Glaube ist nicht Wissen und nicht Gewissheit..dieser Formel sollte sich ein wahrhafter und weniger wahnhafter Gläubiger, der trotz dieser Ungewissheit fest ist in seinem Glauben einfach fügen.
Ist das eigentlich sooooo schwer?
Erneut ein thread in dem es ellenlang um Gottesbeweis geht und jemand versucht sein inneres Grundgefühl als Gewissheit für die Allgemeinheit zu verkaufen....was soll dieses Missionarsgehabe? Sonst nix Besseres zu TUN?
Wie wäre es anstatt vieler Worte mal mehr Taten sprechen zu lassen....in der realen physikalischen Welt..hier in der Virtualität verhallen diese Worte ohnehin zwischen Pixels und Bytes irgendwann wie Schall und Rauch. Zwischendurch krümmen und türmen sich emotional hochgepeitschte Wortfluten um diesen krummen und provokativen Ansatz und irgendwann ist dann alles gesagt was zu sagen ist...Damit Worte überzeugend wirken auf Menschen brauchen Menschen glaube ich auch physische Präsenz dessen der diese Worte spricht. Ist das Forum hier der Berg von dem aus die hohe Wahrheit verkündet wird, oder was?
Blackjack hat es gut ausgedrückt mit der logischen Ableitung sich an die Krone einer Schöpfung zu stellen indem man so tut als sei das Unfassbare fassbar, echt und wahr. Ich halte nichts von solcher Hybris. Und zudem ist diese Glaubensstruktur halt gegeben und damit muss man als Gläubiger leben und fertig. Die klugen und friedfertigen Denker, wie Kant verzichteten auf Gottesbeweise. Die in Wahrheit kriegerisch-missionarischen wohl auch heute immer noch nicht.
Es ist natürlich meganarzisstisch seine eigene persönliche Glaubensmeinung als allgemeine Wahrheit verkaufen zu wollen. Damit spaltet man die Welt in Gläubige = Freunde und Ungläubige = Feinde (oder gemäßigt: Blödis, Säue vgl. liebermanns Perlen vor die Säue-Satz) etc..finde ich nicht überzeugend und gar nicht friedlich.
Nix gehen den Wunsch nach etwas Ewigem und Wahren..aber man sollte doch dabei bitteschön auf dem Teppich bleiben und nicht übers Ziel hinausschiessen. Eine in meinen Augen schöne und reine Seele weiss sich in ihrem Begehren zu mässigen und braucht es nicht rum zu posen und ständig von außen her bestätigt zu sehen etc.
Vor allem sollte die Menschlichkeit und auch werte wie: Glaubensfreiheit nicht auf der Strecke bleiben..und jeder Mensch sollte freie Wahl haben in Bezug auf das was er glaubt. Die Glaubensfreiheit ist aber gefährdet, wenn ein Glauben oder eine Religion anfängt aus subjektivem Glauben eine allgemeingültige Wahrheit zu zimmern. Und wie das dann manchmal endet zeigt die Weltgeschichte deutlich. Glaube oder Religion ist ja nie nur Glaube oder Religion sondern auch viel mehr..Machtinstrument, Strukturgebend etc. Auch diese Bezüge sollte man nie vergessen und grad deshalb ist Mässigung grad in Glaubensdingen wichtig sonst erstarrt der Glaube zum Dogma das Andersgläubige ausgrenzt. Grad der Glaube ist sehr eng emotional verknüpft und hier ist ein wenig kühler Verstand und abkühlende Vernunft beim Glauben immer wichtig.
Mit ganzer Seele also nicht nur mit dem Begehrensteil der Seele (epithymetikon) und nicht nur mit dem Mutartigen, Aggressionstrieb der Seele (thymoeides) sondern auch dem logistikon = der Vernunft glauben. Sonst klingt der Glaube schräg...Hier klingt so einiges schräg...und eher mit Überbetonung des Begehrensteils der Seele.
Was EGO etc. angeht...ich denke doxa, subjektive Meinung haftet an allem...egal wer was sagt an jeder Meinung haftet Subjektives, wir haben nichts weiter als subjektive Ideen, Eindrücke, Wahrnehmungen und Interpretationen dieser Wahrnehmungen. Vgl. Xenophanes...der alte Grieche und einer der Mitbegründer des kritischen Rationalismus sah es genauso.
EGO-Verzicht und Demut vor einer höheren Wahrheit (so sie denn existieren möge worüber man NICHT streiten kann da nix Beweisbar ist in dieser Hinsicht) bedeutet für mich sich in dem was man glaubt nicht zu wichtig zu nehmen. Der Glaube (welcher Glaube auch immer, keiner ist besser oder schlechter, keiner ist höher und edler...) ist ein schlichter Bezugspunkt eines Menschen, der dem einem mehr dem anderen weniger bedeutet und man kann nicht erwarten dass andere Menschen ins gleiche Horn blasen und immer alles so sehen, interpretieren und glauben wie man selbst. Das zu erwarten wäre Narzissmus, also ne heftige EGO-Flatulenz und ggf sone Art Kontrollzwang den man anderen antut.
Also cool bleiben dieser heißen Tage und seinen Glauben leben und andere in ihrem Glauben oder Unglauben leben lassen.
Tyra
@liebermann: ist es egofrei hier den Herren der Bestimmung über das, was zum Thema passt und was nicht zu spielen?
Und: der Perlen vor die Säue Satz klingt ja auch nicht grad wenig überheblich, oder?
Wieso nicht einfach jedem seine Meinung lassen?
Ist dein Glaube derart schwach dass er sich nicht selbst verteidigen kann und selbsternannte "Krieger" braucht die für ihn in die Bresche schlagen?
Die Hälfte der Weltbevölkerung ist übrigens atheistisch und andersgläubig.