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Wie weiter

  • Starter*in Starter*in sonni64
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S

sonni64

Gast
Vielleicht hat eine/r von euch auch die Erfahrung machen müssen, alles zu verlieren. Ich wurde im Alter von 10 bis 12 von meinem älteren Bruder(6 Jahre älter)mißbraucht. Angeblich bekam niemand etwas mit in der Familie- ich verdrängte es lernte damit zu leben und damit zu leben meinem Bruder immer zu begegnen- ich hatte immer Angst wenn ich mit ihm allein sein mußte auch viele Jahre später noch- ich habe auch meinem Mann nichts davon erzählt- bis ich 25 Jahre später erfuhr, daß auch meine zwei Jahre ältere Schwester das Gleiche durchmachen mußte. Im letzten Jahr erzählte ich alles meinem Mann , der total geschockt war- mir dann auch Hilfe anbot. Aber in seiner Verzweiflung damit umzugehen- machte er mir den Vorwurf- ich hätte in Kauf genommen, daß meine eigenen Kinder von meinem Bruder "angefaßt" würden.
Ich hätte sie "verkauft" für meinen seelenfrieden. ich weiß nicht, ob jemand das nachfühlen kann- gibt es einen schlimmeren Vorwurf? Wir haben uns getrennt. ich bin so ratlos.
 
A

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Re: Wie weiter
Hallo sonni64,

schau mal hier:
Wie weiter. Hier findest du vielleicht was du suchst.
Hallo sonni64,

ich muß sagen, daß ich unter Hilfe etwas anderes verstehe und gehe davon aus,
daß Du mit Argusaugen über die Zusammenkünfte Deiner Kinder mit Deinem
"Schwein" von Bruder gewacht hast. Es zeugt von völligem Unverständnis Deines
Mannes für Deine Situation, Dir einen solchen Vorwurf zu machen.

Wenn Du Dich hier im Forum umschaust, wirst Du -leider- viele Menschen finden,
denen ein ähnliches Schicksal wiederfahren ist, und vielleicht denen einen oder
anderen Rat entnehmen können. Hast Du denn jemals im "Erwachsenenalter"
mit Deinem Bruder über den Mißbrauch gesprochen??? Wie schaut es bei Deiner
Schwester aus, wie verarbeitet sie die furchtbaren Erlebnisse. Vielleicht könnt Ihr ja gemeinsam einen Weg finden? Denn aus eigener Erfahrung weiß ich, daß
verdrängen nicht gleich verarbeiten bedeutet. Auch nicht nach so vielen Jahren.
Auf diese Art und Weise bin ich nämlich selbst vor 2 Monaten auf diesen Seiten
gelandet. Da ich feststellen muß, daß mir meine Kindheit und Jugend je älter ich werde (bin 43) immer mehr zu schaffen macht. Vieles was ich als Kind verdrängt habe kommt heute zum Vorschein. Dinge die passiert sind von denen ich bis vor
eingen Monaten keine Ahnung hatte. Ich selbst bin das, was man eine starke Frau nennt. Viele die mich von früher kennen meinen ich wäre zu hart geworden,
vorallem zu mir selbst. Aber ich bin jetzt auch so weit, daß ich die ganze Wahrheit wissen will und habe diesbezüglich meine Vergangenheit in Angriff genommen, zumal es bei mir noch hinzukommt, daß Menschen aus meiner Kindheit, die mir halfen ausgegrenzt wurden aus meiner Familie, aber das ist ein anderes Thema.

Du brauchst jetzt sehr viel Kraft für Dich und auch für Deine Kinder. Deshalb mußt Du stark sein und Dich Deinem neuen Leben ohne Mann stellen. Finde Dich
selbst. Ich weiß das ist sehr schwer, doch ich hoffe Du schaffst es vielleicht mit
Hilfe eines Therapeuten.

