herauszufinden, was wir zukünftig tun wollen, aber wie heißt es noch? Das Leben ist das, was passiert, während man Pläne macht.
»Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied«
Ehrlich gesagt, glaube ich daran nicht. Das Leben ist, meiner Ansicht nach, zufallsbestimmt. Natürlich kann ich Entscheidungen treffen, aber ob diese Entscheidungen gut oder schlecht sind und ob sie mich "glücklich" machen, das liegt oft nicht in der eigenen Hand. Ich finde diese Vorstellung sehr beruhigend, denn so frage ich mich im Grunde nie, was wäre wenn, hätte ich mich anders entschieden. Und das.... gibt mir Zufriedenheit.
so long