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Zu dumm zum arbeiten

Georg_B

Mitglied
Hallo,

ich bin momentan sehr angespannt und mich plagen Ängste. Zu meinem Hintergrund: Nach langer Studienzeit und zwei erfolgreichen Studienabschlüssen (Diplomingenieur und Master of Science), war ich bezüglich einer meiner Ausbildung angemessenen Arbeit eigentlich in einer hoffnungslosen Situation und hatte die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben. Dann geschah praktisch ein Wunder: Bei einem Freund aus alter Studienzeit wurde eine Position frei, und da er gleichzeitig auch für diese Stelle verantwortlich war, konnte er bei der Neubesetzung der Stelle mitendscheiden. Das war für mich DIE Chance schlechthin, und so fädelte er für mich ein Bewerbungsgespräch ein. Dies verlief erfolgreich, und ich konnte so in einem kleinem mittelständischen Unternehmen anfangen. Eigentlich wäre das ein Sechser im Lotto, aber gleichzeitig fühlte ich mich von Anfang an sofort unter Druck gesetzt, jetzt auch eine tadellose Leistung abzuliefern, um mich und meinen Freund, der so viel für mich getan hat, nicht zu blamieren. Das Fachgebiet, in dem ich jetzt tätig bin ist sehr fremd für mich und ich kenne mich dort überhaupt nicht aus. Aus diesem Grund versuche ich mich eigentlich sowohl in meiner Arbeitszeit als auch in der Freizeit in dieses Themengebiet so schnell wie möglich reinzulesen. Die Vorgänge auf der Arbeit sind auch nicht so einfach für mich zu verstehen. Ich fühle mich gelegentlich verloren und weiss nicht sofort, was ich machen muss. Meine Vorgängerin die mich einarbeiten soll, nimmt es mit der Einarbeitung nicht sehr genau und hat seelisch schon mit der Firma abgeschlossen und macht öfters mal "blau". Ich fühle, dass die Kollegen von mir wohl schon ziemlich genervt sind, und es ist mir extrem peinlich. Ich gebe mir Mühe und lese soviel ich kann, ich studiere das Intranet des Unternehmens um alle Vorgänge so schnell wie möglich zu verstehen, aber sobald ich etwas verstanden und geschafft habe, kommt schon sofort wieder der nächste Klopps, den ich mir leiste. Man hört dann immer "Das habe ich dir doch schonmal erklärt etc..." und läuft mir kalt den Rücken herunter, schliesslich erklärt oder sagt man etwas einmal, allerhöchstens zweimal und dann muss das sitzen. Ich habe demzufolge Angst, dass ich in der Probezeit rausfliegen könnte. Sollte das passieren, ist meine Karriere am Ende.... Ich denke dass liegt auch daran, dass ich bisher praktisch null Arbeitserfahrung habe... Ich möchte dass kein falscher Eindruck entsteht, ich möchte wirklich sehr gerne arbeiten, also dazu noch in einer fachlich geeigneten Stelle mit entsprechend gutem Gehalt, aber irgendwie verbaue ich mir meine Chancen. Darüber bin ich wirklich sehr betrübt...:wein::wein::wein:
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum redest Du denn so schlecht über Dich? Diplomingenieur und Master of Science klingt für mich alles andere als "dumm."

Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass, egal was man vorher gelernt oder studiert hat, man bei Arbeitsbeginn immer noch "grün hinter den Ohren" ist und sich erst mal in die betrieblichen Strukturen einlernen muss. Bei Dir ist es ja noch so, dass die Stelle "fachfremd" ist, also ist es doch völlig normal, dass Du anfangs Schwierigkeiten hast.

Lass solche Sprüche wie "Hab ich Dir doch schon mal gesagt" usw. nicht zu nahe an Dich heran. Es gibt leider immer Typen, die meinen, immer mit erhobenem Zeigefinger lehren zu müssen.

Mach Dir keine Gedanken darüber, Du könntest Deinen Freund blamieren; Du gibst Dir Mühe und verwendest sogar Deine Freizeit, um neues über die Arbeit zu lernen.

Wie lange arbeitest Du denn schon dort?
 
