Meine Erfahrungen sind so:
Kinder, die in einem gesunden Umfeld (Gewichtung Elternhaus) aufwachsen haben im allgemeinen keine Probleme mit unserem Schulsystem (obwohl es ganz sicher nicht perfekt ist.).
Kinder, die darauf aufbauend gelernt haben, mit dem Angebot an Freizeitaktivitäten sinnvoll umzugehen, haben in der Regel keine Probleme durch den Konsum von Computerspielen, TV etc.
Sie haben also gelernt ihre Entscheidungen zu prüfen und abzuwägen.
Allerdings sehe ich auch, dass die Zahl der Elternhäuser, die kein ideales Umfeld für Kinder darstellen, zunehmen. Dadurch entstehen zunehmend auch Wohngebiete, in denen sich solche Umfelder konzentrieren bzw. formieren sich Schulklassen, in denen sich die Sprößlinge aus schwierigen Haushalten sammeln. Hier ist bei zu hoher Konzentration von diesen "Fehlstartern" - egal wie gut oder schlecht ein Schulsystem ist - kein sinnvoller Unterricht mehr möglich. Darum sehe ich das Schulsystem nur als sekundäre Baustelle, denn es ist zuweilen traurige Realität, dass häufig Kinder eingeschult werden, die sich kaum oder gar nicht in der Landessprache verständigen können. Ich meine hier keinesfalls nur Kinder von Eltern, die aus einem anderen Land eingereist sind, sondern sehr häufig auch Kinder aus dem eigenen Lande.
Die Gesellschaft kann diese Probleme nur versuchen lösen, wenn sie massiv in die Schutzzone "Elternhaus" eingreift. Also die Rechte und die Autorität der Eltern massiv beschneidet. Das schadet aber unweigerlich den Familien, bei denen alles im grünen Bereich liegt. Zudem werden hierbei schnell Rufe nach "totaler Kontrolle" bzw. "Kindesenteignung" etc. laut. Daher sind die Versuche von Seiten der Gesellschaft ( Gott sei Dank ) eher von Hilflosigkeit geprägt und in ihrer Wirkung eher kontraproduktiv.
Darum denke ich (meine persönliche Meinung) dass das Problem von Seiten der Gesellschaft nicht zu lösen ist. Es liegt in der Verantwortung jeder einzelnen Familie, ob sie sich für den unbequemen Weg "Etwas zu tun" entscheidet, oder sich ganz dem Fernsehprogramm widmet. Die Entscheidungsfreiheit liegt beim Einzelnen. Niemand zwingt Menschen sich Interessen hinzugeben, die den Geist verdummen lassen. Im großen und Ganzen werden wir, solange die persönliche Freiheit des Einzelnen gewahrt bleiben soll, das Problem nicht lösen. Wir können nur lernen zu akzeptieren, dass es Menschen gibt, die kein Interesse an Bildung und eventuell an Verantwortung haben.