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Zweites Studium

mike10

Neues Mitglied
Hallo miteinander,

vielleicht kann mir jemand etwas Mut zusprechen.
Ich habe ein Gymnasium mit Naturwiss. Schwerpunkt besucht und die entsprechenden Fächer 4-6 stündig gehabt.
Das hat mir auch Spaß gemacht, jedoch hätte ich mir als einziges Studium mit Naturwiss. Bezug Medizin vorstellen können.
Mein Abi lag bei 1.6. Damals war es mit diesem Durchschnitt jedoch selbst mit Ausbildung, FSJ und durchschnittlichem Medizinertest aussichtslos, einen Platz zu bekommen.
Also habe ich mich für einen Wirtschaftsstudiengang mit kleinen Gruppen, Internationalität und gutem Firmennetzwerk entschieden. Ich wurde jedoch weder mit dem Fach, noch mit den Mitstudenten wirklich warm.

Nun fehlt mir zum Abschluss des Studiums noch die Bachelorarbeit. Diese habe ich mittlerweile auch angemeldet, in einem Personalthema mit Persönlichkeitsthemen. Ich habe jetzt jedoch große Angst, dass ich mir durch das Abgeben der Thesis einige Wege verbaue, da man als Zweistudienbewerber nur sehr begrenzte Möglichkeiten hat.
In der Zwischenzeit hat sich das Vergabeverfahren für Medizin geändert. Mit einer z.B. zweijährigen Ausbildung hätte ich einen Platz. Dumm nur, dass ich dafür mein Studium unterbrechen müsste und keine Garantie hätte, mich wieder für die Bachelorarbeit nach Ende der Ausbildung einzuschreiben.

Ich würde im medizinischen Bereich in die Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie gehen wollen.
Daher wäre ein Psychologiestudium eine Alternative für mich. An einer staatlichen Uni in Deutschland habe ich jedoch keine Chance, da Boni wie FSJ oder Ausbildung quasi nicht angerechnet werden und der NC bei 1.0 - 1.4 liegt.

Im Mai habe ich außerdem den Medizinertest gemacht, mit durchschnittlichem Ergebnis, und ein FSJ in einer psychosomatischen Rehaklinik begonnen. Als mir jedoch durch das Testergebnis klar wurde, dass mir nur eine Ausbildung weiterhelfen würde, habe ich dieses wieder abgebrochen und davor bzw. parallel dazu zahlreiche Bewerbungen für eine zweijährige Ausbildung zum MFA verschickt. Daraus wurde jedoch leider auch nichts. Erstens, weil es den MFA Kolleginnen nahezu jedes Mal ein Dorn im Auge war, dass da ein Abiturient mal kurz diese Ausbildung als Sprungbrett benutzen will (und diese sich deshalb im Gegensatz zum Arzt quer gestellt haben) und zweitens, weil mir meine Hochschule die Unsicherheit einer Wiederaufnahme des Studiums im letzten Semester mitgeteilt hat. Obwohl es im letzten Semester immer freie Plätze gibt.

Dazu kommt auch noch eine weitere, sehr ärgerliche Sache: Nachdem ich das FSJ abgebrochen hatte, wurde seitens Hochschulstart mitgeteilt, dass man den Medizinertest nun plötzlich das erste Mal seit dessen Bestehen ein einziges Mal wiederholen könne. Mit diesem Wissen hätte ich das FSJ natürlich fortgeführt, die Thesis ein Semester geschoben und versucht, mein Ergebnis zu verbessern.

Ich habe nun einfach extreme Hemmungen, meine Thesis abzugeben.

Als Alternativen sehe ich
1. Psychologiestudium Österreich
2. (evtl. berufsbegleitendes) Psychologie Fernstudium. Die spätere Arbeit als psych. Psychotherapeut ist mit diesem Weg wohl nur möglich, wenn mich für den Master eine private Uni auf Basis des Fernbachelors annehmen würde (staatliche Unis setzten für den master einen uni bachelor voraus, fernhochschulen sind keine Unis) Denn laut Psychotherapeutengesetz ist ein Uniabschluss im Master Voraussetzung für die Psychotherapeutenausbildung. Master an Fernhochschulen werden auch hier nicht akzeptiert.
3. Med Studium in Österreich (man benötigt einige Versuche beim med AT (Zulassungstest für med in AT), einige schaffen es nie), oder med Studium Niederlande, Osteuropa
4. Arbeit im Personalbereich mit meinem Wirtschaftsstudium. Ich hätte auch schon eine Praktikumszusage im Personalbereich eines DAX Unternehmens.

