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zwanghaftes Leben / wollen, aber nicht können

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Gast

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Hallo,

ich brauche Hilfe und dachte mir, ich probiere es erstmal auf diesem Wege.

Seit einiger Zeit fühle ich micht total scheiße! Irgendwie sinnlos.
Eigentlich fühle ich nichts mehr. Außer Zwang und enormen Druck.
Mein ganzes Leben besteht für mich irgendwie nur noch aus Zwang.
Alles, was ich tue, mache ich nur, weil es von mir verlangt wird.
Dabei bin ich mir eigentlich im Klaren, dass man arbeiten muss, dass es niemand gerne tut, aber trotzdem macht, dass das normal ist.
Und irgendwie wird mir komisch, wenn ich mir das denke, weil ich mir dann auf einmal so unnormal vorkomme.

Ich habe schon länger an sehr vieles kein Spaß mehr.
Auch auf der Arbeit komme ich nicht mehr wirklich mit, weil ich immerzu an irgendwelche Sachen denke.
Sobald ich aber für mich bin, bin ich total entspannt.

Ich leben noch bei meinen Eltern, weil mir das Geld zum eigenen Leben einfach fehlt.
Meine Eltern stellen ziemlich hohe Erwartungen an mir.
Ich kann sie absolut verstehen, auch, dass sie mir helfen wollen.
Aber ich weiß gar nicht mehr, was ich wirklich will.
Ob ich das, was ich tue, mache, weil ich es mir so ausgesucht habe, oder weil man es von mir verlangt.
Das klingt irgendwie total absurd, aber je mehr ich mich damit beschäftige, um so mehr verzeifel ich daran.
Es verwirrt mich und lässt mir einfach keine Ruhe!
Ich denke nur noch daran, auch auf der Arbeit, was mir langsam viele Probleme bereitet.
Ich bekomme Aufgaben nicht bewältigt, ich hänge sehr zurück.
Der Chef fühlt sich schon etwas verarscht und denkt sich seinen eigenen Kram dazu.
Aber erklären kann ich es nicht. Niemanden.
Ich habe Angst, dass man mich für verrückt erklärt - das möchte ich auf gar keinen Fall!

Ich habe auch schon oft daran gedacht, einfach alles loszulassen. Aufzugeben.
Aber mir ist klar, dass dann wirklich alles vorbei wäre. Alle Chancen wären vertan.
Und da bin ich nun, in dieser Zwickmühle. Zwanghaft gefangen, ohne Ausweg.
Normalerweise bin ich auch gar nicht der Mensch, der etwas aufgibt und wegläuft.
Normalerweise stelle ich mich meinen Problemen.
Aber mit dieser Lebenseinstellung scheine ich mich nun immer weiter reinzureiten.
Je mehr ich mich dazu zwinge, nicht aufzugeben, desto depressiver werde ich.

Es ist, als ob mein Leben ein einziger Zwang ist.
Ich möchte schon sagen, dass mir der Gedanke, tod zu sein, nichts mehr ausmacht.
Aber selbst das bringe ich nicht rüber... selbst dazu werde ich irgendwie gezwungen!
Und eigentlich ist mir das Leben auch zu wichtig.
Ich stehe kurz vor dem Wahnsinn, habe ich das Gefühl...

Mir ist das alles total über den Kopf gewachsen.
Ich habe so viel Gedanken auf einmal, die ich nicht wirklich zuordnen kann.
Vielleicht steiger ich mich in etwas rein? Aber aufhören kann ich trotzdem nicht.
Irgendetwas beschäftigt mich einfach viel zu sehr.

Ich komme mir auch total blöd vor, dass ich mir so wichtig bin.
Eigentlich bin ich gar nicht egoistisch, ich möchte niemanden damit belästigen.
Ich fühle mich dadurch aber irgendwie auch total alleingelassen.
Vielleicht bringt mir dieser anonyme Weg ja etwas.

Hat jemand einen guten Rat für mich?
Eventuell hat ja jemand schonmal eine solche Situation durchleben müssen, allerdings habe ich bisher keinen gefunden.

Für nette und helfende Antworten wäre ich wirklich dankbar!

