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Ratloser Gast

Gast
Hallo ihr 🙂

Mein halbes Leben lang (bin 25) suche ich nach etwas, was ich beruflich machen möchte. Ich hatte nie wirkliche Träume, konnte mich ziemlich für Filme und Musik begeistern, aber das wars auch schon. Also ich spiele weder Theater noch ein Instrument.
Fast alle Mitglieder meiner Familie sind im Medizinsektor tätig, auch ich habe großes Interesse an dem Gebiet.

So. Als Jugendliche gab es in meiner Familie viele Probleme und Schicksalsschläge, weswegen ich dann auch die Schule unterbrochen habe und erst mit 19 extern die Mittlere Reife mit recht schlechter Note gemacht habe. Dann hab ich ziemlich gekämpft und noch extern mein Abi gemacht mit 8 Fächern und auch da eine sehr schlechte Note erzielt 🙁 (Schnitt 3,4) Dabei war ich in den Vor-Abiturprüfungen, die beim externen ja leider nicht in den Notendurchschnitt zählen, recht gut- 14 Punkte in Englisch, 13 Punkte in Bio, Mathe waren immer so um die 5 Punkte mit extrem viel lernen.

Dann habe ich ein bisschen sinnlos herumstudiert (geisteswissenschaftlich) und wieder abgebrochen und wieder was anderes angefangen. Auch dort mit sehr viel Lernen immer unterirdische Noten bekommen, bis auf eine Klausur in der ich alles was ich auswendig gelernt hatte hingeschrieben habe und eine 1,0 bekommen hab. Hab das Studium dann aus Perspektivlosigkeit auch abgebrochen.

Tjaa, jetzt habe ich mir überlegt, eine Ausbildung zur MTLA zu machen, also Medizinisch- technische Laborassistentin. Hab mich an einer MTA-Schule mit meinem gräßlichen Lebenslauf und meinen schlechten Noten beworben und direkt eine Absage bekommen.
Hatte in der Mittleren Reife damals eine 5 in Mathe und eine 4 in Physik, aber eine 1 in Deutsch, Englisch und Kunst. Hatte in meiner Schulkarriere auch nie Chemie. Seit der Absage, in der es hieß, meine mathematisch-naturwissenschaftlcihen Kenntnisse ließen zu wünschen übrig, bin ich ziemlich verunsichert. Keine Ahnung, ob das überhaupt das richtige wäre?
In meinem Alter sollte man doch wirklich wissen, was man will ..

So richtig wissen, was ich will, tu ich halt immer noch nicht. Klar würde ich mich mit einem geisteswissenschaftlichen Studium leichter tun, aber ich werd nie einen Job bekommen und wenn, was sollte das für einer sein.. In China schaffen die Unis die Geisteswissenschaften ab. Sowas braucht (leider) kein Mensch mehr.
Ich wüsste nicht, was ich sonst studieren sollte oder mir zutrauen würde.

Ich könnte mir schon vorstellen in einem Labor zu arbeiten, auch einfach weil ich die Arbeit total sinnvoll finde. Und man hat gute Jobchancen usw, kann an interessanten Forschungsprojekten teilhaben.
Aber mit den Noten? Ob ich damit überhaupt die Chance bekommen würde..?
Und mittlerweile beschleicht mich das unangenehme Gefühl, dass ich die Ausbildung vielleicht entweder gar nicht schaffen würde oder mit sehr schlechtem Abschluss und mich total schwer tun würde mit der Arbeit und das alles gar nicht so recht verstehe. Weiß ja auch nicht.

Hab mich immer sehr sehr leicht getan in Englisch, allgemein Sprachen lernen war ohne Anstrengung möglich, aber sowas wie Übersetzer/Dolmetscher reizt mich überhaupt nicht, zudem reise ich nicht gern, also kommen so Tourismus/Fremdsprachenkorrespontentensachen nicht infrage. Mir fällt einfach nichts ein, was ich machen möchte. Hab auch schon recht viel ausprobiert, Praktika in verschiedenen Bereichen (Kindergarten, Förderschule, Theater, Rechtsanwalt), aber so recht gefallen hat mir nichts. Nur, dass ich herausgefunden habe, dass ich ungern so nah mit Menschen zusammenarbeite, vor allem telefonieren ist ein ziemlicher Graus für mich.

