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Hat man in der Schule früher mehr "gelernt"?

Ja !

Ja, denke ich persönlich.
Denn ich ging sehr gern zur Schule, freute mich jeden Tag,
Neues , zu lernen. Im wahrsten Sinn. 🙂
Und ich liebte meine Lehrer.
Eine schöne Zeit, an die ich gern zurück denke, obwohl
wir auch noch Sonnabend zur Schule gingen -
kann sich heute kaum jemand vorstellen...die Liebe zum Buch,
die bereits in meinem Elternhaus geprägt wurde ;
kam in meiner Schulzeit voll zum Tragen.
Bis heute 🙂 liebe ich Bücher, Zeitungen , Zeitschriften usw.
und jetzt auch das Internet.
Das Lesen ist hier tatsächlich real unendlich !
 
Die Frage dürfte sich durchaus objektiv beantworten lassen. Dazu müßte man die jeweiligen Vorgaben der Kultusministerien, die Lehrpläne, die Unterrichtskonzepte etc. der einzelnen Jahre und Bundesländer auswerten und vergleichen und könnte daraus ersehen, inwiefern sich die Anforderungen an Unterricht über die Jahre nach oben (mehr Anspruch), nach unten (weniger Abspruch) und/oder zur Seite (anderer Anspruch) verändert haben. Ein paar illustrative Graphen lassen sich daraus auch destillieren, sofern man noch weiß, wie das geht 😉.

Eine vermutete Veränderung der Schüler (natürlich zum Schlechteren hin, was sonst) dürfte schwieriger objektiv nachweisbar sein. Schulnoten alleine reichen dafür nicht aus, die sind wenig objektiv. Und Schule als solche ist ein dynamisches System - Schüler, Lehrer, Eltern, politische Vorgaben, Verwaltung, Medien spielen dort alle mit ihren jeweils eigenen Dynamiken mit. Wer dort versucht, Ursachen zu finden, warum etwas nicht funktioniert (oder auch: warum etwas funktioniert - dies zu analysieren ist mindestens genauso wichtig, wird aber oft vernachlässigt), versucht im Grunde, Ordnung in einem Ameisenhaufen zu finden: es geht, aber die Schwierigkeit wird unterschätzt. Und da man Ergebnisse braucht, wird irgendwann irgendwas als "Ursache" herangezogen.

Die meisten hier werden den Vergleich vermutlich auf Grund persönlicher Erfahrung anstellen. Und auch da können Schwierigkeiten auftreten, zB. durch Verzerrungen: wer früher in einer mehr oder weniger normalen Regelschulklasse war und dann aber Nachhilfe bei Hauptschülern gibt, sieht zwangsläufig einen Riesenunterschied - und es muß nicht einmal das sein: allein die Tatsache, beruflich mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, verschafft einem schnell eine wesentlich problemorientiertere, auf Mängel fokussiertere Perspektive, als wie man sie selber als Kind hatte. Ist ja auch klar: diejenigen, die keine Probleme bereiten, nehmen viel weniger Raum innerhalb der eigenen (also der des Lehrers/Betreuers) Aufmerksamkeitsressourcen ein als die Krakeeler, Rumrenner, Mathenichtkönner und so weiter.

Und nicht zuletzt spielt auch die mediale Rezeption von Schule (und Pädagogik) eine Rolle: positive Berichterstattung zB. über Modellschulen ist marginal, zu Wort kommen idR Spezalisten, Betroffene, Basisarbeiter usw., wenn sie über Problemfälle erzählen - denn wo es keine Probleme gibt, gibt es keine "interessanten" Informationen, nichts worüber man diskutieren (und sich aufregen) könnte.

Nach meinem ganz persönlichen Eindruck lernen Schüler heute nicht mehr und nicht weniger als zu meiner Schulzeit (die überwiegend in den 90er Jahren stattfand). Es gibt andere Unterrichtsmaterialien und Ansätze, die AGs sind vielfältiger geworden, die Anforderungen an Lehrer scheinen gestiegen zu sein (nicht unbedingt was den Unterricht als solchen angeht, sondern die "Nebenpädagogik", die schon jemand anderes hier beschrieben hat, und auch der Rechtfertigungsdruck gegenüber anderen Seiten).
Was sich aber vor allem verändert hat - und nicht zum Guten mmn - ist die Problematisierung von allem und jedem, seien es Menschen (Schüler, Lehrer) oder deren "Ergebnisse". Es gibt viel mehr Negativdenken, das auch innerhalb und zwischen den genannten Gruppen (s.o. - Lehrer, Schüler, Eltern, Verwaltung, Politik, Medien) hin- und hergetragen wird. Ich habe den vagen Eindruck, daß der ganze Betrieb etwas von "Crank" an sich hat: es muß ein bestimmter Adrenalinlevel aufrechtgehalten werden, man muß sich sorgen, aufregen und streiten können und pausenlos Probleme finden...
 
