Nicht immer sind die Familien mit einer SPFH einverstanden, oftmals wird sie vom JA als Hilfemaßnahme aufgedrückt - das ist anfangs dann besonders schwer, weil in erster Linie Vertrauen aufgebaut werden muss - und das geht nur Schritt für Schritt - eine Mutter meinte nach 3 Monaten, sie hatte die Hilfe abgelehnt, ging dann über das FamG - dass sie sich unter einer Familienhilfe etwas ganz anderes vorgestellt hat, man würde so viel im Internet darüber lesen und Freundinnen hätte ihr abgeraten - und nun wollte sie die Stunden erhöht haben, was ich nicht mal als notwendig ansah.
Ich hatte bisher noch nicht das "Vergnügen", dass Familien die Hilfe abgelehnt haben, aber ich kenne es von Kollegen und ich erlebe es auch zu oft, dass Familien schon zu Anfang überfordert werden, vieles an Auflagen von der FH kommt, die ihr gar nicht zustehen und aus meiner Sicht heraus viel zu früh sind.
Veränderungen kann ich mit den Eltern doch nur dann erarbeiten, wenn sie mir vertrauen, wenn eine Beziehung besteht.
Manche Kollegen und Kolleginnen würde ich auch nicht in meine Wohnung lassen, da sind zu oft die Grenzen einer Kindeswohlgefährdung fließend und unkontrolliert. Da kommt es vor, dass Kollegen einfach auch ihren Auftrag - aus meiner Sicht - nicht verstehen - der Auftrag ist in den Familien ressourcenorientiert zu arbeiten, Fähigkeiten in den Fokus zu rücken, Alternativen zu bisherigen destruktiven Lösungen zu erarbeiten, sie einzuüben, sie zu stabilisieren, das braucht Vertrauen, Zeit, Geduld und viel Empathie, wenn es nicht so funktioniert und wenn Rückschritte vorkommen - aber diese gehören dazu.
Und ich stelle auch fest, dass durch den Run auf FH durch die Hysterie 8a hier ein Einstellungswahn passiert, wie z.B. unerfahrene junge Kollegen, die die Vielschichtigkeit von Familien nicht kennen, sondern nur ihre eigene im Kopf und im Herzen haben.
Die kommen dann zu einer Hardcorefamilie, wo fast alles dabei ist und kommen damit nicht klar, schreien ohne genaue Kenntnis nach Fremdunterbringung und wundern sich, wenn die Eltern ihnen die Tür nicht mehr aufmachen.
Oder manche gehen einfach nicht mehr hin - auch das hatte ich schon.
Ich denke, es kommt immer auf den FH einzeln an, generelle Diffamierung ist sicherlich nicht angebracht - und ebenso auf die Familien - bei nicht allen Familien passe ich z.B. rein, da bin ich zu alt, oder es ist nicht mein Thema, oder ich kann mit bestimmten Dingen nur schwer umgehen.
Das wird aber mit dem neuen Trend nicht mehr berücksichtigt, da wird von jungen Fh die eierlegendewollmilchsau verlangt, das ohne Erfahrung und ohne den Blick auf die Vielfalt von Familien.
Und es muss ja auch mit der Chemie passen 🙂