Ja mei, vielleicht hat einer einen minimalkleinen Ratschlag oder ein aufbauendes Wort für mich 🙂
Ich weiß, ich bin schon richtig alt und immer noch wie ein Blatt im Wind, aber ich möcht ja was dagegen unternehmen!

Danke fürs Lesen jedenfalls.
 
also, ich habe ehrlich gesagt immer alle Leute bewundert, die schon frühzeitig und ganz sicher wussten, was sie mal werden wollten. Ich konnte das von mir nie sagen. Es gabe zwar ne schwarze Liste, was ich auf keinen Fall will, aber mich zwischen dem ganzen Rest zu entscheiden, fiel mir sauschwer.

So kam es, dass ich in meiner Jugend und jungen Erwachsenen Phase diverse Ausbildungen und Studiengänge angefangen und wieder abgebrochen habe. Schließlich habe ich mich dann für was ganz allgemeines und bodenständiges (Bürokauffrau) entschieden, damit ich wenigesten irgendwas in der Tasche habe.

Ich hatte damals auch verschienden Tests bei Arbeitsamt gemacht, aber das hat nicht viel gebracht.

Ich könnte heute noch nicht sagen, was ich gerne geworden wäre oder täte, wenn ich noch mal auf die Welt komme.

Weil, Fakt ist: ich bin kein Mensch, der sich zu irgendwas berufen fühlt oder besondere Talente hat. Ich gehe arbeiten, weil ich Geld brauche und ich habe was gelernt, damit ich ne Arbeit finde. Klingt blöd, ist aber so.
Würde ich heute im Lotto gewinnen, täte ich keinen Handschlag mehr und es würde mir nicht fehlen.

Vielleicht hilft dir auch so ne schwarze Liste oder du fragst einfach mal dein Umfeld. Manchmal können Freunde oder Verwandte deinen Stärken und Schwächen besser beurteilen, als du selbst.
 
Hallo asseria,

danke für deine Antwort. Genau so gehts mir auch. Eine Liste an Sachen, die ich auf keinen Fall machen würde, habe ich 😀 Aber tut an sich ganz gut, dass es noch mehr Menschen gibt, die sich auch so fühlen. Kann ja nicht jeder DIE Berufung haben.. Hab ich mit Sicherheit auch nicht.

Auch sämtliche Tests und alles gemacht, so richtig was gebracht hat das auch nicht.

Ja im Freundes-/Familien-/Bekanntenkreis wars auch immer so, dass alle halt wussten, dass ich mich recht leicht tu mit Sprachen, aber das ist halt eine nette Zusatzqualifikation.

Aber an sich kann doch (fast) jeder (fast) alles lernen, oder?
 
Nach dem ich so richtig doppelt so alt bin wie Du 😀 darf ich Dir sagen: es gibt so viele verschiedene Arten ein Leben zu führen, sich zu entwickeln, einen Sinn zu finden. Leider hat es nur immer bei anderen den Anschein, dass "die" das irgendwie müheloser "hinbekommen". Ja, es gibt Menschen, die intelligenter, zäher, konzentrierter, focusierter und auf manchen Gebieten Dir und mir haushoch überlegen sind. Na und? Diese Welt ist noch immer recht groß und auch die Besten können nicht überall sein.

Du hast schon einige Deiner Stärken und Schwächen herausgefunden. An manchen kannst Du etwas ändern, an einigen nicht oder nicht sofort. "Glaube" nicht alles, was Du über Dich und die Welt zu wissen glaubst oder was Dir andere von Dir erzählen. Wenn ich mir anschaue, was andere von mir schon felsenfest "gewusst" haben und wie dann die Dinge gelaufen sind, dann kann ich nur sagen: Zuhören und überdenken, gut! Aber bilde Dir eine eigene Meinung und lass auch Platz für Hoffnung und Zuversicht. Am wichtigsten sind Zähigkeit und Selbstvertrauen. So oft scheitern Menschen, weil sie zu früh aufgeben und nicht an sich glauben. Ja, Starrsinn und Unbelehrbarkeit sind die andere Seite dieser Münze, und die Grenzen sind fließend.

