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Gast
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Hallo zusammen,
ich weiß gar nicht so recht, welchen Tipp ich mir erhoffe, aber vielleicht hat ja jemand eine gute Idee oder ähnliches erlebt oder was auch immer.
Ich bin mitte 20, studiere und wohne noch bei meinen Eltern. Nun ist es einerseits so, dass mich meine Eltern wohl durchaus um sich haben wollen irgendwie. Jedenfalls setzen sie immer wieder "finanzielle Vorteile" als "Lockmittel" ein, damit ich bei ihnen bleibe (die Studien- und Wohnstadt wäre leider auch sehr teuer sonst). So weit, so nett(?).
Andererseits ist das Zusammenleben aber auch unglaublich schwierig zeitweise und ich fühle mich nicht sehr gemocht.
Ich führe mal die Probleme stichwortartig auf. Teilweise gibt es da sicher Überschneidungen bei den einzelnen Punkten:
- Es gibt keine Streitkultur. Es kann nicht normal über ein Thema "gestritten" oder überhaupt nur debattiert werden. Innerhalb kürzester Zeit eskaliert jedes Gespräch (eine Spezialität meiner Mutter) und geht es dann gleich um "alles" und man kommt vom 100. ins 1000. ("Du machst grundsätzlich alles falsch", "Im Urlaub '99 hast du schon..."). Egal wie ruhig und sachlich ich bleibe, die Eskalation durch Mutter kommt jedes Mal. Auch mit meinem Vater ist keine Debatte möglich, da er sich immer nur doof stellt und irgendwas ausweichendes sagt.
- Es gibt nur schwarz oder weiß. Entweder man stimmt meinen Eltern komplett zu oder man ist gegen sie. Das Konzept "Kompromiss" scheinen sie gar nicht zu verstehen (Ich: "Ihr müsst ja nicht an allem rummäkeln", Antwort: "Soso, du machst also immer alles richtig!")
- Früher oder später ist alles falsch, was ich mache. Es wird zwar nicht dauernd alles kritisiert, aber irgendwann kam schon zu allem was. Was ich studiere, wie ich studiere, wo ich studiere, Freundeskreis, Kleidung, Essens, Schlafenszeiten, Hobbys. Alles. Was genau besser wäre, bleibt dann auch offen. Ich denke, die Möglichkeit des Richtigmachens ist gar nicht vorgesehen.
- Es gibt einige "Teufelskreise unlösbarer Probleme". Ich höre zB seit ich denken kann, dass ich nichts im Haushalt helfe. Stimmt. Aber wann immer ich frage, was ich machen soll, bleiben sie eine Antwort schuldig. Wenn ich was anbiete, lehnen sie ab. Und wenn ich was ungefragt mache, werden sie unwirsch, weil es SO natürlich falsch gemacht wurde. Bei nächster Gelegenheit dann wieder "Es ist furchtbar. Du machst hier überhaupt nichts im Haushalt!"
- Meine Eltern sind sehr oft aus Prinzip anderer Meinung. Das nimmt teilweise wirklich bizarre Züge an. Wenn ich mal explizit eine bestimmte Wienersorte lobe, dann müssen sie künftig eine andere essen und dann beide machen und sich dann darüber aufregen, dass ich eine andere will. Gerichte, die sie früher super fanden, werden gar nicht mehr gemacht, wenn sie wissen, dass ich die mag. Wenn sie es vergessen, schmeckt es ihnen dann wieder super. Usw. Wahrscheinlich so ein unterbewußter Prozess; wenn man jemanden nicht leiden kann, stört einen ja nach einer Weile schon wie derjenige geht, trinkt, gähnt usw. unter Umständen...
- Smalltalk ist kaum möglich. Aus buchstäblich allem könnte ein Strick gedreht werden, der dann irgendwann zum Einsatz kommt.
- Es wird gelogen und verdreht, dass sich die Balken biegen. Im harmlosesten Fall haut mein Vater irgendwelche Sachen, die er sich offensichtlich gerade zusammengereimt hat, als sichere Fakten raus. Schon mal keine gute Vertrauensbasis. Gerne dreht er aber auch Sachen aus taktischen Gründen um, weil er irgendwas bezwecken will. Wenn er falsch lag, hat er das Falsche natürlich nie behauptet und/oder das Richtige ja schon immer gesagt - entsprechend ist auch niemals eine Entschuldigung nötig. Im extremsten Fall ist es ihm nicht mal zu dumm, mir zu unterstellen, ich hätte Wahnvorstellungen und mir irgendwelche Aussagen von ihm nur eingebildet und ich müsste mal zum Arzt. Er trieb das schon so weit, dass ich annahm, er hätte Demenz.
Ich bin inzwischen so weit, dass ich denke, dass es aussichtslos ist. Es stimmt wohl nicht, dass man jeden mit guten und gut erklärten Argumenten überzeugen kann. Immer wieder stoße ich auf Granit und vor allem bei meinem Vater habe ich die Idee, wir würden quasi eine "andere Sprache" sprechen; also dass er mir mich überhaupt nicht versteht inhaltlich oft. Wenn man mal 5 Minuten denkt, sie hätten mal kurz ihre Scheuklappen geöffnet, ist kurz darauf wieder alles auf null.
ich weiß gar nicht so recht, welchen Tipp ich mir erhoffe, aber vielleicht hat ja jemand eine gute Idee oder ähnliches erlebt oder was auch immer.
