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Täglicher Erfolgs-Selbstdruck - Zusatzqualifikation ja oder nein?

  • Starter*in Starter*in AndreasL
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AndreasL

Gast
Hallo zusammen,

ich bin Ende 20, und überlege mir per Abendstudium den Betriebswirt zu machen.
Absolviert hatte ich bislang eine kaufmännische Ausbildung und bin leider seither mehr oder weniger Sachbearbeiter geblieben. Verdienen tu ich natürlich nicht besonders viel.

Da in meinem Bekanntenkreis fast alle studiert haben und auch überwiegend auf Leute die nur eine normale Ausbildung haben verächtend herabschauen, möchte ich auch noch irgendwas angehen, zumal ich mir jeden tag mehr und mehr Druck mache, weil ich nichts besonderes bin.

Meint ihr durch den Betriebswirt hat man heutzutage noch Chancen einen besseren Job zu bekommen?

Wie seht ihr das generell? Zählt heute wirklich nur noch jeden Tag höher, schneller, weiter ??? Ich mache mich zunehmend fertig damit.

Würde mich sehr über ein paar gedanken von euch freuen.
 
Hallo,

Grundsätzlich steigen die beruflichen Chancen mit einem Hochschulabschluss natürlich. Du fällst ohne halt bei vielen Stellenbeschreibungen gleich durchs erste Raster. Von daher würde ich jedem, der sich das Ganze inhaltlich zutraut, immer raten, ein Studium dranzuhängen.

Allerdings solltest Du wirklich schauen, dass der "Konkurrenzdruck" in deinem Umfeld nicht der entscheidende Grund ist. Nur für Andere bzw. um denen was zu beweisen, sollte man sich den Stress nicht antun. Ich meine, was kommt danach? Vielleicht haben deine Bekannten dann schon pompös geheiratet...suchst dann auch fix ne Frau, nur um mithalten zu können? Ist nicht böse gemeint...geht halt nur darum, dass Du das Ganze für DICH machen solltest und nicht, um gut dazustehen. Grad ein Abendstudium ist sehr anstrengend, weil du die Belastung neben dem normalen Job stemmen musst. Da brauchst wirklich ne super Motivation - und die sollte aus Dir kommen und nicht von dem, was Andere erwarten.

Generell: Klar, schneller-höher-weiter ist das gängige Prinzip der Leistungsgesellschaft. Man muss aber nicht jedes Tempo mitgehen, nur um am Ende völlig ausgebrannt auf der Strecke zu bleiben. Versuch, DEIN Tempo zu finden, mit dem Du DEINE Ziele umsetzt.
Dann passt schon alles🙂
 
Hallo, danke für die schnellen Reaktionen.

Also das wäre natürlich kein Hochschulstudium in dem Sinne, halt der staatlich anerkannte Betriebswirt. Das ist eben auch so ziemlig das Einzige was ich aufgrund bisherigem schulischem Werdegang machen kann und mir auch inhaltlich zutraue.

Das mit dem Tempo ist ein gutes Stichwort.

Ich kenne jemanden, dem es genau so ergangen ist. Seit Anfang 20 hat er nur Vollgas gegeben, studiert, hier noch was , da noch was. Er kam irgendwann zwar in die Top-Riege der Mitarbeiter, allerdings war eines Tages der gesundheitliche Zusammenbruch. Keine Freizeit oder Urlaub, wenig Freunde, keine dauerhafte Beziehung, immer nur arbeiten und wichtig sein.
Heute tritt er wesentlich langsamer, weil er gemerkt hat wie belastend das auf Dauer ist.

Ich persönlich würde zwar schon gerne berufliche Verantwortung haben und vielleicht etwas über dem Durchschnitt verdienen, aber ich möchte mich durch das Streben dorthin auch nicht kaputtmachen.

Seht ihr da eine Möglichkeit (außer der typischen Beamtenlaufbahn), oder meint ihr wer gut verdienen will muss nunmal einen 12 Stunden Tag fahren? Man orientiert sich halt irgendwie ständig an Leuten die scheinbar mit horrendem Gehalt locker-leicht durchs Leben gehen.

Mein Problem ist die Diskrepanz zwischen Leben und Arbeiten.

Wie vereinbart ihr das ? Und gibt es hier vielleicht jemanden der auch den Betriebswirt gemacht hat und über seinen weiteren Werdegang berichten möchte?

Ich versuche mich wohl den "Zwängen" der Leistungsgesellschaft anzupassen, obwohl ich vielleicht gar nicht der Typ dafür bin? Ein Schmarotzer bin ich aber nicht, falls das jemand denkt, ich "will" absolut arbeiten und auch ein bisschen was erreichen, aber manchmal erschlagen mich diese gedanken irgendwie.
 
Hmm ich wäre so mit 4 - 4500 Euro brutto zufrieden.

Ich weiß auch, dass dies viele nicht verdienen...
 
Gibt es auch noch normale Antworten? Ich habe einfach keine Lust ewig immer grad so klarzukommen zum Monatsende, und jeder weiß wieviel auch bei einem gehalt von 3000 EUR noch übrigbleibt wenn man alle Kosten abzieht.

Das Thema zielte auch eher darauf ab ob man heututage mit Gewalt höher schneller und weiter kommen muss oder ob es hier noch Zeitgenossen gibt, die zufrieden sind oder über Erfahrungen mit ihrer Zusatzqualifikation berichten können.
 
Hi Spoony,

ich weiß nicht ob es mich befriedigen würde als "typischer" Beamter zu arbeiten, der schon um 15:30 Uhr zu Kunden sagt "sorry mein Rechner ist schon runtergefahren, kommen Sie morgen wieder".

Ich bin auch der Meinung dass es da verfrüht im Kopf nachlässt, ganz abgesehen davon dass solche leute wirklich fürs nichtstun ordentlich Geld verdienen.

Ihr merkt ich gehe nicht in die Richtung Schmarotzer, nur habe ich wohl irgendwie den Zwischenweg zwecks arbeiten aber auch Leben noch nicht gefunden.
 
Gibt es auch noch normale Antworten? Ich habe einfach keine Lust ewig immer grad so klarzukommen zum Monatsende, und jeder weiß wieviel auch bei einem gehalt von 3000 EUR noch übrigbleibt wenn man alle Kosten abzieht.

Das Thema zielte auch eher darauf ab ob man heututage mit Gewalt höher schneller und weiter kommen muss oder ob es hier noch Zeitgenossen gibt, die zufrieden sind oder über Erfahrungen mit ihrer Zusatzqualifikation berichten können.

Ich weiß ja nicht, was Du anstellst mit einem Gehalt von 3000 Euro und immer nur "gerade so klarkommst".

Das ist jammern auf hohem Niveau und ich hatte den Eindruck (Du schriebst das selber), dass es ein Ego-Problem ist und Du Dich von anderen, vermeintlich eine dickere Hose Habenden unter Druck setzen ließest.

Ich meine nach wie vor, dass Zufriedenheit und Angemessenheitsgefühle nicht über die Schiene "Karriere" kommen. Es gibt Leute, die machen Karriere, weil sie einfach gut sind, die fallen quasi nach oben (wenn sie nicht zusätzlich im Bett der Chefin/ des Chefs gelegen haben).

Wenn du einfach den Ehrgeiz hättest, mehr Verantwortung zu übernehmen, evtl. ein Workaholic wärst (nicht, dass das was Gutes wäre) dann könnte ich es auch noch nachvollziehen.

Aber diese Motivation: Neid und Angst, beim Schwanzvergleich den Kürzeren zu ziehen, da komme ich nicht hinterher.
 

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