Danke für Eure Antworten, das ist wirklich sehr nett von Euch.
Als Leistungssportler war ich immer recht OK, aber nie ganz so gut, dass ich mir von anderen in meinem Verein Respekt verschaffen konnte. Irgendwann habe ich dann versucht, im Feiern der Beste zu sein, was mir durchaus gelang und worauf ich damals wohl auch stolz war. Die Abhängigkeit von Alkohol und Haschisch kam schnell, hat mir viel versuat, und ich war auch oft zu faul, um etwas zu ändern.
Ich bin nicht nur immer sehr feige gewesen, sondern auch ein Egoist, der den Leuten gerne auf die Mitleidstour kam. Heute will und brauche ich kein Mitleid mehr, das habe ich zumindest eingesehen.
Dafür ist der Hass auf mich selbst so groß wie nie, obwohl ich weiß, das ich im Grunde ein ganz nettes Kerlchen sein kann.
Vor 2 Jahren wollte ich mein Leben ändern und bin weit weg gezogen, habe ein neues Studium aufgenommen und war 2-3 Monate lang sogar der Beste.
Alles war toll, und ich hae im Urlaub sogar die Liebe meines Lebens kennegelernt.
Das Studium, in dem es kurzzeitig mal nicht perfekt lief, ließ ich so baumeln, ging immer mehr feiern, hab meine Kohle für Reisen zur Liebsten verjubelt, hab immer mehr gefeiert, das Studium geschmissen, keine Miete bezahlt, weitergefeiert...
Eines Tages habe ich mich meiner Mutter offenbart und sie half mir. Aber was mache ich, anstatt meine Mietschulden zu tilgen? Richtig: Feiern, zur Liebsten fliegen, und feiern...
Möglicherweise war das schon der Beginn einer neuen Flucht vor mir selbst.
Ich hatte ein weiteres neues Studium begonnen, es aber noch kürzere Zeit durchgehalten.
Mit der Liiebsten ging es auch bergab, weil ich in meinem Wahn natürlich ihr die Schuld gegeben habe. Sie sei nicht für mich da und so ein Mist.
Naja, letztlich habe ich sie verloren. Zwischendurch haben wir uns mal wieder gesehen und ich hatte meine Chance, aber auch die konnte ich nur vertun.
Ich will so einiges anpacken und weiß auch, dass es eigentlich nicht schwer ist, einen Krankenkasse anzurufen und zum Arzt zu gehen. Aber woran liegt es, dass ich es nicht schaffe und nur fernsehe oder esse?
Bin vor ein paar Tagen von der Liebsten hierher auf Heimatbesuch zurückgekommen (habe meine unbezahlte Wohnung immer noch nicht gekündigt - wahrscheinlich habe ich eh schon einen Haftbefehl oder die Zwangsräumung, aber die dicken gelben Briefe vom Amtsgericht öffnet Herr Feigling ja nicht). Die ersten Tage war allles schön, aber in der letzten Nacht war ich betrunken und bin wieder böse geworden, weil mir irgendetwas nicht gepasst hat.
Mir ist klar, dass nur ich es bin, der mir nicht passt.
Ich grüble seit Monaten, was ich nur tun soll, aber ich tue nichts - nicht mal das, von dem ich weiß, dass und wie ich es tun muss und sogar könnte.
Ich will einen Ausbildungsplatz oder ein neues Studium finden, um einen allerletzte Chance zu haben, aber ich breche meine Intternetrecherche ab, sobald nur das geringste Problem auftaucht.
Heute wollte ich mich meiner Mutter offenbaren, aber bevor ich das konnte, bin ich wegen einer Lapalie, die problemlos mit einer simplen Bitte oder Frage lösbar gewesen wäre, ausgerastet und habe eine Tür eingetreten.
Das kostet jetzt 400 €, und meine Mutter war natürlich sauer.
Also habe ich keinen Mut, ihr von den vielen tausend € zu erzählen, die ich meinem Hausbesitzer schulde.
Darüberhinaus trinke ich immer mehr und nehme immer mehr Drogen, um mich zu betäuben.
Bin jetzt seit wenigen Tagen nüchtern und sehe den Berg vor mir.
Mit 31 kann ich eigentlich einpacken, und ich will trotzdem noch was Großes erreichen, obwohl ich einen Dreck dafür tu.
Ich will es auch meinen Freunden erzählen, von denen ich ein, zwei sehr gute habe. Einer weiß schon bescheid und hat mir viel Mut gemacht.
Trotzdem heule ich Würstchen schon den halben Tag (seit der Tür).
Wenn ich wirklich was für die, die unter mir leiden, tun will, sollte ich mein Leben um 180° drehen.
All die Theorie ist mir klar, und ich kann sogar Leuten, denen es noch mieser geht als mir, weiterhelfen mit super Ratschlägen. Nur mir selbst helfe ich nicht.
Gearbeitet habe ich bis vor einem Jahr, habe den Job aber nur behalten können, weil der Chef ein Kumpel ist. Jeder andere hätte mich wegen meiner Mischung von privaten Problemen mit dem Job (der darunter natürlich litt) rausgeschmissen. Letztlich bin ich aber selbst gegangen.
Auch in einer Gruppe war ich für ein paar Wochen, sah aber keinen Grund, Erfolgsaussichten zu haben, also bin ich nicht mehr hingegangen.
Ich denke, ich brauche eine Psyhotherapie oder sowas, denn Depressiv bin ich schon seit bestimmt 10 Jahren.
Jetzt, da ich immer älter geworden bin, kommt Panik dazu, und ich merke, wie sehr ich mich geschwächt habe.
Früher war ich aufgeweckt, lieb, selbstbewusst, gesund lebend, ehrgeizig und fröhlich.
Wie gern wäre ich das wieder, doch momentan bin ich absolut nichts.
Jämmerlich.