Herzlichen Dank an jeden, der bis hier hin gelesen hat! Gerne dürft Ihr kritisieren, Vorschläge machen, Mut zusprechen. Nehmt kein Blatt vor den Mund.

Viele Grüße
Mike
 
Hallo miteinander,

vielleicht kann mir jemand etwas Mut zusprechen.
Ich habe ein Gymnasium mit Naturwiss. Schwerpunkt besucht und die entsprechenden Fächer 4-6 stündig gehabt.
Das hat mir auch Spaß gemacht, jedoch hätte ich mir als einziges Studium mit Naturwiss. Bezug Medizin vorstellen können.
Mein Abi lag bei 1.6. Damals war es mit diesem Durchschnitt jedoch selbst mit Ausbildung, FSJ und durchschnittlichem Medizinertest aussichtslos, einen Platz zu bekommen.
Also habe ich mich für einen Wirtschaftsstudiengang mit kleinen Gruppen, Internationalität und gutem Firmennetzwerk entschieden. Ich wurde jedoch weder mit dem Fach, noch mit den Mitstudenten wirklich warm.

Nun fehlt mir zum Abschluss des Studiums noch die Bachelorarbeit. Diese habe ich mittlerweile auch angemeldet, in einem Personalthema mit Persönlichkeitsthemen. Ich habe jetzt jedoch große Angst, dass ich mir durch das Abgeben der Thesis einige Wege verbaue, da man als Zweistudienbewerber nur sehr begrenzte Möglichkeiten hat.
In der Zwischenzeit hat sich das Vergabeverfahren für Medizin geändert. Mit einer z.B. zweijährigen Ausbildung hätte ich einen Platz. Dumm nur, dass ich dafür mein Studium unterbrechen müsste und keine Garantie hätte, mich wieder für die Bachelorarbeit nach Ende der Ausbildung einzuschreiben.

Ich würde im medizinischen Bereich in die Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie gehen wollen.
Daher wäre ein Psychologiestudium eine Alternative für mich. An einer staatlichen Uni in Deutschland habe ich jedoch keine Chance, da Boni wie FSJ oder Ausbildung quasi nicht angerechnet werden und der NC bei 1.0 - 1.4 liegt.

Im Mai habe ich außerdem den Medizinertest gemacht, mit durchschnittlichem Ergebnis, und ein FSJ in einer psychosomatischen Rehaklinik begonnen. Als mir jedoch durch das Testergebnis klar wurde, dass mir nur eine Ausbildung weiterhelfen würde, habe ich dieses wieder abgebrochen und davor bzw. parallel dazu zahlreiche Bewerbungen für eine zweijährige Ausbildung zum MFA verschickt. Daraus wurde jedoch leider auch nichts. Erstens, weil es den MFA Kolleginnen nahezu jedes Mal ein Dorn im Auge war, dass da ein Abiturient mal kurz diese Ausbildung als Sprungbrett benutzen will (und diese sich deshalb im Gegensatz zum Arzt quer gestellt haben) und zweitens, weil mir meine Hochschule die Unsicherheit einer Wiederaufnahme des Studiums im letzten Semester mitgeteilt hat. Obwohl es im letzten Semester immer freie Plätze gibt.

Dazu kommt auch noch eine weitere, sehr ärgerliche Sache: Nachdem ich das FSJ abgebrochen hatte, wurde seitens Hochschulstart mitgeteilt, dass man den Medizinertest nun plötzlich das erste Mal seit dessen Bestehen ein einziges Mal wiederholen könne. Mit diesem Wissen hätte ich das FSJ natürlich fortgeführt, die Thesis ein Semester geschoben und versucht, mein Ergebnis zu verbessern.

Ich habe nun einfach extreme Hemmungen, meine Thesis abzugeben.

Als Alternativen sehe ich
1. Psychologiestudium Österreich
2. (evtl. berufsbegleitendes) Psychologie Fernstudium. Die spätere Arbeit als psych. Psychotherapeut ist mit diesem Weg wohl nur möglich, wenn mich für den Master eine private Uni auf Basis des Fernbachelors annehmen würde (staatliche Unis setzten für den master einen uni bachelor voraus, fernhochschulen sind keine Unis) Denn laut Psychotherapeutengesetz ist ein Uniabschluss im Master Voraussetzung für die Psychotherapeutenausbildung. Master an Fernhochschulen werden auch hier nicht akzeptiert.
3. Med Studium in Österreich (man benötigt einige Versuche beim med AT (Zulassungstest für med in AT), einige schaffen es nie), oder med Studium Niederlande, Osteuropa
4. Arbeit im Personalbereich mit meinem Wirtschaftsstudium. Ich hätte auch schon eine Praktikumszusage im Personalbereich eines DAX Unternehmens.

