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Suizid- Was denkt ihr darüber?

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Meine Gedanken dazu:

Im Grundgesetzt steht, die Würde des Menschen ist unantastbar. Dies gilt freilich für das Leben, aber nicht für das Sterben? Der Tod gehört zum Leben dazu. Warum sollte es also manchen, z.B. schwerkranken Menschen, verwehrt bleiben, selbst zu entscheiden wann und wie der Tod einen ereilt?

Überhaupt heißt es doch, dass jeder für sein Leben selbst verantwortlich ist. Das beinhaltet m. E. auch, dass er nicht im Tod bevormundet werden sollte. Von daher ist es nur folgerichtig, dass Menschen, die für sich keinen anderen Ausweg mehr sehen, dieses Mittel auch nutzen dürfen. Dies natürlich unter der Prämisse, keine anderen Menschenleben dabei zu gefährden.

Soviel zum Grundsätzlichen. Als jemand, der selbst einmal kurz davor stand, rate ich aber denjenigen, die den Freitod für sich erwägen stets zu bedenken: diese Entscheidung ist entgültig! Sobald man einmal tot ist, gibt es kein Zurück. So banal es klingt. Niemand im Leben weiß, was danach kommst. Genauso wenig weißt du, was die Zukunft im Leben für dich bereit hält. Warum also jetzt schon eine Option völlig fallen lassen? Auch wenn es einem jetzt in diesem Moment schlecht geht und alles ausweglos erscheint. So liegt die Betonung doch auf "Schein". Denn in den eigenen Irrungen und Wirrungen des Bewusstseins dringen andere Möglichkeiten, die vielleicht für andere erkennbar sind, für einen selbst oft nur schwer durch. Der Mensch hat eine natürlich Barriere, die dafür sorgt, sich selbst in jeder Sekunde, so lange wie möglich im Leben zu halten. Das wirst du auch spüren, wenn du selbst im Sterben liegst. Aber vielleicht wird es dann für einen Rückzieher schon zu spät sein. Deswegen, bevor du irgendetwas tust, denke ganz genau darüber nach, ob du dir wirklich bereits jetzt selbst die Möglichkeit nehmen willst, das Schicksal in die Hand zu nehmen.
 
Danke für die Antwort 🙂
Wie wäre es, wenn man einen "Privatmentor" an der Seite hätte - kein "Betreuer" im eigentlichen Sinne, sondern einer, der das selbst durch hat und Termine und sowas managt?

In der Situation fällt morgens u.U. schon das aufstehen schwer.
Hausbesuche ?
k.A. hab noch nicht genauer darüber nachgedacht,
wahrscheinlich, weil es eh nie durchkommen würde.

Hilfreich wär ja schon, wenn Beihilfe nicht so kompliziert wäre.
wenn eindeutig klar ist, das es der Wille ist, das dann auch
keiner bestraft wird, der das Eingreifen unterlässt.
 
Der Unterschied zwischen den Gruppen liegt darin, dass die "Protestsuizide" eher die Welt bzw. bestimmte Menschen mit dem eigenen Tod bestrafen wollen. Das mache ich so ein bisschen auch an den Leuten fest, die sich selbst anzünden, um zu protestieren. Ich denke, es gibt zumindest diese zwei Kategorien: Diejenigen, deren Selbstzerstörung sich noch auf andere richtet (wieder ohne Wertung gemeint) und diejenigen, die einfach nur diesen Traum von Ruhe haben, von Befreiung.

*grübel*...ich denke du hast da sehr wahrscheinlich Recht...aber irgendetwas daran gefällt mir nicht und ich kann dir kaum sagen, was. Aber ich versuch´s mal:

Solche "Protestsuizider" werden dann, wenn ich nicht all zu schief liege, aber dann am allerwenigsten auf div. Hilfsangebote eingehen, meinst du nicht? Wenn sich der Gedanke an Suizid auf der Grundlage formt, dass ich zeitlebens ungerecht behandelt wurde bzw. ich mit meinem Suizid auf etwas aufmerksam machen will, dann verschwende ich erst Recht keinen Gedanken mehr an etwaige Hilfe. Dein Beispiel mit dem sich selbst anzündenden Protestler passt da ganz gut, oder?

Ich schiebe noch was ein: Dein letzter Satz: "...diejenigen, die einfach nur diesen Traum haben.."...ob die eher zu erreichen sind als die erste Gruppe? Ich wollte, wie gesagt, auch befreit werden...mich hätte man nicht erreicht. Aber das ist natürlich alles subjektiv und diese Einteilung in Gruppen ist Spekulation.