PS: Ich hatte eine recht beschissene Kindheit (mit 4 von meinen Eltern getrennt, ins Kinderheim verwiesen, später adoptiert).
Allerdings habe ich mir immer gesagt, dass mir das rein gar nichts ausmacht.
Meine Vergangenheit war mir immer egal.
Kann es sein, dass mich das nun aufholt?
 
Hallo,

also einen Rat habe ich vorläufig nur insofern, als ich denke, Du solltest Dich in eine Therapie begeben. Nicht, weil Du etwa "wahnsinnig" erscheinst, das bist Du keinesfalls, sondern einfach, weil sich bei Dir offensichtlich Einiges angesammelt hat, was sortiert, zugeordnet und vor allen Dingen "ans Tageslicht" geholt werden muss, und das geht eben nicht im Galopp.

Übrigens habe ich gesucht und gesucht in Deinem Bericht, habe aber keinen Anhalt gefunden, ob Du eine Frau oder ein Mann bist. Auch ein Alter ist nicht zu erkennen, was doch in etwa bekannt sein sollte.

Meines Erachtens hat Deine Seele vor einiger Zeit einfach die "Handbremse" gezogen, um Dir zu signalisieren: "So, bis hierhin und nicht weiter, jetzt wird erstmal aufgeräumt"!
In diesem Zusammenhang wäre es wichtig zu wissen, an was Du bei der Arbeit denkst, was es ist, das Deine Gedanken immer wieder zwanghaft mit Beschlag belegt? Seit wann ist das überhaupt so, seit etwa 1 Jahr, oder länger schon?

Was machst Du beruflich, hast Du einen Schreibtisch-Job oder etwas anderes? Wie gesagt, man kann sich keine Vorstellung machen, wer Du bist, Männlein oder Weiblein. Bitte gib hierzu ein bisschen mehr Informationen.

Und noch mehr Fragen:

Seit wann bist Du bei Deinen Adoptiveltern? Fühlst Du Dich dort wohl? Warst und bist Du dort als "Kind" willkommen und angenommen? Wie alt sind Deine Adoptiveltern heute? Kennst Du Deine leiblichen Eltern? ERinnerst Du Dich noch (schemenhaft) an sie? Wenn nicht, hast Du jemals versucht, herauszufinden, wer und wo sie sind, was aus ihnen geworden ist?

Man gewinnt aus Deinem Bericht den Eindruck, daß Du im Moment ohne Freund/-in oder Partner/in lebst, ist das richtig?

Bitte schreibe mir zu allem eine aussagekräftige Antwort, damit das Bild von Dir etwas klarer wird. Du musst Dir im übrigen keine Angst machen, daß Du etwa "einen geistigen Schaden" hättest, ganz sicher nicht. Es ist vermutlich einfach so, daß Du Dein seelisches Paket bisher immer mit Dir rumgeschleppt hast bzw. zugelassen hast, daß Deine Seele es schleppt, ohne daß Du jemals genau hingesehen hättest, um was es sich bei und in diesem Paket handelt. Schwer muss es sein, daß lässt sich von hier aus erkennen, wie ein "Klotz am Bein". Viele Jahre ging das gut, und Du hast einfach nicht gemerkt, daß Du unter der Last gelitten hast, bis eben vor einiger Zeit, wo Deine seelischen Kräfte Dir den weiteren Dienst (Schleppen) aufgekündigt haben.
Da dieses Paket Dein ureigenstes ist, kannst Du es auch nicht einfach irgendwo unbemerkt zurücklassen, um erleichtert weiter zu gehen, nein, es ist "festgekettet" und kann erst gelöst werden, wenn der Inhalt zuvor gesichtet und geleert wurde. Dies bedeutet Arbeit, sehr viel Arbeit, vor der Du Dich bis heute erfolgreich gedrückt hast, weil Du ja dachtest: "Ach, meine Vergangenheit interessiert mich nicht". Irrtum!!! Ein Leben beginnt mit der Geburt (auch vorher schon), aber darum geht es jetzt nicht; alles, was danach folgt, ist und bleibt immer nur Dir zugeordnet. Kein anderer kann Dir irgendetwas abnehmen oder für Dich bewältigen bzw. verarbeiten. Deine Vergangenheit, Deine Gegenwart und Deine Zukunft! Sie verlangen ihr Recht von Dir, denn eines entwickelt sich aus dem anderen. Bisher konntest Du Dich erfolgreich sträuben, tiefergehende Kenntnis über Deine Vergangenheit zu erlangen, jetzt aber "rächt" sich diese in gewisser Weise und zwingt Dich, ihr endlich Aufmerksamkeit zu schenken! Das weiß Dein Unterbewusstsein auch schon "seit einiger Zeit", hat versucht, Dich aufmerksam zu machen, hat Dich immer mehr abgelenkt und behindert Dich aktuell regelrecht. Ganz schön raffiniert, was? Nun stehst Du da und fragst, was ist mit mir los?

