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Fuechsin
Gast
aber ich denke auch, dass man einem Menschen nicht erst Verständnis entgegen bringen sollte, wenn er eine Diagnose hat.
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Hallo Fuechsin,
schau mal hier: zu hässlich um akzeptiert zu werden?. Hier findest du vielleicht was du suchst.
Bagira, ich gehe insofern mit Dir d'accord, als dass ich ebenfalls der Ansicht bin, dass heutzutage recht viele - im Übrigen egal ob Männer oder Frauen - enorm weinerlich unterwegs sind. Werden sie einmal schief angeguckt, dann werden sie gemobbt, gibt es irgendwo einen Widerstand brechen sie heulend in sich zusammen, sie reden sich in irgendwelchen Gruppen ein, dass sie "doch noch was wert" sind, ohne jenen Wert für sich selbst anständig zu definieren, und wenn irgendetwas schief läuft gibt es on line immer noch irgendeinen Trottel, der ihnen das Borderline-Syndrom diagnostiziert. Bei der kleinsten Krise heißt es: "Mein Gott, ich kann nicht mehr!" Und jedes Gefühl, jeder Impuls ist es natürlich wert, im großen Stile ausgebreitet und in einem Maße "bedeutender" bewertet zu werden, als es eigentlich ist,- ganz im Sinne Deiner Signatur.
Das, zumindest lese ich das auch bei Dir zwischen den Zeilen, sehe ich genauso. Aber ... wenn wir zurückgehen, dann müssen wir auch feststellen, dass das Männerbild, das damals vorgeherrscht hat, in hohem Maße von Oberflächlichkeiten geprägt war. Oftmals verbarg sich hinter der Fassade eines funktionierenden Familienlebens (nach außenhin) unterdrückte starke Selbstzweifel des Mannes, die sich in enormer häuslicher Gewalt oder in Doppelleben kanalisierten. Wenn Du mal in Biographien von erfolgreichen Menschen bsplw. der 30er Jahre nachschlägst, dann wirst Du finden, dass die meisten dieser Prominenten große seelische Unterstützung durch ihre Frauen genossen haben und, wie alle kreativ arbeitenden, enorme Selbstzweifel hatten. (Im Übrigen stehe ich auf dem Standpunkt, dass hohe künstlerische und sportliche Leistungen ohne Selbstzweifel und Hinterfragung niemals stattfinden könnten; alle großen Künstler haben in unterschiedlichem Ausmaße Selbstzweifel).
Kein Mensch dieser Welt ist komplett frei von Zweifeln; wäre er es, so wäre er Superman, nicht im nietzscheanischen Sinne, denn selbst Nietzsches Übermensch hat Zweifel.
Ich stimme Dir insofern zu, als dass es verdammt wichtig ist, eine Linie zu haben und dieser Linie zu folgen. Daß dies bsplw. in den 30er Jahren ungleich einfacher war, gibt heute manchmal den Eindruck, als wäre damals alles geradlinig gewesen. Dabei wird gerne vergessen, dass die Frauen zur damaligen Zeit um einiges stärker waren als die heutigen Frauen; dass sie durch mehrere Krisen gegangen sind, und nicht zuletzt auch ihre Männer mit unterstützen mussten. Auch wenn heutzutage gerne behauptet wird, wie klar die Rollenverteilung war, so waren in den 20er und 30er Krisenjahren die Frauen, gerade die Arbeiterfrauen, meist eine starke Macht im Kampf gegen die Armut. Es mag ein naiver Mädchentraum sein, seinen "Beschützer" zu haben - aber so etwas gibt es nicht. Und ich möchte auch nicht mit einer Frau zusammen sein, für die ich ständig "einstehen" und der ich eine "Sicherheit" vorgaukeln muss, die es nicht gibt,- sich da etwas vorzumachen, ist ein Fluchtverhalten, das normalerweise eher Männer als Frauen an den Tag legen. Ich hätte keine Lust mit einem kleinen Mädchen zusammenzusein, für das ich Verantwortung übernehmen und dem ich die Welt erklären muss - auch wenn ich auf SM stehe, so wäre mir eine de facto 24/7 Sklavenbeziehung doch etwas zuviel, und ich glaube, so geht es den meisten.
Es ist generell und geschlechterunabhängig wichtig, eine Linie in seinem Leben zu haben und dieser ohne wenn und aber zu folgen - das ist in meinen Augen auch das, was einen um ein ganzes Stück Erwachsener macht. Jene bewundernswerten Ladies und Gentlemen die sich seinerzeit durch schlimmste Krisen und Kriege gehungert haben, sind in der Tat ein gutes Vorbild - aber nicht im Sinne eines naiv-viktorianischen Rollenbildes, das es so in Wirklichkeit nie gegeben hat.
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