L
Lehrerin
Gast
Hallo Lehrerin,
Stell ich mir ziemlich kompliziert vor diese Situation. Schon allein, dass Du darüber nachdenkst, wie Du mit der Situation umgehen kannst, zeigt mir, dass Du die Gefühle Deiner Schülerin respektierst. Ich spreche von respektieren und nicht von erwidern. Gefühle verdienen den nötigen Respekt. Blöd ist eben nur der schulische Rahmen dabei, weil vieles unausgesprochen und interpretationswürdig bleibt. Wenn ich diese Schülerin wäre, dann käme kein Wort über meine Lippen, weil ich sicher genau wüsste, was geht und was eben nicht geht. Ich hätte totale Panik, bloßgestellt und nicht ernst genommen zu werden. Mehr als abzuwarten, wird Dir sicher nicht bleiben. Ein "Frontalangriff" ist heikel. Denkst Du darüber nach?
Zu meiner Schulzeit hatte ich eine Lehrerin, mit der ich sehr sehr offen reden konnte und immer noch kann. Ohne Vorurteile. Ohne Abwertung. Aber ich hab auch das krasse Gegenteil erlebt: Gerade im Bio-Unterricht gab es eine Lehrerin, die sehr abwertend mit dem Thema Homosexualität umgegangen ist. Sie hat es einfach nur belächelt. Soetwas finde ich sehr traurig und unreif. Jedem das seine...okay... Ich habe meinen Weg gefunden und er passt nicht auf die Lebensentwürfe, die mich durch meine Teenizeit begleitet haben. Schlimmes Alter sag ich nur 😉
Liebe Grüße,
*.*Gast*.*
PS.: Mit dem "du" hab ich mich nur an die Netikette gehalten. 😎
Hallo Gast,
ja, ich finde die Situation auch ziemlich kompliziert, und ich habe auch keine Lösung dafür. Ist ja irgendwie logisch, dass - wenn überhaupt - sie das Thema ansprechen müsste. Dann könnte ich auch irgendwie reagieren.
Ich würde wirklich, wirklich gerne mit ihr reden, aber ich weiß nicht, wie.
Über einen "Frontalangriff" denke ich nicht wirklich nach. Das könnte ich auch gar nicht.
Die Gelegenheiten und Möglichkeiten in der Schule sind ja auch begrenzt. Schule ist - leider - kein Ort für Gefühle.
Natürlich gibt es Dumpfbacken unter den Lehrern, aber wo gibt es die nicht? Ich finde es auch schlimm, weil Jugendliche/Kinder eben sehr beeinflussbar sind. Und bei vielen Eltern scheint die Schere im dem Kopf nicht kleiner zu sein. Aber ich denke, da ist eine große Portion Unwissenheit, Vorurteile und Angst mit im Spiel.
Anders zu sein wird immer viel Mut brauchen. Ohne Mut wird sich in den Köpfen auch nichts ändern.
Aber zurück zu mir. Ich habe keine Ahnung, was ich tun soll. Ich mache mir Sorgen, dass ihre Noten darunter leiden und ich sehe ihren traurigen Blick. Egal, was ich tue, es scheint mir immer das Falsche zu sein. Und eigentlich kann ich auch gar nichts tun. Das Eis ist dünn.
Gruß
L.