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Wut

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Unregistriert

Gast
Hallo erstmal!

Bin neu hier und weiß nicht, ob ich alles richtig mache, wenn nicht, tut es mir leid! Also: Ich bin 18 Jahre alt; w und hab nen Problem...
Ich hab nen ziemlichen Hang zur Aggression und kann nichts dagegen machen, vielleicht will ich aber auch nicht, weil ich Angst hab, oder was weiß ich... Ich kann mich stundenlang über Kleinigkeiten aufregen, ich flippe völlig aus, sage Sachen, die ich nicht so meine, wenns ganz hart wird, werd ich auch mal handgreiflich.... Ich glaube, es hat was mit meiner "Kindheit" zu tun, die ja noch nicht so lange her ist... Mein Vater war Alkoholiker, hat meine Mutter oft geschlagen, naja, ist tierisch ausgerastet, war irgendwie nen Choleriker mir ner Kontrollsucht, der was weiß ich alles noch gemacht hat...
Naja, ich weiß, dass es falsch und scheiße ist, ich will auch nicht genauso werden, um Gottes Willen! Aber ich verliere, wenn es erstmal so weit ist, völlig die Kontrolle über mich, ich denke gar nicht mehr nach, ich hab Angst davor, weil ich es gar nicht mag, wenn ich mich nicht mehr kontrollieren kann... Naja, also ich würde sagen, dass es schon sehr häufig vorkommt, dass ich ausraste... Einfach zu oft... Wenn es mich selbst schon stört...! Kann mir jemand vielleicht einen Tipp geben, was man allein (ohne prof. Hilfe) dagegen tun kann? Ich tu mir damit nichts gutes, aber was ich viel schlimmer finde ist, dass es auch meinem Umfeld nicht so gut tut. Ich versau mir bei allen noch alles! Ich kann nicht mal genau sagen, wann ich so richtig austicke... Ich bin keine verwöhnte, verzogene Einzel"göre" oder so... Hab zwei Geschwister, mein Bruder ist auch so drauf. Sind das nur die Erbanlagen und man kann dagegen nichts tun? Ich tue vor allem meinem Freund richtig weh, wenn ich so werde...
Wäre nett, wenn mal jemand postet... Auch wenn es vielleicht halb so ernst ist, wie andere Probleme hier im Forum...!

Vielen lieben Dank im Vorraus!

Franci
 

Hallo Unregistriert,

schau mal hier: Wut. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo, Franci!

Ich bewundere dass du mit deinen jungen Jahren weißt was bei dir nicht richtig läuft. Manche geben sich jahrelang damit zufrieden und findens auch noch toll wenn sie so drauf sind. Gebe dir schon recht dass du vorbelastet bist. Aufgrund dass dir dein Vater gezeigt hat wie man mit Problemen umgeht, prägen sich natürlich diese Verhaltensweisen fest. Denke aber auch dass es bei dir noch einen weiteren Aspekt nicht außer Acht lassen darf - auch wenn es seltsam klingt für dich da manche Leute erst damit betroffen sind wenn sie älter und einiges hinter sich gebracht haben - du bist eindeutig gestresst und gehörtest in Urlaub. Du hast das; was dich peinigt, im Grunde 18 Jahre ertragen, ganz klar dass man da urlaubsreif ist. Denke wenn du Abstand hast weniger einigermaßen zur Ruhe und Ausgeglichenheit zurückfindest. Zumindestens soweit dass du dir in Ruhe Gedanken machen kannst ob du es wirklich alleine schaffen kannst oder du vielleicht doch einen Arzt zu Rate ziehst. Denn ich muß dir schon sagen dass es alleine sehr schwer ist wenn man in diesem Punkt nicht die richtigen Vorbilder hat.
Du bist willensstark das zeigt dein Brief deswegen vertrau ich auf eine gute Entscheidung deinerseits. Schönen Urlaub wünscht dir On-ly
P.S.: Man muß nicht da hinfahren wo es Geld kostet, vielleicht gibts Bekannte, Verwandte, liebe Freund wo dir gestatten dass du so lange bleiben kannst wie du möchtest und wo du dich auch ausklinken darfst und nicht dort dann neuem Stress ausgeliefert bist. Was auch günstig ist sind Jugendherbergen - vielleicht eine Idee??
 