Daher... vielleicht kann / sollte man besser nicht versuchen, Menschen mit diesen Absichten zu kategorisieren.

Ja, leicht ist das Thema in keinem Fall (ich hoffe, ich tret dir damit nicht auf den Schlips 🙂).

Denkst du wirklich, ich trage so ein Scheissteil? 😉😀

Verstaatlicht im eigentlichen Sinne wäre das nicht, das wäre eine Fortführung des Vereinswesen, das zB Exit, Dignitas etc machen.
Aber du hast megarecht: Dabei ist natürlich auch immer die Angst der Betroffenen im Raum, dass das der Staat spitzkriegt und dann einschreitet.
Ist auch die Frage: Wenn man einen Psychiater untersuchen lässt und der stellt etwas fest - muss er das dem Patienten mitteilen oder gibt es ein Recht auf Nichtwissen? Ist der dann in der Pflicht, etwas zu unternehmen? Usw...

Puh, ich bin gesellschaftlich nicht besonderes bewandert und halte mich aus solchen Themen (Staat, Recht, Gesetz) meist heraus. 😱
 
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*grübel*...ich denke du hast da sehr wahrscheinlich Recht...aber irgendetwas daran gefällt mir nicht und ich kann dir kaum sagen, was. Aber ich versuch´s mal:

Solche "Protestsuizider" werden dann, wenn ich nicht all zu schief liege, aber dann am allerwenigsten auf div. Hilfsangebote eingehen, meinst du nicht? Wenn sich der Gedanke an Suizid auf der Grundlage formt, dass ich zeitlebens ungerecht behandelt wurde bzw. ich mit meinem Suizid auf etwas aufmerksam machen will, dann verschwende ich erst Recht keinen Gedanken mehr an etwaige Hilfe. Dein Beispiel mit dem sich selbst anzündenden Protestler passt da ganz gut, oder?
Der sich selbst anzündende Protestler hat eine politische Message, den bringt man davon wohl eher nicht ab.
Mich bestürzt eher die hohe Rate der Jugendlichen, von denen ich denke, dass viele völlig verzweifelt und ungehört sind (unterstell ich mal, ich denk auch so n bisschen an mich im Jugendalter ~.~). Die bringen sich nicht um, weil sie sterben wollen, sondern weil sie ihren Hass auf andere nicht äußern dürfen, der sich dann internalisiert und sie sich letzten Endes aus Mordgelüsten gegenüber einer übermächtigen Welt und Gesellschaft selbst exekutieren... öh. Ich hoffe du kannst folgen 😀 *wild rumdenk* Soweit die Idee dahinter. "Protest" meine ich um Gottes Willen nicht wie Stuttgart-21-Demos!

Daher... vielleicht kann / sollte man besser nicht versuchen, Menschen mit diesen Absichten zu kategorisieren.
Kann ich einerseits verstehen, andererseits: Wenn du nicht weißt, wer die "Zielgruppe" deines Hilfsangebotes ist, wirds schwer.
Insbesondere ist halt auffällig, dass Männer zB sehr viel mehr betroffen sind. Ebenso wie es eine statistische Häufung bei "helfenden" Leuten wie Ärzten und Psychiatern gibt. Diese Häufung muss irgendwas mit ihrem Status, also ihrer Kategorie zu tun haben. Und da wäre ein angepasstes Hilfsangebot das Beste. Der überforderte Arzt braucht was anderes als der depressive Mann, der seine Depression nicht als solche anerkennen kann. Die Oma, die Angst vor dem Altenheim hat, braucht vielleicht wen, der einfach mal mit hingeht, wohingegen der Opa, der 92 Jahre alt ist und der nun langsam Alzheimer kriegt, einfach nur aus dem Leben scheiden will, solange er noch eine Person ist.

Denkst du wirklich, ich trage so ein Scheissteil? 😉😀
Ey, nix gegen Schlipse!! Gelegentlich trage ich einen Schlips mit Totenköpfen drauf xD
 
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Der sich selbst anzündende Protestler hat eine politische Message, den bringt man davon wohl eher nicht ab.

Ja, so sehe ich das auch. Es sei denn die Hilfe besteht darin, ihm eine Anhörung bei der nächsten Botschaft seines Landes oder vor der UNO zu gewähren. Je nach dem, was den Menschen sorgt.

