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Klassentreffen - Hilfe ich habe nicht studiert

Ich gehe davon aus, es war das 10-jährige ABI-Treffen.... 🙂
das war bei uns auch der Graus, alle wichtig und "vom anderen Stern"...
das 20-jährige Treffen war dagegen echt der Kracher...toll, alle irgendwie "angekommen und in sich ruhend" und endlich ging es um die Leute und nicht um Visitenkartentitel...
freu Dich darauf und mach Dir bloß keinen Kopp !
 
Guten Morgen. Ich bin 29 Jahre alt und war gestern auf einem Klassentreffen unseres Jahrgangs.

Dort musste ich feststellen dass so gut wie jeder irgendwas studiert hat, bzw. etwas "Besonderes" darstellt.

Lieber Daniel555,

ich finde, du hast in deinem Eingangsbeitrag schon die wichtigste Erkenntnis gehabt: du warst auf einem Darstellertreffen. :blume:
Natürlich heben die Leute da auf diesen "mein Haus - mein Auto - meine Lila Zahnspange - mein Jodeldiplom" - Unsinn ab. Denn nur das kann man nach aussen gut darstellen.
Ich hab sowohl viel mit Akademikern als auch Nichtakademikern zu tun. Ich habe immer höchste Verehrung für all diejenigen, die es in ihrem Bereich zu einer Meisterschaft (solides Können reicht auch) gebracht haben. Das hat mit der Art des Abschlusses nichts zu tun.
Und ich glaube, auf die Dauer wird man nicht glücklich damit, sich ständig mit anderen zu vergleichen, ich finde es schwer genug für sich selbst Glück (-smomente) zu schaffen, da hätt ich gar keine Energie übrig, um mich auch ständig noch mit fremder Leute Glück (-sattrappen) zu beschäftigen..🙄

Liebe Grüße, Seeblättchen
 
Studiert zu haben, sagt nichts, aber auch rein GARnichts über den Wert eines Menschen aus.
 
Ich glaube, dass das die klassische Krux beim Klassentreffen ist.
Manchmal frage ich mich, ob die Klassentreffen nicht zum Zweck haben, sich nicht aus den Augen zu verlieren, und den anderen mitzuteilen, "was aus einem geworden ist". Die Grundidee ist an sich nicht schlecht. Aber in der Realität sieht es ganz anders aus.
Ich glaube, dass der Druck der Gesellschaft, es "zu etwas zu bringen", bei diesen Treffen sehr präsent ist, und dass es manchmal einen richtigen Konkurrenzkampf unter den Teilnehmern gibt. Im schlimmsten Fall geht es nur noch darum, den anderen zu überbieten... eben um "mithalten" zu können. Einige nutzen anscheinend gerne diese Treffen, um ihre Minderwertigkeitsgefühle zu kompensieren und ein bisschen rumzuprahlen - was für eine gehobene Position sie in der Wirtschaft/eine schöne Frau/wohlgeratene Kinder/ein schönes Haus/ein schönes Auto haben. Und alle, die das nicht haben, fühlen sich nicht wohl, geraten unter Druck, und geraten auch unter Rechtfertigungsdruck und Minderwertigkeitsgefühle.
In Zeiten von Hartz IV ist es besonders schlimm, denke ich. Wie soll sich jemand bei so einem Klassentreffen fühlen, der wirklich davon betroffen ist ?
 
Hallo Bernadette. Tausend Dank für diesen Beitrag !!! Genauso ist es, man fühl sich durch solche die wunder was erreicht haben unter Druck und sich dann selbst weniger wert !! Traurig dass das so ist heutzutage, auch wenn ich zum Glück kein Hartz 4ler bin.
 
Bitte 🙂
Ich mach mich schon manchmal Gedanken darüber, was Hartzler generell empfinden... Und ich könnte mich vorstellen, dass solche Veranstaltungen- wenn sie wie oben beschrieben verlaufen - für diese Leute eine wahre Tortur sind.
Aber man muss nicht unbedingt Hartzler sein, um keinen Geschmack bei solchen verkrampften Veranstaltungen zu finden. Ich kenne einen Arzt, der jahrelang Minderwertigkeitsgefühle hatte, weil seine Geschwister was noch Besseres studiert hatten.
Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn alle Leute - auch Hartzler - sich bei solchen Treffen wohl fühlen könnten, und jeder unverkrampft von seinem Leben erzählen könnte. Da kämen bestimmt interessante Themen raus. Es gibt andere Themen als immer nur Beruf, Studium, Wohlstand.
Und wenn nur über diese Themen geredet wird, wird der Treffen völlig verkrampft und steif. Da bekommt jeder Angst, was Falsches zu sagen.
 
Ich bin der Meinung das wird doch von den Medien schon suggeriert. Schönheit, Wohlstand, Erfolg, Perfektionismus...

Und solche Menschen die eben keine Alphatierchen sind oder einen ganz normalen Job haben (und eigentlich zufrieden wären) entwickeln dann logischerweise auch dieses gefähliche Denken ich bin zu wenig weil andere noch viel mehr erreicht haben. Und diese Leute lassen es eben teilweise heraushängen. Nur ein Beispiel: ich war mal mit ein paar Bekannten was trinken, einige hatte ich schon länger nicht mehr gesehen. Dann ging es los: und was machst du heute so.....

Wortlaut Originalgespräch:
Ich: habe eine kaufm. Ausbildung und arbeite bei XXX ...
Er: Wie? warum hast du nur eine Ausbildung ?
Ich: Warum was machst du denn?
Er: ich habe Technologiemanagement studiert, war einige Zeit im Ausland, betreue Projekte XXX, das gibt richtig Kohle, usw...

Vermutlich verdient er das dreifache von mir. Wenn ich mir vorstelle dass jeder was hohes studieren würde, dann gäbe es keine normalen Jobs mehr.

Und jetzt sag mir mal wie man sich da noch wohl fühlen soll mit seinem ganz normalen Job, nach solche einer Aussage ?
Offensichtlich betrachtet er mich ja weit unter sich.
 
Merkt er überhaupt, dass er seine langjährige Freunde mit solchen Aussagen möglicherweise vergrault ? Seine hohe Position sei ihm gegönnt, aber Erfolg ist relativ... Jeder hat eine andere Meinung darüber, was Erfolg ist.
Ich könnte mich vorstellen, dass er sehr stolz auf sich ist, und jedem Mensch von seinem tollen Beruf erzählen möchte...
Aber irgendwie scheint er daran Interesse zu haben, dass der andere (du) sich neben ihm klein fühlt... Das macht mich stutzig...Ist er wirklich so zufrieden im Leben? Oder ist alles bei ihm heisse Luft ?
Wenn er wirklich zufrieden wäre, würde er ganz begeistert von seinem Berufsalltag sprechen, ohne den anderen klein zu machen. Aber er scheint eine Interesse daran zu haben, den anderen mit seinem Erfolg niedermachen zu wollen.
 
Ich habe nur den ersten Post gelesen und kann auch hier nur sagen, ein Zitat sagt mehr als Tausend Worte:

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ ~Sren Kierkegaard
 

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