Ich gehe mal davon aus, daß Du separat krankenversichert bist und daß Deine Adoptiveltern es nicht bemerken würden, wenn Du Dich in die Hände eines Therapeuten begibst. Warum zögerst Du dann? Deine Beeinträchtigung wird nicht einfach so abnehmen über Nacht, im Gegenteil! Deshalb geh zu Deinem Hausarzt und frage, wen er Dir als Therapeut empfehlen würde und begib Dich dorthin. Weißt Du, Deine Vergangenheit befindet sich in diesem hinderlichen Paket und will in Dein SELBST integriert werden!

Du kannst gerne hier weiterschreiben, solltest Du Dich nicht gleich zum Therapeuten begeben wollen, ich bin gerne für Dich da. Auf jeden Fall solltest Du Dir nicht selbst "die Hölle auf Erden" bereiten, sondern wieder - ohne Angst und Unruhe - Deinem Beruf nachgehen. Aber ... Dein Paketchen solltest Du verarbeiten!!!

Einstweilen liebe Grüße

Barnici
 
Hallo Gast!

Grundsätzlich stimme ich Barcinis Beitrag zu. Und du bist auch nicht egoistisch, wenn du dir selbst wichtig bist. So muss es auch sein.

Auch ich kenne dieses Gefühl nur allzu gut, zu allem gezwungen zu werden. Es ist die Abwärtsspirale einer beginnenden Depressivität (hat man mir auch in einer Therapie beigebracht), weshalb es wichtig wäre, wenn du dich an einen Therapeuten wenden würdest. Eine einfache Gesprächstherapie würde ich auf jeden Fall anraten, wo du dir einfach mal alles von der Seele reden kannst. Vielleicht findest du in dieser Therapie selbst die Antworten und Lösungen, weshalb dein inneres "Ich" dich jetzt zum Verweilen zwingen will.

Mir scheint auch, dass du vieles aus der Vergangenheit einfach so schnell verdrängt hast, dass deine Seele niemals Zeit dazu fand, sie zu verarbeiten.

Gehe ich richtig in der Annahme, dass die Ausbildungszeit jetzt auch hinter dir liegt? Und haben diese Lustlosgedanken danach begonnen?
Dann hat dein inneres Ich deine Ignoranz gegenüber den unangesprochenen Problemen getragen, will es jetzt, wo die Last des Lernens vorbei ist aber nicht weiter tun.

Ich rate dir, lass die Gedanken und Gefühle vergangener Geschehnisse zu und versuche sie für dich zu analysieren und zu verarbeiten.

Natürlich kannst du es auch gern hier tun, wenn du dich nicht gleich zu einem Therapeuten traust. Es ist auch sehr wichtig, dass du Vertrauen zu dem Therapeuten hast. Lass dir Zeit beim Prüfen und scheue auch nicht zurück einem zu sagen, wenn du glaubst, diesem nicht vertrauen zu können. Es bringt dir nämlich rein gar nichts, wenn du da deine Stunden absitzt und nicht mit der Wahrheit heraus rückst.
Auch diesen Fehler habe ich anfangs getan.

Nun ja. Vielleicht bin ich aber auch nicht die richtige Person, um dir helfen zu können, da ich ähnliche Probleme mit mir herum schleppe.