Ich (32) habe neulich mal einige alte Schulbücher (Realschule, Gymnasium) gefunden und gedacht, dass ich damals eigentlich wesentlich mehr komplexeres Wissen alles zusammen gelernt habe als es heute im Beruf der Fall ist.
Du sprichst mir aus der Seele. Vor allem haben wir auch gelernt, dieses Wissen anzuwenden.
.....
Ich habe aber auch schon gehört dass die Eltern teilweise beim dem Stoff der Kinder nicht mehr voll mitkommen.
Ist das ganz normal ? Dann mache ich mir wahrscheinlich umsonst Gedanken.
Das ist ok, man muss nicht alles selbst nachvollziehen können, aber die Kinder sollten bis
dahin gelernt haben, sich selbst zu organisieren.

.....
Das Problem dabei ist eben, dass er ein Schüler mit Immigrationshintergrund ist, der schon im Deutschen Probleme hat und dann in Englisch mit Themen zugedröhnt wird, die er auch auf Dt nicht richtig kann. :/
Meine Fresse, wie kann man so am Schüler oder an den Bedürfnissen vorbei unterrichten?!
Das müsste man doch als Lehrer mal mitbekommen, ob die Schüler diese Defizite auf Deutsch auch haben?!
So einen Azubi hatte ich auch mal, machte zwar anfangs etwas mehr Mühe,
aber ich hatte ja 3,5 Jahre Zeit.

Bekommen diese Kinder denn keinen Deutsch-Kurs, bevor sie in die "normalen"
Klassen kommen?


John
 
Zuletzt bearbeitet:
@ supernaut

Du schreibst von deiner Schulzeit. Die 90ziger. Da war es schon fast so wie es heute ist.
Du hast keine persönlichen Vergleichsmöglichkeiten.

Ich schrieb von den 60gern.Damals war es den kleinen Kindern noch möglich,ohne "Zwang"
eine Schulstunde lang am Platz zu bleíben und sich zu konzentrieren.
Während meiner ganzen Schulzeit habe ich keinen Schüler gekannt der eine Thera nötig hatte
oder eine solche besuchte.
Habe auch in meinem älteren Umfeld nachgefragt kannten es auch nicht.
Damals gab es nur wenige die eine Sonderschule besuchten.
Ich kenne die kleinen Schul-Gebäude noch und sehe die Gebäude die heute notwendig sind
um die vielen Förderschüler unterzubringen.

Bin 70 aus der Hauptschule entlassen worden. Mein Zeugnis reichte aus ,um bei einem Steuerbevollmächtigten
zu lernen.Alle Klassenkameraden bekamen Ausbildungen, für die man heute mit einem einfachen
Hauptschulabschluß nicht mehr kommen muß.

Ich kenne meine Schulzeit und die meines Sohnes der 1989 eingeschult wurde.

Ein Unterschied wie Tag und Nacht,was das Verhalten der Schüler angeht.

Jetzt wird es noch einen Zahn schärfer geworden sein.Die psychischen Störungen bei Kindern
nehmen zu,nicht ab.
 
Das ist ok, man muss nicht alles selbst nachvollziehen können, aber die Kinder sollten bis
dahin gelernt haben, sich selbst zu organisieren.

John

Wie viele Eltern verlangen das in der heutigen Zeit schon bei einem Grundschulkind.
Soll sich wie ein Student verhalten, was nicht einmal mehr alle Studenten können.🙂
 
Du sprichst mir aus der Seele. Vor allem haben wir auch gelernt, dieses Wissen anzuwenden.

Das ist ok, man muss nicht alles selbst nachvollziehen können, aber die Kinder sollten bis
dahin gelernt haben, sich selbst zu organisieren.


So einen Azubi hatte ich auch mal, machte zwar anfangs etwas mehr Mühe,
aber ich hatte ja 3,5 Jahre Zeit.

Bekommen diese Kinder denn keinen Deutsch-Kurs, bevor sie in die "normalen"
Klassen kommen?


John

Bekommen sie anscheinend nicht. Deswegen legt man auch vielen Lehrern eine weitere fs nahe oder dass sie DaF als Zusatzquali haben.
 
Das müsste man doch als Lehrer mal mitbekommen, ob die Schüler diese Defizite auf Deutsch auch haben?!
´

Was sollen die Lehrer machen.Sie arbeiten nach vorgegebenem Plan.

Der kleine Sohn meiner Nachbarn hat seine Grundschullehrerin angemacht.
ER hat keine Lust englisch zu lernen.

ER will Bauer werden wie sein Vater.Den Hof übernehmen.
Die Kühe verstehen kein englisch,darum braucht er es auch nicht zu lernen.
(Sein Vater ist auch Landmaschinenmeister,spricht trotzdem kein Englisch.)

Dazu konnte er ihr gleich sagen,dass die von ihr mitgebrachten "größten"Eier für einen Pfannkuchen
nur Gewichtsklasse M sind. 😀
Er bringt ihr mal ein großes Ei von Mamas Hühnern mit.

Die Lehrerin hatte behauptet die Eier welche sie mitbrachte wären die größten Eier die es gibt und
hat ihn angemeckert als er sagte,dass das nicht stimmt.
 

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