Warum redest Du denn so schlecht über Dich? Diplomingenieur und Master of Science klingt für mich alles andere als "dumm."

Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass, egal was man vorher gelernt oder studiert hat, man bei Arbeitsbeginn immer noch "grün hinter den Ohren" ist und sich erst mal in die betrieblichen Strukturen einlernen muss. Bei Dir ist es ja noch so, dass die Stelle "fachfremd" ist, also ist es doch völlig normal, dass Du anfangs Schwierigkeiten hast.

Lass solche Sprüche wie "Hab ich Dir doch schon mal gesagt" usw. nicht zu nahe an Dich heran. Es gibt leider immer Typen, die meinen, immer mit erhobenem Zeigefinger lehren zu müssen.

Mach Dir keine Gedanken darüber, Du könntest Deinen Freund blamieren; Du gibst Dir Mühe und verwendest sogar Deine Freizeit, um neues über die Arbeit zu lernen.

Wie lange arbeitest Du denn schon dort?

Es ist jetzt meine vierte Woche dort. So langsam verstehe ich schon die Vorgänge dort, aber ich denke man erwartet von mir, dass ich schon viel mehr könnte und wüsste...
 
Es ist jetzt meine vierte Woche dort. So langsam verstehe ich schon die Vorgänge dort, aber ich denke man erwartet von mir, dass ich schon viel mehr könnte und wüsste...

Deine vierte Woche?! Du bist noch ganz neu! Mach Dich doch nicht verrückt 🙂
Was meinst Du, wie weit Du in vier Monaten sein wirst? Oder in 12?

Was man von Dir erwartet, würde ich in Gedanken mal zur Seite packen. Du gibst Dein Bestes, mehr kann niemand von Dir verlangen. Und falls sie es doch tun, ist es ohnehin kein guter Arbeitsplatz.

Wie lange geht die Probezeit, 6 Monate?
 
Dein erster Job?
Dann ist das völlig normal. Auch, dass Du so viel lernen musst - das hört tatsächlich eigentlich nie auf.....
man gewöhnt sich daran.
Wichtig ist,dass Du es machst und vor allem auch: so kommunizierst. Dein AG soll wissen, dass Du am Ball bleibst.
 
Leider sind die ersten Monate immer sehr stressig, erst recht, wenn es der erste Job nach dem Studium ist. Es ist schade, dass die Kollegen so einen Druck machen ... ich habe schon einige Kollegen eingearbeitet und da hatte ich gute Leute dabei und weniger gute bis sehr schlechte. Aber weder ich noch mein Chef, noch die Kollegen hätten von einem neuen Kollegen erwartet, dass er innerhalb von 4 Wochen schon alles weiß ... das geht ja gar nicht.

Also mache Dich nicht verrückt. Sage Dir immer wieder, dass Du 2 Uni-Abschlüsse geschafft hast und nun auch die Einarbeitungszeit schaffst.

Wenn du das Gefühl hast, dass die Einarbeitung nicht gut läuft, dann würde ich das mal ansprechen ... die Dame weg ist, dann ist auch das Wissen weg - oder haben andere vielleicht auch das Wissen? Ansonsten würde ich mir die Frau immer wieder schnappen und so viel Wissen wie möglich rausziehen. Aufschreiben, lernen etc.

Aufschreiben ist halt echt wichtig - habe es mehrmals erlebt, dass ich Leute eingearbeitet habe und zwei davon haben es tatsächlich nicht für nötig gehalten mitzuschreiben - das hat mich tatsächlich sehr genervt. Denn Speicherorte für Dateien etc. - das kann man sich einfach nicht merken oder bestimmte Vorgehensweisen in bestimmten Programmen - sowas sollte man immer mitnotieren oder sich Screenshots machen - nur falls Du das bisher nicht getan hast.

Aber gerade am Anfang kommen einige Fragen häufiger, das ist ganz natürlich, weil es eben so viel ist ... auch wenn ich weiß, dass es nicht einfach ist: mach Dich nicht fertig, setz Dich nicht so unter Druck ... die ersten Monate sind hart, aber Du bist so fleissig, da wird es danach echt einfacher ....
Viel Glück
 
Hallo Georg!
Das Fachgebiet, in dem ich jetzt tätig bin ist sehr fremd für mich und ich kenne mich dort überhaupt nicht aus.

