Hallo und Guten Abend!
Glaube und Religion sind auch für einen bekennenden Atheisten immer wieder ein Thema. Im Alltag und z.B. in den Staatsmedien, überall wird man mit Aspekten des Glaubens konfrontiert.
Persönlich interessiert mich Glauben aus psychologischer Sicht; ... eine andere Art der Auseinandersetzung mit der objektiven Realität als die meine !
Das Wort "glauben" verwende ich selbst, wenn ich mir über etwas nicht sicher bin, evtl. einer Hoffnung Ausdruck gebe.
Interessant in diesem Zusammenhang, was Tante Wiki dazu sagt (Auszug):
... Der Begriff (Glaube) wandelt sich in seiner Bedeutung innerhalb der Bibel. Eine mögliche Definition nimmt der Apostel Paulus vor: "Es ist aber Glaube Grundlage des Erhofften, ein Überführtsein von nicht schaubaren Dingen." (Brief an die Hebräer, Kapitel 11, Vers 1)
Glaube in religiösem Zusammenhang finden wir beim Menschen erst ab einer gewissen gesellschaftlichen Entwicklungsstufe. Kulturelle Anfänge waren getan und Arbeitsteilung schuf Freiräume, die es erlaubten eine "Sinnsuche" gegenüber Unbekanntem zu tätigen.
Anfangs noch mit z.B. medizinischen Aspekten verknüpft, begann man regelmäßige Abläufe (Tag, Jahr, Gestirne u.a.) zu entdecken und gab ihnen Deutungen. Dem dabei aktiven Personenkreis wurde schnell bewußt, daß damit auch Befugnisse und Macht verbunden waren - Anfänge der Institutionen.
Kaum erschöpfend, weil nicht zielführend ist sicher eine Fragestunde im Sinne von "Wo kommt das Universum her?, "Wer schuf Gott?" usw.
Es gibt tausende offene Fragen und jede Antwort, die heute ein Forscher gibt wirft weitere Fragen auf.
... und dennoch; für Menschen im Mittelalter wären wir mit unserem heutigen Wissen selbst Götter !
Entscheidend, so meine ich, ist die Positionierung gegenüber der Frage nach der Erkennbarkeit der Welt.
Bejae ich diese, so hat die Wissenschaft ihren Auftrag.
Verneine ich, gebe ich nie nachprüfbaren Theorien den Vorrang, ich stehe dem Fortschritt im Wege !
A. Einstein u.a. Wissenschaftler haben sich sicher selbst als gläubig bezeichnet; ihre Leistungen auf dem Gebiet der Wissenschaft sprechen eine andere Sprache. Die Genesis ist eine denkbar schlechte Basis für wissenschaftliche Arbeit, die dem Ziel dient, die Welt zu erkennen !
Zweifel sind es, die Forscherdrang generieren.
Was die Faszination unserer Welt ausmacht, das "Wunder" des Lebens, so bin auch ich immer wieder hingerissen. Unter Chaos verstehe ich dabei aber kein Ungeordnetsein - auch hiergibt es mttlerweile Antworten
(Stichwort Chaosforschung).
Glauben in der heutigen Zeit hilft sicher manchem, seinen Sinn des Lebens zu finden. Rituale und Traditionen schaffen Sicherheit, sie geben in schwierigen Situationen Halt evtl. auch Kraft, um diese durchzustehen.
Ich denke Glauben jeglicher Konfession sollte Privatsache sein. In der Theorie friedlich beobachten wir gegenwärtig, wie sich verschiedenste Religionen offenbar gern vor die Karren der Macht spannen lassen, um "ungläubige" Ansprüche zu sichern.