LG Caro
 
Hallo sonni,

ich schliesse mich dem Vorbeitrag an..Aufklärend aus psychologischer Sicht ist zu sagen: Dein Schweigen könnte instinktiv von einigen Menschen als Zustimmung für die Richtigkeit des Handelns eines anderen Menschen(=deines Bruders) aufgefasst werden...das liegt in der Logik von Schweigen...Durch das SChweigen signalisiert das Missbrauchsopfer einen geringen/geschädigten Selbstwert (der ja auch erwartet wurde und dem ein Kind/Jugendlicher erstmal folgt) der in Übertragung auf weibliche Nachkommenschaft auch wieder Opferhabitus heranzüchten kann...also wieder Gefährdung...WAs dir klar sein sollte: du bist indirekt auch Opfer der Standard-Frauensozialisation, Mädchen oder Frauen werden nach wir vor auf Duldung, Passivität, zurückstecken eigener Rechte und Ansprüche und ERfüllung der Erwartungshaltung anderer getrimmt...dagegen muss man bewusst angehen...sonst ist man oft im Ar***Wer schweigt und seine Rechte nicht verteidigt (bei Missbrauch ist klar, dass das erst im ERwachsenenalter möglich ist) den sieht man irgendwo als unmündig, unverantwortlich handelnd sich selber ggü an...und wer nicht in erster Hinsicht VErantwortung sich selbst ggü zeigt, den sehen Menschen oft als nicht fähig an für andere Verantwortung zu übernehmen etc...das sind so allgmeine Verhaltenslogiken..
Also ich an deiner Stelle würde nun nach diesem ersten Outing, dass du ein Missbrauchsopfer bist, also deinem ersten Vorstoß in die Öffentlichkeit (der übrigens voll mutig und auch gut war!!) in die Vollen gehen: Therapie, Strafanzeige gg. den Täter etc. Wichtig, überlebenswichtig für dich ist deine Abgrenzung von dem Täter, dass auch für andere ersichtlich wird: der ist ein miese SChw**der muss bestraft werden...ansonsten bleibt der Schwarze Peter bei dir hocken!
Natürlich bringt es ne Menge Unruhe und auch Unfrieden in eine Familie, wenn so eine Mißbrauchsgeschichte ans Tageslicht kommt...aber ich sage immer: a) irgendwann kommt eh alles raus und b) es geht um das BEste für das oder die Opfer und nicht das Beste für andere, insbesondere den Täter, der sich durch das Schweigen der Opfer selbstredend im REcht fühlt und ggf. auch sicher genug fühlt mit seinen eigenen Kindern oder Nichten und Neffen weiterzumachen. Wäre echt MIst, wenn der die Gelegenheit dazu hätte, also sollten an sich alle Bescheid wissen um Kinder vor ihm zu schützen...
Man sollte den Realitäten (= dein Bruder ist ein Triebtäter und Straftäter nach dem Gesetz! -->der sollte seine Strafe erhalten!!) knallhart ins Auge blicken und natürlich auch handeln, anders bringt es alles nix..
Du wirst um dein Missbrauchstrauma überwinden zu können noch ein hartes Stück Arbeit vor dir haben...aber die Mühen lohnen sich auf jeden Fall...ansonsten wäre es so, dass du dein Leben lang immer so einen grossen Haufen Seelenmüll in dir rumschleppst. Das ist nicht gut für dich, dass ist nicht gut für deine Kinder, nicht gut für deine Beziehung oder dein Leben insgesamt.

Das dein Partner so reagiert hat ist irgendwo verständlich...aus der Logik eines unbedarften Menschen heraus, Missbrauchsopfer leben ohne Therapie ja lange in ner Art anderer Logik....da ist erst mal Vermittlung und auch ne Menge Verständnis notwendig. Falls dein Mann dich jedoch tatsächlich liebt, wird er nach seinem ersten SChock und Unverständnis das Gespräch suchen, dein VErhalten irgendwann ein wenig verstehen wollen (und wenn nicht: dann hat er sich's ja ziemlich leicht gemacht...-->Blödmann!!)allerdings wahrscheinlich unter der Vorraussetzung, dass du nun aus den Puschen kommst mit klarer Abgrenzug vom Täter, Therapie etc.d.h. deinen Wert wieder rehabilitierst und im GEgenzug den Wert des Triebtäters mal schön runterdrückst....dann ist die WElt wieder eher im Lot, womit dein Mann glaube ich besser klarkommt...womit an sich die gesamte Umwelt besser klarkommt...was aber nicht heißt, dass deine Familie so ad hoc damit klar kommt! Das wird seine Zeit brauchen. Vorrang hat jedoch, dass du damit klarkommst und dich nun deiner Vergangenheit, die dich ja offensichtlich eingeholt hat, stellst.

LG
Tyra

P.S. Ne gute Idee wäre es deinem Mann hier das Forum mal zum reingucken und -lesen nahezulegen...er kann sich hier gewiss einige Antworten auf Fragen holen.
 

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