Ich bin mitte 20, studiere und wohne noch bei meinen Eltern. Nun ist es einerseits so, dass mich meine Eltern wohl durchaus um sich haben wollen irgendwie. Jedenfalls setzen sie immer wieder "finanzielle Vorteile" als "Lockmittel" ein, damit ich bei ihnen bleibe (die Studien- und Wohnstadt wäre leider auch sehr teuer sonst). So weit, so nett(?).
Andererseits ist das Zusammenleben aber auch unglaublich schwierig zeitweise und ich fühle mich nicht sehr gemocht.
Ich führe mal die Probleme stichwortartig auf. Teilweise gibt es da sicher Überschneidungen bei den einzelnen Punkten:
- Es gibt keine Streitkultur. Es kann nicht normal über ein Thema "gestritten" oder überhaupt nur debattiert werden. Innerhalb kürzester Zeit eskaliert jedes Gespräch (eine Spezialität meiner Mutter) und geht es dann gleich um "alles" und man kommt vom 100. ins 1000. ("Du machst grundsätzlich alles falsch", "Im Urlaub '99 hast du schon..."). Egal wie ruhig und sachlich ich bleibe, die Eskalation durch Mutter kommt jedes Mal. Auch mit meinem Vater ist keine Debatte möglich, da er sich immer nur doof stellt und irgendwas ausweichendes sagt.
- Es gibt nur schwarz oder weiß. Entweder man stimmt meinen Eltern komplett zu oder man ist gegen sie. Das Konzept "Kompromiss" scheinen sie gar nicht zu verstehen (Ich: "Ihr müsst ja nicht an allem rummäkeln", Antwort: "Soso, du machst also immer alles richtig!")
- Früher oder später ist alles falsch, was ich mache. Es wird zwar nicht dauernd alles kritisiert, aber irgendwann kam schon zu allem was. Was ich studiere, wie ich studiere, wo ich studiere, Freundeskreis, Kleidung, Essens, Schlafenszeiten, Hobbys. Alles. Was genau besser wäre, bleibt dann auch offen. Ich denke, die Möglichkeit des Richtigmachens ist gar nicht vorgesehen.
- Es gibt einige "Teufelskreise unlösbarer Probleme". Ich höre zB seit ich denken kann, dass ich nichts im Haushalt helfe. Stimmt. Aber wann immer ich frage, was ich machen soll, bleiben sie eine Antwort schuldig. Wenn ich was anbiete, lehnen sie ab. Und wenn ich was ungefragt mache, werden sie unwirsch, weil es SO natürlich falsch gemacht wurde. Bei nächster Gelegenheit dann wieder "Es ist furchtbar. Du machst hier überhaupt nichts im Haushalt!"
- Meine Eltern sind sehr oft aus Prinzip anderer Meinung. Das nimmt teilweise wirklich bizarre Züge an. Wenn ich mal explizit eine bestimmte Wienersorte lobe, dann müssen sie künftig eine andere essen und dann beide machen und sich dann darüber aufregen, dass ich eine andere will. Gerichte, die sie früher super fanden, werden gar nicht mehr gemacht, wenn sie wissen, dass ich die mag. Wenn sie es vergessen, schmeckt es ihnen dann wieder super. Usw. Wahrscheinlich so ein unterbewußter Prozess; wenn man jemanden nicht leiden kann, stört einen ja nach einer Weile schon wie derjenige geht, trinkt, gähnt usw. unter Umständen...
- Smalltalk ist kaum möglich. Aus buchstäblich allem könnte ein Strick gedreht werden, der dann irgendwann zum Einsatz kommt.
- Es wird gelogen und verdreht, dass sich die Balken biegen. Im harmlosesten Fall haut mein Vater irgendwelche Sachen, die er sich offensichtlich gerade zusammengereimt hat, als sichere Fakten raus. Schon mal keine gute Vertrauensbasis. Gerne dreht er aber auch Sachen aus taktischen Gründen um, weil er irgendwas bezwecken will. Wenn er falsch lag, hat er das Falsche natürlich nie behauptet und/oder das Richtige ja schon immer gesagt - entsprechend ist auch niemals eine Entschuldigung nötig. Im extremsten Fall ist es ihm nicht mal zu dumm, mir zu unterstellen, ich hätte Wahnvorstellungen und mir irgendwelche Aussagen von ihm nur eingebildet und ich müsste mal zum Arzt. Er trieb das schon so weit, dass ich annahm, er hätte Demenz.
Ich bin inzwischen so weit, dass ich denke, dass es aussichtslos ist. Es stimmt wohl nicht, dass man jeden mit guten und gut erklärten Argumenten überzeugen kann. Immer wieder stoße ich auf Granit und vor allem bei meinem Vater habe ich die Idee, wir würden quasi eine "andere Sprache" sprechen; also dass er mir mich überhaupt nicht versteht inhaltlich oft. Wenn man mal 5 Minuten denkt, sie hätten mal kurz ihre Scheuklappen geöffnet, ist kurz darauf wieder alles auf null.