Dennoch wünsche ich viel Mut und Kraft und etwas Vertrauen, denn hier, als auch unter den Therapeuten gibt es viele Menschen, die wirklich nett und verständnisvoll sind.
 
Hallo,

klingt nach Depression und ich halte Therapie ebenfalls für notwendig. Kennzeichen einer Depression: Niedergeschlagenheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Antriebslosigkeit, Krafslosigkeit, oft Selbstmordgedanken, man denkt das alles sinnlos ist...bewertet einseitig negativ. Diese Denkweise beruht auf einem biochemischen Ungleichgewicht im Gehirn..einer ERkrankung die man Depression nennt. Diese krankheit ist behandelbar aber man muss ein leben lang gucken und mit gesunder Lebensweise darauf achten dass die Erkrankung nicht mehr ausbricht.

Ratschlag: grüblen allein zu Hause vermeiden...damit baut sich nur GEdankensalat auf. Reden mit Freunden, Familie + Therapeuten wäre sinnvoller. Regelmäßige Seelenhygiene nennt sich das...innere Probleme, Gefühle müssen raus, aus artikuliert werden sonst machen sie depressiv, verwirrt etc.

Geh am besten umgehend zum Hausarzt und besprich mit ihm die Probleme, frage und forsche in der Familie nach ob es Fälle von Depressionen bei euch gab..diese Krankheit ist oft unter anderem genetisch mit bedingt..Weitere Auslöser sind oft ungesunde Lebensweise, mangelnde Seelenhygiene, zu wenig Bewegung, zu wenig Sozialkontakte, Drogenmissbrauch etc. etc..du musst da mal für dich gucken wo es bei dir hapert.
Beim Arzt also checken lassen was los ist, beim Hausarzt Überweisung zum Psychiater/Psychologen abholen und auch nochmal fachärztlich prüfen lassen. Bei akuter Depression ggf in Klinik um eine Therapie zu beginnen die für längere Zeit danach ambulant weiter geführt werden sollte.

Viel Erfolg!
Tyra

Mit einem Therapeuten kannst du auch mal gucken was du willst...aber erstmal gucken ob ne Depression vorliegt und hier ggf eine Therapie notwendig ist.
 
Hallo Barnici, hallo Katinka, hallo Tyra,

ich danke euch Dreien erstmal sehr für eure ernsten Antworten.
Eigentlich bin ich z.Z. nicht in der Lage, darauf einzugehen.
Allerdings fände ich es nicht fair, sie einfach zu ignorieren.
Also versuche ich es einfach.

Zu mir: ich bin 21, männlich, singel, und befinde mich im zweiten Monat meiner grauen Ausbildung.
Und da wären wir auch schon bei einem meiner Probleme: ich komme da nicht weiter.
Ich habe zwei Optionen, wie es alle immer so schön sagen: "Die Richtige und die Falsche."
Und mit diesem Satz spüre ich, wie blöd ich klinge.
Ich mag die Arbeit nicht, ganz und gar nicht. Die Firma ist echt nett.
Aber ich will das alles nicht mehr. Ich will einfach raus!
Aber es ist "die falsche Entscheidung". Und irgendwie fühle ich mich zu wirklich allem gezwungen.
Da ist irgendwas, was meinen Antrieb total blockiert.
Und ich kann soviel neue Kohle nachschütten, wie ich will, das Problem ist woanders.

Und dann sehe ich meine Pflegeeltern. Sie sind tierisch enttäucht von mir, dass ich bin, wie ich bin. Weil ich im Moment nicht nach ihren Prinzipien funktioniere. Weil ich im Moment einfach gar nicht mehr funktioniere. Weil ich es nicht kann.
Irgendwie sind wir viel zu verschieden.
Wenn wir drei Magneten wären, wären sie Plus und Minus und ich weder noch.
Das macht mir irgendwie zu schaffen... ich mag sie wirklich sehr, aber ich weiß nicht, was ich bin.
Und dann sehe ich mich immer selbst, wie ich mir diese Fragen stelle.
Fragen, auf die es keine Antwort gibt.
Aber aufhören zu fragen kann ich irgendwie nicht.

Wie schon gesagt: irgendwas an mir funktioniert nicht mehr. Ich habe enorme Konzentrationsschwierigkeiten.