Mich bestürzt eher die hohe Rate der Jugendlichen, von denen ich denke, dass viele völlig verzweifelt und ungehört sind (unterstell ich mal, ich denk auch so n bisschen an mich im Jugendalter ~.~). Die bringen sich nicht um, weil sie sterben wollen, sondern weil sie ihren Hass auf andere nicht äußern dürfen, der sich dann internalisiert und sie sich letzten Endes aus Mordgelüsten gegenüber einer übermächtigen Welt und Gesellschaft selbst exekutieren... öh. Ich hoffe du kannst folgen 😀 *wild rumdenk* Soweit die Idee dahinter. "Protest" meine ich um Gottes Willen nicht wie Stuttgart-21-Demos!

Ich versuche dir zu folgen...😉..und ich stimme dir zu. Im Grunde "planst" du Anlaufstellen, bei denen betroffene Personen "vorstellig" werden können.



Kann ich einerseits verstehen, andererseits: Wenn du nicht weißt, wer die "Zielgruppe" deines Hilfsangebotes ist, wirds schwer.

Hier sehe ich ein kleines Problem: Wenn dein Hilfsangebot zu spezialisiert ist und auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten, dann fallen jede Menge andere "Suizidkandidaten" (ich weiß das liest sich makaber...) leider durch das Sieb.

Die Beweggründe für so eine schlimme und verhängnisvolle Entscheidung sind so vielfältig, dass ich befürchte, je spezieller die Hilfsangebote und die Strukturen der Hilfe sind, auf desto weniger Menschen passen sie bzw. Menschen werden davon vielleicht sogar abgeschreckt oder entmutigt, weil die angebotene Hilfe nicht zu ihren Problemen passt, sie sich unverstanden fühlen.

Daher wäre es vielleicht sinnvoller, die erste Hilfe sehr allgemein zu halten und erst nach und nach die weitere Richtung zu besprechen?

Insbesondere ist halt auffällig, dass Männer zB sehr viel mehr betroffen sind. Ebenso wie es eine statistische Häufung bei "helfenden" Leuten wie Ärzten und Psychiatern gibt. Diese Häufung muss irgendwas mit ihrem Status, also ihrer Kategorie zu tun haben. Und da wäre ein angepasstes Hilfsangebot das Beste. Der überforderte Arzt braucht was anderes als der depressive Mann, der seine Depression nicht als solche anerkennen kann. Die Oma, die Angst vor dem Altenheim hat, braucht vielleicht wen, der einfach mal mit hingeht, wohingegen der Opa, der 92 Jahre alt ist und der nun langsam Alzheimer kriegt, einfach nur aus dem Leben scheiden will, solange er noch eine Person ist.

Nun, solche Statistiken kenne ich nicht. Aber ist es nicht beim "Erstgespräch" egal ob es ein depressiver Arzt ist oder ein depressiver Hausmann? Ob das vom Status abhängt..*grübel*...aber wenn man deinen Plan jetzt mal weiterdenkt, wie detailliert sollte so ein Hilfsangebot dann werden? Man kann in den unterschiedlichsten Kategorien einteilen und dann weiß am Ende niemand mehr, wer wohin muss. Ich denke, die beste Richtung für die betroffen Person kann doch auch im Nachhinein besprochen und festgelegt werden, oder?

Ey, nix gegen Schlipse!! Gelegentlich trage ich einen Schlips mit Totenkopfen drauf xD

Ok, ich gestehe...ich hab auch einen...aber da sind lauter rosa Elefanten drauf...daher trage ich ihn nur nachts...😉😛
 
Aaaalsooo:
Suizid selbst ist nicht strafbar (der vollendete sowieso gar nicht, weil den Toten kann man nicht bestrafen).
Suizidbeihilfe deswegen eigentlich auch nicht (heißt: Grundsatz der limitierten Akzessorietät), aber es gibt gefährliche Ausnahmen für die Gehilfen (Tatherrschaftswechsellehre des BGH, mittelbare Täterschaft, unterlassene Hilfeleistung, fahrlässige Tötung, BtMG/ AMG).

Der Staat muss Leute schützen, klar. Aber es gibt auch Leute, die freiverantwortlich in den Tod gehen wollen.
Auf die Unheilbarkeit dürfte es dabei in erster Linie nicht ankommen, sondern darauf, ob jemand das wirklich ernsthaft will - denn warum sollte ich einem sagen: DU hast Krebs, ok, du darfst und DU, du hast bloß 90 Jahre gelebt und bist für deinen 90 Jahre gesund (abgesehen von Schwäche, Blindheit, was alles noch im Alter auftreten kann), darum darfst du nicht?

