Wenn jemand meint, man könne mit ALG2 ein angenehmes Leben führen, dann soll er es doch einfach machen. Es wird bestimmt jemanden geben, der sich über den freiwerdenden Arbeitsplatz freut. Alle Menschen, die Hartz4-Empfänger beneiden, haben doch kein großes Problem, zu wechseln, und selbst ihren Traum von der unglaublichen Hartz4-Freiheit zu erfüllen. Wo ist das Problem?
Ich empfehle besonders, die Hartz4-Freiheit bei einem Mindestalter von 45 Jahren. Als so etwas wie ein vorgezogenes glückliches Rentenalter.
Sicher ist ALG2 in Zeiten niedriger Löhne problematisch. Nur liegt das vielleicht auch an zu niedrigen Löhnen. Wer etwas daran ändern möchte, schaut vielleicht einmal darauf, dass seine gekauften Produkte nicht in Ländern mit niedrigen Löhnen hergestellt wurden.
Leider werden auch Menschen mit niedrigen Löhnen abgespeist, die Produkte herstellen, die aufgrund des Transportes im Ausland nicht billiger gefertigt werden könnten. Oder Menschen, die eine Serviceleistung erbringen.
Fragt doch einmal jeden Menschen, wie hoch sein Stundenlohn ist. Und drückt ihm die Hand und dankt ihm für Euren "Wohlstand", wenn er 6 Euro oder weniger beträgt.
Vielen Dank auch an die Chinesen, die in 10 oder 12 Stunden Akkordarbeit meine Handschuhe hergestellt haben - das habe ich gerade erst gesehen. Es kann gar nicht genug Chinesen geben. Nur leider quillt das Arbeitsamt hier vor Ort von unnützen Menschen über. Die brauchen wir gar nicht, die kosten nur Geld, warum gibt es die überhaupt? Und sie wünschen sich auch noch ein glückliches Leben - was für eine Unverschämtheit. In China klappt das doch auch so.
Sicher gerät "Gerechtigkeit" an ihre Grenzen, wenn es Menschen gibt, die genauso viel Geld haben, egal ob sie arbeiten, oder nicht. Bei mir würde das bestimmt nicht so sein, vielleicht bei Familien mit Kindern, ich glaube, da hatte Hartz4 eine Schwäche. Aber wie schaut es dort aus? 184 bis 215 Euro Kindergeld für ein Kind, während es 215 bis 287 Euro für ein Hartz4-Kind gibt. Und zusätzlichen Wohnraum, dafür keinen Steuervorteil. Da überlegt man sich, unter welchen Bedingungen man 5 Kinder zeugt, oder nicht.
Ich wünsche jedem der Kritiker, dass er mit 50 Jahren arbeitslos wird. Dass er sein Angespartes aufbrauchen muss, und danach schauen muss, wie er mit dem Geld zurecht kommt. Und dass er schaut, was er mit seiner Zeit anfängt. Es ist gar nicht so leicht, keine Aufgabe zu haben, und dafür verachtet zu werden. Jeden Tag 24 Stunden, vom Aufstehen, bis zum Abend. Und vor allem darf man nicht glücklich sein. Denn das würde ja den Groll der arbeitenden Bevölkerung hervorrufen. Nur nicht glücklich sein, immer dankbar dafür, leben zu dürfen, die Arbeit anderen zu überlassen.
Ob Chinesen wohl glücklich sind?
Günter