Herzlichen Dank an jeden, der bis hier hin gelesen hat! Gerne dürft Ihr kritisieren, Vorschläge machen, Mut zusprechen. Nehmt kein Blatt vor den Mund.

Viele Grüße
Mike

Hallo Mike,

Wie ein weiser alter Prof mal zu mir sagte: Es ist wichtig zu wissen, wohin mal will. Sonst landet man irgendwo und fragt sich, wie man denn dahin gekommen ist...

Die wichtigste Frage ist also meiner Meinung nach:

Was möchtest du in deinem Leben erreichen / mit deinem Leben anfangen?

Durch deinen Beitrag zieht sich der Wunsch, Medizin zu studieren, aber was ist der dahinter liegende Wunsch?

Wenn es dir in erster Linie darum geht, einen helfenden Beruf zu haben, wäre es dann auch für dich denkbar, dein Studium fertig zu machen und dann z. B. als Coach zu arbeiten?

Wenn es unbedingt ein Medizinstudium sein soll, warum machst du dann nicht den Medizinertest noch mal (dein Ziel sollte dann freilich ein überdurchschnittliches Ergebnis sein)?


Prinzipiell kann man durch Training seine Testergebnisse bei diesem Test verbessern (eine Klassenkameradin hat so einen Studienplatz bekommen).

Wenn du dich für Medizin entscheiden willst, bedenke die lange Ausbildungsdauer (Studium + Facharztausbildung). Auch kann das Leben als Arzt die Work life Balance deutlich erschweren.

Was mir noch als mögliche Alternative einfallen würde, ist eine Ausbildung zum Heilpraktiker / Psychotherapeut.

Was auch noch in deiner Liste der Optionen fehlt: sich einen guten Grund ausdenken, warum du ein Doppelstudium brauchst (Medizin nach deinem Bachelor).

LG
Zimt&Zucker
 
Vielen Dank für Deine Antwort!

Mein Ziel ist ein Beruf mit fachlicher Tiefe und Sinn. Von der Schulzeit weiß ich, dass mich die Medizin sehr interessiert. Das Ziel wäre der FA Psychiatrie und Psychotherapie oder Psychosomatik und Psychotherapie.
Dann im besten Fall die Arbeit als ärztlicher Psychotherapeut.

Ich würde den TMS sehr gerne nochmal machen. Allerdings hätte ich selbst mit überdurchschnittlichem Ergebnis (im realistischen Bereich) nur zusammen mit einem FSJ eine Chance, welches ich ja erst erneut beginnen müsste und somit erst frühestens zum SS 2024 das Studium beginnen könnte. Solange kann ich aufgr der Maximalstudiendauer nicht eingeschrieben bleiben und laut meiner HS ist eine erneute Einschreibung nur für die Bachelorarbeit riskant. Man könne nicht garantieren, dass ich wieder zugelassen werde.
Ich möchte nicht, dass mein jetziges Studium dann umsonst war.

Der Wunsch Doppelstudium Medizin nach dem Bachelor kommt vom angestrebten Beruf oben.
Eine Tätigkeit als Coach oder z.B. in der Personalentwicklung könnte ich mir auch vorstellen.
Ich habe nur zu wenig Klarheit über mögliche Entwicklungspfade, weil das nicht so einfach einzusehen ist und nicht geradlinig verläuft.

Ich möchte einen sinnhaften Beruf mit fachlicher Tiefe ausüben, bei dem ich Menschen beratend zur Seite stehen kann.

Ich weiß Deine Hilfe wirklich zu schätzen.
Vielen Dank!

Vielleicht hast du ja noch ein paar Tipps.
 
Vielen Dank für Deine Antwort!

Mein Ziel ist ein Beruf mit fachlicher Tiefe und Sinn. Von der Schulzeit weiß ich, dass mich die Medizin sehr interessiert. Das Ziel wäre der FA Psychiatrie und Psychotherapie oder Psychosomatik und Psychotherapie.
Dann im besten Fall die Arbeit als ärztlicher Psychotherapeut.

