@ Mind:
Hi!
Vielleicht wären die Menschen in einer Welt in der alle einen Notaus haben anders zu einander. Weniger zerstörerisch. Nachdenklicher. Liebevoller. ?
Ein Mensch, der ein geregeltes, relativ glückliches und erfülltes Leben hat (sprich: ein Job, Freunde, Lebensfreude, intakte Familie, Wohnung, vlt. Partner, Kinder, etc.) hat auch einen ganz anderen Ausgangspunkt, wenn er z.B. einen Menschen verliert (Tod, etc.), als jemand der all dies vielleicht nie gehabt hat. Wer sich ansonsten in seinem Leben zurechtfindet hat eine ganz andere Stabilität, wenn etwas schlimmes passiert. Auch weil er seine Welt ganz anders formen und sehen kann. Jemand der viel schlimmes im Leben erfahren hat, psychisch kaputt ist, so schon immer vieles verliert im Leben - für den kann das dem Leid die Krone aufsetzten. Ich glaube das ist nicht vergleichbar.
In meinem näheren Umfeld haben sich 5mal so viele Menschen das Leben genommen wie ich bis heute richtige Freunde hatte. In 23 Jahren. Auch ohne Notaus.
Aber es wäre angenehmer und menschenwürdiger, so zu sterben. Keine traumatisierten Menschen weil sie eine scheußliche zugerichtet Leiche finden.
Aber das ist am Ende auch eine Grundsatz- und Moralfrage. Da werden wir nie fertig...
liebe Grüße, Shubunkin
Hallo Shubunkin,
ich finde auch eher, dass Möglichkeiten auch zu Missbrauch verleiten. Also halte ich nichts von einem Not-Aus. Außer er wäre so definiert, dass dieser Mensch die Chance für einen Ortswechsel bekommt. Andere Umgebung, andere Leute. Da steckt sehr viel Power dahinter - wenn man sie nutzt. Wer diese Power nicht nutzen möchte, der findet auch in einer neuen Umgebung wieder ein ähnliches Umfeld.
"Man wird wie die Menschen mit denen man sich umgibt" - Ein sehr weiser Spruch.
Vielleicht ist auch dein Glaubenssatz mit den Umständen usw. einfach falsch? Vielleicht sind diese besseren Umstände der Einen auch dadurch entstanden, dass sie nie aufgegeben haben? Das sie an sich gearbeitet haben und auch bereit waren ihren Preis dafür zu bezahlen. Dieser Preis sieht bei jedem anders aus.
Lies mal Biografien von Menschen die es geschafft haben, was immer das auch bedeuten mag (amrterieller Reichtum ist nur eine kleine Seite davon!). Sehr viele von diesen Menschen sind erst durch massive Schicksalschläge zu einer neuen Person geworden. Sie sind an ihren Problemen und Herausforderungen gewachsen. Weil sie nicht aufgegeben haben. Weil sie keinen Not-Aus gesucht haben, sondern eine Lösung.
Vielleicht wissen sogar viele Menschen, die einen Not-Aus suchen, ganz tief innen drinnen was sie tun müssten. Aber sie tun es nicht.
Wer ständig schlechte Nachrichten hört hat verschiedene Möglichkeiten damit umzugehen. Eine Option ist, einfach nichts zu tun und damit immer tiefer in ein Jammertal abzurutschen. Eine andere Möglichkeit ist, das Licht zu suchen. Nach einer Lösung, sich selbst und vielleicht auch anderen zu helfen.
Meist ist der erste Schritt der Schwerste. Hat man diesen getan, wird es oft leichter.
Ich möchte nur vor einem Tunnelblick warnen! Wirklich sehr, sehr oft gibt es viele Möglichkeiten. Man muss nur die Augen und den Geist öffnen. Sich mit Leuten umgeben, die positive Energie ausstrahlen.
Und, ganz wichtig, die vielen kleinen schönen Dinge des Lebens (wieder) sehen lernen. Sie sind da! Überall. Und warten entdeckt zu werden. Vom Sonnenaufgang angefangen, bis zur Zeichnung einer Gewitterwolke.
Somit ist der Not-Aus gar keine wirkliche Option mehr. Eher ist es die Flucht vor sich selbst.
Es kann schon eine Hilfe sein, einfach auf seine Ernährung zu achten und Zucker, Fastfood, Mehlprodukte mal eine Zeit lange meiden.
Dazu eine interessante Doku (40 Minuten die jede davon wert ist gesehen zu werden):
DasErste Mediathek [ARD] - Reportage / Dokumentation - Das Steinzeitrezept: Wie wir unsere Zivilisationskrankheiten besiegen
Also Kopf hoch, tief durchatmen und die vielen Alternativen erkennen. Ich behaupte nicht das es einfach ist. Aber auch nicht unmöglich und auch nicht extrem schwer.