Ich möchte es eigentlich irgendwie immer allen recht machen. Dabei ignoriere ich meine eigenen Interessen total.
Aber wenn ich dann mal etwas möchte - eine Kleinigkeit -, dann sind sie sauer.
Sie spucken auf mich, und ich nehme meine Meinung zurück. Sie sind zufrieden.

Sehr oft kommt mir alles hoch und mir wird kalt. Obwohl es warm ist.
Ich zittere, und die Leute fragen: "Warum zitterst du immer so?"
Ich sage, "das habe ich manchmal.", und sie wenden sich ab.
Am liebsten könnte es immer kalt sein. Dann zittern alle, und ich falle nicht mehr auf.

Manchmal wasche ich mir alles weg. Ich könnte mich stundenlang waschen.
Als ob mein Körper dreckig wäre. Voller Bakterien, oder so.
Ich weiß, dass das nicht vermeidbar ist, aber es zwingt mich einfach dazu.
Meine Hände sind manchmal ganz blutig, weil sie durch das Waschen so trocken werden.
Und man fragt mich: "Was hast du?"
Ich sage einfach "sowas wie Neurodermitis, nur nicht so schlimm". Und sie akzeptieren es.

Ich habe das Gefühl, alles zerfällt.
All die Jahre konnte ich mich vor dem Zerfall schützen. Aber nun sind da einfach zu viele Risse.
Ich habe solche Angst, dass es passiert... ich habe Angst vor mir, dass ich es nicht schaffe.
Alleine schaffe ich es einfach nicht mehr. Es ist viel zu viel für mich, habe ich das Gefühl...

Das hört sich alles echt so verdammt bescheuert an... ich fühle mich echt scheiße!
Aber das, was ich hier geschrieben habe, ist lange nicht alles.
Da ist noch so viel mehr, und ich verstehe es nicht. Es ist einfach zu viel, um es aufzulisten.

Bzgl. eines Therapeuten: gerne würde ich einen nehmen. Naja, eigentlich halte ich nicht wirklich viel davon. Aber meine Probleme werden größer, und ich will sie nicht mehr haben. Also ja!
Aber da sind dann wieder meine Pflegeeltern. Sie sind so wahnsinnig enttäuscht von mir.
Sie haben sogar einmal gefragt, ob ich einen Therapeuten bevorzugen würde. Aber es war die Art und Weise, wie sie es gesagt haben. Sie meinten es nicht ernst. Es war totaler Zynismus. Als ob sie mit der eigentlich gut gemeinten Frage gleichzeitig auch sagen: "Das war jetzt eigentlich nicht ernst gemeint...".
Nein, sie sagen es natürlich nicht so. Aber sie meinen es. So klar und deutlisch, das ist gar nicht zu verfehlen.
Und dann sage ich "natürlich nicht.", und zwinge mir das alles weiter auf.

Damit nicht genug: mein Pflegevater hat mit einem Freund geredet, er solle mir unbedingt einreden, dass ich weitermachen solle.
Nun weiß es der halbe Freundeskreis.
Alle versuchen sie es nun, mir Sachen einzureden. Aber verstehen will mich keiner.
Es gibt echt niemanden mehr, dem ich wirklich vertrauen kann...

Ich habe einfach keine Lust mehr auf alles. Ich fühle mich leer und doch so voll zugleich... ich könnte platzen!
Am liebsten würde ich in den Boden versinken und mit Maulwurf und Co. zusammenleben.
Aber dann würde ich mich wahrscheinlich wieder selbst zerfressen, weil ich keinen Sinn mehr hätte.
Ich möchte einfach etwas machen, was mir Spaß macht... aber ich darf es nicht!

Ich verstehe das alles nicht! Ich sehe mich an und denke "Hey, das bist du nicht! Du bist erwachsen, stell' dich nicht an!".
Aber dann wird's immer schlimmer. Irgendetwas hindert mich, an einfach allem.
 
Hallo,

ich bin es nochmal.
Ich muss mich teilweise entschuldigen, für meinen gestrigen Beitrag.
Er ist mir etwas rausgerutscht.

