Stell Dir mal vor, eine Freundin, deine allerbeste Freundin, sitzt heulend vor Dir und schlottert vor Angst. Sie erzählt dir dann: sie ist mit einem Typen ausgegangen, der dann doof geworden ist. naja. aber dann. dann hat er sie erst in der Disco drangsaliert, dann mit Anrufen und SMS tyrannisiert, dann steht er vor der Wohnung. Hey, er hat schon soviel Macht über sie: die macht die Tür auf, wenn er klingelt. Und dann kommt er rein und knallt ihr den Kopf an die Wand. Du sagst Ihr, hey, du musst da was gegen tun. Mach wenigstens die Tür nicht auf. Aber sie sagt, ne, ich habe Angst. ich tue jetzt was der mir sagt, weil sonst kommt der nochmal und dann passiert noch was schlimmeres. Tja, da hat er gewonnen. Wenn der jetzt klingelt, dann weiß sie schon als nächstes gibts was auf die Fresse. Aber was soll ich machen, fragt sie dich, ich habe halt Angst.
Und das macht dich nicht wütend? Doch, ich glaube schon. Aber du bist die Freundin selbst und nu bist du seltsamerweise gar nicht mehr wütend. Weil die Angst alles überschattet. Wenn die Angst auch nur ein Minütchen weicht, dann ist dahinter die Wut. Stell Dir vor, du bist deine beste Freundin und du erzählst dir diese Geschichte. Da kriegst du dann schon eine Ahnung von dieser Wut.
Adele