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Zukunftsängste mit Langzeitstudium

Murkel90

Neues Mitglied
Guten Tag,
zu meinem Studienverlauf (aktuell bin ich 29):
Abitur mit 3.0 im Jahr 2009 im Ausland
2009-2012 Studium 1 an der FH (Abbruch durch Drittversuch)
2012-2017 B.Sc. Landschaftsarchitektur- planung mit 2.0 - Uni
2017-heute M.Sc. Landschaftsarchitektur- planung (Schnitt vermutlich 1,6-1,8) - Uni

Ich habe aktuell große Angst vor meiner Zukunft. Von 2012 bis 2019 habe ich mich zusätzlich neben dem Studium stark um meine chronisch kranke damalige Freundin gekümmert. Dadurch, dass es sich um eine psychische Erkrankung handelte und Wartezeiten auf Behandlungen oft lange waren, ist scheinbar eine generell eher negative Denkweise auch auf mich übergeschwappt.

Während der Masterarbeit hat sich die besagte Freundin von mir getrennt. Aufgrund einer nicht WG geeigneten Wohnung musste ich dann alleine in der Wohnung wohnen. Die Trennung hat mich in ein tiefes psychisches Loch geworfen - mir kam das ganze Leben nur noch sinnlos vor. Auch mein erworbenes Wissen kam und kommt mir seitdem zu gering vor. Ich habe auch viel über meine Formulierungen in der Masterarbeit gegrübelt, ob ich Dinge wissenschaftlich richtig angehe, was andere davon halten etc. . Dadurch gingen viele Wochen der Bearbeitungszeit drauf. Trotz zeitweiser Unterstützung meines Vaters, wurde die Arbeit nicht richtig fertig. Ich habe sie trotzdem abgegeben - ich wäre auch mit einer 4.0 zufrieden gewesen in der Situation. In der Zeit habe ich mich auch nichtmals an die Uni getraut, geschweige denn zu meinem Betreuer - eine engmaschige Betreuung der Masterarbeiten gibt es bei uns nicht.

Lasse ich jetzt die Jahre revue passieren, frage ich mich

a.) Was ich gelernt habe und überhaupt kann? Ich habe einfach rückblickend das Gefühl, dass ich oft den einfachen Weg im Studium gewählt habe, um für meine Freundin da zu sein. Ich habe mich oft regelrecht aufgeopfert und viel für sie geregelt, weil es sonst nicht voran gegangen wäre.

b.) Meine praktische Erfahrung kommt mir auch lächerlich niedrig vor im Vergleich zu deutlich jüngeren Kandidaten. Ich habe lediglich ein Pflichpraktikum aus dem Bachelor vorzuweisen (5 Monate lang, sehr gutes Praktikumszeugnis), einen Mininebenjob in der Gartenpflege (80€/Monat) und ich war zwei Semester Hiwi an einem Fachbereich bei uns und betreute nebenbei zwei Internetpräsenzen.

Ich weiß auch nicht, was ich mir hierbei erhoffe - vielleicht schaue ich mir den Text auch nochmal an und überarbeite ihn. Das musste einfach mal raus.

Aktuell bereite ich mich auf den Zweiversuch der MA vor. Durch Formalia kann / könnte ich diesen dann erst im 7. Mastersemester schreiben (statt im 5.). Laut Betreuer fehlte beim Erstversuch halt der praktische Teil (dafür hatte die Zeit nicht mehr gereicht). Er hält scheinbar was von mir, weil er mir mit einer 4.0 auch zu einem Neuversuch geraten hätte. Ich habe aktuell aber einen sehr geringen Selbstwert. Ich schaffe es noch nicht einmal, meinen Lebenslauf zu schreiben, ein Portfolio zu erstellen...auch Stellenausschreibungen schüchtern mich ungemein ein. Ich weiß, das sind keine guten Vorraussetzungen.

Danke fürs Lesen.
 

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