Fakt ist jedenfalls, dass ich mir Fragen stelle, und ich kann sie nicht abstellen.
Ich heule sehr oft, für mich alleine, wenn ich im Auto sitze. Ich möchte echt keinen damit belästigen.
Aber es nimmt mich doch ziemlich mit.

Ja, in meinem Auto kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen.
Ich bin sehr gerne in meinem Auto. Da bin ich irgendwie frei.
Ich fahre einen silbernen Golf IV, müsst ihr wissen. Es ist ein schönes Auto! Ich liebe es.
Manchmal fahre ich so über die Landstraßen, und stelle mir wieder diese Fragen.
Auch, wenn ich die Antworten nicht finde - und vielleicht niemals finden werde -, fühle ich mich in diesem Moment trotzdem sorglos. Mein Auto führt mich einfach überall hin.
Es kann nicht reden, dass ist mir durchaus bewusst. Aber ich liebe es trotzdem, in irgendeiner Art und Weise.
Autos habe ich schon immer geliebt. Meine Pflegeeltern leider nicht so...

Aber mein Auto verzeiht mir alles. Er musste schon so oft leiden, aber er hat es immer wieder geschafft. Er ist viel tapferer als ich.
Er hat schon oft Laternen umarmt. Darunter hat er oft gelitten.
Und dann fühle ich mit ihm. Ich umarme manchmal auch Leute und schade dabei mir selbst.
Aber ich bleibe Tapfer und behalte meine Gedanken für mich.
Meinem Auto geht es danach sichtlich besser. Dennoch klagt er manchmal über seine Wunden.
Aber ich nehme es ihm nicht übel, ganz im Gegenteil, ich liebe ihn dafür.
Weil ich weiß, wie es dazu gekommen ist. Weil ich ihn von Anfang an großgezogen habe.

Wenn sich andere Leute in mein Auto setzen, meckern sie manchmal. "Der hat voll die komischen Macken"
Ich bin anfangs gekränkt, lächle dann aber in mich hinein, denn sie können es nicht wissen.

Nun fahre ich also mit meinem Auto und bin frei. Naja, nicht wirklich. Das wissen wir, ich und mein Auto.
Am besten wäre es vielleicht, dem Ganzen ein Ende zu setzen. Mein Auto wäre dabei, dass weiß ich.
Aber Angst haben wir trotzdem etwas. Und dann weine ich wieder, in meinem Auto.

Ich bin wirklich traurig, dass ich nicht sein darf, wie ich will. Aber wie ich sein will, weiß ich trotzdem nicht.
Ich bin so unzufrieden mit mir selbst, aber es gibt irgendwie keinen Grund dafür.
Das verstehe ich alles nicht... es ist, als wäre ich irgendwo im niergendwo.
Ich habe echt Angst vor mir selber...
 
Scheisse... ich habe gerade ein Gespräch mit meinem Manager gehabt.
Meine Mutter hat angerufen gehabt und gesagt, dass ich abbrechen möchte und er versuchen solle, mit mir das weitere Vorgehen zu vereinbaren.
Der Manager war echt super nett und verständnisvoll, und er hat mir nochmal versucht, alles genau und präzise zu erklären, damit auch mein "eingescrhänktes Gehirn" es versteht.
Und das ist schon wieder etwas, worüber ich kotzen könnte: ich möchte nicht, dass man es mir recht macht!
Ich möchte einfach frei handeln können. Ständig hat man Kompromisse mit mir vereinbart, auch in der Schule.
Ich war immer die Extrawurst. So'n scheiss, dafür hasse ich mich!

Nun stehe ich da, habe die Aufgabe super detailliert erklärt bekommen, und das auf behutsamer Art und Weise.
Und, obwohl ich es gar nicht möchte und am liebsten abhauen würde, versuche es es wirklich... ich möchte es so gerne schaffen.
Aber irgendetwas hindert mich... ich kann ihm doch nicht sagen, dass ich da so'n Problem habe. Das ist wirklich nicht sein Zuständigkeitsbereich.