Liebe Franci, liebe On-ly,
normalerweise mische ich mich in Ratschläge nicht ein, aber, verzeih mir On-ly, Dein Vorschlag würde geradewegs ins Chaos führen. Da auch der Bruder sich so verhält, und überhaupt die ganze Geschichte klingt wie eine typische Coalkoholikerlaufbahn.
D.h., als Angehörige alkoholkranker Eltern hältst Du Dich in einem Raum auf, der Dich das alles ertragen lässt, aber Du fängst auch an immer stärker dagegen zu rebellieren, wass Dir nur mit den vorgelebten Verhaltensmustern gelingt.

Franci, ganz ewhrlich und ohne Umschweife, die gesamte Familie, außer Deinem Vater, gehört in eine selbsthilfegruppe für angehörige von Alkoholkranken. Es ist absolut unmöglich, auis dem erworbenen Verhaltensmuster ohne professionelle Hilfe herauszukommen. Wen Du Dir nicht den Rest Deines Lebens versauen möchtest, dann geh diesen Weg, mit oder ohne die anderen. Hier geht es ausschließlich um Dich, um Dein Aggressionspotential, um Dein Recht auf ein völlig normales, unbelastetes Leben.
Ich weiß wovon ich spreche, denn auch ich habe mich in meiner Not erst an die Drogenberatung und mit deren Hilfe an eine Selbsthilfegruppe gewand. GOTT SEI DANK, kann ich heute nur sagen. Ich konnte mich völlig aus dieser negativen Co-Spirale befreien. Und das schaffst Du auch, In so einer Gruppe lernst Du die Hintergründe und Ursachen Deines Verhaltens kennen, Du kannst Erfahrungsaustausch mit Betroffenen haben, Dir werden Wege gezeigt, wie Du Dich befreien kannst, um nicht mehr durch den Vater in seinen Keller gezogen zu werden. Vor allem ist wichtig, wenn Du selbst einmal eine Familie haben möchtest, dass Du befreit bist, sonst gibst Du das Leben Deines Vaters weiter an Deine Kinder, und so entsteht eine nie endenwollende Spirale.

Ob es mit der Selbsthilfegruppe getan ist, oder ob Du vielleicht doch psychotherapeutische Verhaltenstherapie brauchst, dass wirst Du selber im Laufe der Gruppentreffen erkennen und danach handeln.

Ich habe hier im Forum schon einige Beiträge über Coalkoholismus geschrieben. Dabei sind auch Missverständnisse aufgekommen. Coalkoholismus hat absolut nichts damit zu tun, dass der Coalkoholiker selber trinkt. Das kann vorkommen, aber in vielen Fällen ist dies nicht der Fall.
Wen in einer Familie ein Alkoholkranker lebt, so richtet sich das Verhalten der gesamten Familie nach ihm, Man vertuscht, man schämt sich, man ist wütend, man fühlt sich verpflichtet, man liebt den Kranken usw. usw. Durch unsere Hilfe wir der Kranke in seinem Handeln noch bestärkt.

Oberstes Gesetz für Coalkoholiker: Sie sind nie und nimmer in der Lage, dem Kranken zu helfen, indem sie zu ihm halten und ihn schützen. Ein Alkoholiker wird erst dann selber etwas gegen seine Krankheit tun, wenn er völlig verlassen am Boden liegt. Das klingt jetzt furchtbar hart, ist aber die einzige Hilfe, die wenigstens in vielen Fällen den Alkoholiker retten kann.
Also: Die beste Hilfe ist NICHT HELFEN (Das gilt übrigens für fast alle Suchtkrankheiten).

