H
hasenfuß
Gast
AW: religiöse Menschen werden oft provoziert
Auch nicht ganz richtig:
aus: Kirchenkampf
Man kann Kirche nicht verallgemeinern. Sie besteht aus Menschen. Und der Mensch fehlt und irrt. Was ist verkehrt daran, sich einzugestehen, dass auch die katholische (wie auch die evangelische) Kirche im 3. Reich nicht nur Segensreiches bewirkt hat und aus Angst und Scham oft weggeguckt oder sich abgeduckt hat. Das ist MENSCHLICH - und deshalb eben nicht unfehlbar.
Auch nicht ganz richtig:
aus: Kirchenkampf
Am 20. Juli 1933 schloss die Kurie überraschend das Reichskonkordat ab. Dies verbuchte Hitler als diplomatischen Erfolg: Sein Regime erhielt moralische Rückendeckung und konnte sich damit international als vertrauenswürdig darstellen. Andererseits behielten die katholischen Bischöfen so einen gewissen Einfluss auf die Gesellschaft, den sie zum Teil auch gegen Unrecht und Übergriffe nutzten. Gleichwohl waren auch die Katholiken von der Gleichschaltungspolitik der Nationalsozialisten betroffen. Die Zentrumspartei wurde im Herbst 1933 mit allen übrigen demokratischen Parteien verboten, christliche Gewerkschaften wurden aufgelöst, katholische Schulen und Orden konnten nur mit Mühe ihre Eigenständigkeit wahren. Die SA griff in Straßenkämpfen Angehörige katholischer Verbände wie die Kolpingjugend an. Obwohl diese Konflikte das Verhältnis zum NS-Regime belasteten, wurden sie seit dem Konkordat meist unauffällig gelöst und führten nur zu nichtöffentlichen Protesten. Erst 1937 protestierte die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ gegen die Übergriffe und stellte die Unvereinbarkeit von Rassismus und Christentum fest, wobei sie den kirchlichen Antijudaismus vom Antisemitismus unterschied.
Einzelne katholische Theologen wie Karl Eschweiler (1886–1936) oder Hans Barion begrüßten die NS-Ideologie jedoch und traten in die NSDAP ein. Beiden wurde wegen ihrer Bejahung des Gesetzes für Zwangssterilisation bei Erbkranken 1934 von der Kurie vorübergehend die Lehrerlaubnis entzogen; aber das Gesetz als solches wurde nicht kritisiert. Einzelne wie Bischof Clemens August Graf von Galen oder Kardinal Michael von Faulhaber widersprachen solchen Staatsmaßnahmen in Predigten öffentlich; von Galen konnte sogar die zeitweise Aussetzung des „Euthanasie“-Programms, der Aktion T4, erreichen.
Man kann Kirche nicht verallgemeinern. Sie besteht aus Menschen. Und der Mensch fehlt und irrt. Was ist verkehrt daran, sich einzugestehen, dass auch die katholische (wie auch die evangelische) Kirche im 3. Reich nicht nur Segensreiches bewirkt hat und aus Angst und Scham oft weggeguckt oder sich abgeduckt hat. Das ist MENSCHLICH - und deshalb eben nicht unfehlbar.