Wie oben: Die Frau mit Alzheimer. Sie hat sich entschieden, jetzt aus dem Leben zu scheiden.

Bislang läuft das so, dass die dann zB ihren Sohn losschickt, um sich Schlaftabletten zu besorgen und mittels der Tabletten aus dem Leben zu scheiden.
Dabei schaut niemand darauf, ob die Frau freiverantwortlich handelt, ob die Alzheimerdiagnose eine Fehldiagnose ist usw.
Der Sohn gibt ihr die Tabletten, sie nimmt sie ein - und nach geltendem Recht passiert folgendes: Er muss den Raum verlassen, sonst setzt er sich dem Risiko der Strafverfolgung aus (siehe oben).

Und das ist ein für mich einfach nur bescheidener Zustand, dass das geltende Strafrecht in Deutschland die Menschen dazu zwingt, Sterbende verlassen zu müssen. Wenn man Glück hat, stellt die Staatsanwaltschaft so ein Verfahren zwar ein (StA in München hat das 2010 gemacht). Aber allein die seelische Belastung für Angehörige ist krass - sie haben nicht nur jemanden verloren, den sie geliebt haben, sondern werden als Beschuldigte in einem Strafverfahren verhört. Super.

Und die Frage, die ich mir nun stelle, ist: Wie kann man auf der einen Seite sicherstellen (Schutzpflicht des Staates), dass sich nur freiverantwortlich Handelnde in diesem Bereich das Leben nehmen, ohne zu weit ins Privatleben einzugreifen (Selbstbestimmungsrecht)?

Die Idee wäre jetzt eine Art "Suizidanlaufstelle", wo man erstmal durch eine Prozedur zur Prävention läuft und am Ende tatsächlich Hilfe bekommt, wenn man ein freiverantwortlicher Suizident ist (mit der Folgefrage, wann jemand freiverantwortlich ist...)
Dabei stehen mir schon diejenigen vor Augen, die todkrank sind - weil deren Alternativen sind:
1) Behandlung verweigern und daran sterben
2) Essen und Trinken verweigern und verhungern und verdursten
3) terminale Sedierung - wegdopen bis zum Ende.

In diesem Spannungsfeld suche ich grad nach einer Lösung 🙂 Ich hoffe, ich habe deine Frage beantwortet... wenn nicht, frag gern nochmal 😀

Die Frau mit Alzheimer hat einen Sohn der ihnen Entschluss nicht annehmen möchte,und überzeugt jemanden hier vorzugehen und erläßt eine Vormundschaft,wo auch geregelt ist,das sie Zwangsernährt wird usw.

Generell müsste das Gesetz entsprechend geändert werden.Und auch die Verwandten müssen dann auch diese Entscheidung annehmen können.Viele können und wollen jedoch nicht loslassen.

Die Alternativen sind nicht schön nur diese werden vom Staat unterstütz.
Das andere nicht.

Du bräuchtest ein recht gutes Team,Anwälte ,Ärzte, Menschen die sich um die jenen auch im Persönlichen Bereich kümmern.Du brauchst auch Springer die kurzfristig einspringen.

Du hast sehr viel vor,deine Idee ist gut und Unterstützendwert.
 
suizid ist für mich derjenige lösungsansatz für beliebiges problem, der mir als unschlimmer und leicht realisierbarer ausweg so viel kraft gibt, dass ich einen anderen (lösungsansatz ist gemeint) finde.

er bedingt sozusagen die "leichtigkeit des seins".
 
Zuletzt bearbeitet:
suizid ist für mich derjenige lösungsansatz für beliebiges problem, der mir als unschlimmer und leicht realisierbarer ausweg so viel kraft gibt, dass ich einen anderen (lösungsansatz ist gemeint) finde.

er bedingt sozusagen die "leichtigkeit des seins".

Stimmt, das ist noch mal ein guter anderer Aspekt: Es gibt auch Studien darüber, wie viele Leute, die von den Schweizer Sterbehilfeorganisationen das "grüne Licht" bekommen (also die Zusage), sich nie wieder wegen des Medikaments melden, weil ihnen einfach diese Sicherheit gereicht hat.

Ich würde sagen, das hat was damit zu tun, dass man diesen letzten Schritt noch in der Hand hat.
 