Ich hoffe, meine Ausführungen konnten Dir Information genug sein, um schnellstens zu handeln. Ich denke, dass Dein Freund Dich liebend gerne darin unterstützen wird. Wenn nicht, so musst Du Dich sowieso fragen, inwieweit Dein jetziges Umfeld bereits zu sehr mit ähnlichen Verhaltensmustern behaftet ist. Denn m an sucht sich auch seine Freunde nach den eigenen Verhaltensmustern, wie man sie von Klein auf gewöhnt ist, aus.
Kann sein, dass Du im Laufe Deines Heilungsprozesses Dir ein völlig neues Umfeld suchen wirst, dass nichts mehr mit den alten Verhaltensmustern zu tun hat.

Wie auch immer Du Dich entscheidest, ich wünsche Dir von Herzen, dass Du die für Dich rettende Entscheidung triffst.
Dafür alles Gute und viel Glücl und erfolg, aber auch viel Kraft und Mut
Luiserl
 
Luiserl, vertrau ihr einfach dass sie den richtigen Weg macht. Im Moment wollte sie einen Ratschlag der nicht dazu drängt professionelle Hilfe anzunehmen. Warum diesen Wunsch nicht respektieren? Auch geht es hier in erster Linie nur mal um sie, sie kann die Probleme der anderen Familienmitglieder nicht auch noch lösen, mit 18!!! Sie wurde von ihr lang genung vereinnahmt. Jetzt ist sie dran! Alles hat seine Zeit. Weiß nicht was ich so schreckliches geraten hät das du denkst dich einschalten zu müssen?!
Empfinde es als sehr anmaßend von dir aber wenn du denkst du bist hier die Enzigste die richtigen Rat geben kann werde ich mich zurückziehen. Wollte hier keine 0815Lösung geben die in so einem Fall richtig ist, da ich denke dass man Menschen keine Pauschallösung anbieten kann. Um uns dann zu rühmen den Rat hab ich ihr gegeben. Wir wollen sie zur richtigen Entscheidung hinführen und nicht vorgeben was sie tun sollen. So verstehe ich bzw. verstand ich dieses Forum hier. Jeder Mensch ist ein Individualist und benötigt seinen eigenen Weg. Und sollten respektieren wenn sie vorerst den Wunsch äußern was sie selbst erst mal tun können weil sie noch keine Professionelle Hilfe wünschen. Wir wollen helfen und nicht belasten mit - das hast du zu tun, mußt du tun -! Man muß Geduld haben, alle Wege führen nach Rom. Wir wollen in vernünftiger Weise beruhigen und nicht hervorstechen durch weise Ratschläge, die wir; da wir Laien sind auch, gar nicht geben können. Also Luiserl gib mir bitte Bescheid wenn du meine Beiträge nicht mehr wünschst, dann werde ich schweigen und kein Forum mehr betreten dass www.hilferuf.de zur Verfügung stellt.
Gruß On-ly
 
Liebe On-ly,
ich bitte Dich vielmals um Entschuldigung. Ich wollte Dich wirklich nicht kränken. Tut mir sehr leid, dass ich dermanßen in den Fettnapf getreten bin. Als ich eben Deine Worte las, ist mir richtig heiss geowrden voll Scham. Denn anmaßend möchte ich wirklich nicht sein.
Bitte nimms mir nicht so übel, bin mal wieder übers Ziel hinausgeschossen. Bin auch nur ein Mensch und mach Fehler.
LG vom zerknirschten Luiserl
 
Luiserl, das wollt ich nicht erreichen - überleg mal eine zerknirschte Luiserl??? dann hatt doch dieses Forum keine Chance mehr!!!! Schätze dich sehr und mit deiner Einsicht bist du bei mir schon wieder 10 cm größer geworden. Ich denke einfach dass wir "Erfahreneren" ???*lach*(Älteren,klingt nicht so gut) oft dazu neigen vielleicht nicht alles zu lesen weil wir meinen gleich nach den ersten Sätzen die Situation einschätzen zu können. Ich muß mich da auch erziehen wirklich diszipliniert alles zu lesen.
Bitte laß uns wieder gut miteinander sein und hab vielen Dank daß du so eine Größe von Mensch bist dass du so lieb auf Ehrlichkeiten reagierst.
Liebe Grüße von On-ly
 
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