Ich finde den Satz aus "Forrest Gump" noch immer ganz toll: "Dumm ist, wer Dummes tut".

Sei wach und aufgeschlossen, schau Dich um und probiere immer wieder neue Dinge aus. Mit guten Sprachkenntnissen kannst Du Übersetzungen für verschiedene Firmen erledigen. Ja: "Da "rein zu kommen" ist nicht so einfach". Aber genau diese Sätze killen jede Aktion und jeden nächsten Gedanken. Sei zäh, glaube an Dich und steuere Deinen Weg um die nächste Ecke und dann schau weiter. Die ersten 25 Jahre dauern viel länger, als die nächsten 25, das kannst Du mir wirklich glauben.

Sei beharrlich, alles Gute.
 
Danke für eure Antworten.

@ GrayBear: wollte dich nicht so richtig uralt dastehen lassen 😀 Vielen Dank für deine lieben Worte.


@ Johnny B. : Ja da hast du echt recht damit. Also, dass ich sehr hohe Ansprüche habe und mir auch lang eine Ausbildung als "minderwertiger" vorkam. Vielleicht wollte ich darum zumindest eine machen, die gscheid anspruchsvoll ist, aber ja, vielleicht bin ich echt nicht geeignet dafür. Schlecht in Mathe, keine Kenntnisse in Chemie und dann sowas machen wollen klingt bestimmt bescheuert und ist es wohl auch..
Tja wohin mit so etwas wie mir?
 
Hmm.. Naja, klar soll der Beruf die Existenz sichern, aber ich hab einfach auch noch den Anspruch daran, dass er für mich sinnvoll ist und ich nicht (wie ichs damals in der Anwaltskanzlei erlebt hab) die ganze Woche nur auf Freitagnachmittag warte und sonntags den Horror schlechthin vor der kommenden Woche hab.. das ist doch kein lebenswertes Leben. Ich weiß, dass es sehr sehr vielen Leuten jeden Tag so geht.. Ich würd mir nur ganz gern noch die Option offen halten, etwas zu finden, das ich ok finde auszuüben. Klar muss der Beruf nicht superdupertoll sein.

An sich hätte ich ganz gern einen Job ohne Kundenkontakt und wo man nicht nur permanent auf seinem platten Hintern vorm PC sitzt und/oder Vorträge halten muss.
Also dann noch lieber den ganzen Tag vorm PC als Vorträge halten 😀
Büro ist eben ein ziemlicher Graus, Telefon klingelt ständig, dann kommt der Chef und sagt man soll schnell eine Präsentation halten.. puh.

Tja, da kommt der Anspruch schon daher. Aber bei so viel Auswahl wirds eben nicht unbedingt einfacher.

Was mir an dem MTA Job taugen würde, wäre eben, dass man keinen Kundenkontakt hat und auch mal bissl rumsteht. Und auch mal vormittags oder nachmittags arbeiten kann, nicht sein Leben lang immer um 6 Uhr aufstehen müssen.. Also eher der Rahmen. Inwiefern ich jetzt permanent mathematisches oder chemisches Wissen brauche, ist mir nicht ganz soo klar. Das sind doch eher auch Routinetätigkeiten, die man erlernen kann.. dachte ich zumindest..
 
irgendwas mit archivwesen? da haste mehr mit staubigen alten büchern zu tun, als mit kunden - gut ein paar hanseln kommen da auch für die man was raussuchen muss, aber das ist ein stiller job, ok im büro, aber ohne reisetätigkeit... und nen abgebrochenes studium richtung geisteswissenschaften ist da auch nicht verkehrt. sprachen? "irgendwo" "irgendwas" richtung einkauf, wo du mit lieferanten im ausland verhandeln musst? per telefon, videokonferenz? wo du ne chance hast dir produktkenntnisse anzueignen?
 
Hm, ins Archiv kommt man glaub ich nur über Beamtenlaufbahn.. Hab ich auch schon mal drüber nachgedacht und mich näher informiert über Beamtenlaufbahn, aber denke, allein durch meinen miserablen Schnitt hätte ich da schlechte Chancen..