Das scheint mir einer der wichtigsten Punkte hierbei zu sein. Ich weiß nicht, wer hier den Fehler (!) gemacht hat.

Eigentlich handelt man ja im Bewerbungsgespräch aus, wofür man zuständig ist. Dir das als Berufsanfänger anzutun, finde ich nicht OK.

Du kannst jetzt so weiter machen in der Hoffnung, dass Du die Probezeit überstehst (und dass es besser wird). Oder Du thematisierst das. Immerhin kannst Du ja mit Deinem Freund unter vier Augen darüber sprechen ohne den Chef einschalten zu müssen.

Es gibt ja Chefs, die bei solchen Problemen in der Probezeit schnell mal die Beendigung derselben bewirken.

Für wichtig halte ich die Frage, ob Du objektiv den Aufgaben nicht gewachsen bist oder ob Du einfach falsch eingesetzt wurdest. Ich denke, Du verstehst, wie ich das meine.

Ich habe so das Gefühl, dass man Dich ohne genaue Aufgabenplanung eingestellt hat. "Der hat das gelernt. Der wird schon machen, was hier so anfällt ...". Und dann fallen vielleicht die Sachen an, die die anderen schon seit Jahren (aus bestimmten Gründen) aufgeschoben haben 🙄.
 
Hallo,

das ist eine schwierige Situation.

Ich glaube, das bei dir war etwas voreilig entschieden. Hauptsache, du hast einen Job. Was du da genau machst und ob das zu dir passt, war wohl zweitrangig.

Also, dumm bist du garantiert nicht. Dass du aber keine Arbeitserfahrung hast, ist schon ziemlich belastend. Eigentlich sollte man dafür ja während dem Studium sorgen und nicht erst, wenn man im Berufsleben ist.

Dass du manchmal in Themengebieten drin bist, mit denen du nichts zu tun hast, ist normal im Berufsleben. Deswegen wollen ja viele "gute Auffassungsgabe". Du musst schon in der Lage sein, neue Situationen schnell zu erfassen.

Dass deine Kollegen genervt sind, ist auch normal. Sie sind daran gewöhnt, alles nach Schema F zu machen und haben es verinnerlicht. Als ich ein Praxissemester gemacht habe, hatte ich plötzlich mit einem ganz anderen Thema zu tun und musste mich auch schnell einarbeiten. Als Praktikant hatte ich aber eine Schonfrist.

Bei dir ist das ein bisschen anders. Du musst dich viel schneller einarbeiten. Mach dich nicht verrückt und lass nicht den Verzweifelten raushängen.

Am Anfang vom Berufsleben muss man sich behaupten.
 
Erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deinem Studienerfolg!
Da Du sehr gewissenhaft bist, setzt Du Dich in dieser Deiner ersten Anstellung zu sehr unter Druck, weil Du von Dir selber zuviel verlangst. Ich denke mal, Du fühlst Dich aus Dankbarkeit für Deinen Berufs-Lottogewinn Deinem Freund verpflichtet, so, als ob er für Dich eine Garantie übernommen hätte und, falls es ein Scheitern sein sollte, er selber in seinem Job Schwierigkeiten bekommen werde. Also machst Du Dir im voraus schon Schuldgefühle und wirst dann wahrscheinlich kopfnickend bestätigen, Du hättest ja das Disaster schon vorausgeahnt. So funktionieren manche. 😉 Dabei ist es eher so, dass Du mit dieser negativen Projektion irgendwie diese fatale Situation heraufbeschwörst.
Folglich bleib cool, entspanne Dich und verzeih Dir, dass es nicht gleich so klappt, denn wer langsam geht, kommt auch ans Ziel. Und anstatt aufzuzählen, was Du alles noch nicht kannst, mach Dir lieber täglich eine Liste, was Du alles geschafft hast, denn das wenigstens ist dann real.
Wenn die nächsten fünf Monate dann herum sind, dann hast Du ganz bestimmt schon eine gute Routine erworben. Also brauchst Du nur etwas mehr Geduld - mit Dir selber.
Das wird schon!🙂
 

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