Ich würde den TMS sehr gerne nochmal machen. Allerdings hätte ich selbst mit überdurchschnittlichem Ergebnis (im realistischen Bereich) nur zusammen mit einem FSJ eine Chance, welches ich ja erst erneut beginnen müsste und somit erst frühestens zum SS 2024 das Studium beginnen könnte. Solange kann ich aufgr der Maximalstudiendauer nicht eingeschrieben bleiben und laut meiner HS ist eine erneute Einschreibung nur für die Bachelorarbeit riskant. Man könne nicht garantieren, dass ich wieder zugelassen werde.
Ich möchte nicht, dass mein jetziges Studium dann umsonst war.

Der Wunsch Doppelstudium Medizin nach dem Bachelor kommt vom angestrebten Beruf oben.
Eine Tätigkeit als Coach oder z.B. in der Personalentwicklung könnte ich mir auch vorstellen.
Ich habe nur zu wenig Klarheit über mögliche Entwicklungspfade, weil das nicht so einfach einzusehen ist und nicht geradlinig verläuft.

Ich möchte einen sinnhaften Beruf mit fachlicher Tiefe ausüben, bei dem ich Menschen beratend zur Seite stehen kann.

Ich weiß Deine Hilfe wirklich zu schätzen.
Vielen Dank!

Vielleicht hast du ja noch ein paar Tipps.

Mein wichtigster Tipp wäre, sich für die Vorbereitung des Medizinertest richtig reinzuhängen, wenn dir das Medizinstudium so wichtig ist.

Ein überdurchschnittliches Ergebnis ist dann möglich.

Ausserdem: ich an deiner Stelle würde den Bachelor fertig machen und mir eine geniale Begründung überlegen, warum ich für meine wissenschaftliche Ausbildung ausserdem noch Medizin brauche (vielleicht kann man für die Begründung Richtung Gesundheitsökonomie oder - Management gehen).

Facharztausbildung kannst du eh erst nach abgeschlossenem Medizinstudium anfangen.

Hast du mal geschaut, ob Witten /Herdecke was für dich sein könnte?

Ausserdem: informiere dich doch mal über NC und Bedingungen für Zweitstudium an verschiedenen Universitäten.

Viel Erfolg!
 
Zuletzt bearbeitet:
Was mir noch einfällt: vielleicht wäre eine Tätigkeit als philosophischer Berater denkbar für dich?

 
Danke Dir wirklich für die Tipps!!
Es ist so, dass die Vorbereitungsdauer auf den TMS ab einer Vorbereitungszeit von 40h nicht mehr signifikant mit einem höheren Testergebnis korreliert. Ich habe mich dieses Jahr mehrere Monate vorbereitet. Letztendlich entscheidend war nicht, dass ich zu Hause top Ergebnisse erzeilte. Entscheidend ist der Druck, die Anspannung in der realen Prüfungssituation, die in dieser Form auch nur schwer zu simulieren ist.
Hätte ich mein FSJ nicht abgebrochen, würde ich ohne zu zögern den TMS wiederholen, 2 Semester an mein Studium dranhängen, und mich dann, ob mit besserem oder altem TMS Ergebnis im SS 2023 bewerben. Dann klappt es, oder nicht.
Mein Studium wäre dann trotzdem abgeschlossen. Deswegen ärgert es mich so, dass erst so spät bekannt wurde, dass man den TMS wiederholen kann. Einen Zweitstudienplatz zu ergattern ist denkbar schwierig, und für mich wahrsch. unmöglich. Man muss auf 11 Messpunkte kommen. Es ist mit wiwi studium extrem schwer, die nötigen punkte für berufliche gründe zu erlangen. Außerdem komme ich wahrsch. auf einen Bachelorschnitt von ca 1,8, was wiederum Punktabzug bedeuten würde, da nicht "sehr gut".
Da würde mir tatsächlich dann die Zulassung in Österreich noch wahrscheinlicher erscheinen. Witten kostet glaube ich um die 50tsd euro, was für eine Privatuni in Deutschland in diesem fach gar nicht mal so viel ist. Würde mich nicht wundern, wenn es dort mittlerweile deutlich teurer ist. Ich werde mich auf jeden Fall genauer informieren! Danke für den Hinweis!

Auch VIELEN Dank für den Tipp philosophischer Berater!
Schaue ich mir definitiv genauer an!
 

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