Vielleicht noch sowas wie Verwaltungsfachangestellte, aber das ist wohl auch ein sehr kommunikativer Job, oder?
Außer man schaffts in eine kleine Behörde in einer kleinen Stadt..
 
Also zumindest scheinst Du ja schon ne Vorstellung zu haben, was Du gerne machen würdest.

Jene Ratschläge, einfach jedes Gebiet, jede Branche in Erwägung zu ziehen, würde ich nicht unterstreichen.

Denn was würde es nützen, wenn Du Dich dann in einem Beruf wiederfindest, der Dich nicht erfüllt oder in dem Du später völlig unglücklich bist.

Alle die sagen "Hauptsache Arbeit" würden bei sich selbst wahrscheinlich auch feststellen müssen, dass sie überwiegend einer Arbeit nachgegangen sind, die sie nicht erfüllt hat. Und das ist arg bedauerlich, zumal wir ja fast ein Drittel unseres Lebens mit unserem Beruf verbringen.

Es ist manchmal ein Dilemma, wenn man etwas wirklich gerne machen würde, aber die Talente und Begabungen einem dabei nicht gerade in die Karten spielen.

Auch ich wollte damals immer Profi-Fußballer in der Bundesliga werden, musste aber früh einsehen, dass mir das nötige Talent dafür fehlte.

Als Jugendlicher habe ich mich auch durch diese "Man kann sich seine Arbeit heutzutage nicht mehr aussuchen"-Phrasen ebenso in eine Richtung drängen lassen und war somit in ein Ausbildungsberuf gerutscht, der eigentlich gar nicht zu mir passte.

Erst heute, wo ich schon Mitte 30 bin, habe ich endlich Nägel mit Köpfen gemacht und eine Veränderung gewagt, um in absehbarer Zeit beruflich DAS zu machen, was ich schon als Kind immer gemacht habe: Programmieren.

Also schau Dich ruhig nach weiteren Berufsfeldern um!

Wenn Du dazwischen immer auf Berufe stößt, wo Dir Deine innere Stimme schon auf Anhieb sagt "Das wär nix für mich", dann macht es auch wenig Sinn, in diese Richtung weiter zu investieren.

Auch für Dich gibt es etwas, dass Dir Spaß macht und entsprechend Deinem Lebenslauf für Dich geeignet ist. Manchmal dauert es etwas, bis man das Richtige gefunden hat.

Also steck nicht den Kopf in den Sand, sondern halte Deine Augen offen.

Du darfst niemals denken, dass Du nichts kannst! Es entspricht auch nicht der Wirklichkeit.
 
Danke für deinen ermutigenden Beitrag, Bahnhofer 🙂
Freut mich, dass du es gewagt hast, das zu machen was du für dich gefunden hast. Ist ja auch kein einfacher Schritt, dann nochmal neu anzufangen.

An sich habe ich schon mehrere Vorstellungen davon, was mir gefallen würde, aber da kommt dann eben auch oft die Realität dazwischen.
Ich fänds zum Beispiel ganz interessant, Schulbücher und Lernhilfen für Kinder zu entwickeln, aber dafür müsste man wohl auch programmieren können. Das meiste ist ja doch mittlerweile auf solchen technischen Geräten (bei allem Untalent bin ivh auch noch im falschen Jahrhundert geboren). Und ob man mit sowas überhaupt Geld verdienen und einen sicheren Job haben könnte.. naja.

Ich bin halt an sich ein ziemlich introvertierter Mensch und tue mich schwer, mich durchzusetzen und vor Menschen zu reden. Das kann man natürlich trainieren, ja.
Für die meisten Berufe in Dingen, die ich interessant fände, bin ich einfach nicht wirklich geeignet. Zu unkommunikativ, zu wenig aufgeschlossen, kein Talent "networking" zu betreiben wie es heute gefordert wird, zu viel Angst im Allgemeinen ist das wohl auch.
Gerade in so Medienberufen muss man doch "outgoing" sein..
Achjo, was arbeitet ihr denn so?
 

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