K
kyle
Gast
Ich würde mich auch ärgern wenn ich den ganzen Tag arbeiten würde und am Ende nicht viel mehr hätte als jemand der von Hartz 4 lebt.
Einer der Fehler ist das nicht hart genug durchgegriffen wird bei den Sozialschmarotzern.
Hallo Tine,
<<soifz>> <<stöhn>> <<ächz>> <<verzweifel>>
natürlich ärgert es, wenn Arbeit sich nicht mehr lohnt - schliesslich drückt Dein Arbeitgeber über die Höhe des Lohns ja auch aus, wieviel bzw. wie wenig ihm Deine Leistung wert ist! Aber warum richtet sich Dein Ärger über seine miese Werteinschätzung Deiner Arbeit denn auf die daran völlig unbeteiligten Bedürftigen (zur Erinnerung: Die Bundesagentur für Arbeit meldet nur 1,8% Fälle von Missbrauch)?
Ist Deine Leistung denn wirklich so unbedeutend, schafft sie wirklich einen so kleinen Wert?
Haben deutsche Unternehmer denn wirklich nicht mehr Geld für Deine Arbeit übrig, oder wollen sie sie einfach nicht besser bezahlen?
Warum glaubst Du wohl, schreit die Wirtschaft schon wieder nach mehr ausländischen Fachkräften, während sie sich gleichzeitig immer noch den Luxus leistet, einheimische Fachkräfte abzulehnen, wenn die ein bestimmtes Alter überschritten haben? Und warum bilden sie nicht mehr Fachkräfte selbst aus? Und warum fordern sie selbst für einfache Sachbearbeiterjobs gleich ein ganzes Studium? Jobs, wo vor zwanzig Jahren noch eine normale Berufsausbildung reichte und die sich so sehr eigentlich nicht geändert haben!
Mensch Tine, da wird seit rund 20 Jahren systematisch der deutsche Arbeitsmarkt kaputtgemacht, mit dem einen und einzigen Ziel: Lohndumping -> Profitsteigerung!
Und der Hammer ist:
Während jeder einzelne Cent, um den Dein Lohn auf (u.a.) diese Weise gedrückt wird, unmittelbar auf den privatisierten Gewinn durchschlägt - verursacht jeder Cent, den wir für die durch produktivitätssteigernde Rationalisierungsmassnahmen, Outsourcing und Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland "freigesetzten" Arbeitslosen aufbringen müssen, unmittelbar höhere sozialisierte Staatsausgaben!
Und was tust Du?
Statt sich mit den Opfern der neoliberalen Globalisierungswelle zu solidarisieren, bist Du nicht etwa wütend auf Deinen Arbeitgeber, der Deine Leistung offen geringschätzt - sondern wirst neidisch auf sie!
Davon ab: Hälst Du es für sachlich, von Einzelbeispielen aus Deinem persönlichen Umfeld auf 6,7 Mio andere zu schliessen?
Wo hast Du diese Argumentationslogik eigentlich her? Lernt man sowas in der Schule, ist das etwa deren heutiges Niveau? Boah... wir waren mal das Volk der Dichter und Denker! 😕
Gestatte mir bittte noch ein allgemeines Statement zum Schluss:
Blinde Wut führt auch in anderen Lebensbereichen nicht weit. Vor allem wenn man sie nicht gegen ihren Verursacher richtet, sondern gegen den nächsten besten Sündenbock, dessen einziges Pech darin besteht, zugleich sichtbar und wehrlos dagegen zu sein.
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