Und wenn ich es sagen würde, weiß ich, was passieren würde.
Sie würden ein nettes Gespräch zusammen mit mir und meiner Mutter organisieren, worüber, wieder mal, auf behutsamster Art und Weise über mich und meine Probleme geredet wird. Das ist immer schon so gewesen, auch in der Schule.
Aber dann würde ich wieder kein Wort rausbringen, weil ich weiß: sie würden es nicht verstehen. Wisst ihr, was man mit Leuten macht, die man nicht versteht? Sie werden abgestoßen! Viele von ihnen kommen in Kliniken, wo sie behandelt werden sollen. Und das möchte ich auf gar keinen Fall! Dann wäre ich wieder gefangen... also halte ich die Klappe.
Nun sagen sie natürlich: "Du hast doch gar nichts.", und ich kann nicht antworten.
Sie schauen sich an, schütteln dezent den Kopf und vereinbaren etwas unter sich.

Ich hasse mich! Dafür, dass ich mich nicht verstehe, und es echt keinen gibt, der mich versteht. Das habe ich mir wohl selbst gutzuschreiben, weil ich einfach den Mund nicht aufkriege...

Was soll ich tun!? Ich will das alles nicht mehr! Es liegt echt nicht an der Arbeit, sondern an mir... was könnte ich sagen, damit sie mich nicht abstoßen?
 
Hallo, Du Armer,

eigentlich habe ich es über Deinen Problemen ganz vergessen, Dich darauf hinzuweisen. Tut mir leid! Eigentlich so naheliegend, wie nur irgendwas,: Bitte geh mal ganz schnell zum Arzt und lass Deine Blutwerte kontrollieren, samt Schilddrüsenparameter. Beschreibe aber bitte zuvor, wie Du Dich so fühlst, Schlappheit, Kälte, Konzentrationsschwierigkeiten, etc. Dein ganzes Problem könnte sich u.U. eher auflösen, als Du denkst. Also, bitte geh zum Hausarzt, am besten zum Internisten.

Aber, selbst wenn sich hier eine organische Erklärung finden ließe, gegen die man ja was tun kann, sehe ich bei Dir im Zusammenhang mit Deinen Adoptiveltern ganz große Unverträglichkeiten. Einerseits muss man in Rechnung stellen, daß Deine Eltern unter einem Erwartungsdruck stehen, und dies immer schon, sie selbst wollen alles optimal bezüglich Dir lösen, fühlen sich aber auch durch ihr Umfeld beobachtet und zu optimalen Ergebnissen angehalten. Vielleicht hast Du ja bis vor kurzem beste Leistungen in ihrem Sinne erbracht, warst ein "braves" Adoptivkind, es gab also keinerlei Grund zur Sorge. Dies möchten sie aber aus "guter Gewohnheit" ach weiterhin so haben! Leider haben sie es übersehen, daß Du seit einiger Zeit volljährig bist und zu eigenen Entscheidungen zumindest mal von Rechts wegen befugt!!!

Dummerweise, und das ist wohl der Kernpunkt Deiner unbefriedigenden Situation, hast Du es Ihnen - und machst es weiterhin - mit Deiner Haltung sehr leicht gemacht, ihre "übergriffige" Erziehung fortzuführen. Du hast Ihnen von einer Therapie gesprochen, sie wiederum setzen sich mit dem Therapeuten gleich, entweder er oder wir?! Das ist aber nun mal keine Frage von "entweder oder", das ist die Frage der Hilfe für Dich, die Du unmittelbar jetzt und sofort brauchst. Deine Eltern werden sich freiwillig niemals damit einverstanden erklären, wenn Du sie fragst, denn die Erkenntnisse, die Du beim Therapeuten im Gespräch gewinnen könntest, würden sich u.U. gegen sie selbst auswirken, und das möchten sie natürlich vermeiden. Also geht es, wie beim Erwartungsdruck (s.o.) auch, immer nur um Deine Eltern. Du bist zum "Lieblingsobjekt" Deiner Eltern geworden, dessen Leistungen (natürlich nur optimale) auf sie selbst reflektieren sollen. Dafür tun sie alles, wie Du siehst, und es geht sogar so weit, daß Deine Mutter - über Deinen Kopf hinweg - mit Deinem Chef spricht und über Dich verhandelt bzw. Direktiven gibt, was bezüglich Dir getan werden soll. Sie ist in diesem Moment die "großartige", die "sich sorgende", die in jedem Moment in Deinem vermeintlichen Interesse präsente, und fügt Dir damit aber nur Schaden zu, indem sie auch noch preisgibt, daß Du abbrechen willst.