Hier nochmal zu dem "typischen" (Dr. Rock möge das Kategorisieren verzeihen 😀) Alterssuizid und seinen Gründen:
Gunter Sachs hat sich letztes Jahr das Leben genommen, da er bei sich Ansätze von Alzheimer zu erkennen glaubte. In seinem Abschiedsbrief schreibt er:
"Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten."

Quelle: Wortlaut: Der Abschiedsbrief von Gunter Sachs - Menschen - FAZ

Der Smiley 🙄 kann leider nicht adäquat meine Genervtheit über folgende Aussage zum Tod von Gunter Sachs ausdrücken: "Das selbst bestimmte Lebensende ist eine derzeit in unserer Gesellschaft sich ausbreitende und systematisch propagierte Vorstellung, die teilweise illusionären Charakter angenommen hat. Der „Freitod“ bedeutet in Wahrheit das Gegenteil von Freiheit. Er findet in einer Situation statt, in welcher der Mensch keine andere Möglichkeit mehr sieht, in der ihm die Wahlfreiheit gerade fehlt. Es liegt an uns, das von Gunter Sachs gesetzte Zeichen richtig zu interpretieren, nämlich als den verzweifelten Hilferuf eines Menschen, der die Kontrolle über das eigene Leben zum ultimativen Daseinszweck erhoben hatte. Es ist an der Zeit, diesen höchsten Wert der Postmoderne angesichts seiner tödlichen Konsequenzen in Frage zu stellen."

Quelle: http://www.cdl-online.de/index.html...zweiflungstat-und-kann-nicht-vorbildlich-sein.

Was für ein dummer Scheiß!! *aufreg*
Zum einen ist unser Leben nunmal endlich - das LEBEN selbst hat eine tödliche Konsequenz!!
Des weiteren verbitte ich mir die paternalistische Art des Kommentators, der das Selbstbestimmungsrecht ausgerechnet an seinem neuralgischen Punkt - der Entscheidung über ein als würdig empfundenes Ende - beschneiden will. Wieder meine Lieblingsfrage: Wenn er seine Behandlung nicht fortsetzen wollen würde, würde kein Scheißhahn danach krähen! -_- Wieso kommen die ganzen Paternalisten aber aus den Löchern gekrochen, wenn er aktiv etwas tut? Ich sehe da eine verfehlte Ideologie von "Natürlichkeit" bzw. "Gottgegebenheit" dahinter, die mich abnervt. Ein "natürlicher" Tod durch einen unbehandelten Krebs würde kommentarlos akzeptiert - hätte Gunter Sachs auf eine notwendige Behandlung verzichtet, wäre alles anders.
Und nur, weil er die Knarre gewählt hat, heißt es plötzlich, es sei eine Verzweiflungstat.
Übertragen auf andere Lebensbereiche muss man sich mit dieser zugrundeliegenden Wertung natürlich fragen, warum der Mensch dann in andere Lebensbereiche aktiv regulierend eingreifen darf. Nein, man schmeißt ein paar schlau klingende Worte in den Raum - uiuiui, Postmoderne! Systematisch propagiert! Tödliche Konsequenz! - und denkt nicht weiter als ein Schwein scheißt -_-
Der Sinn des Lebens ist doch unsere Gestaltungskraft - würden wir eh nichts ändern können, welchen Sinn hätte das Leben dann noch? Diese Gestaltungskraft ist unser Selbstbestimmungsrecht und das hat Verfassungsrang! Das scheint bis in das Gehirn dieser CDL-Tante noch nicht vorgedrungen zu sein...
Und wieder die Frage nach der Alternative: Was kann die CDL-Tante einem Sterbenskranken anbieten? Die terminale Sedierung, das Betäuben bis zum Tod, wenn man es auf den Punkt bringen will.
Ach und das ist keine Kontrolle? Meine Fresse... -_-
 
Zuletzt bearbeitet:
Stimmt, das ist noch mal ein guter anderer Aspekt: Es gibt auch Studien darüber, wie viele Leute, die von den Schweizer Sterbehilfeorganisationen das "grüne Licht" bekommen (also die Zusage), sich nie wieder wegen des Medikaments melden, weil ihnen einfach diese Sicherheit gereicht hat.

Ich würde sagen, das hat was damit zu tun, dass man diesen letzten Schritt noch in der Hand hat.

Stimmt schon, den
Notausgang vor Augen, das gibt auch
u.U. wieder Kraft weiterzumachen.

Allerdings ist gerade bei Dignitas das Finanzielle n Problem.
Das könnten sich einige gar nicht leisten,
selbst wenn sie grünes Licht bekommen.
 
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