W O A B E R B I S T D U?

Du wäschst Dir derweil zwanghaft die Hände, Du kaschierst Deine Not auch noch (angebliche Neurodermitis), Du "tanzt nach ihrer
Pfeife", Du glaubst, Du bist nur ein Adoptivkind, das eigentlich nur dankbar zu sein hätte, daß man es damals nicht hat "untergehen" lassen. Du schweigst zu allem, wobei Du zwar wüsstest, was Du zum Ausdruck bringen möchtest, es brennt Dir quasi unter den Nägeln und auf Deinen wundgewaschenen Händen, aber Du meinst, es nicht schaffen zu dürfen! Wie kann ich Dir klar machen, daß Du diese Fesseln sprengen musst, jetzt bzw. in aller Kürze!!!

Präge Dir bitte folgendes ein:

Deine Eltern haben kein "Objekt" adoptiert, das sich auf Lebenszeit so zu verhalten hat, wie sie das wünschen!

Du bist volljährig, und dies seit 3 Jahren!

Du hast jedes Recht, nach Deiner eigenen Facon selig zu werden!

Du musst den Mund aufmachen, das was Du fühlst und denkst, zum Ausdruck bringen!

Du musst Dich von Deinen Adoptiveltern trennen, innerlich und zunächst möglichst über einen Auszug in eine eigene Wohnung!

DU BIST EIN EIGENSTÄNDIGER MENSCH mit Verantwortung für Dich selbst!

Nimm sie Dir, geh heute nach Hause und wehre Dich, selbst wenn es noch so unangenehm wird, wenn die Tränen noch so heftig fließen, konkret:

Sag ihnen ohne Rücksicht die Meinung! Lass endlich das raus, was Dich mittlerweile an den Rand Deiner Lebensqualität geführt hat (wohlbemerkt auch durch eigene Schuld), und daß sie endlich aufhören sollen, Dich zu dirigieren, Dich als quasi Unmündigen zu behandeln!

Deine Mutter ist wirklich zu weit gegangen, so etwas macht man nicht!

Mach Dich frei und denke über einen Auszug nach!

Deine Eltern müssen Dir Unterhalt bezahlen, solange Du in Ausbildung bist. Du verdienst dort bereits und es könnte durchaus sein, daß Dir diese Ausbildung anfängt, Spaß zu machen, sobald Du F R E I bist!

Merkst Du nicht, daß Du mit Deinem ständigen Händewaschen symbolisch etwas abwaschen willst, etwas loswerden, was Du aber so nicht loswerden kannst. Das einzige, was Du losgeworden bist, ist die schützende Schicht Fett und die vielen Mill. Bakterien, die die Haut braucht, um gesund funktionieren zu können.
Du aber, machst alles kaputt, weil Deine Eltern es letztendlich so wollen!

Die übergroße Wut, die Du bisher in Dich hinein gefressen hast, die sich mit voller Wucht gegen Dich selbst auswirkt, solltest Du endlich, endlich, endlich gegen die wenden, die dafür verantwortlich sind. Geh nach Hause, und sage es ihnen, lass Dich nicht unterbrechen und rede, rede, rede ...

Ich denke an Dich und drücke Dir alle Daumen. Es wird mit Sicherheit nicht leicht, aber "Dein inneres Aufatmen" wird Dir zeigen, daß es richtig war. Ich bin sogar sicher, daß Deine Eltern darauf eingehen werden und Einsicht zeigen. Es muss Ihnen aber erst klar gemacht werden!!! Und genau das solltest Du tun.

Liebe Grüße

Barnici

P.S. Geh auch zum Hautarzt wegen Deiner Hände und lass Dir eine Creme verschreiben. "Melkfett" aus der Drogerie könnte Dir auch für' s erste helfen, solange nicht schon keine Infektion besteht.
 

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